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Was dir in meinem Namen gegeben ist oder Dreihundert Jahre Portwein

Die Franzosen machen bekanntlich die Mode. Für alles. Wie man sich kleiden soll, was man lesen, wie man bauen und, natürlich, was und wie man trinken und essen soll … Dem Rest der Welt bleibt nur die Überlegung: Soll man oder soll man nicht der französischen Novität folgen? Die Engländer dagegen schaffen Traditionen. Diese sind unumstritten, unumstößlich, nicht verbindlich für andere … Aber es ist merkwürdig: Viele halten an diesen Traditionen fest voll Dankbarkeit, daß sie sich im ewigen Kreislauf der Veränderungen nicht immer neue Verhaltensmaßstäbe ausdenken müssen, denn es heißt: »Verwechseln Sie nicht Mode mit Stil!« Machen wir auch nicht. »Was hat das denn mit portugiesischem Wein zu tun?« werden Sie fragen. Und ich antworte: Mit einer Mode fing alles an. Im 17. Jahrhundert war in England der ›Claret‹ – ein französischer Wein mit sehr reichem Bouquet, süß und kräftig – außerordentlich in Mode. Dann aber begann der Krieg …

»Wie ich mich auch bemüht habe, ich vermag diesen Fluß nicht zu beschreiben. Seine Kraft bringt mich in Verlegenheit. Er ist aggressiv und friedlich. Ihn umgeben Felsen und nicht fruchtbare Landstriche. Es ist schwieriger, von seinen Steilhängen hinab- als auf sie hinaufzugelangen. Er wechselt sein Antlitz mit jeder Windung. Auch unterworfen vom Menschen, gefesselt durch Dämme, flößt er ihm immer noch ehrfurchtsvolle Gefühle ein, denn der Fluß gebiert den Wein ...«
G. Pereira, J.N. de Almeida

Auf der Suche nach Wein oder Ein wenig englische Außenpolitik
Porto, eine aus grauem Granit erbaute und mit bemalten Keramikkacheln geschmückte Stadt, ist die Hauptstadt Nordportugals. Die vorteilhafte Lage dieses Hafens an der Mündung des Douro lockte jahrhundertelang sie alle an: Kaufleute, Piraten und auch Schiffbrüchige. Viele blieben und verschmolzen mit dem Leben und dem Charakter dieses bemerkenswerten Ortes. Unter ihnen waren nicht wenige Engländer – wie die Portugiesen gleichermaßen Seefahrer und Kaufleute, die Seide und Stockfisch mitbrachten zum Tausch gegen Früchte, Olivenöl, Wein und Weizen, woran die hiesigen Landstriche reich waren. Teils dank der Existenz einer alten Allianz von 1373 zwischen England und Portugal, teils aufgrund ihrer natürlichen Fähigkeit, sich in jedem Land leicht anzupassen (was bei der Gastfreundschaft der Portugiesen nicht besonders schwierig war), wuchs die englische Kolonie in Porto schnell und prosperierte. 1666 war die Zahl der Engländer schon so gewachsen, daß eine Handelsassoziation geschaffen wurde, dazu berufen, ihre Interessen gegenüber den Mächtigen in Portugal zu vertreten. Zudem begann ein Produkt immer stärkere Aufmerksamkeit zu erregen: der Wein.

Jene Aufmerksamkeit wurde befördert durch die Verschlechterung der Beziehungen zwischen England und Frankreich. Plötzlich kam es zur Reduzierung der Lieferungen des ›Claret‹, eines Weins, den die Engländer seit dem Mittelalter tranken. Das Problem war allerdings, daß der Wein von der Küste Portugals nicht mit dem ›Claret‹ zu konkurrieren vermochte. Er war blaß, ausdruckslos und dickflüssig. Die Engländer aber wollten kräftigen, süßen und starken Wein, der wenigstens entfernt an das in englischen Häusern bevorzugte Getränk erinnern sollte. Und sie bekamen ihn …

Als die Kolonisten in das Landesinnere vordrangen, fanden sie im Tal des mächtigen Douro einen wahren Schatz, behütet von den Bergen, die seine Ufer begren­zen. Der felsige Boden, der trockene, heiße Sommer und die Nähe des Wassers erlaubten, einen ganz anderen Wein zu machen. Und der Fluß bot die ideale Möglichkeit, ihn an die Küste, nach Porto und zu den Schiffen zu transportieren. Weil von dort und nur von dort der Wein auf seine weitere Reise in die Welt ging, wurde er bald unter dem Namen ›Porto‹ oder – englisch – ›Port‹ bekannt.

Zweifellos verdankt der ›Porto‹ sei­­nen ursprünglichen Erfolg nicht allein der glücklichen Verbindung von jahrhundertelanger portugiesischer Weinbautradition und dem kommerziellen Genie der Engländer. Die Politik spielte auch hier eine Rolle: Eines der gängigen Verbote für die Einfuhr von Wein, mit denen die Geschichte der Beziehungen zwischen England und Frankreich bis dato reich gesegnet gewesen war, wurde zum Wendepunkt. Der ›Methuen-Vertrag‹, geschlossen 1703 zwischen England und Portugal, öffnete den ›Porto‹-Lieferanten die Türen. Die Vertragsbedingungen räumten dem portugiesischen Wein bedeutende Vorteile ein gegenüber den traditionell nach England gelieferten deutschen und französischen Weinen. So stellte die Zollgebühr, die nur zwei Drittel des Zolls betrug, der für Wein aus anderen Ländern erhoben wurde, den ›Porto‹ praktisch außerhalb der Konkurrenz. Im Gegenzug erhielten die englischen Textilfabrikanten eine Begünstigungsklausel für ihre Waren in Portugal. Fakt ist, daß sich die Weinzölle in England ständig veränderten – eines nur blieb unveränderlich: Im Verhältnis waren sie stets vorteilhaft für den ›Porto‹.

Was auch immer diese Expansion ermöglicht haben mag, für die Geschichte ist das Resultat entscheidend. Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts erreichten die Lieferungen nach England enorme Ausmaße. Dieser Wein wurde der wichtigste im Weinkeller jedes Gentleman – und ein Glas ›Port‹ zur Cigarre eine der unumstößlichen Traditionen der englischen Aristokratie, die den einzigartigen Charakter dieses Weins in vollem Umfang zu schätzen wußte.

Kind des Flusses, Schatz der Berge
In der Übersetzung aus dem Portugie­sischen heißt Douro »Gold«. Offenbar spielte die Sonne so stark auf der Oberfläche des schnell dahineilenden, noch durch keine Dämme gebändigten Wassers, daß ihm die Menschen im Altertum einen so poetischen Namen gaben. Diese Poetik spiegelt in keiner Weise die extreme Härte der dortigen Bedingungen wider: unvorstellbar steile Felsen, die alles andere als Handarbeit unmöglich machen; karger Boden, der als ganz dünne Schicht den harten Granit bedeckt; eine Gebirgskette, die das Tal von der übrigen Welt abschneidet … Dazu das extreme Klima: Im Sommer ist es trocken und heiß, im Winter unerträglich kalt. In seiner Gesamtheit macht das das Douro-Tal zu einer der »dramatischsten« Weinbauregionen der Welt. Auf Ihre Frage, wozu man unter solchen Bedingungen Reben anpflanzen muß, werden Sie die Antwort in jeder Flasche ›Porto‹ finden.

Die Douro-Region ist offiziell in drei Bezirke aufgeteilt: Baixo Corgo, Cima Corgo und Douro Superior. Obwohl auf den Etiketten des ›Porto‹ die Bezirke nicht namentlich genannt werden (im Unterschied zum Beispiel zu den Bordeaux-Bezirken), hat jeder von ihnen seine klimatischen Besonderheiten, die sich wesentlich auf die Qualität des Weins auswirken.

Baixo Corgo erstreckt sich von der Westgrenze der Region bis zum Corgo-Fluß. Wenngleich die Fläche dieses Bezirks nur 28 Prozent des gesamten Territoriums ausmacht, ist hier die Hälfte der Weinberge konzentriert. Dieser Bezirk hat mit seiner sehr hohen Feuchtigkeit und dem geringsten Temperaturwechsel das von den drei Regionen am wenigsten extreme Klima. Deshalb ergibt die Rebe, verglichen mit den anderen Zonen, auch die größte Menge an Wein. Dennoch sind große Rebflächen eine Seltenheit in diesem Bezirk. Auch gibt es dort sehr wenige wirklich ausgezeichnete Quintas (Weingüter), die Premium-Weine herstellen; dafür dominiert hier die Produktion junger Weine: ›Ruby‹, ›Tawny‹ und ›Weißer Porto‹; sie machen allein 85 Prozent des Marktes aus.

Im Zentrum des Tals liegt Cima Corgo, das Herz des gesamten Gebiets und der Standort der angesehensten Quintas. Deren Namen begleiten Sie hier überall: Auf jedem Hang, an jeder Flußwindung, an jeder Biegung eines gewundenen Bergpfads leuchten die riesigen Buchstaben. Obwohl Cima Corgo nur wenige Kilometer östlicher vom Baixo Corgo gelegen ist, ist das Klima in dieser Region erheblich trockener, was auch dazu führt, daß hier bedeutend mehr Qualitätsweine erzeugt werden.

Der dritte, östlichste Bezirk ist Douro Superior, und er ist derjenige, der am wenigsten erschlossen ist. Durch eine schmale Schlucht bei Valeira vom Tal abgetrennt, stellt das Douro Superior nicht einmal 5 Prozent aller Weine, die in der Region produziert werden. Das war in früheren Zeiten nicht viel anders, und das ist in erster Linie auf seine schwere Zugänglichkeit zurückzuführen. Dennoch haben Weinberge hier seit dem 16. Jahrhundert ihre Geschichte. Es sind nicht viele Quintas, aber von der arealen Ausdehnung her recht große.

Nicht alle Weingüter werden Quintas genannt. Da keine genaue Definition dieses Begriffs existiert, ist nicht zu sagen, wie viele es insgesamt im Douro-Tal gibt. Nach ungefähren Schätzungen zählen 1500 bis 2000 der 80.000 registrierten Unternehmen und Kleinstunternehmen, in denen Wein hergestellt wird, zu den Quintas.

Ausnahmslos alle Weinberge werden nach einem speziellen Punktesystem (Kataster) bewertet, dementsprechend ihnen Kategorien von ›A‹ bis ›F‹ zuerkannt werden. Rund 20 Prozent gehören zu den besten, zu ›A‹ und ›B‹, 75 Prozent sind als ›C‹ und ›D‹ klassifiziert, und nur 5 Prozent haben die Bewertung ›E‹ und ›F‹. Die Mehrzahl der Weinberge aus der Kategorie ›A‹ und ›B‹ liegen im Cima Corgo und im Douro Superior.

Die Geburt
Die Zeit der Weinlese am Oberlauf des Douro beginnt Ende September, und ein paar Wochen später tragen Ketten von Weinlesern überall im Tal die vollen Körbe zu den am Fluß gelegenen Kellereien, in denen in der Erntehochzeit Tag und Nacht gearbeitet wird. In vielen Wirtschaften hat sich hier der Brauch erhalten, die Trauben mit den Füßen zu stampfen. Früher war das Usus.

Der Reifungsprozeß des Weins beginnt sofort, noch in der Kellerei. Seine Grundlage ist die Gärung. Die Winzer warten den Moment ab, zu dem sich ungefähr die Hälfte des Weinzuckers in Alkohol verwandelt hat. Dann gießen sie den Most, dem bereits Brandy zugesetzt worden ist, in die Fässer. Das Verhältnis, das offiziell festgelegt wird, lautet: ein Teil Brandy auf vier Teile Wein. Die Winzer wären jedoch nicht Winzer, wenn ihre jeweiligen genauen Proportionen bei der Zubereitung des ›Porto‹ nicht streng gehütete Geheimnisse blieben.

Erst im folgenden Frühling tritt der junge Wein seinen Weg in die Keller der Weinhändler an. Jahrhundertelang legte man diese Strecke auf besonderen Barken mit flachem Boden zurück, ausgestattet mit einem Segel und mit Rudern. Auf Bildern fallen jedoch weder Segel noch Ruder auf. Blickfang sind allein die hohen Fässerberge auf ihrer Fahrt zu den Firmenkellern und Lagerhäusern, wo der Wein die Ruhe zur Reifung findet.

Im zweiten Jahr nach der Ernte beginnt der Prozeß des Weinverschnitts. Spezialisten begutachten und mischen Hunderte Sorten. Danach wird der Wein erneut für einige Zeit in die Fässer geschickt. Die Lagerdauer und der Zeitpunkt der Abfüllung hängen vom Stil des Weins ab. Alle Weine, die in Portugal abgefüllt werden, absolvieren eine Prüfung durch Experten im ›Instituto Vinho do Porto‹, und erst nach der Genehmigung durch den staatlichen Supervisor erhält der Wein das gesetzliche Qualitätssiegel. Am Flaschenhals wird das schwarz-weiße Garantie-Etikett angebracht, das die Echtheit der Bezeichnung (›Porto‹ bzw. ›Port‹) und die spezifischen Merkmale (Alter und Typ, Volumen und Stärke) des Weins bezeugt, wird darüber hinaus die Flasche mit Aufklebern versehen, die den Namen der Abfüllfirma und die Bezeichnung »Hergestellt in Portugal« tragen. Erst dann kommt der ›Porto‹ zum Verkauf.

Statt einer Schlußbetrachtung ...
»Die britische Kolonie der Weinlieferan­ten in Porto ist eine der romantischsten Erscheinungen in der Geschichte unserer Besiedelung. Ihre Bewohner werden mit diesem Epitheton wahrscheinlich nicht einverstanden sein, und trotzdem paßt gerade ›romantisch‹ am besten zu ihrer Geschichte. Romantik liegt ihrem Geschäft und allem, was dazugehört, zugrunde: die Kultur des Weinbaus am Oberlauf des Douro, die Schönheit der bergigen Rebflächen und der Güter, die Weinlese und die Verwandlung der Trauben in Wein, sein Weg auf dem Douro flußabwärts in die kühlen Höhlen von Vila Nova de Gaia ... und schließlich der große Reichtum an Farbe und Bouquet des ›Porto‹ selbst. Das alles erklärt jene Rolle, die dieser Wein nun schon zweieinhalb Jahrhunderte im englischen Leben spielt ...« Zitat aus They Went To Portugal, London 1946.

Natalja Ryshkowa
(Porto – Regua – Pinão)

Klassifizierungen
Spielarten und Stile des ›Porto‹ werden hauptsächlich nach der Lagerungstechnik definiert. Abhängig davon, ob der Wein den größten Teil seines Lebens im Faß oder in der Flasche verbracht hat, erlangt er die typischen Merkmale, die seinen Stil bestimmen.

White Port wird aus weißen Rebsorten hergestellt. Farblich variiert er von strohgelb bis rötlich-braun, nach dem Zuckergehalt von trocken bis sehr süß und nach der Stärke von 16,5 bis 20 % Vol. Man lagert ihn fünf bis zehn Jahre, und er sollte dann getrunken werden, sobald er in den Verkauf gekommen ist. Weißen Portwein trinkt man gekühlt bei 10 bis 12 Grad Celsius.

Ruby Port. Wie aus der Bezeichnung ersichtlich ist, bewahrt der Wein seine rubinrote Farbe, weil er noch jung auf die Flaschen abgefüllt wird (die bräunliche Färbung entsteht bei roten Weinen während der Alterung). Der ›Ruby Port‹ ist ein Weinverschnitt, der in der Regel etwa vier Jahre lagert. Hier handelt es sich um einen nicht zu teuren Wein mit »Körper« (manchmal übrigens einem schweren Körper) und fruchtiger »Stimmung«. Den 12 bis 15 Grad Celsius gekühlten ›Ruby‹ serviert man als Aperitif, zu Käse, kann ihn aber auch für Cocktails verwenden. Manchmal steht ›Reserve‹ statt ›Ruby‹ auf der Flasche. ›Reserve‹ weist gewöhnlich auf eine etwas längere Lagerung hin (fünf bis zehn Jahre), wodurch der Wein einen eleganteren Stil bekommt.

Tawny Port ist bräunlich oder bernsteingelb, rotgold oder rötlich, mitunter auch topasfarben. Das ist das Ergebnis der Reifung in kleinen Fässern und des dadurch bedingten größeren Kontakts mit dem Holz. Der ›Tawny‹ ist nicht so aggressiv wie der ›Ruby‹; sein Geschmack ist durch die natürliche Anreicherung von Holztönen komplexer. Er ist trocken, und mitunter schmeckt man eine nussige Note. Die meiste Zeit seiner Lagerung verbringt der ›Tawny‹ in Fässern. Es gilt als obligatorisch, auf dem Etikett seine Lagerdauer im Faß und das Abfülldatum anzugeben. Zehn- bis zwanzigjährige ›Tawnys‹ sind hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses in der Regel die besten aus der ganzen Vielfalt der Portweine. Während ein junger, auf 12 Grad Celsius gekühlter ›Tawny‹ häufig als Aperitif getrunken wird, schmeckt ein alter, den man bei 15 bis 17 Grad Celsius reicht, ausnehmend gut zum Dessert und harmoniert bestens mit Cigarren. ›Colheita‹ – die teuerste Spielart des alten ›Tawny‹ – wird aus Trauben einer einzigen Ernte ausgewählt, deren Jahr unbedingt auf dem Etikett stehen muß.

Vintage Port ist die Elite in der Welt des ›Porto‹, sozusagen die teuerste Klasse. Er wird aus Trauben einer einzigen Ernte hergestellt, die offiziell als die beste deklariert worden ist. Wein dieses Typs lagert bis zu zwei Jahren in den Fässern, wird danach auf Flaschen abgefüllt und behält so seine satte purpurrote Farbe. Der ›Vintage‹ wird zwar jung herausgebracht, doch sollte man ihn nicht weniger als 15 Jahre in der Flasche lagern, denn genau in dieser Zeit wird das berühmte und erstaunliche Bouquet dieses idealen Kompagnons jeder Cigarre ausgebaut. Die Elitesorten des ›Vintage‹ lagern jahrzehntelang (bis zu 50 Jahre und manchmal noch länger!) in den Flaschen, wobei sie in ein und derselben Position liegen, damit die Kruste des Depots, das sich stets an der Innenseite der Flasche kristallisiert, nicht gestört wird. Exklusive Häuser bringen auf den Flaschen des ›Weißen Vintage‹ einen Vermerk an, der dem neuen Besitzer anzeigt, welche Seite die Oberseite der Flasche während der Lagerung im Weinkeller des Lieferanten gewesen ist.

Der ›Vintage‹ wird mit einem stabilen, tief in den Flaschenhals versenkten Korken verschlossen. Deshalb braucht man zum Öffnen der Flasche unbedingt einen geeigneten Korkenzieher bzw. ein Sommelier-Messer. Die angebrochene Flasche ›Vintage‹ wird auf keinen Fall nochmals verschlossen: Der Wein muß ausgetrunken werden – eine Regel, die für andere Typen des ›Porto‹ nicht gilt, weshalb hierfür spezielle Korken zum Mehrfachverschluß benutzt werden.

Single Quinta Vintage Porto. Dieser Wein wird im Prinzip aus dem ›Vintage‹ hergestellt, allerdings verwendet man dazu »Weinmaterial« von einer einzigen Quinta. Die Forderungen bei der Auswahl der Ernten für die Deklaration eines ›Single Quinta Vintage‹ sind weniger streng. Dieser Wein ist nicht so wertvoll wie der ›Vintage‹ und für eine sehr lange Lagerung in der Flasche nicht vorgesehen.

Late Bottled Vintage (LBV). Eine vereinfachte Stilvariante, die zum baldigen Verbrauch bestimmt ist und sich nicht zur Lagerung eignet, nachdem sie zum Verkauf gekommen ist. Dieser Wein wird in großen Fässern und länger als der ›Vintage‹ gelagert: ungefähr vier Jahre. Dadurch erhält er sein komplexes fruchtiges Bouquet und behält die dichte dunkle Farbe. Auf der Flasche werden für gewöhnlich zwei Daten angegeben: Jahrgang und Abfülljahr. Er ist nicht so teuer wie der ›Vintage‹, bewahrt allerdings das hohe Niveau seiner Geschmacksqualitäten.

Vintage Port ist, wie gesagt, die Elite in der Welt des ›Porto‹, praktisch das Nonplusultra aus der Region des Douro. Nur ein außerordentliches Jahr kann zum Jahr eines ›Vintage‹ erklärt werden. Wir präsentieren Ihnen alle Weine der Kategorie ›Vintage‹, produziert von den besten Herstellern, welche die höchste Wertung im Rating von Godfrey Spence, einem der bekanntesten ›Porto‹-Kenner, erhalten haben.

von Natalja Ryshkowa
 
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