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Cognac in Crystal Die Zeit verleiht jedem Cognac seine spezifische »Stimme«, und der Kellermeister, der das Glück hat, die Früchte seiner Vorgänger nutzen zu dürfen, vereint diese Stimmen in einem harmonischen Chor. Erblickt der Cognac das Licht der Welt, ist er reif, majestätisch, fein, dann verbindet er 100‑jährige Weingeister und flößt tiefen Respekt ein. Eine gewöhnliche Flasche entspricht nicht seinem Stil. Er muß in all seiner Pracht präsentiert werden, damit seine Liebhaber die tiefe Bernsteinfarbe schätzen können, die sich in Hunderten goldener Splitter bricht. Das kann nur Kristall. Michel Camus, der Enkel des Begründers des Hauses ›Camus‹, verstand dies als erster. Um eine Form zu kreieren, die dem wertvollen Inhalt angemessen war, wandte er sich an eine der ältesten französischen Firmen, deren Name an sich schon für luxuriöses Kristall steht, an ›Baccarat‹. Fast alle griffen die Idee von Michel Camus auf. Jedes führende Cognac-Haus fing bald damit an, seine wertvollen Brände in Kristalleis zu bannen. ›Baccarat‹ wurde zur bekanntesten, bei weitem jedoch nicht einzigen Marke, deren Kristall Aufmerksamkeit bei den Cognac-Häusern erregte. ›Hennessy‹ und ›Otard‹ vertrauten ihre besten Cognacs, ›Richard Hennessy‹ und ›Otard Extra‹, den Händen der französischen Firma ›Saint-Louis‹ an, die seit dem 16. Jahrhundert alle europäischen Königshäuser mit Kristall versorgt. ›L’Esprit Courvoisier‹ bevorzugte die dekadente Fluidität der Form von ›Lalique‹, dessen Art-nouveau-Vasen in 50 Museen der Welt zu finden sind. Um die verschnörkelte Karaffe des teuersten Cognacs von ›Martell‹, des ›L’Art de Martell‹ herzustellen, war eine besondere Technik notwendig – »pate de verre« (Glasteig), die nur die französische Firma ›Daum‹ beherrscht. Jedes Exemplar ist eine sammlerische Rarität, denn wahre Kunstwerke sind selten. Richard Hennessy ![]() Die letzte Kreation des Hauses ›Hennessy‹ ist eine ehrfürchtige Verbeugung vor seinem Gründer. Die harmonische Komposition setzt sich aus mehr als 100 Bränden zusammen, von denen viele im 1795 vom Gründer Richard Hennessy selbst angelegten Keller am Ufer der Charente gelagert werden. Der Cognac ›Richard Hennessy‹ demonstriert eine absolut ausgewogene Geruchsverbindung von Vanille, Spezereien, Pflanzenöl und Pfeffer. Der Geschmack entfaltet eine Vielzahl von Noten: Spezereien, Pfeffer, Früchte, Eiche, Blumenbouquet sowie Rancio (aufgespritete und eher altmodische Weine mit großer Aromenfülle). Der Cognac wird in einem Kristall-Dekanter verkauft. Für die Anfertigung eines jeden dieser Dekanter haben die Meister der angesehenen Kristallfirma ›Saint Louis‹ 40 Stunden Arbeit aufgewandt. Den Flaschenhals schmückten sie mit einem Silberring, und in die dicken Glasseiten sind Weinreben eingraviert. Der Dekanter hat ein kleines Geheimnis: Er ist doppelwandig – und so kommt der Cognac aufgrund eines feinen Glasfilms nicht mit dem Kristall in Berührung. L’Art de Martell ![]() Nicht umsonst wird er der »Brillant« in der wertvollen Cognac-Krone von ›Martell‹ genannt. In Kooperation mit dem Designer Thierry Lecoul ist ›L’Art de Martell‹ den feinen Künsten gewidmet. Die ungewöhnliche Form der Kristallkaraffe von ›Daum‹ unterstreicht die Ausgesuchtheit und Eleganz dieses Getränks. Die Brände für die Komposition des ›L’Art de Martell‹ kommen aus den ›Paradis‹-Kellern, dem allerheiligsten aller Cognac-Häuser – und sie sind zwischen 80 und 100 Jahre alt. Der Cognac verfügt über ein komplexes Aroma mit Haselnuß- und Schwarzen Johannisbeernoten. In seinem Bouquet sind die Aromen von getrockneten Früchten und reifen Nüssen ausgeprägt. Dieser ausgewogene Brand hat einen ausgesprochen lang anhaltenden Nachgeschmack. ›L’Art de Martell‹ wurde in beschränkter Auflage produziert: 1997 Flaschen – sie stehen für das Jahr, in dem er hergestellt worden ist. Louis XIII ![]() Drei Generationen von Kellermeistern aus dem Hause ›Remy Martin‹ arbeiteten an der Mischung des ›Louis XIII‹. Er wird nur aus Bränden der Grande-Champagne-Region hergestellt, was ein Garant für seine Qualität ist. Das Alter der für diese ausgeklügelte Mischung verwendeten Brände schwankt zwischen 40 und 100 Jahre. Der Cognac ist in jahrhundertealten Fässern im Keller gealtert, die einzig für diesen Zweck vorgesehen sind. Im bizarren Bouquet des ›Louis XIII‹ kann man eine interessante Vielzahl entdecken: Blumige Noten von Narzissen, Jasmin und Immortellen werden begleitet von reichen Aromen exotischer Früchte wie Kokos, Litschi und Maracuja sowie Gerüchen von Sandel, Safran und Muskatnuß. Der ›Louis XIII‹ wird in einer Baccarat-Flasche dargeboten, die einer königlichen Feldflasche nachempfunden worden ist. Courvoisier Collection Erte ![]() 1988 entwarf der russische Künstler Roman Tirtoff, einer der ganz Großen des Art deco, Skizzen für acht Cognac-Flaschen der Firma ›Courvoisier‹. Der Künstler hatte die Idee, daß jede Zeichnung eine Etappe der Cognac-Herstellung illustrieren sollte: ›Vigne‹ (Weinrebe), ›Vendanges‹ (Weinlese), ›Distillation‹ (Destillation), ›Vieillissement‹ (Alterung), ›Degustation‹ (Verkostung), ›L’Esprit du cognac‹ (Der Geist des Cognacs) – so lauteten unter anderem die Motive. Die Kollektion erhielt den Namen des Künstlers: ERTE sind seine Initialen und sein Pseudonym. Dieses Getränk ist ausschließlich aus Bränden der Grande Champagne gemischt. Die Grundlage für die Brände bilden Trauben, die 1892 geerntet wurden, dem Geburtsjahr von Tirtoff. Jede exklusive Flasche ist mit einer Handzeichnung, reinem 18‑karätigem Gold und einer Identifikationsnummer verziert. L’Esprit de Courvoisier ![]() Dieser Höhepunkt an Raffinesse und Harmonie aus dem Cognac-Haus ›Courvoisier‹ enthält wertvolle Tropfen aus den uralten Kellereien des ›Paradis‹-Schlosses der Courvoisiers, die seinerzeit Napoleon Bonaparte geliefert bekam. Der jüngste Cognac in dieser Mischung stammt aus dem Jahre 1930, während andere den eisernen Reserven Napoleons III. und Edward VII. entnommen sind. Im Bouquet folgt ein Aroma dem anderen: Haselnüssen folgen Champignons, Zuckerwerk edlen Cigarren. Sein Nachgeschmack hält mehr als eine halbe Stunde an und ist genauso abwechslungsreich wie sein Geschmack. Das Haus ›Courvoisier‹ bekundet Originalität und hat, im Gegensatz zu den meisten anderen Häusern, sein wertvolles Getränk nicht in eine Baccarat-Karaffe gefüllt, sondern in einzigartiges Kristall der Marke ›Lalique‹. Die Serie ›L’Esprit de Courvoisier‹ ist auf 2000 Flaschen beschränkt. Otard Extra ![]() Der einzige Cognac von ›Otard‹, der die Ehre hatte, in den tiefen Verliesen des ›Paradis Château de Cognac‹ zu altern. Die im ›Otard Extra‹ vereinigten Brände sind 50 Jahre gereift. Während dieser Jahre in Stille und feuchter Dunkelheit hat der Cognac die Aromen von getrockneten Früchten, Honig, Karamell, Leder und Spezereien erworben. Der Kristall-Dekanter, der für diesen elitären Cognac vorgesehen ist, wurde von der für ihr exklusives Kristall berühmten französischen Firma ›Saint Louis‹ entworfen. Im Juni 2003 erreichte dieser Cognac Präsidentenstatus: Nach dem ›G-8‑Gipfel‹ in Evian schenkte Jacques Chirac den Führern der teilnehmenden Länder eine exklusive Karaffe mit 50-jährigen ›Otard Extra‹. Camus Reserve Extra Vieille Jubilee ![]() Wie bereits der Name verrät, kam dieser Cognac anläßlich eines feierlichen Ereignisses heraus, dem 500‑jährigen Bestehen des Hauses ›Camus‹. Seit dieser Zeit gehört es zum guten Ton, ›Camus Vielle Jubilée‹ bei Jubiläen und feierlichen Anlässen zu reichen. Im Jahre 1913 schuf Edmond Camus eine Mischung ältester Brände aus dem Hause ›Camus‹, von denen einige noch im 19. Jahrhundert in Fässern abgelagert wurden. Ausgeprägte Leder-, Holz- und Zederaromen mit rauchigen Noten bestimmen den ›Camus Vielle Jubilée‹. Er schmeckt nach Eiche und Honig und hinterläßt einen trockenen Nachgeschmack. Das Getränk wird in einer avantgardistischen Karaffe aus Baccarat-Kristall dargeboten, die von Serge Manceau entworfen worden ist. Meukow Nec Plus Ultra ![]() Für diese außergewöhnliche Mischung wurden ausschließlich Brände mit einem ansehnlichen Alter aus der Region ›Grande Champagne Premier Cru‹ verwandt. Die jüngsten von ihnen dürften gerade einmal 60 Jahre alt sein. Die langen Jahre in Eichenfässern gaben dem ›Meukow Nec Plus Ultra‹ sein delikates und sehr elegantes Aroma mit Tönen von Haselnüssen und Zitrusfrüchten, schwach durchschimmernden blumigen Noten sowie einen reichen ausbalancierten Geschmack mit Noten von Bitterschokolade, Cigarren und Zitrusfrüchten. Die Flasche mit dem luxuriösen Cognac wird zusammen mit einem nicht weniger luxuriösen Baccarat-Dekanter angeboten, in den der Cognac eingefüllt wird, bevor er auf den Tisch kommt. La Pouyade ![]() Er ist einzigartig. Und das ist nichts als die Wahrheit, denn das ganze Cognac-Assortiment des Hauses ›La Fontaine de la Pouyade‹ besteht aus einem einzigen Cognac – eben aus dem ›La Pouyade‹. Die Familie Bouyer-Dubosquet besitzt die besten Weinberge in der Grande Champagne, wo die seltene Rebsorte ›Folle Blanche‹ wächst, sowie ein Eichenwäldchen in Tronçais, das ihnen Napoleon einst schenkte. Über 14 Generationen sammelten die Bouyer-Dubosquets 3500 Brände, die als Basis für die Mischung des ›La Pouyade‹ dienen. Die meisten von diesen Bränden sind 80 Jahre alt, aber es gibt auch einige, die aus dem 19. Jahrhundert stammen. Der Cognac wird in handgefertigten Flaschen im Stil des 18. Jahrhunderts gereicht. Jede ist mit einem Etikett aus 24-karätigem Gold und einer individuellen Nummer versehen. von Julia Sorina |
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