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Puros Indios



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Wenn von den Großen der internationalen Cigarrenwelt die Rede ist, dann darf ein Name nicht fehlen: Rolando Reyes sen. Geachtet und angesehen ist er, der Gründer und Inhaber des Unternehmens ›Puros Indios Cigars‹, und das nicht zuletzt deshalb, weil er die Kunst des Cigarrenrollens beherrscht. Über diese Fertigkeit verfügen zwar auch viele andere, aber ein Firmeninhaber, der Cigarren rollt? Das ist nicht alltäglich. Ist jemand gar in der Lage, eine ›Diadema‹ zu rollen, hat das mit der hohen Kunst des Cigarrenrollens zu tun, handelt es sich hierbei doch um ein Format, das zu den ganz schwierigen gehört, um eines, dessen Herstellung von Hand selbst erfahrenen Torcedores alle Tüchtigkeit abverlangt. Rolando Reyes sen. ist so jemand, der (noch heute) eine ›Diadema‹ perfekt zu rollen vermag – und er ist jemand, der alles über die Geheimnisse des Tabaks weiß. Das macht ihn zu einer Persönlichkeit.

Noch heute? Es sollte hervorgehoben werden – schließlich begann die »Laufbahn« des 1924 geborenen späteren Firmengründers bereits vor rund siebzig Jahren, als er sich erstmals mit Tabak auseinandersetzte. Das war auf Kuba, und dort, in den Fabriken ›Romeo y Julieta‹, ›Partagás‹ und ›H. Upmann‹, machte Rolando Reyes sen. seine ersten (und weiteren) Schritte als Torcedor. Irgendwann kam die Revolution, folgte die Emigration, startete er seine Versuche, etwas Eigenes aufzubauen. Seine erste Marke, ›Cuba Aliados‹, hatte er praktisch aus Kuba mitgebracht. Deren Herstellung setzte er in den Vereinigten Staaten fort, wobei er versuchte, mit verschiedenen Tabakmischungen möglichst nahe an das Original heranzukommen.

Die ›Puros Indios‹ erschienen dann 1995, kurz bevor Don Rolando seine Wirkungsstätte von Nord- nach Mittelamerika verlegte. Hier, in Honduras, war er vor Ort, und hier konnte er den gesamten Prozeß begleiten und (notfalls) kontrollieren: Er nahm Einfluß bei der Wahl des Tabaks ebenso wie bei der Überprüfung des Zugs der fertigen Cigarren.

Im genannten Jahr schloß Rolando Reyes sen. mit dem Unternehmen ›JR Cigars‹ einen Vertrag, demzufolge in den Vereinigten Staaten alle von ihm hergestellten Cigarren ausschließlich über den Distribuenten ›JR Cigars‹ verkauft werden durften. Don Ronaldos kurz darauf einsetzende Versuche, ›Puros Indios‹ selbständig zu verkaufen, trafen verständlicherweise auf heftigen Widerstand des Vertragspartners. Es folgten Gerichtsverhandlungen, in deren Ergebnis sogar die Produktion der ›Cuba Aliados‹ für einige Jahre eingestellt werden mußte, ehe sich schließlich, nach einem persönlichen Treffen zwischen Don Rolando und Lou Rothman, dem Inhaber von ›JR Cigars‹, die Kontrahenten einigen konnten.

Interessant sind die ›Puros Indios‹ in ihrer Zusammensetzung: Es werden Tabake aus vier Ländern Mittel- und Südamerikas verwendet. Deck- und Umblatt sind aus Ecuador, während die Einlage nicaraguanischen, dominikanischen und brasilianischen Ursprungs ist. Das scheint nicht wenige Raucher überzeugt zu haben (und weiterhin zu überzeugen): Wurden 1995 rund zwei Millionen ›Puros Indios‹ hergestellt, fand schon 1997 mit sechs Millionen Stück ein enormer Produktionsaufschwung statt, um dann in den darauffolgenden Jahren um circa 15 Prozent pro Jahr zu steigen. Somit ist es nicht verwunderlich, daß die heutige Mischung der ›Puros Indios‹ dieselbe ist wie zu Beginn ihrer Produktion.

Von Anfang an wartete die Linie ›Puros Indios‹ mit einem breiten Formatsortiment auf, wobei insbesondere die Vitola ›Chief‹ erwähnenswert ist. Mit einer Länge von nahezu 46 Zentimetern und einem Durchmesser von etwas mehr als 26 Millimetern gehört dieser »Gigant« zu den weltweit größten Cigarren, die innerhalb einer regulären Linie hergestellt werden. Diese ›Giant‹ ist auch (wieder) hierzulande zu haben, denn nach einigen Jahren Abwesenheit kommen die ›Puros Indios‹ nach Deutschland zurück. Begleitet werden sie von den ›Aliados‹, wie die ›Cuba Aliados‹ in Europa heißen werden. In absehbarer Zeit sollen dann noch weitere vier Serien des Unternehmens in unseren Breitengraden angeboten werden – aber davon sowie von der Serie ›Aliados‹ soll in späteren CIGAR CLANAusgaben die Rede sein …

Text: Anna Aranowskaja

 
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