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Tourbillon: drehmoment Am siebten Messidor des neunten Jahres nach dem Republikanischen Kalender erhielt der französische Schweizer Abraham-Louis Breguet das Patent auf eine interessante Maschine namens ›Tourbillon Regulator‹. Dies war die Geburtsstunde des kompliziertesten, teuersten und, nach allem zu urteilen, des nutzlosesten Bausteins des Uhrenmechanismus. Und nun zunächt ein wenig Physik In der Schule haben wir alle gelernt, daß die Schwerkraft nicht zu überwinden ist. Wahrscheinlich haben die Lehrer nicht gelogen: Nur in Science-fiction-Romanen brechen Antigravitationsgeräte die physikalischen Gesetze. Im wirklichen Leben jedoch fallen die Äpfel mit beneidenswerter Geradlinigkeit senkrecht auf die Köpfe potentieller Newtons. Die einzige Ausnahme dieser Regel bleibt wohl das Tourbillon, ein »Wirbelwind«, der die Ganggenauigkeit der Zeitnahme vor dem Einfluß der alles beherrschenden Schwerkraft bewahrt. Bewahrt? Wir werden uns bemühen, dies herauszufinden. ![]() Als Breguet 1801 seine Erfindung zum Patent anmeldete, schrieb er: »Mit Hilfe dieser Erfindung habe ich die Kompensation der Anomalien erreicht, die durch Verschiebungen des Schwerpunkts des Abzugsmechanismus hervorgerufen werden, sowie eine gleichmäßige Reibung aller Achsen und Träger. […] Ich habe eine Vielzahl anderer Faktoren auf Null reduziert, die man vor mir erfolglos versucht hatte, zu beseitigen.« Fünf lange Jahre hatte der große Meister an seinem Werk gearbeitet: Mit der Präzision eines Juweliers schuf er seine Konstruktion, mit der Gewissenhaftigkeit eines Mikrochirurgen pflanzte er ein neues Organ in den Uhrenkörper ein. In Worten ausgedrückt, ist das Prinzip des Tourbillon recht einfach. Es ist bekannt, daß das Herz eines beliebigen Chronometers aus Unruh, Spirale, Anker und Hemmungsrad in bestimmtem Maße anfällig ist für den Einfluß der Schwerkraft; indem sie ständig den Schwerpunkt des genannten Systems verlagert, beeinflußt sie die Ganggenauigkeit. Breguet experimentierte gar nicht erst mit Formen und wechselseitigen Detailanordnungen, sondern ging die Lösung des »arithmetischen« Problems gleich von einer anderen Seite an. Er ersetzte die gesamte Gangmechanik durch einen beweglichen Schlittenrotor, der eine Umdrehung pro Minute in entgegengesetzter Richtung vollführte. Auf diese Weise wurden die Gravitationsfehler ausgeglichen, hoben sich gegenseitig auf und ließen die Zeiger mit fast idealer Gleichmäßigkeit sich bewegen. 1823 starb Abraham-Louis Breguet, nachdem er lediglich 35 Uhren mit Tourbillon verkauft hatte. Die kleine Zahl erklärt sich zum einen durch den geringen Bekanntheitsgrad der Funktion (sie war ihrer Zeit mindestens 100 Jahre voraus), zum anderen durch den hohen Preis. Die Vorrichtung war teuer, da sie aus Dutzenden mikroskopischer Teilchen bestand, deren Gesamtgewicht nicht mehr als ein Gramm betragen durfte. Moderne Tourbillons, wie beispielsweise die dreidimensionalen, von denen später die Rede sein wird, bestehen aus 40 bis 90 Teilen und wiegen zwischen 0,2 und 0,6 Gramm! Und diese wären ihren Preis wert, gäbe es da nicht ein Detail. Ursprünglich war der Tourbillon für Taschenuhren konzipiert worden, das heißt für Mechanismen, die meistens in vertikaler Position ruhig ticken. Ein Handchronometer jedoch wird am Handgelenk getragen, dreht sich am Handgelenk und hat mit der Zeit starke Belastungen zu erdulden. Heißt das, ein Hand-Tourbillon sei unnütz? Genau das heißt es leider. Und es wird von vielen Autoritäten und Laborforschungen bestätigt. Sogar Breguet selbst gab zu, daß sein »Wirbelwind« in horizontaler Position leerlaufen und zu einer raffinierten, aber unnützen Verzierung des Zifferblatts würde. Mehr noch, in bestimmten Fällen kann er die Ganggenauigkeit sogar negativ beeinflussen (freilich nur in geringem Maße). Schon Ende des 19. Jahrhunderts gelangten die Uhrmacher zu der Meinung, daß die Erfindung des Vaters der »Haute horlogerie« in der Praxis zwecklos sei. Bedenkt man noch, daß der Tourbillon einen Großteil der Balance-Energie raubt und die Arbeit der Uhr stark erschwert, so kann man ihn, ohne sonderlich zu übertreiben, offen als schädliche Funktion bezeichnen. Aber das tut man nicht! Ganz im Gegenteil, man lobpreist ihn und bezahlt pünktlich Zehntausende US-Dollar für jene »Löcher mit Rädchen«, die seit langem zu Markenzeichen der Mächtigen dieser Welt geworden sind. Und niemand interessiert sich dafür, ob das hypnotische Pulsieren dieses hochkomplizierten Werks menschlicher Hände einen Sinn hat. Kunst braucht keine logischen Erklärungen. Wir sind abgeschweift. Die Geschichte endet hier noch nicht. Auch nach Breguet bewegte die Frage der Nivellierung des Einflusses äußerer Kräfte auf den zarten Uhrenmechanismus die Macher. Die meisten Erfinder quälten sich mit der Verfeinerung und Verbilligung des Tourbillons ab, um ihn möglichst vielen zugänglich zu machen. 1895 stellte der Däne Bane Bonniksen eine gute Alternative vor, den »von Menschenhand geschaffenen Brillanten«, die sogenannte Karusselluhr. Sie funktionierte ungefähr nach demselben Prinzip wie die Erfindung Breguets, war jedoch unvergleichlich langsamer (eine Umdrehung in 52 Minuten und 30 Sekunden) und drehte sich weniger effektvoll. Man könnte auch sagen, uneffektiver, hätten wir nicht bereits geklärt, wie wenig effektiv der Tourbillon in Wirklichkeit ist. Typologie und Interpretation Die klassischen Vertreter des Gewerbes überarbeiteten und komplizierten lieber das Original: So erfand Alfred Helwig 1927 den »Flying-Tourbillon«, dessen Rotor nur an einer Seite befestigt war. Der unauffällige Punkt stützte scheinbar den durchsichtigen »Wirbelwind« im Inneren des Gehäuses und ließ die Herzen der erfahrensten Kenner höherschlagen. Neben dem klassischen Minuten-Tourbillon sind heute auch Modifikationen bekannt, die sich mit einer Geschwindigkeit von 30 Sekunden, 4 Minuten und 6 Minuten drehen. Sie werden aus Titan, Aluminium und anderen Leichtmetallegierungen angefertigt. Edelmetalle sind grundsätzlich ungeeignet. Wir haben bereits erwähnt, daß sich die Uhrmacher stets darum bemühten, den Tourbillon sichtbar zu machen, ob von vorn oder von hinten. Verständlicherweise waren sie der Auffassung, eine solche Pracht im Dickicht der Zahnräder zu verstecken, bedeutete Nichtachtung vor der Arbeit selbst und sei eine Sünde. Die Tradition hat sich bis heute erhalten. Besonders anspruchsvollen Kunden werden skelettierte und durchsichtige Modelle mit Platinen aus Saphirglas oder Bergkristall präsentiert, obwohl viele vom Luxus übersättigte Konsumenten statt solcher Spielzeuge in letzter Zeit lieber »bescheidene« geschlossene Tourbillons kaufen, die den Blick nur durch das Hintertürchen freigeben. Eine vorsätzliche Demonstration der eigenen finanziellen Mittel wird immer öfter als ein schlechter Ton und somit als Merkmal eines Neureichen angesehen. Die Tendenz, daß chic ist, was intim ist, nimmt zu, und man muß kein Prophet sein, um auf der Stelle mehrere klangvolle Premieren auf der kommenden ›Baselworld‹ und der Genfer ›SIHH‹ vorauszusehen, den zwei Pfeilern der Uhrenindustrie. Das dritte Jahrtausend hat bereits sein Scherflein zum internationalen … oder eher Schweizer »Tourbillon-Bau« beigetragen. Die attraktivste Verfeinerung ist der dreidimensionale Tourbillon. Ebenso als Beispiele kann man die Modelle ›Franck Muller Revolution 2‹ und ›Jaeger LeCoultre Gyrotourbillon I‹ anführen. Ein derartiges sphärisches Wunder der Mechanik besteht aus zwei Schlitten, einem inneren und einem äußeren, von denen sich jeder mit einer eigenen Geschwindigkeit bewegt. So dreht sich beim ›Gyrotourbillon‹ (90 Teile, 0,33 Gramm) der innere Schlitten einmal pro Minute um sich selbst und der äußere einmal in 24 Sekunden. Ursprünglich sollte der Schlitten bis zu drei Umdrehungen pro Minute vollführen, aber dann wäre die goldene Unruh nicht so gut zu sehen gewesen. Aus diesem Grund mußte man die Geschwindigkeit etwas reduzieren. Die Funktionalität räumte der Ästhetik den Vorrang ein. Alle wissen, daß die Preise für Uhren mit Tourbillon ungefähr bei 25.000 bis 30.000 US-Dollar beginnen, schnell nach oben gehen, um dann die Millionenmarke auf der Position von ›Patek Philippe Sky Moon Tourbillon‹ zu erreichen, die in einer jährlichen Auflage von vier Exemplaren erscheint. Modelle, die auf Bestellung angefertigt werden, können noch teurer sein. Natürlich fühlen sich die meisten bei dieser Sachlage benachteiligt, denn schließlich möchte jeder gern zu den Auserwählten zählen und ein »Antigravitations-Gerätchen« besitzen. Gewöhnlich werden solche Launen von großen Uhrmachern und deren mächtigen Gönnern nicht berücksichtigt, aber die Geschichte kennt Beispiele von durchaus »volkstümlichen« Tourbillons. Zum Beispiel die verblüffende Kreation des Hauses ›Swatch‹ mit dem Namen ›Diaphane One‹. Streng genommen handelt es sich hierbei nicht ganz um einen Tourbillon, vielmehr um eine Karusselluhr, aber betrachtet man den Preis, wird man derlei Nuancen schnell vergessen. 2001 brachte ›Swatch‹ 2222 ›Diaphane One‹ zum seltsamen Preis von 2.222 Euro pro Stück heraus! Ein Teil des Chronometers war mit Brillanten, Saphiren und Rubinen (den Farben der französischen Trikolore) verziert – als Tribut an die neue Boutique von ›Swatch‹ am Place Vendôme, wo sie exklusiv verkauft wurden. Der extravagante Streich von Nicolas Hayek, dem Präsidenten der ›Swatch Group‹, war ein voller Erfolg und wird seinen Zeitgenossen für immer in Erinnerung bleiben. Es versteht sich von selbst, daß die gesamte Auflage in Rekordzeit verkauft war. Und, als Nachtisch: die thematische Ausschweifung von Jörg Hysek, der im vergangenen Jahr ein Modell mit doppeltem Zifferblatt präsentierte, von dem jedes mit einem eigenen Minuten-»Wirbelwind« ausgestattet ist. Man kann alles der Reihe nach bewundern. Wie lautet das neumodische Schweizer Sprichwort? »Ein Tourbillon ist gut, zwei sind besser.« Und darüber wollen wir nicht streiten. von Alexander Wetrow Antigravitation: Eine Auswahl Blancpain Tourbillon Grand Date ![]() Eine der meistgeachteten Marken der ›Swatch Group« war immer berühmt für ihre kompromißlose Treue gegenüber den mechanischen Traditionen der Uhrenkunst. Stilistisch ähnelt die ›Tourbillon Grand Date« aus der Kollektion ›Leman‹ der Kreation von ›Chopard‹ – mit dem einzigen Unterschied, daß der hier »fliegende« Tourbillon oben, unter der Ziffer »12«, angebracht ist. Der Platz uber der Ziffer »6« wird von zwei Datenfenstern belegt, und links unter der »9« befindet sich ein siebentägiger Anzeiger für die Gangreserve. Insgesamt wurden 100 Exemplare hergestellt: 50 in Rosengold und 50 in Weißgold. Chopard L.U.C 4T ![]() Die Firma ›Chopard‹, berühmt wegen der Originalität und Feinheit ihrer Juweliersarbeiten, findet sich auf der nur schmalen Liste jener Warenhersteller, die Kaliber-Uhren anbieten. Die Besonderheit der ›L.U.C 4T‹ besteht nicht im Tourbillon selbst (der an sich nicht außergewöhnlich ist), sondern erstens in der für eine Tourbillon-Uhr recht großen neuntägigen Gangreserve und zweitens in der revolutionären Konstruktion der Variner Unruh mit variablem Trägheitsmoment. Im großen und ganzen ist dieses Modell ein Paradebeispiel für eine chrestomathische, leicht wiedererkennbare »Uhr mit Loch«. Insgesamt wurden 100 Exemplare in Rosengold und ebenso viele in Platin hergestellt. Breguet Classique Grand Complication ![]() Der Stundenzeiger dreht sich um das oben angebrachte Hilfszifferblatt, der Minutenzeiger in der Mitte, der Sekundenzeiger ist an der Achse des Tourbillons befestigt. Ungefähr so sahen die ersten Uhren mit Tourbillon-Regulator aus. Zu dieser Serie gehörte häufig ein Gehäusedeckel mit Öffnung für das Zifferblatt, der keusch die teure Schönheit bedeckte. Übrigens produziert ›Breguet‹ bis heute solche klassischen Varianten. Eine derartige Vollkommenheit entzieht sich der Beschreibung – wie das Lächeln der Mona Lisa. Die Serie wird in Gelbgold und Platin angefertigt. Arnold & Son Tourbillon GMT ![]() Es ist allgemein bekannt, daß der Firmengründer John Arnold freundschaftliche Beziehungen zu Abraham-Louis Breguet unterhielt und des öfteren Berufsgeheimnisse mit ihm austauschte. Und es gab einiges auszutauschen: An der Schwelle vom 18. zum 19. Jahrhundert galt England als das internationale Zentrum für Mechanik und Uhren. 1808 baute der Schweizer ein Tourbillon in ein von Arnold angefertigtes Chronometer ein und schenkte ihn dem Sohn des Engländers, versehen mit der Inschrift »Ehrentribut an Arnold von Breguet«. 200 Jahre später beschlossen die Nachfolger von ›Arnold & Son‹, die Ehrenschuld zurückzuzahlen, indem sie ein imposantes Modell mit Tourbillon erfanden, das gleichzeitig die Zeit dreier Zeitzonen anzeigt. Solider britischer Stil, verziert mit blühendem Alpenedelweiß … Insgesamt wurden 55 Exemplare hergestellt: 25 in Gelbgold, je zehn in Weißgold und Platin und jeweils fünf skelettierte in Rosengold und Platin. Parmigiani Forma XL Tourbillon ![]() Eine originelle Art, sich einem Wunder aus dem Jahre 2004 zu nähern: Ein 30‑Sekunden-Tourbillon aus eigener Produktion in einem »Kissen«-Gehäuse. Durch die doppelte Geschwindigkeit des Schlittens läuft der Mechanismus stabiler. Zu einem angenehmen Zusatz zur »Königsfunktion« ist die achttägige Gangreserve geworden, deren Anzeige sich bei der »12« befindet. Insgesamt wurde eine limitierte Anzahl – der Hersteller verrät die Höhe nicht – von Exemplaren in Rosengold und Platin hergestellt. Girard-Perregaux Tourbillon with Gold Bridge ![]() Die neue Version des »Tourbillon mit Goldbrücke« zeichnet sich durch den der Firma eigenen Lakonismus aus: drei Ziffern, zwei Zeiger, ein Tourbillon. Dieser besteht übrigens aus 72 Einzelteilen und wiegt 0,3 Gramm. Das faßförmige Gehäuse aus Rosengold an einem Armband aus Krokodilleder vollendet das Bild. Scheinbar eine Pose, aber dennoch aristokratisch. Die Serie wird in Gold und Platin hergestellt. Piaget Emperador Skeleton Tourbillon ![]() Die zur Gruppe ›Richemont‹ gehörende Firma ›Piaget‹ erfüllt eine wichtige und ehrenhafte Herstellerfunktion, indem sie komplizierte Konstruktionen für viele Mitglieder der Gruppe anfertigt und montiert. Der Flying-Tourbillon mit dem Buchstaben »P« wurde vor etwas mehr als einem Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt, und nun ist schon die nächste Premiere: 42 Titan-Einzelteile mit einem Gesamtgewicht von 0,2 Gramm verzieren das Skelett-Rechteck des neuen »Imperators«. Der Mechanismus ist nur 3,5 Millimeter dick; dünner kann bisher niemand bauen. Insgesamt erinnert die ›Emperador Skeleton Tourbillon‹ an eine kunstvolle Miniatur in abstraktem Art-deco-Stil. Man kann endlos über den Sinn der Darstellung nachgrübeln, mehr als das Zifferblatt selbst darin sehen. Insgesamt wurden 22 Exemplare hergestellt: je elf in Rosengold und Weißgold. Movado Museum Tourbillon ![]() »Movado« heißt auf esperanto »ständig in Bewegung«. Die Bewegung ist zuverlässig unter einem schwarzen leeren Zifferblatt mit weißem Punkt auf der Zahl »12« versteckt. Genau daran kann man sie unter Dutzenden anderer erkennen. Form und Gestalt dieses Modells sind kaum von der ›Museum Automatic‹ zu unterscheiden. Durch den durchsichtigen hinteren Gehäusedeckel kann man detailliert den einzigartigen Mechanismus betrachten, der als Einzelexemplar für die ›Baselworld 2004‹ angefertigt wurde. Berücksichtigt man, daß nie jemand, selbst der größte Uhrenspezialist, darauf kommen wird, daß sich ein Tourbillon im Inneren des asketischen Platingehäuses befindet, kann man die ›Museum Tourbillon‹ ruhigen Gewissens als ein unübertroffenes Designerkunstwerk bezeichnen. Zenith Grande ChronoMaster XXT Tourbillon ![]() Sogar ohne den »Wirbelwind« sorgt das Kaliber ›El Primero‹ für höchste Genauigkeit dieser Uhren. Sein Mechanismus beschreibt 36.000 Halbschwingungen pro Stunde, was den Standard erheblich übersteigt (18.000 bis 28.800 Vibrationen). Die Designer von ›Zenith‹, insbesondere der Präsident des Unternehmens, Thierry Nataf, haben ganze Arbeit geleistet. Man kann lange über die Vor- und Nachteile der asymmetrischen Anordnung des Zifferblatts streiten: an der Originalität seiner Schöpfer wird jedoch niemand zweifeln. Besonders interessant ist die patentierte Lösung für den Datumsanzeiger, dessen Rand sich um das Tourbillon-Fenster entgegengesetzt zur Bewegung des Schlittens dreht. Der einzige Mangel dieses Modells ist die durch den hohen Energieverbrauch bedingte relativ geringe Gangreserve von nur 50 Stunden. Die Serie wird in Rosen- und Weißgold hergestellt. Harry Winston / Christophe Claret Opus 4 ![]() Sie ist die vierte und offenbar letzte Arbeit des hochverehrten Hauses unabhängiger Uhrmacher. Die wichtigste Besonderheit des Chronometers besteht in seiner »Zwiegesichtigkeit«. Das schwere Gehäuse ist an einem Armband (eher umgekehrt) mittels eines Scharniersystems befestigt, so daß man die Uhr, ohne sie vom Handgelenk zu nehmen, umdrehen kann. Auf diese Weise läßt sich je nach Laune der im High-Tech-Stil gestaltete Tourbillon oder der Mondphasen-Anzeiger mit goldenem Mond (originalgetreu) zur Schau stellen. Und das ist noch nicht alles: Da Christophe Claret ein allseits geschätzter Spezialist für Uhren mit Schlag ist, ist die ›Opus 4‹ mit einem Minuten-Repetitor mit tiefem Kathedralenklang ausgestattet, was dieses Modell zum kompliziertesten und wahrscheinlich teuersten innerhalb dieser Aufzählung macht. Insgesamt wurden 20 Exemplare in Platin hergestellt, von denen zwei mit verschiedenen Brillanten inkrustiert sind. |
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