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Zino Davidoff hat gegen Ende seines Lebens, in einer Retrospektive, einmal folgendes gesagt: »Als ich 20 war, verliebte ich mich in die weiten Tabakplantagen auf Kuba. Diese große Jugendliebe ist niemals erloschen. Aus heutiger Sicht kann ich sagen: Mein ganzes Leben hat im Dienste all jener – jung und alt – gestanden, die der Cigarre treu ergeben waren. Ja, wirklich, der Cigarre gehörte mein Leben. Ihr verdanke ich alles – Freud und Leid, den Spaß an der Arbeit und die vergnüglichen Stunden der Freizeit, die sie einem verschaffen kann, und ihr verdanke ich eine ganze Reihe philosophischer Betrachtungsweisen, zu denen ich im Laufe meines Lebens gelangt bin.«
Der »kleine Russe« war nicht nur ein großer Connaisseur, sondern auch jemand, der von einer guten Cigarre erst dann sprach, wenn das Objekt der Begierde höchste Qualitätsanforderungen erfüllte, wohl wissend, daß sich Genuß erst dann einstellen kann, wenn die Rohstoffe, die für das zu genießende Produkt verwendet werden, erstklassig sind, und wenn das betreffende Produkt in Machart und Verarbeitung absolut perfekt ist. Trifft dann das Endergebnis auch noch den Geschmack des Konsumenten, dann kann von einer genußvollen Symbiose gesprochen werden. Aber weil sich über Geschmack zuweilen vortrefflich, doch bekanntlich nicht streiten läßt, ist das wiederum eine ganz andere Geschichte …
Diesem Verständnis von einer guten Cigarre hat Zino Davidoff zeitlebens nachgehangen, sei es als Verkäufer, sei es als Hersteller bzw. Auftraggeber der Produkte, die seinen Namen getragen haben. Einige der Formate, die wir am 16. Januar 2006 im Restaurant ›VĂU‹ des Sternekochs Kolja Kleeberg und seiner Frau Petra getestet haben (siehe auch Seite 54), haben noch zu Lebzeiten Zino Davidoffs in der Dominikanischen Republik erstmals das Licht der Cigarrenwelt erblickt. Aber auch an den später erschienenen Formaten hätte der Grand Old Man der Cigarre gewiß seine Freude gehabt. Wir denken, da steht er nicht alleine … |