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6 Tabake fur die geliebte Pfeife

Kenner glauben: Es reicht nicht zu wissen, wie man eine neue Pfeife einraucht und pflegt, nein, man muß auch in der Lage sein, den richtigen Tabak auszusuchen. Es gibt viele Tabake, und es ist durchaus keine leichte Angelegenheit, den passenden für sich zu finden. Dem einen mangelt es an Schärfe, dem nächsten an Fruchtigkeit, und der dritte ist zu würzig. Nachdem der begeisterte Raucher etliche fertige Mischungen durchprobiert hat, wird er irgendwann damit beginnen, seine ideale Mischung selbst anzufertigen. Denn die beste Mischung ist diejenige, welche wir nach unseren Vorlieben herstellen. Dabei haben wir eine reiche Auswahl zur Verfügung, gibt es doch eine Unmenge an Tabaken, die sich zum Mischen eignen. Um hier nicht zu ausführlich zu werden, beschränken wir uns im folgenden auf die bekanntesten.

Tabake werden in Roh- und Zusatztabake unterteilt. Rohtabake bilden die Grundlage einer Tabakmischung. Sie bestimmen ihre geschmackliche und aromatische Dominante und werden später um Noten und Nuancen anderer Zusatztabake ergänzt. Zu den Rohtabaksorten gehören ›Virginia‹ und ›Burley‹, während ›Latakia‹, ›Perique‹ und ›Oriental tabaccos‹ zu den Zusatzsorten zu zählen sind. Der ›Cavendish‹, der als einzelne Sorte nicht existiert, ist ein Tabak, der speziell verarbeitet wird. Manchmal bildet er die Basis, häufiger jedoch spielt er die »zweite Geige«.

Virginia
Dieser Tabak wächst überall. Beispielsweise hat er sich gut im afrikanischen Sambia, in Südafrika, Tansania und Zimbabwe akklimatisiert, aber er ist auch in Brasilien, China und Indien zu finden, wird darüber hinaus in Moldawien und Aserbaidschan kultiviert. Die besten Plantagen befinden sich jedoch in seiner Heimat, in den US- Staaten Virginia sowie in Florida und Georgia.

Tabak dieser Sorte wird entweder in Scheunen an der Luft mit der ›Air curing‹-Methode (Lufttrocknung) getrocknet oder in speziellen Kammern mit Hilfe der ›Flue curing‹-Methode (Heißlufttrocknung). Dabei bestimmen Trocknungsart und Fermentationsdauer den Zuckergehalt im gebrauchsfertigen Tabak. Je länger der Verarbeitungsprozeß, desto dunkler und aromatischer, aber auch desto weniger süß wird der Tabak. Blätter, die per Heißlufttrocknung verarbeitet und nur kurz fermentiert worden sind, sind heller und süßer, verlieren aber auch deutlich an Aroma und Geschmackstiefe.

Im großen und ganzen kann man diese Sorte als süß, weich, mit ausgeprägter Fruchtigkeit, reinem Geschmack und ansprechendem Aroma beschreiben. Typisch für diesen Tabak sind ein hoher Zucker- sowie ein mäßiger Nikotingehalt von 1 bis 3,5 Prozent.

Bei den meisten Mischungen wird ›Virginia‹ als Basistabak verwendet, kann aber auch pur geraucht werden. Als weicher und reiner Tabak ist er in gebührendem Maße offen für Zusätze, ohne seinen Charakter zu verlieren, wobei er eine zarte Süße und leichte fruchtige Töne offenbart.

Neben dem klassischen ›Virginia‹ gibt es zwei Abarten: ›Matured Virginia‹ und ›Stoved Virginia‹. Die Blätter des ersteren werden nach der Fermentation gelagert, was ihn aromatischer macht, aber auch etwas strenger, während der zweite per Heißlufttrocknung und Dampf unter hohem Druck verarbeitet wird, wodurch er zwar nicht so aromatisch wird wie der ›Matured‹, aber mit ausgeprägten fruchtigen und schokoladigen Noten aufwartet.

Burley
Die Hauptherstellerregionen des ›Burley‹ sind die amerikanischen Staaten Kentucky und Tennessee sowie Missouri, North Carolina und Virginia. Außerdem wird diese Sorte in Mexiko und in der Ukraine angebaut. Im Gegensatz zum ›Virginia‹ enthält ›Burley‹ sehr wenig Zucker. Er brennt langsam, wird nicht heiß und verbreitet trockenen und aromatischen Rauch. Der Nikotingehalt dieses Tabaks schwankt zwischen 1,5 und 4,5 Prozent.

Der ›Burley‹ wird an der offenen Luft getrocknet, dann fermentiert, aber kaum gelagert. Die Lagerung wird durch verschiedene künstliche Aromastoffe »ersetzt«. Der ›Burley‹ hat die wunderbare Eigenschaft, verschiedene Zusätze in sich aufzunehmen, und wird daher häufig während des Verarbeitungsprozesses mit Aromastoffen auf der Basis von Honig, Sirup oder Vanillezucker sowie Glukose oder Fruktose angereichert. Nichtaromatisierter ›Burley‹ hat weiche, kaum spürbare Noten von Schokolade, Nüssen und Karamel.

Der ›Burley‹ wird nicht so oft wie der ›Virginia‹ als Grundlage für Tabakmischungen verwendet, jedoch gibt es einige Beispiele, in denen der Anteil an ›Burley‹ nur geringfügig niedriger ist als der an ›Virginia‹. Aromatisierter ›Burley‹ wird ebenso als Zusatz zu ›Virginia‹ verwendet, während er als reiner Tabak nur im Sortiment von amerikanischen und dänischen Anbietern zu finden ist.

Eine der bekanntesten ›Burley‹-Abarten der Welt ist der ›Kentucky Burley‹, ein Tabak, den viele als eigenständige Sorte definieren, obwohl es sich hier eigentlich um eine breitblättrige Abart des ›Burley‹ handelt. Im Gegensatz zum klassischen wird er aber nicht an der Luft getrocknet, sondern im Rauch von glimmendem Holz – und hat infolgedessen ein typisches Räucheraroma (ähnlich dem von Dörrpflaumen). ›Kentucky Burley‹ hat einen relativ hohen Nikotingehalt und ist recht stark, weshalb er meist als Zusatz verwendet wird. So sollte sein Anteil bei einer Mischung denn auch nicht mehr als 20 Prozent betragen.

Cavendish
Obwohl der ›Cavendish‹ als eigenständige Tabaksorte gilt, ist er eigentlich nur ein speziell verarbeiteter ›Virginia‹ oder ›Burley‹, obwohl bisweilen auch andere Tabake die Grundlage für den ›Cavendish‹ bilden (der vor allem für holländische Mischungen typisch ist).

Ein wenig kurios ist die Geschichte dieses Tabaktyps. Einst befanden sich auf der Fahrt eines englischen Schiffs von der Karibik zu den Britischen Inseln etliche leere Rumfässer an Bord. Kapitän Cavendish hielt das für wenig sinnvoll und ließ kurzerhand Tabak in die Fässer packen. Diese Lagerung bekam dem Tabak mehr als gut. Er roch nicht nur nach Rum, sondern die tropische Hitze sowie eine regelmäßige Durchlüftung des gepreßten Tabaks während der Stürme hatten ihn weicher und aromatischer gemacht. Im Grunde genommen hatte die Tabakfracht mehrere Fermentationen durchlaufen, die den Nikotin- und Stärkegehalt in den Tabakblättern gesenkt und alle fliehenden aromatischen Verbindungen freigesetzt hatten. So entstand der Tabak ›Cavendish‹.

Heute wird jeder ›Cavendish‹ amerikanischer Art unter Zusatz von viel Sirup und Aromastoffen hergestellt, so daß er ein typisches Karamelaroma mit weichen, nussigen Tönen aufweist. Es werden jedoch nicht alle ›Cavendishs‹ amerikanischer Art mit künstlichen Aromastoffen versetzt, denn nach wie vor ist der ›Cavendish‹ aus dem Tal des Green River in Kentucky naturbelassen. Diesen Gütestempel weisen auch nahezu alle ›Cavendishs‹ auf, die auf der Basis von ›Virginia‹ hergestellt werden.

Aus ›Virginia‹ wird der ›Black Cavendish‹ hergestellt, der aufgrund der dunklen Farbe seiner Blätter, die speziell verarbeitet werden, diesen Namen trägt. Für den ›Black Cavendish‹ kann der Tabak sowohl luftgetrocknet als auch röhrengetrocknet sein, mitunter sogar über offenem Feuer nach der ›Fire curing‹-Methode (wodurch er ein leicht rauchiges Aroma erhält). Wichtig ist, daß während der Herstellung des dunklen natürlichen ›Cavendish‹ aus ›Virginia‹ der Tabak zunächst mehrfach fermentiert und daß er nach der Pressung eine bedeutend längere Zeit als üblich in dunklen Räumen aufbewahrt wird.

Der daraus entstandene ›Black Cavendish‹ ist sehr aromatisch, dick, voll und mit seinen ausgeprägten würzigen Tönen erstaunlich weich im Geschmack. Um den Reichtum und die Würze des ›Cavendish‹ zu verstärken, überschreiten viele Hersteller absichtlich die Maximaltemperatur während der Fermentation.

›Cavendish‹ wie auch ›Black Cavendish‹ wird deshalb den verschiedensten Tabakmischungen beigefügt, um intensiveren Geschmack und volleres Aroma zu erreichen. Kaum eine englische, dänische und schottische Mischung kommt ohne dunklen ›Cavendish‹ aus, und diese Mixturen sind schließlich berühmt für intensiven Geschmack und volles Aroma.

Süßer, aromatisierter ›Cavendish‹ aus ›Burley‹ dient als Grundlage für einige amerikanische Mischungen. Falls sich jemand beim Mischen dazu entschließen sollte, ›Cavendish‹ als Zusatz zu verwenden, ist es sinnvoll, ihn zunächst mit ›Latakia‹ zu vermischen, einem anderen »Zusatz-Tabak«.

Latakia
›Latakia‹, benannt nach einer syrischen Hafenstadt und Bestandteil der meisten englischen Mischungen, wird vorwiegend in den nördlichen Regionen von Syrien und Zypern produziert.

Mit seinen fünfzehn, maximal zwanzig Zentimetern ist die kleinblättrige ›Latakia‹-Pflanze sehr niedrig. Im Unterschied zu den anderen Tabaken wird er im ganzen geschnitten und verarbeitet, ohne die Blätter von den Stielen zu entfernen. Die Verarbeitung beginnt mit der Trocknung, die in geschlossenen Räumen im Rauch glimmenden Holzes stattfindet, wobei hierfür nur ganz bestimmte Holzarten geeignet sind, so etwa Späne bzw. Scheite von Eiche und Myrte, von Zypresse und Kiefer (denen mitunter getrocknete aromatische Kräuter beigefügt werden). Während der Trocknung nimmt der an der Decke aufgehängte Tabak den Rauch an und erhält sein typisches Aroma aus Holz, Rauch und Kräutern, für viele Raucher der »Duft des Feuers«. Nach der nicht sehr langen Fermentation hat der zum Mischen fertige ›Latakia‹ eine sehr dunkle, fast schwarze Farbe.

›Latakia‹ ist ein »schwieriger« Tabak, der nicht allen zusagt, und nur wenige Raucher können ihn pur rauchen. Gewöhnlich variiert sein Anteil in Mischungen zwischen 40 und 50 Prozent, wobei die mit hohem ›Latakia‹-Anteil gefertigten Mischungen dann auch ›Heavy Latakia blend‹ heißen. Das rauchige Kräuteraroma des ›Latakia‹ paßt zu einem relativ kräftigen Brand, wodurch ein tiefer, voller Geschmack entsteht.

Noch ein Wort zum ›Latakia‹ syrischer und zypriotischer Herkunft. Beide weisen einige grundsätzliche geschmackliche und aromatische Unterschiede auf, unabhängig davon, welches Holz für die Trocknung benutzt worden ist. Der syrische ist sehr streng, mitunter gar, so die Einschätzung einiger Pfeifenraucher, äußerst rauh, während der zypriotische bedeutend weicher ist und in Geschmack und Aroma tiefer und runder daherkommt. Aber fast niemand raucht diesen Tabak pur.

Perique
›Perique‹ ist einer der seltensten – von ihm gelangen weniger als 100.000 Kilogramm jährlich in den Handel – und damit auch einer der teuersten Tabake der Welt. Der Grund: Er wird ausschließlich im Gebiet St. James unweit von New Orleans im Staat Louisiana an den feuchten Ufern des Mississippi angebaut.

Die besondere Verarbeitung des ›Perique‹ beginnt bereits während seiner Kultivierung. Ein Teil der Blätter wird abgeschnitten, damit die übrigen größer und öliger werden. Dadurch erhöhen sich sowohl Nikotin- als auch Aromastoffgehalt des Tabaks erheblich.

Der ›Perique‹ wird ähnlich dem ›Burley‹ an offener Luft getrocknet, jedoch längst nicht so lange wie letztgenannter. Er soll lediglich etwas antrocknen und darf nicht seinen gesamten Saft verlieren. Im Anschluß werden die Blätter in Eichenfässern dicht übereinandergelegt. Das übliche Wort »fermentieren« ist hier nicht ganz passend: In den Fässern schmort der Tabak buchstäblich im eigenen Saft – weshalb die Trocknungszeit des Tabaks absichtlich verkürzt wird, damit die Blätter den für die Gärung notwendigen Saft beibehalten. Das Urheberrecht auf diese ungewöhnliche Technologie nahm der Franzose Pierre Chenet für sich in Anspruch, der die Methode Mitte des 18. Jahrhunderts bei den Indianern vom Stamm der Choctaw kennengelernt hatte. Der Name des Tabaks leitet sich so auch von einem indianischen Wort her: »Perique« bedeutet »Stich«.

Mindestens ein Jahr verbringen die Tabakblätter im Faß. Während dieser Monate werden sie nur wenige Male für kurze Zeit daraus »befreit«. Am Ende des komplizierten Prozesses präsentiert sich der ›Perique‹ als ungewöhnlich starker Tabak mit hohem Nikotingehalt, der einen leicht pfeffrigen Geschmack und ein ausgeprägt würziges Aroma hat. Da Geschmack und Aroma des ›Perique‹ so stark sind, macht er gewöhnlich nur 2 bis 3 Prozent (maximal 10 Prozent) innerhalb einer Mischung aus, damit durch seine Schärfe und seine Pfeffrigkeit die anderen Töne und Nuancen der Mischung nicht »erschlagen« werden. In Maßen genossen, vermittelt der schwere ›Perique‹ Dicke und Fülle.

Oriental tabaccos
Unter dem allgemeinen Terminus ›Orienttabake‹ versteht man einige Dutzend Sorten, die einander sehr ähnlich sind. Sie alle werden unter nahezu gleichen klimatischen Bedingungen in den Gebieten des östlichen Mittelmeers angebaut. Häufig wird ›Oriental‹ durch ›Turkish‹ ersetzt, da das gesamte östliche Mittelmeer einst zum Osmanischen Reich gehörte.

Die meisten Tabake, die zur Gruppe der ›Oriental tabaccos‹ gehören, werden nach der Stadt benannt, in deren Nähe sie angebaut werden, also zum Beispiel ›Griechischer Smyrna‹, ›Türkischer Samsun‹ (›Bursa‹, ›Izmir‹), ›Makedonischer Drama‹. Selten jedoch werden diese Tabake unter ihrem ursprünglichen Namen angeboten, da sie zum einen vor dem Verkauf durch große Firmen miteinander vermischt, zum anderen unter dem Namen ›Oriental (Turkish) tobacco‹ oder unter dem des dominierenden Tabaks einer Mischung geführt werden. Falls ein Raucher beim Kauf einer Tabakmischung orientalische Tabake in der Rezeptur findet, so handelt es sich nicht um eine Sorte, sondern bereits um eine Mischung verschiedener Tabake.

Die kleinblättrigen orientalischen Tabake werden direkt an der Sonne getrocknet, weshalb sie danach sehr trocken sind. Weil sie über einen hohen Gehalt an Zucker und Aromastoffen verfügen, sind sie relativ süß und haben ein ausgeprägtes kräftiges und pikantes Aroma (das nach Meinung vieler Experten leicht an Pferdegeruch erinnert). Orientalische Tabake werden häufig in englischen und schottischen Mischungen verwendet und harmonieren bestens mit ›Latakia‹.

Von Eldar Tusmuchamedow

MACH ES SELBST
Eine Gebrauchsanweisung für Mischungen, »Aufläufe« und Holzschraubstöcke

1) Zuerst sollten Sie etwas Tabak von jeder Sorte pur rauchen, um zumindest theoretisch eine Vorstellung davon zu haben, wie die einzelnen Sorten in der fertigen Mischung miteinander harmonieren könnten.

2) Nun müssen Sie die Basis Ihrer Tabakmischung bestimmen. Falls Sie ›Burley‹ gewählt haben sollten, können Sie beruhigt zu Punkt 3 übergehen. Dieser Tabak ist auf seine Art ausreichend, und Sie müssen sich nicht den Kopf über seine Abarten zerbrechen. Sollten Sie sich jedoch für ›Virginia‹ entschieden haben, müssen Sie noch etwas zaubern. Das Problem besteht darin, die richtige Balance zwischen dunklem und hellem ›Virginia‹ zu finden. Heller ist süß im Geschmack und leicht im Aroma. Für sich genommen jedoch, ohne dunkle Abarten, reicht er nicht aus, um einen ausreichend vollen Hintergrund zum Mischen zu bilden. Dunkler ›Virginia‹ ist dick und aromatisch, aber nicht süß genug, weshalb die Mischung schwer und fade wird und viele Zusätze untergehen.

3) Kommen wir zur Hauptsache – zu den würzenden Tabaken. Hier können Sie zwar lange herumexperimentieren, aber am Ende dominieren entweder ›Perique‹ oder ›Latakia‹. Einen dritten gibt es nicht. ›Cavendish‹? Der hat viel zuviel Selbstachtung, um sich in einen Kampf mit solchen »unberechenbaren Kindern« zu begeben.

›Perique‹ und ›Latakia‹ sind nicht gerade Freunde. Ihre Individualität ist zu stark ausgeprägt. Sie können fast nie zusammen in einer Mischung auftreten. Verwendet man jedoch nur einen von ihnen als Zusatz, also ›Latakia‹ oder ›Perique‹ auf einer entsprechenden Basis, bringt dies erfahrungsgemäß viele Punkte. Beim Wettlauf um die Individualität sollten Sie jedoch unbedingt noch etwas hinzufügen. Hier dürfen Sie auf keinen Fall den zurückhaltenden und eleganten ›Cavendish‹ vergessen. Auch ›Latakia‹ mit Orienttabaken zu kombinieren ist durchaus denkbar. Das wichtigste beim Mischen ist, nicht zu übertreiben und Balance und Harmonie über alles zu stellen. Im Ergebnis macht jeder Zusatztabak 10 bis 20 Prozent der Gesamtmischung aus.

4) Beim Mischen der Tabake dürfen Sie auf keinen Fall vergessen, daß es verschiedene Tabakschnittarten gibt. Das Vermischen eines sehr groben und eines sehr feinen Tabaks führt dazu, daß sie sich innerhalb der Mischung so rauchen, als ob sie einzeln vorhanden wären. Verwenden Sie dagegen nur feingeschnittenen Tabak, droht Geschmacksverlust, da solcher Tabak zu schnell zu heiß brennt. Grober wiederum brennt langsam, geht jedoch schnell aus. Was ist hier zu raten? Wie immer: Balance ist alles!

5) Die fertige Mischung muß unbedingt »gebacken« werden, damit der Geschmack voller und das Aroma prägnanter wird. Das läßt sich sogar zu Hause bewerkstelligen. Legen Sie die Mischung in einen Keramiktopf mit Deckel, geben Sie etwas Flüssigkeit hinzu, ehe Sie sie in den Backofen (bei niedrigster Temperatur) stellen. Nach einiger Zeit entsteht ein Geruch, der nicht zwingend angenehm sein muß. Starker Geruch bedeutet: Diese Etappe nähert sich ihrem Ende. Nehmen Sie nun den Topf aus dem Ofen und stellen Sie ihn zum Garwerden ab.

6) Jetzt wird der Tabak gepreßt. Eine »Presse« können Sie aus zwei Holzplatten und einem Paar Schraubzwingen problemlos selbst herstellen. Die nach dem »Backen« etwas getrocknete Tabakmischung muß in Wachspapier gewickelt und mit Hilfe der Schraubzwingen dicht zwischen die beiden Holzplatten geklemmt werden. Nach einigen Tagen werden Sie eine gepreßte Tabakmischung eigener Herstellung in Augenschein nehmen können. Durch das Pressen vermischen sich Geschmack und Aroma der verschiedenen Tabake hervorragend, wird die Konsistenz der Mischung homogener.

7) Die Mischung sollte unbedingt in einem hermetisch verschlossenen, nicht sehr großen Gefäß für einige Wochen (besser Monate) gelagert werden. Wie Ihr »Tabak-Cocktail« geworden ist, wird die Zeit zeigen.

KLASSISCHE MISCHUNGEN

Schottische Mischung
Dark Virginia – 3 Teile
Bright Virginia – 2 Teile
Kentucky Burley – 2 Teile
Black Cavendish – 1 Teil
Perique Scottish-Mix-Cut – 1 Teil

Englische Mischung
Bright Virginia – 5 Teile
Black Cavendish – 1 Teil
Latakia – 3 Teile
Specially Matured
Tobacco – 2 Teile
 
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