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Formenvielfalt Ein Wegweiser durch die verschiedenen Pfeifenstile Selbst ein erfahrener Raucher hat Schwierigkeiten, sich in der Vielfalt des traditionellen Assortiments der Spezialläden und -boutiquen zurechtzufinden. Es existieren mehrere Systeme zur Klassifizierung von Pfeifen, die dem Raucher helfen, die für ihn passende auszusuchen. Sagen Sie selbst: Es ist doch einfacher, zunächst den Pfeifentyp zu bestimmen und danach das konkrete Modell auszuwählen, als jede Pfeife einzeln auszuprobieren, oder? Am einfachsten ist die Einteilung nach der Form der Pfeifen, von der dann wiederum Eigenschaften wie die Form des Kopfes Einfluß auf die Rauchdauer sowie die Weichheit und die Trockenheit des Tabakrauchs haben. Eine Pfeife besteht aus drei Grundbestandteilen: Kopf, Mundstück und Holm. Es gibt lange und kurze Holme, gerade und gebogene, runde, ovale und kantige. Die Mundstücke wiederum haben verschiedene Biegungsgrade und verschiedene Formen. Man kann Mundstücke je nach Verjüngungsform (vom Holm bis zum Kopf) unterscheiden, aber auch nach konischen oder sattelförmigen Formen. Bleibt noch die Form des Pfeifenkopfs: Sie eignet sich am besten als Parameter zur Unterscheidung der verschiedenen Pfeifentypen, denn es ist gerade die Kopfform, die häufig das Design der anderen Pfeifenelemente bestimmt. Pfeifen mit runden Köpfen sind am weitesten verbreitet. Design und Form unterliegen keinen strengen Richtlinien, und jeder Meister kann Individuelles bei der Gestaltung einer Pfeife mit traditionellem runden Kopf einbringen. Rundkopfpfeifen gibt es mit verschiedenen Holmen und Mundstücken. APPLE ![]() ›Apple‹ ist eine klassische Pfeife mit einem runden Kopf. Der Kopf dieser Pfeife erinnert in der Tat an einen Apfel – er ist vorn und an beiden Seiten gleichmäßig abgerundet. Meistens werden diese Pfeifenköpfe zusammen mit geraden Mundstücken angeboten, wobei es auch andere Varianten gibt. Der Holm ist gerade und rund, und zwar proportional in der Länge (Höhe) zum Kopf. Diese Pfeife mit der einfachsten und klarsten Form ist sehr bequem und liegt gut in der Hand. BENT APPLE ![]() Die Apfelform des Pfeifenkopfs paßt gut zum gebogenen Mundstück und zum gebogenen Holm. Solche Pfeifen werden auch »Gebogener Apfel« genannt. Aufgrund der Biegung des Mundstücks von einem Achtel bis zur Hälfte der Gesamtlänge liegt diese Pfeife bedeutend besser in der Hand als die geraden Pfeifen dieser Formart. PRINCE ![]() Diese Pfeifenform wurde nach dem Prince of Wales benannt, dem späteren Edward VII. Sie hat einen runden, leicht abgeflachten Kopf, einen runden, kurzen und dünnen Holm und ein langes Mundstück mit einer äußerst gleichmäßigen Biegung. Sie ist eine der leichtesten und dünnsten Pfeifen. BALL/ TOMATO ![]() Von der spezifischen Form des Pfeifenkopfs stammt der Name dieses Pfeifentyps. Der kugelförmige Kopf erinnert an eine Billardkugel oder, seltener, an eine Tomate. Ein dünner Holm und ein Mundstück mit einer halben Biegung oder einer von einem Viertel vervollständigen das Erscheinungsbild. HAWKBILL/ DONKEYNUT ![]() Diese Pfeife hat einen kugelförmigen Kopf und einen langen, gebogenen konischen Holm. Der Holm setzt an der Basis des Kopfes an, biegt sich und erreicht dann die oberste Höhe des Kopfrandes. Das recht kurze Mundstück setzt die Biegung des Holms fort, jedoch nach unten, in die entgegengesetzte Richtung. Die Verbindung zwischen Holm und Mundstück dieser Pfeife ist stets konisch. Der Konus beginnt an der Basis des Kopfes und endet am Pfeifenende. DIPLOMAT ![]() Der Kopf der ›Diplomat‹ erinnert äußerlich an die ›Prince‹. Er ist ebenfalls rund an den Seiten und von unten leicht abgeflacht. Überhaupt ähneln sich diese beiden Typen. Der Hauptunterschied: Die ›Diplomat‹ ist etwas größer und hat ein ovales Mundstück. Typisch für diese Pfeife ist ebenfalls die Biegung des Mundstücks von einem Achtel. EGG ![]() Die Kopfform erinnert an ein Ei, und daher bedarf es keiner weiteren Kommentare. Meist werden Pfeifen dieser Art mit einem gebogenen Mundstück angeboten, obwohl es auch gerade Varianten gibt. Diese Pfeife ist ideal für Raucher, die eine Pfeife gern lange rauchen, da viel Tabak in den großen Pfeifenkopf paßt. AUTHOR ![]() Pfeifen mit dieser Form zeichnen sich durch einen unten abgeflachten Kopf, einen kräftigen dicken Holm und ein ebensolches Mundstück mit einer Biegung von einem Achtel oder einem Viertel aus. Fälschlicherweise werden diese Pfeifen häufig als »dickere« Spielart der ›Prince‹ definiert. Pfeifen mit zylindrischen Köpfen gibt es in den verschiedensten Varianten und Variationen mit unterschiedlich geformten Holmen und Mundstücken. Traditionell gelten Zylinderkopfpfeifen als Attribut selbstbeherrschter und ernster Menschen. BILLIARD ![]() Heutzutage ist dies zweifellos eine der bekanntesten Pfeifenformen. Der Kopf ist zylinderförmig, ebenso wie die Öffnung für den Tabak selbst, während die Länge praktisch dem geraden runden Holm entspricht. Das gerade Mundstück verengt sich am Ende zu einem Konus. Die Popularität der ›Billiard‹ führte zu einer Vielzahl von Spielarten, die heute als einzelne Pfeifentypen herausgebracht werden. BENT BILLIARD ![]() Entspricht in ihren Proportionen denen der ›Billiard‹, unterscheidet sich aber durch ihr Mundstück mit einer halben Biegung oder einer von drei Vierteln. PANELLED BILLIARD/ FOURSQUARE ![]() Eigentlich ist sie genau wie die ›Billiard‹. Der grundlegende Unterschied besteht im kantigen Kopf mit den flachen Seiten. Klassische Pfeifen dieser Form haben vier Kanten, aber es gibt auch Varianten mit mehr als vier Seiten. Die Grundanforderung an diese Pfeifen: Der Kopf muß symmetrisch sein, während die Ecken scharf und gleichmäßig zu sein haben. Die größte Schwierigkeit für den Pfeifenmacher stellt der Übergang vom kantigen oberen Kopfrand zur runden Basis dar. BILLIARD VARIATIONS ![]() Neben der klassischen ›Billiard‹ gibt es drei zusätzliche Varianten. Als erste sei die ›Stubby‹ genannt. Dieser Pfeifentyp wird auch ›Nosewarmer‹ genannt, »Nasenwärmer«. Die Pfeife wärmt in der Tat die Nase, da ihr Kopf aufgrund des kurzen Holms und des kurzen Mundstücks sehr nah am Gesicht des Rauchers ist. Kommen wir zur ›Stack‹ bzw. ›Chimney‹. Diese Pfeifenart kann man leicht an ihrem großen und hohen Kopf erkennen. Sie wurden speziell für Raucher kreiert, die gern lange rauchen. Die ›Pot‹-Pfeife hingegen wurde für Menschen entworfen, die gern unterwegs rauchen. Diese Pfeife wirkt sehr klein durch die »abgeschnittene« Höhe ihres Kopfes. CANADIAN ![]() Diese Pfeifen haben ein langes ovales Mundstück, das fast zweimal so lang ist wie die Höhe des Kopfes. Durch die außerordentliche Länge des Mundstücks wird der Rauch weich und recht kühl. CANADIAN FAMILY ![]() Fälschlicherweise rechnen viele der ›Canadian‹ gleich mehrere Pfeifentypen zu. Wie die Bezeichnung vermuten läßt, handelt es sich hier um eine »Familie«, deren »individuelle« Mitglieder jedoch durchaus gewichtige Unterschiede aufweisen … Die ›Canadian‹ selbst zeichnet sich durch einen ovalen Holm mit einem konischen Mundstück aus. Die ›Lumberman‹ hat einen ovalen Holm und ein Sattelmundstück. Die ›Liverpool‹ ist eine Pfeife mit einem runden Holm und einem konischen Mundstück. Schließlich die ›Lovat‹. Sie hat einen runden Holm und ein Sattelmundstück. POKER/ CHERRYWOOD ![]() Die ›Poker‹ ist eine Spielart der geraden Zylinderkopfpfeifen mit absolut flacher Basis. Pfeifen dieser Art können ohne Hilfsmittel auf dem Tisch stehen. Daher waren sie besonders bei passionierten Pokerspielern beliebt, welche die Pfeife abstellen und sich so intensiv ihren Karten widmen konnten. Daher rührt auch der Name für diese Pfeife. Die ›Cherrywood‹ ist eine Abart der ›Poker‹ mit gebogenem Mundstück. Es gibt eine weitere Abart, die ›Gavel‹, bei welcher der Holm nicht an der Basis mit dem Kopf verbunden ist, sondern in der Mitte. HUNGARIAN/ OOM PAUL ![]() Ihren Namen verdankt diese Pfeife dem südafrikanischen Politiker Stephanus Johannes Paulus Kruger, der sich zum einen während der Burenkriege, zum anderen als Gründer des nach ihm benannten Nationalparks einen Namen gemacht hat. Bekannt ist er auch unter den Namen »Oom Paul« und »Ohm Krüger«. Eigentlich ist die ›Oom Paul‹ eine maximal gebogene Spielart der ›Billiard‹. Die Pfeife hat einen großen und voluminösen Kopf. Ungeachtet ihres imposanten Äußeren ist sie sehr bequem. Ihre Form ist genauestens berechnet, und daher kann man sie gut zwischen den Zähnen halten. Eine empfehlenswerte Wahl für Raucher, die gern die Hände frei haben. Pfeifen mit konischen Köpfen bestechen nicht nur durch ihre angenehme Form, sondern auch durch das besondere »Rauchgefühl«, das sie vermitteln. Wenn der Brandraum die konische Kopfform wiederholt, entsteht ein Effekt ähnlich dem, der sich beim Rauchen einer Cigarre eintstellt, deren Format den ›Figurados‹ zuzuordnen ist. Bei diesen Pfeifen verändern sich Geschmack und Aroma während des Rauchverlaufs. ZULU/ WOODSTOCK ![]() Die Pfeifen dieses Typs vereinigen einen konischen ›Dublin‹-Kopf und ein Mundstück mit einer Biegung von einem Achtel. Der Kopf ist um einige Grad nach vorn im Verhältnis zum Holm geneigt. Genau deshalb kann man diese Pfeife bequem zwischen den Zähnen halten. Zuweilen wird sie ›Yacht‹ oder auch ›Yachtsman‹ genannt. DUBLIN ![]() Was die Proportionen dieser Pfeife angeht, erinnert sie an eine ›Billiard‹, weist aber dennoch einige grundlegende Unterschiede zu der genannten Form auf. Hauptmerkmal ist die konische Kopfform. Der Brandraum wiederholt die äußere Kopfform, ist also ebenfalls konisch. Der Größenunterschied zwischen Rand und Basis des Kopfes führt zu einem sehr unerwarteten Effekt beim Rauchen: Der Tabakgeschmack »sammelt sich« im unteren Teil des Kopfes und wird im weiteren Rauchverlauf zunehmend ausgeprägter. Es gibt gebogene ›Dublins‹, gerade, solche mit runden und mit ovalen Holmen. Die Mundstücke sind entweder konisch oder sattelförmig. PEAR/ ACORN ![]() Äußerlich erinnert diese Pfeife sehr stark an die ›Dublin‹, jedoch unterscheidet sie sich von ihr durch mehr Rundungen, das heißt, alle Ecken dieser Pfeife sind abgerundet. Am häufigsten ist sie in der Kombination mit einem gebogenen Mundstück anzutreffen. Gerade Mundstücke finden nur in kleineren ›Pear‹-Pfeifen Verwendung. CALABASH ![]() Die ›Calabash‹ ohne den Zusatz ›Gourd‹ ist eine Pfeife, die an die originale ›Calabash‹ erinnert, jedoch aus einem ganzen Holzstück gefertigt ist. Die Spitze des konischen Pfeifenkopfs hat die Form einer Kuppel. Der Brandraum ist ähnlich der Form des Kopfes, nämlich konisch. Die meisten ›Calabash‹-Pfeifen werden mit einem Mundstück angeboten, das eine Dreiviertel-Biegung aufweist. Einige Meister kreieren zuweilen aber auch recht seltsam anmutende Pfeifen mit geraden Holmen und Mundstücken. GOURD CALABASH ![]() Wahrscheinlich hat jeder schon von der ›Calabash‹ gehört. Im Englischen steht Calabash für »Kürbis«. Aber die meisten haben natürlich die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes vergessen und verwenden es nur in bezug auf die Pfeife. Genau deshalb ist der Zusatz ›Gourd‹ (was ebenfalls »Kürbis« heißt) so wichtig. Schließlich gibt es Pfeifen, die äußerlich der ›Calabash‹ sehr ähnlich sehen, aber aus Holz gefertigt sind. Eine ›Calabash‹ wird aus getrocknetem, von den Kernen befreitem Kürbis hergestellt. Wenn die Pfeife fertiggeschnitzt ist, werden das Mundstück und ein spezieller Brandraum aus Meerschaum eingesetzt. Sowohl das Mundstück als auch der Brandraum sind abnehmbar und daher leicht zu reinigen. ›Calabash‹-Pfeifen sind zwischen 20 und 25 Zentimetern lang, während ihr Kopf eine völlig normale Größe aufweisen kann. Die Form dieser Pfeife bereitet dem Raucher höchsten Genuß. Der hohle Kürbis kühlt den Rauch und nimmt die Feuchtigkeit. Das Rauchen wird weich und trocken. Pfeifen mit Köpfen in Bulldog-Form haben einen einzigartigen unverkennbaren Stil. Mit ›Bulldog‹ wird nicht nur die Form des Kopfes bezeichnet, sondern die Gesamterscheinung der Pfeife. Diese Pfeifen sind recht nobel und teuer, da ihre Anfertigung viel Können und Zeitaufwand verlangt, insbesondere der Übergang vom Kopf zum Holm. BULLMOOSE/ BULLCAP ![]() Diese Pfeife ist eine flache Spielart der ›Rhodesian‹ mit schwerem massiven Mundstück, das eine Biegung von einem Viertel hat. Auch die ›Bullcap‹ ist eine Spielart der ›Rhodesian‹: eine flache Pfeife mit geradem Mundstück und einem Kopf mit breitem Durchmesser. BULLDOG ![]() Die hauptsächlichen Unterscheidungsmerkmale dieses Pfeifentyps sind der Holm in Form eines Brillanten, das konische Mundstück und der leicht nach vorn geneigte Kopf. Der Kopf erinnert an zwei mit den Enden verbundene Konusse, bei denen die Spitze des oberen Konus gleichsam abgeschnitten ist. Die Verbindungsstelle dieser imaginären Konusse wird traditionsgemäß mit zwei parallelen geschnitzten Linien hervorgehoben. Die Schwierigkeit bei der Fertigung einer ›Bulldog‹ besteht darin, einen gleichmäßigen Übergang von der runden Linie des Kopfes zum kantigen Holm zu schaffen. Es gibt auch ›Bulldogs‹ mit gebogenem Mundstück. RHODESIAN ![]() Es gab viele Diskussionen um die ›Rhodesian‹, da sie sehr der ›Bulldog‹ ähnelt. Zunächst war man der Auffassung, daß alle ›Bulldogs‹ mit einem gebogenen Mundstück zu den ›Rhodesians‹ gehören. Heute sind die Spezialisten der Meinung, daß diejenigen Pfeifen zu den ›Rhodesians‹ gehören, die alle Eigenschaften der ›Bulldog‹ aufweisen – bis auf eine: ihr Mundstück in Form eines Brillanten. Das Mundstück wurde hier durch ein gewöhnliches glattes rundes ersetzt. So gibt es ›Rhodesians‹ mit geradem und gebogenem Mundstück. Pfeifen mit Köpfen in Schnapsglas-Form. Ihr Kopf kann sich mit seiner Eleganz in der Tat mit den besten Vertretern der noblen Klasse von Spirituosengläsern und Cognacschwenkern messen. Diese Kopfform hat eine lange Geschichte, die bereits Anfang des 16. Jahrhunderts beginnt. BENT BRANDY ![]() Diese Pfeifen erhielten ihren Namen dank der spezifischen Form ihres Kopfes, der an einen Cognacschwenker erinnert: Die gerundete Basis verjüngt sich zum Rand hin. Das Mundstück hat eine gleichmäßige Viertel-Biegung und führt organisch den gebogenen Holm fort. Eine sehr beliebte Form bei dänischen Pfeifenmachern. CUTTY ![]() Diese Form ist ein Remake einer alten, im 16. und 17. Jahrhundert sehr populären Pfeifenform. Der Pfeifenkopf ähnelt einer Tulpe – das konische Mundstück weist lediglich eine kleine Biegung auf. Hauptunterscheidungsmerkmal ist die schmückende »Spitze« an der Unterseite des Kopfes. Ein einstmals traditionelles Element, das heute nicht mehr gebräuchlich ist. Früher war die Spitze notwendig, um den verletzlichen Teil der Pfeife zu schützen. CHURCHWARDEN ![]() Die ›Churchwarden‹ ist die einzige Pfeife, die nicht aufgrund ihrer Kopfform, sondern aufgrund ihres langen Mundstücks klassifiziert wird. Ihr Mundstück kann gerade oder gebogen sein, aber ist stets sehr lang, und zwar zwischen 23 und 46 Zentimetern. Das Mundstück könnte noch länger sein, bestünde nicht die praktische Notwendigkeit, den Kopf mit der Hand erreichen zu müssen, wenn das Mundstück im Mund ist. Der Kopf dieser Pfeife ist bedeutend kleiner als der anderer Pfeifen. Zur Herstellung einer ›Churchwarden‹ wird sowohl Bruyère als auch Meerschaum verwendet. Dies waren übrigens die Lieblingspfeifen der europäischen Aristokraten. CAVALIER ![]() Basierend auf den alten deutschen Gesteckpfeifen, hat die ›Cavalier‹ ein bemerkenswertes Rauchkanalsystem. Der Holm dieser Pfeife endet nicht an der Verbindung zum Kopf, sondern geht weiter nach unten und bildet einen »Fortsatz« an dem vom Mundstück am weitesten entfernten Ende. Dort wird der Holm mit einer speziellen Kappe geschlossen. Dadurch zieht der Rauch fast vertikal nach unten. Zunächst sammelt sich die Feuchtigkeit im »Fortsatz«, und erst dann nimmt der Rauch seinen Weg durch das Mundstück in den Mund des Rauchers. Die abnehmbare Kappe am Fuß bietet dem Raucher die Möglichkeit, Teer und Feuchtigkeit zu entfernen. VOLCANO ![]() Der konische Kopf dieser Pfeife ist nach unten hin abgerundet und geht in einen gleichmäßig gebogenen Holm über. Traditionell wird ein Sattelmundstück verwendet. Für diese Form muß die Bruyère-Faser sorgsam ausgewählt werden: Gerade Fasern verlaufen vertikal nach unten, um am Boden des Kopfes Birdeyes zu erhalten, kleine Punkte der quer abgeschnittenen Fasern. Pfeifen mit Sonderformen. Sie tauchten zunächst als Unikate bestimmter Pfeifenmacher auf. Einige hatten so viel Erfolg, daß eine größere Stückzahl davon hergestellt wurde. Obwohl sie klassifiziert sind und ihren Platz in den Serien der berühmtesten Firmen gefunden haben, sind sie nicht so populär wie Pfeifen mit ovalem oder zylindrischem Kopf. Aber all diese Pfeifen haben Liebhaberwert. DUKE/DON ![]() Typisch für beide Pfeifenformen sind der zylindrische Kopf mit optimal flacher Basis und das Fehlen des uns bekannten Holms. Das aus Knochen oder Ebonit gefertigte Mundstück ist direkt mit dem Kopf verbunden. ›Don‹-Pfeifen besitzen einen kleinen, sehr kurzen »Pseudoholm«. Die ›Duke‹ »geht noch weiter«: Sie hat gar keinen Holm. Diese Pfeifen sind sehr leichtgewichtig und überaus angenehm zu rauchen. VEST POCKET ![]() Diese recht neue Pfeifenform mag auf den ersten Blick wie ein Witz erscheinen. Sie wurde speziell dafür konzipiert, in der Westentasche getragen zu werden. Die ›Vest Pocket‹ gibt es von vielen Herstellern, selten jedoch als hochqualitative Pfeife. Schließlich wurde sie nicht für das klassische Rauchen entworfen, sondern zum bequemen Umhertragen. Zusammengelegt, bedeckt das Mundstück oben den Rand des Kopfes und kann dann herausgeschwenkt werden. Der Kopf ist oval – ideal zur Aufbewahrung in der Westentasche. OVAL/ POCKET ![]() Im Gegensatz zur vorhergehenden bemühte man sich bei dieser Pfeife nur um Kompaktheit. Daher ist sie qualitativ sehr hochwertig. Pfeifen dieser Form ähneln sehr der klassischen ›Billiard‹ und unterscheiden sich lediglich durch die kleineren Ausmaße. Ebenfalls charakteristisch für die ›Oval‹ bzw. ›Pocket‹ sind die abgeflachten Seiten des Kopfes, weshalb der Kopf von oben betrachtet oval aussieht. Daher auch der Name für diese Pfeifenform. SKATER ![]() Die Skater‹ ist eigentlich eine Spielart der ›Dublin‹, deren Kopf eine Schlittschuhkufe beschreibt. Ihre runden Konturen im oberen Teil enden stets mit einer scharfen Ecke an der Basis. Das typische Aussehen dieser Pfeifenform wird mit einem Sattelmundstück vervollständigt. FREEHAND ![]() Es ist eine undankbare Aufgabe, Pfeifen zu klassifizieren, die von individuellen Pfeifenmachern angefertigt wurden. Obwohl diese Pfeifen nicht die üblichen Standardmerkmale aufweisen, kann man sie dennoch leicht von allen anderen Pfeifenformen unterscheiden. Vielleicht weil es keinen Standard gibt. Das Äußere dieser Pfeifen wird einzig von der Kunstfertigkeit des Pfeifenmachers und den Möglichkeiten und Eigenschaften des Holzes bestimmt. Der Pfeifenmacher erlaubt dem Holz, die Form zu bestimmen, anstatt das Holz in ein vorgegebenes Muster zu pressen. Daher haben ›Freehands‹ teilweise unglaubliche Formen – nicht immer bequem, aber stets schön. HORN/ OLIPHANT ![]() Wie der Name bereits verrät, ähneln diese Pfeifen einem Horn. Manche ›Hörner‹ sind fast gerade, wobei Holm und Kopf zu einem Konus verbunden sind. Andere ähneln mehr den üblichen gebogenen Pfeifen. Ungeachtet ihrer ausgeprägten Biegung bleibt die konische Form des Holzteils stets erhalten. Die ›Oliphant‹ muß als eine Spielart der ›Horn‹ klassifiziert werden: Sie wurde zu einem Elefantenrüssel stilisiert. Die Biegung dieser Pfeife verläuft gleichmäßig über ihre gesamte Länge, wobei die fließende konische Verjüngung sich gleichmäßig über die ganze Pfeife erstreckt – von der Tabakhöhle bis zum Ende des Mundstücks. Einige Formen der ›Horn‹ können beispielsweise ein Sattelmundstück haben, die ›Oliphant‹ nicht. BLOWFISH ![]() Die Form kann in Abhängigkeit von den persönlichen Vorlieben des Pfeifenmachers variieren. Dennoch sind ihr einige dauerhafte Merkmale eigen: Der Kopf der ›Blowfish‹ sieht wie eine asymmetrisch abgeflachte imposante Kugel aus, und es ist sehr wichtig, daß die Bruyère-Fasern horizontal um den Kopf laufen und im rechten Winkel zum Tabakloch und an den Seiten des Kopfes in einem Birdeye enden. Die Art der kunstvollen Behandlung der Fasern (der Straight grain wie der Birdeyes) zeigt die Qualität der Pfeife an. So muß beispielsweise der Übergang vom Holm zum Kopf fließend und organisch sein. Wegen der schwierigen Herstellung dieser Form und der Anforderungen an die Struktur des Holzes ist eine ›Blowfish‹ kaum preisgünstig zu finden. PICKAXE ![]() Noch eine spezifische Pfeifenspielart. Sie zeichnet sich durch einen facettierten dreieckigen Kopf in Axtform aus. UKULELE/ ESKIMO ![]() Einige Hersteller dieser Pfeifenform nennen sie ›Bulldog‹, andere ›Eskimo‹. Ihr ursprünglicher Name ›Ukelele‹ gerät allmählich in Vergessenheit. Typisch sind ihre geringe Größe und der flache, kuppelartige Kopf. Bemerkenswert ist, daß die ›Ukelele‹ bzw. die ›Eskimo‹ komplett aus Bruyère bestehen. Kopf, Holm und Mundstück sind in einem Ganzen miteinander verbunden. Die Redaktion dankt den Teilnehmern der Usenet-Konferenz alt.smokers.pipes (www.aspipes.org) für die Hilfe bei der Vorbereitung des Materials sowie Erkin Tusmuchamedow für dessen Aufbereitung. von Billy Burney |
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