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Portwein im Rauch
Reich ist das portugiesische Land: brennende Sonne und rubinrote Trauben, aufregende, aber unblutige Tourada und samtiger Portwein. Nur einen Gefährten der Leidenschaften hat das Schicksal diesem Land versagt – den Tabak. Vielleicht ist das der Grund für die Melancholie und den Schwermut – Stimmungen, die das Herz bei der Verschmelzung von Portwein und Cigarren ergreifen. Traurig und süß, gleich leidenschaftlicher, aber unmöglicher Liebe. Wie der portugiesische Fado.
PORTWEIN
WARRE’S 2000

Ein eleganter, perfekt ausbalancierter Portwein mit vollem Körper. Er hat ein reiches Bouquet, das Aromen von Schwarzen Johannisbeeren und reifen Brombeeren demonstriert. Die Tannine sind weich und sehr angenehm. Der Geschmack ist tadellos, rein und fein.
WARRE’S 1985

Ein wunderbares Beispiel für einen schön ausgewogenen und vollen Wein der 1985er Lese. Er demonstriert ein reiches Bouquet fruchtiger Aromen mit Noten von Ingwer und Spezereien. Im Nachgeschmack sind blumige Aromen und angenehme Tannine spürbar.
DOW’S 1998

Ein Wein von satter, dunkler, rubinroter Farbe. Im Aroma herrschen die für dieses Jahr typischen würzigen Noten und vollen Töne von Brombeeren und Schwarzen Johannisbeeren vor. Im Geschmack sind die Ausgewogenheit der Noten von schwarzen Beeren und leicht durchschimmernde Tannine spürbar.
DOW’S 1983

Ein Wein der Spitzenqualität, der nur in geringer Stückzahl hergestellt wurde. Er zeichnet sich durch die wunderbare Reinheit seiner fruchtigen Aromen mit Tönen von Walnüssen und Mandeln aus. Ein sehr frischer, seidiger und hervorragend ausbalancierter ›Port‹.
GRAHAM’S 2000

Ein vollmundiger Wein von nobler Purpurfarbe. Im Aroma sind satte Töne von Brombeerlikör und Gelee aus Schwarzen Johannisbeeren, im Geschmack süße Traubennoten. Er entwickelt sich sehr gut und hat das Potential für eine 20‑jährige Lagerung.
GESCHMACKLICHE BEGEGNUNGEN
Nicarao Torpedo (Nicaragua)

Die rötliche Cigarre mit faltigem, feinem Deckblatt ist optimal gerollt und hat
einen regelmäßigen konischen Kopf. Im kalten Zustand ist ihr Aroma- und Geschmacksspektrum
nicht sehr ausgeprägt, obwohl pfeffrige, animalische Noten sowie Laubholznoten
spürbar sind, die sogar dem unerfahrenen Raucher auffallen. Ab den ersten Minuten
demonstriert die Cigarre geringe Stärke, etwas weniger als mittelstark, die sie
dann im weiteren Rauchverlauf beibehält. Im Aroma dominieren erdige Noten mit
würzigen und animalischen Nuancen.
Warre’s 2000
Was Stärke und Textur betrifft eine gelungene Verbindung: Die Frische und Süße
des Portweins machen die Cigarre weicher, dämpfen Harschheit und Stärke der Cigarre.
Das Aroma leidet allerdings in dieser Kombination: Der erdige Ton der Cigarre
wird von der Süße des Portweins überdeckt, der mehr nach Tannin und Grün schmeckt.
Säure und Bitterkeit entstehen.
Warre’s 1985
Eine in Geschmack und Aroma ausbalancierte Kombination, die etwas vom grünen
Tanningeschmack beeinträchtigt wird.
Dow’s 1998
In Stärke und Textur eine durchaus gelungene Allianz: Süße und Frische des Portweins
nehmen der Cigarre ihre Harschheit. Gleichzeitig macht sie ihren Kompagnon übermäßig
tanninhaltig oder herbal-grünlich. Die gedämpfte Fruchtigkeit des Portweins dominiert
im Aroma der Cigarre.
Dow’s 1983
In Stärke, Textur und aromatischem Spektrum ist diese Kombination annehmbar.
Neue Noten tauchen nicht auf, aber die vorhandenen überdecken sich nicht.
Graham’s 2000
Eine hervorragende Kombination. Dank der Jugend, der Energie, der Ausgewogenheit
des Portweins und der Reife seiner Tannine werden die Aromen der Cigarre veredelt,
kommen neue Noten hinzu, wie beispielsweise pilzige, wird der Nachgeschmack in
die Länge gezogen.
Punch Royal Selection No. 11 (Kuba)

Die sehr dicht gerollte Cigarre mit rötlich-braunem, glänzendem glatten Deckblatt
hat einen feinen runden Kopf. Im kalten Zustand verfügt sie über ein komplexes,
mehrstufiges Aroma, das aus Blumen, Gewürzen, Käserinde, Minze, Pilzen und dem
Bittergeschmack von Nadelhölzern besteht. Die Cigarre erreicht sofort ihre maximale
Stärke, die eine mittlere Stärke nie überschreitet. Im Geschmack dominiert ein
erdiger Ton, der von salzigen, nussigen und scharfen würzigen Noten flankiert
wird. Das Aroma ist voll, reich, und im zweiten Drittel kommen animalische und
fruchtige Töne hinzu, in denen Noten von kandierten Sauerkirschen und gebratenem
Fleisch durchschimmern.
Warre’s 2000
Keine schlechte Kombination von Stärke und Aromen, aber die sich unverhältnismäßig
in die Länge ziehenden Tannine machen sie nicht allzu angenehm.
Warre’s 1985
In dieser Kombination werden in der Stärke erfolgreich die ausgeprägten harschen
Tannine hervorgehoben. Ein erdiger Ton tritt in den Vordergrund.
Dow’s 1998
Eine etwas harsche Kombination, da die Tannine sehr hervorschmecken. Aber das
reiche Spektrum des Aromas und die Länge des Nachgeschmacks gleichen dies vollkommen
aus.
Dow’s 1983
Eine etwas strenge, aber in der Stärke gut ausbalancierte Kombination. Die Aromen
der Cigarre erdrücken die ausgeprägte Fruchtigkeit des Portweins.
Graham’s 2000
Trotz des herben Geschmacks hinterlassen die Aromen der Cigarre in Kombination
mit dem Portwein einen angenehmen und sehr vollen Eindruck.
Carlos Toraño
Exodus 1959
Grand Churchill (Honduras)

Eine dunkle Cigarre mit relativ schwachem Eindruck im kalten Zustand. Dennoch
kann man einen Nachhall von Baumrinde, Brot und Pfefferkuchen finden. Im kalten
Aroma herrschen pfeffrige, fruchtige und animalische Elemente vor. Weichheit
und Gleichmäßigkeit lassen das Rauchen ab den ersten Minuten zu einem Vergnügen
werden. Das feine Aroma mit einer holzig-harzigen Dominante wird immer komplexer.
Erdigkeit, spürbare Würze tauchen auf. Im letzten Drittel wird das Bouquet von
balsamischen Tönen und Noten tropischer Früchte bereichert. Die Stärke erreicht
kaum mittlere Intensität.
Warre’s 2000
Die Tannine des Portweins überschatten etwas die Kombination mit der Cigarre,
aber zumindest tauchen keine unangenehmen grünen Töne auf. Eine gelungene Verbindung
ist die zwischen den fruchtigen Nuancen des Portweins und den holzig-harzigen
Noten der Cigarre.
Warre’s 1985
In jeder Beziehung eine ungewöhnlich gelungene Verbindung, die sich durch Ausgewogenheit,
Weichheit und ein seltenes gegenseitiges Ergänzen auszeichnet. Besonders anziehend
ist der ausgeprägte ungewöhnlich feine Balsamton.
Dow’s 1998
Die Kombination könnte sehr angenehm sein, wenn der Portwein nicht so übermäßig
herb wäre.
Dow’s 1983
In dieser Kombination dominiert der Portwein, der die Cigarre ihres Körpers beraubt
und nahezu ihr Aroma erdrückt. Die Tannine schmecken zu sehr durch.
Graham’s 2000
In dieser in Stärke und Textur gelungenen Allianz ist der Reichtum des Aromas
verblüffend. Hier finden sich fruchtige, würzige, holzige, balsamische und in
geringerem Maße animalische und röstige Töne.
PORT WINE PORTO CRUZ
PORTO CRUZ TAWNY

Ein preiselbeer-sauerkirschfarbenes Getränk mit kirschrotem Schein, harmonischem, fruchtigem Aroma mit nussigen Tönen und einem herben reichen Geschmack, in dem sogar Minze und Pfeffer durchschimmern. Dieser Portwein wird aus den besten Trauben des Douro-Tals hergestellt.
PORTO CRUZ COLHEITA 1992

Dieser granatfarbene Wein mit preiselbeerfarbenem Schimmer hat ein delikates Kirscharoma mit Tönen von Holz und Vanille und einen konzentrierten Geschmack mit ausgeprägter Säure. Der Nachgeschmack ist langanhaltend mit Noten von Obststeinen und Karamelbonbons.
PORTO CRUZ VINTAGE 1982

Ein Getränk von satter rubinroter Farbe mit einem Schimmer von Sauerkirschen. Im feinen, etwas herben Aroma dominieren fruchtige, animalische und kaum wahrnehmbare würzige Töne. Der kräftige Tanningeschmack verblüfft durch seine Weichheit und sein reiches Bouquet.
PORTO CRUZ BLANC

Er hat die Farbe von Gold und Pfirsichen, da er aus weißen Trauben gekeltert
wurde. Das delikate Aroma erinnert an getrocknete Aprikosen und getrocknete Khaki-Früchte.
Aufgrund der ausgeprägten Frische und Bitterkeit von Steinobst ist der reiche
Geschmack nicht übermäßig süß.
GESCHMACKLICHE BEGEGNUNGEN
Bossner Double Corona (Dominikanische Republik)

Die hellbraune Cigarre aus der Dominikanischen Republik mit ihrem feinen, glatten Deckblatt zeichnet sich durch ein reiches Spektrum »kalter« Aromen aus. Bei der kalten Cigarre kann man den leichten Geruch trockener Sägespäne, ferner Kaffeetöne sowie den Geruch von Weinreben und das stark ausgeprägte Aroma gegerbten Leders ausmachen. Der geschmackliche Eindruck der »kalten« Cigarre ist nach dem Anzünden nicht ganz so vielfältig: etwas Schärfe, eine gewisse Bitterkeit von Nüssen und eine holzig-herbale Dominante. Der Aromenreichtum der brennenden Cigarre ist etwas geringer als bei der »kalten«; dennoch gibt es auch hier einige interessante Noten. Zusammen ergeben sie ein frühherbstliches Aromabild: regennasse Bäume, die letzten grünen Blätter und die Bitterkeit verblühter Wiesen. Schneller Abbrand und unbedeutender Nachgeschmack hinterlassen einen nur flüchtigen Eindruck von dieser Cigarre.
Porto Cruz Tawny
Unbekömmliche Freundschaft
Hier haben wir den Fall, daß sich bei der Kombination zweier hervorragender Produkte beide von ihrer schlechtesten Seite zeigen. Beim Getränk dominiert Säure, bei der Cigarre Bitterkeit.
Porto Cruz Colheita 1992
Vollkommenes Einvernehmen
Endlich zeigt sich das fruchtige Bouquet des Portweins in seiner ganzen Größe, verleiht diesem Duett Komplexität, harmoniert mit der Würze der Cigarre. Die Süße des Getränks nimmt der Cigarre ihre Bitterkeit.
Porto Cruz Vintage 1982
Aggression
Die Cigarre wird unerwartet aggressiv und zerstört die feinen Noten des Portweins.
Porto Cruz Blanc
Etwas Zottiges, aber kein »Bär«. Der einfache und süße Portwein kompensiert die Rauheit der grob-herben Cigarre. Dennoch erlangen sie keine vollkommene Harmonie.
Vegas Robaina Famoso (Kuba)

Diese glatte ölige Havanna hat eine angenehme rötliche Farbe und ein kräftiges, reiches Aroma-Geschmacks-Bouquet. Selbst im kalten Zustand verfügt sie über eine große Aromapalette, bei der man leicht würzige, honigartige und animalische Töne unterscheiden kann. Ihr kalter Geschmack ist salzig-scharf. Angezündet bleibt die Schärfe erhalten, kommen Bitterkeit und eine gewisse Fruchtigkeit hinzu. Beim Rauchen entspricht die Cigarre ganz den Erwartungen, die sie aufgrund ihres großen Aromaspektrums im kalten Zustand bereits geweckt hat. Ihr Aroma ist gleichbleibend notenreich: fruchtig, blumig und animalisch. Das gleichmäßige Rauchen und langanhaltender Nachgeschmack lassen Aroma und Geschmack dieser recht starken Cigarre zu einem Genuß werden.
Porto Cruz Tawny
Zwei sind einer zuviel
Der Portwein betont die Würze der Cigarre und ergänzt sie um fruchtige Noten. Leider ergeben jedoch die Tannine der Cigarre und des Portweins, die, einzeln genossen, angenehm sind, eine unvereinbare Kombination.
Porto Cruz Colheita 1992
Chef unter Gleichen
Diese Kombination hebt Eigenschaften des Portweins hervor, wie beispielsweise Säure, so daß sich sein Gesamteindruck nicht verbessert. Im Nachgeschmack tötet das Getränk die Cigarre ab.
Porto Cruz Vintage 1982
Ein ideales Paar
Es fällt schwer, zu bestimmen, wer in dieser Allianz die Oberhand hat, so harmonisch sind Geschmack und Nachgeschmack dieser Kombination.
Porto Cruz Blanc
Gegenseitiger Nutzen
Zweifellos dominiert die Cigarre, aber der Portwein dient ihr mit seiner Süße und ausgeprägten Fruchtigkeit.
Porto Cruz Blanc
Gegenseitiger Nutzen
Zweifellos dominiert die Cigarre, aber der Portwein dient ihr mit seiner Süße
und ausgeprägten Fruchtigkeit.
Montecristo No. 3 (Kuba)

Eine nicht sehr dunkle braune Kubanerin mit glattem, mattem Deckblatt und rundem Kopf. »Kalt« verhüllt von einem neutralen Holzton, versteckt sie nahezu den Reichtum ihrer Aromen. Der Wahrnehmung der Aromen ist in diesem Zustand relativ reich. Eine gute Tabakbasis und leichte Schärfe sind darin enthalten. Während des Rauchens offenbart die Cigarre ihren wahren Charakter. Gleichmäßiger Abbrand und optimaler Zug ermöglichen es, sich, ohne abgelenkt zu werden, auf die eigenen Empfindungen und das reiche, volle Aroma-Geschmacks-Bouquet zu konzentrieren. Spezereien, Holz und animalische Noten geben den Ton an. Eine schokoladige Note im Aroma verleiht Pikanterie. Der Geschmack zeichnet sich durch ausgeprägte Schärfe und Bitterkeit aus. Die Cigarre ist mehr als mittelstark.
Porto Cruz Tawny
Sie passen charakterlich nicht zusammen
Keine sehr glückliche Kombination. Die Cigarre wird zu voll, sogar etwas schwer.
Porto Cruz Colheita 1992
Ärgerlich
Eine uninteressante Verbindung. Die Cigarre wird nahezu unangenehm spröde.
Porto Cruz Vintage 1982
Geschmacksharmonie
Der runde, volle Geschmack des Portweins mildert die Pfeffrigkeit und Schärfe der Cigarre. Er verleiht dem Getränk Tiefe und Sattheit.
Porto Cruz Blanc
Hohe Beziehungen
Eine weiche, angenehme und unaufdringliche Kombination. Die kräftige Cigarre gibt ihre Position nicht auf, aber dank des Bouquets des weißen Portweins wird ihre Harschheit gemildert.
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