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Eine Frage des Stils. Szenen aus dem Leben einer Diva Anbeten muß man sie und lieben, ihre Filme lautstark rühmen und hundertfach die Szene blicken, wo Männer kosen ihre Lippen ... Alexander Vertinsky Exquisite Kleider, teurer Schmuck und schicke Autos erfüllten für Marlene Dietrich nur den einen Zweck: sich für die Nachwelt unsterblich zu machen Am 19. Mai 1933 kam sie nach Europa zurück. Sie war damals längst nicht mehr die naive Schauspielerin aus den frühen Stummfilmen, sie war allerdings auch noch nicht ›P-1167‹, die Nummer, unter der die deutsche Immigrantin in der riesigen Kartei Hollywoods geführt wurde. Auf dem Bahnhof von Saint Lazar wurde die Schauspielerin begeistert von zahllosen Photographen und Journalisten empfangen. Sie war in einen langen Mantel gehüllt, der dem Schnitt eines Herrenmantels glich; darunter trug sie ein perlgraues Jackett. Ihre Augen waren von einer tiefschwarzen Brille verdeckt. Damals erschien sie Tausenden von Verehrern wie eine Göttin. Ihr Gepäck bestand aus Dutzenden von Koffern und einem eigens aus Amerika mitgebrachten ›Cadillac V16‹. Dieser große und teure ›Cadillac‹ wurde von den Journalisten durch ganz Paris gejagt, immer unter dem schweigenden, aber gestrengen Blick der Polizei. Die Dietrich indes verließ einen Ball der Rothschilds, auf dem sie selbst in den Augen der strengsten Kritiker der unbestrittene Star des Abends war, und fuhr zu einer Modenschau, auf der sich das Publikum mehr für die Loge der Diva interessierte als für den Laufsteg. Danach setzte sich der Kinostar wieder in seinen prächtigen ›Cadillac‹, der, verfolgt von den allgegenwärtigen Blicken der Presse, majestätisch durch das nächtliche Paris schwebte. Onkel Willis »Limousinen« Maria Magdalena Sieber geborene Dietrich war seit ihrer frühen Jugend daran gewöhnt, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Nichts wurde ihr im Leben geschenkt. Als Deutschland in den 20er Jahren unter einer Inflation nie gekannten Ausmaßes litt, hielt sich die junge Schauspielerin mit Rollen am Theater, in kleineren und nur wenig erfolgreichen Filmproduktionen sowie mit Tanzauftritten in Nachtclubs über Wasser. Ihre Existenz konnte sie damit sichern, doch sie war weit davon entfernt, ein luxuriöses Leben zu führen. Statt prächtiger Roben trug sie schlichte, aber elegante Kleider, statt eines großen Wagens konnte sie sich lediglich ab und zu ein Taxi leisten. ![]() Der ›Rolls-Royce Phantom I‹ wurde nicht nur in Großbritannien, sondern auch in den Vereinigten Staaten gefertigt. Auf das Chassis mit einem 6-Zylinder-Motor und einer Leistung von circa 100 PS wurde ein Karosseriekörper aufgebaut, der nur auf Bestellung in speziellen Werkstätten gefertigt wurde. Marlene Dietrichs ›Rolls-Royce Phantom I‹ hatte beispielsweise einen ›Torpedo Tourer‹ der Firma ›Hibbard and Darrin‹ Marlene beklagte sich jedoch nie darüber. Eintritt in die Welt der Reichen verschafften ihr jedoch vorerst nicht hohe Gagen, sondern die Bemühungen Marta Helenes, der Frau von Willi Felsing, dem Onkel der jungen Schauspielerin. Der Besitzer einer florierenden Uhrenfabrik und leidenschaftlicher Theatergänger begegnete den Allüren seiner jungen Frau mit großem Wohlwollen. Marta, von ihren Freunden kurz Jolly (»witzig«) genannt, unterstützte mit viel Engagement ihre Schauspielerfreunde und natürlich vor allem ihre Nichte, die nur ein Jahr jünger war als sie selbst. Von Jolly lieh sich Marlene Pelze und Schmuck. Und bald schon fuhr sie in »Luxuslimousinen« an jenem Hotel vor, in dem sie ein Zimmer bewohnte, nachdem sie ihre kleine Wohnung verlassen hatte. Die An- und Abführungsstriche sind keineswegs zufällig gewählt: Die Beschreibungen, die beispielsweise Greta Keller, eine später durchaus bekannte Sängerin, die in den 20er Jahren jedoch erst am Beginn ihrer Karriere stand, von den teuren Nobelkarossen gab, sind aller Wahrscheinlichkeit nach übertrieben. In den Jahren 1922 und 1923 erschien einer jungen Künstlerin vor dem Hintergrund von Armut und Inflation (1 Dollar war damals bis zu 42 Billionen Reichsmark wert) wohl jeder bessere Wagen als »Luxuslimousine«. Maria Magdalena interessierte sich zu dieser Zeit jedoch nur wenig für Automarken. Sie war vielmehr damit beschäftigt, sich auf die Rolle ihres Lebens vorzubereiten: auf die Rolle der Marlene Dietrich. Die Geburt einer Legende Viele Jahre später rankten sich um ihren Namen zahlreiche Legenden und Mythen. Einige davon inszenierte und forcierte Marlene Dietrich selbst, indem sie so manche Episode ihres Lebens geschickt umschrieb oder auch klug verschleierte. Inzwischen machten ihr Verehrer teure Geschenke, und die Journalisten schwärmten in leuchtenden Farben von ihrem ›Horch‹ und ihrem ›Maybach‹. Solange die Schauspielerin in Deutschland lebte, besaß sie jedoch noch keine großen Reichtümer. Hohe Gagen und teure Autos kamen erst später, als sie bereits in die Vereinigten Staaten ausgewandert war. ![]() Marlene Dietrichs zweiter ›Cadillac‹ war ein ›Series 90‹. Auch er war mit einem V16-Motor ausgestattet. Im Jahr 1935 wurden lediglich 50 Autos mit einem solchen Motor verkauft Vorerst waren ihre Gagen nicht allzu üppig, doch gab es schon die ersten Verehrer, die sie auf Händen tragen wollten. Einer davon war Graf Alexander Kolowrat-Krakowsky, der wegen seiner energischen Art auch »Graf Kilowatt« genannt wurde. Der wohlsituierte Aristokrat, der Schlösser in Wien und Prag besaß, war Eigentümer von ›Sascha-Film‹ – die Studios befanden sich in Wien –, in denen 1927 auch der Stummfilmstreifen Café Elektric mit Marlene Dietrich in einer der Hauptrollen gedreht wurde. Kolowrat hatte übrigens nicht nur unter Filmemachern, sondern auch in Automobilkreisen einen Namen. »Graf Kilowatt« finanzierte beispielsweise in den 20er Jahren, noch vor seiner Bekanntschaft mit Marlene Dietrich, den Bau eines Sportwagens. Den Entwurf zu diesem Luxusgefährt lieferte der damals bereits bekannte, doch längst noch nicht berühmte Autobauer Ferdinand Porsche. Wie die Filmstudios in Wien wurde der Sportwagen nach seinem Sponsor benannt: ›Sascha‹. Kolowrat war ein Kenner guter und teurer Autos und hätte die Freude daran sicherlich auch gerne mit Marlene geteilt, für die er mehr als nur Freundschaft empfand. Freunde der beiden aus jener Zeit berichteten später, daß dies durchaus auf Gegenseitigkeit beruhte. Zumindest besuchte Marlene den Filmproduzenten im Krankenhaus, in dem er im Dezember 1927 starb, und viele Jahre später spielte sie in dem Film Entehrt eine »Witwe Kolowrat«. Einige Jahre nach dem Tod des Grafen verließ die Schauspielerin ihr Heimatland. Von da an hielt der American Way of Life Einzug in ihr Leben. Standard of the world Die Devise der Firma ›Cadillac‹: »Standard of the world«, die unterstreichen sollte, daß ihre Autos den Weltmarkt bestimmten, war in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts mehr als zutreffend. Die Amerikaner gaben jedoch nicht nur beim Autobau den Ton an, sondern auch in der Architektur, im Möbeldesign, in der Haushaltstechnik und natürlich in der Welt des Films. Dieser Ansicht war auch Marlene Dietrich, als sie im Frühjahr 1930 in die Vereinigten Staaten immigrierte. ![]() Für einen Leinwandstar in den Vereinigten Staaten war neben einem prächtigen Haus mit Swimmingpool eine teure Nobelkarosse ein unbedingtes Muß. Clark Gable und Greta Garbo beispielsweise besaßen einen schweren ›Duesenberg‹, während Dolores Del Rio, die mit Marlene Dietrich näher befreundet war, einen nicht minder luxuriösen ›Cord‹ fuhr. Großer Beliebtheit erfreute sich auch der ›Rolls-Royce‹. Um der großen Nachfrage entsprechen zu können, wurde Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre damit begonnen, das britische Automobil auch in den USA zu produzieren. In Marlene Dietrichs erstem Film in Amerika, Marokko, war sie in einigen Szenen mit einem ›Rolls-Royce Phantom I‹ zu sehen. Anläßlich der Premiere wurde ihr dieser Wagen von der Unternehmensführung der Nobelschmiede zum Geschenk gemacht. Der geräumige Wagen paßte mit seiner strengen aristokratischen Eleganz hervorragend zu Marlene und ihren langen, enganliegenden, transparenten Kleidern und den Hosenanzügen, mit denen sie die Moralapostel jener Zeit regelrecht schockte. Er paßte auch sehr gut zu ihrer eleganten Art, Cigaretten und teure Cigarren zu halten. Miss Dietrich, die viele Jahre lang stark rauchte, wurde oft als »Lebende Reklame für die Tabakindustrie« bezeichnet. Unzählig sind die Photos, auf denen das Gesicht der Dietrich vom Rauch einer Cigarette umrahmt ist. Aber auch große Automobilmarken konnten sich damit rühmen, die Dietrich zu ihren Kunden zählen zu dürfen. Marlene hatte zwar einen Chauffeur, einen ehemaligen Boxer, dennoch setzte sie sich oft selbst ans Steuer und lavierte ihren ›Rolls-Royce‹, der in der Lenkung keinesfalls einfach war, ohne größere Schwierigkeiten durch Hollywood. Bald schon trennte sie sich jedoch auch von diesem Luxusgefährt, das für sie nicht mehr als ein Requisit aus einer weiteren Szene ihrer Karriere war. Die Schauspielerin war längst dabei, eine neue Episode ihres Lebens zu drehen. ![]() In diesem Filmabschnitt sollte der teuerste ›Cadillac‹ jener Zeit eine Rolle spielen. Dieser Wagen, groß wie ein Schiff, geräumig und komfortabel wie eine Villa und schnell wie eine Raubkatze, hatte einen 16‑Zylinder-Motor, der äußerst leise und absolut rund lief. Mitte der 30er Jahre wurde der Besitz eines solchen Autos in den Vereinigten Staaten zu einem wahren Fetisch. Fast jeder träumte von diesem Wagen, doch nur die wenigsten konnten ihn sich auch leisten. Darunter waren steinreiche Großindustrielle und führende Finanziers, auch Mafia-Größen wie Al Capone, der ungekrönte König von Chicago, auch gefeierte Bühnen- und Filmstars. Und eben Marlene Dietrich, die Amerika und damit der gesamten Welt längst bewiesen hatte, daß sie die unangefochtene Königin der Leinwand war. Selbst in der Welthauptstadt Paris waren 1933 nur sehr wenige dieser Autos zu sehen. Durch die Straßen der französischen Metropole mit einem riesigen Cadillac zu jagen war eine sichere Methode, die ganze Stadt, zumindest diejenigen, die daran ein Interesse hatten – wie Journalisten, Filmkritiker und natürlich die zahllosen Verehrer –, zu jedem Zeitpunkt wissen zu lassen, wo sich die göttliche Dietrich gerade aufhielt. Zwei Jahre später kaufte sich die Diva erneut einen 16‑Zylinder-›Cadillac‹, allerdings mit einer zeitgemäßeren Karosserie und einer moderneren Innenausstattung. Zu dieser Zeit änderte die Firma ›Cadillac‹ nahezu jedes Jahr das Design ihrer Wagen. Neben dem neuen »Schiff« wirkte Marlene noch feiner und filigraner – und genau das wollte sie auch erreichen. Eine Wolke für den Puma Marlene Dietrich hatte eigentlich für den ›Cadillac‹ nicht allzu viel übrig. Die ungeheure Größe des Autos mit einer ›Town Sedan‹-Karosserie (in Europa wurde dieser Aufbau oft auch ›Brougham‹ genannt) verlangte es, daß ein beleibter Chauffeur in der entsprechenden Uniform den Wagen lenkte. Doch Marlene hatte begriffen, wie attraktiv eine Frau hinter dem Steuer eines solchen Autos wirkt, besonders eine Frau wie sie. Davon zeugt auch der Film Sehnsucht, in dem sie – an ihrer Seite spielte übrigens Gary Cooper – in ähnlich teuren Autos zu sehen war. Kurze Zeit später erweiterte die Schauspielerin ihre Sammlung um einen ›Auburn 851 Speedster‹, einen großen, eleganten Roadster in modernstem Design: Das Heck des Wagens lief spitz zu wie der Bug eines Motorboots (was ihm auch den Beinamen ›Boattail‹ einbrachte). Der ›Auburn‹ mit seinem 150 PS starken Motor und einem Kompressor galt als der letzte Schrei amerikanischen Automobildesigns. Hollywoodstars wie Mary Astor und George Murphy, Unterhaltungskünstler und Sportler, junge und vor allem ergraute Playboys, die sich von einem derartigen Wagen eine Verjüngungskur erhofften, fuhren ihn. Marlene sagte einmal, er sehe aus wie eine Wolke. Diese Aussage – solch ein Vergleich war typisch für die Dietrich – dürfte für die meisten Besitzer eines ›Auburns‹ nur schwerlich nachvollziehbar gewesen sein. Erich Maria Remarque, der Marlene Dietrich von Frankreich nach Hollywood gefolgt war, wußte dieses Auto jedoch durchaus zu schätzen. Er war ein großer Liebhaber schneller Autos. Die Dietrich erzählte später, daß Remarque im Frankreich der späten 30er Jahre oftmals durch die nächtlichen Straßen gerast und dabei nicht immer nüchtern gewesen sei. Seine Begeisterung für schnelle Autos wurde nur noch von seinen Gefühlen für Marlene übertroffen. Und die große Aktrice mit einem »Haufen Blech« zu vergleichen – das konnte sich auch nur ein Remarque erlauben. In seinen Büchern umschrieb er Autos oft mit sehr lebendigen Metaphern. Seinen geliebten ›Lancia Dilambda‹, den er in einer Garage in der Schweiz untergestellt hatte, bezeichnete er beispielsweise als »grauen Puma«, und die Dietrich nannte er einst einen »goldenen Puma«. Von dem ›Auburn‹ war Remarque sofort begeistert; schließlich konnte man mit ihm spielend jeden 100‑PS-›Lancia‹ abhängen. Neben dem Interesse für schöne und schnelle Autos verband den Schriftsteller und die Schauspielerin übrigens auch ihre Leidenschaft für teure Cigarren. Remarque und die Dietrich liebten und stritten sich, schmiedeten gemeinsame Pläne und arbeiteten zusammen, während sich der Himmel über Europa immer mehr verdunkelte. Die Diva der zweiten Front Für eine Rückkehr ins Heimatland versprachen die Nazis der großen Schauspielerin, ihr das Reich zu Füßen zu legen. Marlene soll sich daraufhin, so das eine oder andere Gerücht, in Paris mit einem hohen Vertreter der Nationalsozialisten getroffen haben, mit Joachim von Ribbentrop oder mit Joseph Goebbels. Das scheint eher unwahrscheinlich, denn der Filmstar entschied sich nur wenig später für die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Als die Vereinigten Staaten in den Krieg eintraten, griff sie entschlossen zur Uniform der US-Army und gab für die Soldaten an der Front ein Konzert nach dem anderen. Leichten Herzens und mit großem Mut tauschte sie ihre Luxusvilla in Kalifornien gegen die Quartiere an der Front ein. Statt in einem ›Cadillac‹ oder ›Auburn‹ fuhr sie nun in spartanischen ›Willys’‹ mit offenem Verdeck. In diesen Geländewagen, die später als ›Jeeps‹ berühmt wurden, fuhr die Schauspielerin durch Frankreich, Deutschland und Belgien, wo sie von Soldaten und Offizieren begeistert empfangen und begleitet wurde. Für die Befreier Europas war sie nicht nur eine berühmte Schauspielerin und Sängerin – die Dietrich erinnerte die Soldaten vor allem auch an die weit entfernte Heimat, an die daheim gebliebene Familie, nicht zuletzt an die Liebe, welche die einen bereits erfahren durften, während anderen davon noch träumten. Rauh wie ein Soldat, verläßlich wie ein Freund. Der ›Willys‹ wurde zu einem Symbol der Befreiung Europas, aber auch zum Markenzeichen der Filmdiva. Und wieder war es ihre bewußte Entscheidung, ihr Wille gewesen. Der Stern, der nicht verglüht Das Leben hielt für Marlene noch viele Jahre der Mühen, des Triumphs, der Vergötterung, aber auch der Mißgunst und des Neids bereit. Sie wurde immer wieder von Begeisterungsstürmen wie auch von Beschimpfungen begleitet. Ihre Auftritte füllten riesige Hallen in Las Vegas und Melbourne, in Moskau und Warschau. Marlene stieg in den exklusivsten Hotels ab und fuhr in den längsten und teuersten Limousinen vor. Und obwohl ihr gigantische Gagen gezahlt wurden – es gab Zeiten, in der wohl kaum ein Star mehr verdiente als sie –, leistete sie sich kein eigenes Haus. Sie wollte sich nie von Reichtum und Luxus blenden lassen. Statt dessen beglich sie die Rechnungen ihres Mannes und dessen Freundin, ihrer Tochter und deren Männer, Kinder und Enkelkinder. Marlene wandte sich immer mehr ab von den weltlichen Dingen des Lebens. Luxushotels und teure Limousinen dienten nur noch als Requisiten für den letzten, vielleicht wichtigsten Abschnitt ihres Lebensfilms. Hotels waren nur noch Zwischenstationen auf dem Weg zu ihren zahllosen Bühnenauftritten, die sie »bescheiden« inszenierte: ein dunkler Saal, ein gebündeltes Scheinwerferlicht, eine zerbrechliche Marlene Dietrich. Ihre Augen und ihre unvergleichliche Stimme reichten aus, um die Aufmerksamkeit von Tausenden von Besuchern auf sich zu ziehen. Nach den Konzerten posierte sie ab und zu für die zahlreichen Photographen, gab Autogramme oder balancierte auf dem Dach einer Nobelkarosse. Die anschließende Fahrt in ein Hotel oder zur Gangway eines Flugzeugs dienten ihr als kurze Verschnaufpausen. Marlene war längst nicht mehr darauf angewiesen, sich mit großen Automarken zu schmücken; daß sie dennoch immer die neuesten und teuersten Modelle fuhr, versteht sich von selbst. Marlene Dietrich hatte das Drehbuch für die letzten Szenen ihres Lebens längst geschrieben; eine prächtige Ausstattung hatte darin keine weitere Bedeutung. Der Stern von Marlene Dietrich hat bis heute nichts von seiner Leuchtkraft eingebüßt und wird auch in Zukunft hell erstrahlen. Auch wenn es manchmal scheint, als verblasse ihr Glanz, so liegt dies nicht daran, daß ihr Stern langsam verglüht, sondern daran, daß ihr Leben heute in einem etwas anderen Licht gesehen wird. von Sergej Orlow |
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