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Wie Sie eine Pfeife pflegen

Sie können eine gute Pfeife finden, die Geheimnisse der Tabakmischung ergründen und sie in angenehmer Gesellschaft genießen.

Aber Sie können dieses Vergnügen nicht wiederholen, es sei denn, Sie lernen, wie Sie eine Pfeife pflegen. »Der Kopf muß kalt, die Füße warm und die Pfeife trocken sein«, empfiehlt ein anerkannter Pfeifenmeister, der weiß, wovon er spricht. In Zukunft werden Sie es auch wissen.

Die Masterclass wird von Alexej Schechowzow geleitet, Präsident des Klubs der Pfeifenliebhaber in St. Petersburg

Die heiße Pfeife



Nachdem Sie zu Ende geraucht haben, mischen Sie die Asche mit den Tabakresten und schütten den Inhalt der Pfeife aus. Um die Verbrennungsrückstände und nicht verbrannten Tabakkrümel glatt von den Seiten des Kopfes zu entfernen, benutzen Sie am besten einen ›British Buttner‹ [1–2] als Reibahle, der dank seiner zwei beweglichen Schneidmesser für Köpfe jeden Durchmessers geeignet ist. Sie können aber auch statt dessen die Klinge eines gewöhnlichen dreiteiligen Pfeifenwerkzeugs nehmen [3]. Nach dem Rauchen sollte das gute Stück zunächst eine bis anderthalb Stunden auskühlen, ehe es im Pfeifenschrank oder in der -tasche zu liegen kommt.

Die abgekühlte Pfeife


Vor dem Reinigen muß das Mundstück unbedingt entfernt werden [4]. Indem Sie stets in ein und dieselbe Richtung drehen (etwa nach rechts), können Sie das Mundstück vom Holm trennen. Falls die Pfeife einen Filter hat, muß er ebenfalls vor dem Reinigen entsorgt werden, da er die Eigenschaft besitzt, die angesammelte Feuchtigkeit wieder an die Pfeife zurückzugeben [5]. Falls Sie die Pfeife überhaupt nicht reinigen, würde sie ihren Geschmack verändern und könnte eventuell sauer werden.

Der Brennraum





Gewöhnlich ist keine zusätzliche Pflege nach der Reinigung mit einem ›British Buttner‹ nötig. Falls sich im Kopfinnern eine dicke Schicht von Verbrennungsrückständen gebildet haben sollte, lassen sie sich mit einer gewöhnlichen Reibahle [6–7] entfernen. Zusätzlich wird der Brennraum mit einer Serviette [8] oder mit einem gebogenen Pfeifenreiniger gesäubert [9–10].

In Meerschaumpfeifen sollten keine Verbrennungsrückstände vorkommen. Falls doch, lassen sie sich am besten ebenfalls mit einem ›Buttner‹ entfernen. Bei Meerschaumpfeifen können Sie diese Rückstände auch während des Rauchens beseitigen. In diesem Fall sollten Sie beim Stopfen des Tabaks die scharfe Seite des Stopfers gegen die Wände des Kopfes drücken.

Der Holm
Hierfür wird eine zusammengerollte weiche Stoffserviette benutzt [11]. Pfeifenreiniger oder Wattestäbchen tun es auch. Falls der Rauchkanal stark verstopft ist, verwenden Sie den Bohrer der Reibahle oder den Dorn [12–13]. Reinigen Sie den Rauchkanal so lange, bis der Pfeifenreiniger wieder sauber zum Vorschein kommt [14].




Ob für die Reinigung des Rauchkanals alkoholhaltige Flüssigkeiten Verwendung finden sollten, ist eine strittige Frage. Zahlreiche Kenner sind der Meinung, Alkohol sei schädlich für das Holz, da er den Dreck in die Poren des Holzes reibt – und somit die Pfeife mit der Zeit nicht mehr zu gebrauchen ist.

Das Mundstück
Um das Mundstück zu reinigen, ziehen Sie einen Pfeifenreiniger vom Anfang des Mundstücks zum Ende durch, das heißt zur Verbindungsstelle mit dem Holm [15]. Hierfür können alkoholhaltige Reiniger verwendet werden. Falls das Mundstück aus Ebonit besteht, seien Sie vorsichtig: Alkohol hinterläßt – im Gegensatz zu Acryl – Flecken auf diesem Material.





Zur Beseitigung von Flecken und Spuren auf dem Mundstück verwenden Sie am besten eine spezielle Paste [16–17]. Tragen Sie eine kleine Menge davon auf das Mundstück auf und polieren Sie es danach mit einem weichen Lappen [18]. Acryl muß nicht poliert werden. Wenn sich das Mundstück schwer einsetzen läßt, gar quietscht, behandeln Sie es mit einem bestimmten Graphitgemisch [19] oder einer Bleistiftmine. Wenn das Mundstück zu locker sitzt (vor allem bei filterlosen Pfeifen), ist folgendes geraten: Beschaffen sie sich eine Anzahl kleiner Bohrer mit möglichst geringem Größenunterschied. Wählen Sie den aus, der haargenau in den Zapfen des Mundstücks paßt. Dann nehmen Sie den Bohrer eine Nummer größer zur Hand. Erwärmen Sie den Zapfen über einem geschlossenen Feuer (Elektroplatte). Damit der Zapfen nicht schmilzt, sondern sich allmählich erwärmt, können Sie ein Gestell in Form eines Kegels bauen (aus hitzebeständigem Material). Bringen Sie ein Loch im oberen Teil des Kegels an, legen Sie den Zapfen darauf und warten Sie, bis er weich wird. Führen Sie dann in die Öffnung den ausgewählten Bohrer mit der glatten Seite ein, lassen Sie das Mundstück abkühlen und entfernen Sie nun vorsichtig den Bohrer. Der Durchmesser des Zapfens hat sich vergrößert, und das Mundstück wackelt nicht mehr.

Der Kopf
Verbrennungsrückstände rund um den Brennraum lassen sich sehr gut mit Speichel entfernen [20]. Einige Raucher verwenden Spiritus dafür, aber dann besteht die Gefahr, die Farbe des Bruyère zu verderben.



Für die Polierung der Außenseiten des Kopfes wird eine Paste verwendet, die (geruchloses) ›Carnauba‹ enthält [21–22], bekannt als härtestes Wachs natürlicher Herkunft. Sie können sowohl die kalte als auch die heiße Pfeife polieren.

Meerschaumpfeifen werden mit einem lauwarmen, feuchten Tuch gereinigt. Verwenden Sie auf keinen Fall Spiritus für die Reinigung dieser Pfeifen.
 
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