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Wenn der Regen fällt … b
Bereits den zweiten Tag pocht Regen an die Fensterscheiben. Ich mag warme Sommerregen. Es tut gut, abends mit Tee und Pfeife am geöffneten Fenster zu sitzen. Ich schaue auf die großen Tropfen, die von Zeit zu Zeit auf das Fensterbrett fallen, höre, wie sie sich platschend auf Gras und Blätter legen …

An solchen Tagen erinnere ich mich, wie ich vor einigen Jahren in einen Regen geraten war, der eine Woche lang nicht aufhörte. Es war im August. Ich war mit Freunden in die Berge gefahren, und der Regenschauer erwischte uns, als wir zur nächsten Berghütte hochstiegen. Gewöhnlich dauerte der Aufstieg an die vierzig Minuten, aber dieses Mal brauchten wir mehrere Stunden. Als wir oben angekommen waren, hatte der Regen etwas nachgelassen, aber dennoch konnten wir nur mit Mühe und Not Feuer machen und unser Lager aufschlagen.

Als wir am anderen Morgen aufwachten, mußten wir zu unserer großen Verwunderung feststellen, daß der Regen noch nicht aufgehört hatte. Unseren Berg bedeckte eine riesige Wolke, und aufgrund absoluter Windstille hielt der Regen eine Woche lang an. Während dieser Zeit waren wir in dichten Nebel gehüllt, der Spaziergänge in die Umgebung stark erschwerte. Und so vertrieben wir uns die Zeit mit Gesprächen am Lagerfeuer, wobei für uns der Sprühregen allmählich zur Gewohnheit wurde. Ich erinnere mich, daß mein Tabak etwas feucht geworden war, daß jedoch dieser Umstand den wunderbaren Urlaub nicht beeinträchtigte. Nach einigen Tagen hörte der Regen plötzlich auf. Sonne und Wind vertrieben Wolken und Nebel, und vor uns tat sich eine phantastische Landschaft auf: Die Berge um uns waren von einem dicken, saftigen Grün bedeckt, einem Grün, das selbst im Mai nicht vorkommt.

Tagsüber streiften wir durch die Umgebung, besichtigten leere Höhlenstädte, Überreste uralter Zivilisationen, und am Abend, nach unserer Rückkehr zu unserem Lager auf der Wiese, beobachteten wir den Sonnenuntergang. Wenn die Sonne unterging, konnte man sehen, wie sich der riesige Feuerball in der Ferne im Meer widerspiegelte, das am Tage von einem leichten Schleier verhüllt war. Man konnte sogar Schiffe als schwarze Punkte erkennen … Von hier aus waren die benachbarten Berge und Täler gut zu überblicken. Im angrenzenden Tal erstreckte sich ein Tabakfeld, und wenn der Wind von dort kam, konnte man in seinem Hauch Tabakpflanzen ausmachen, auch trockenes Gras, den herben Geruch von Wermut und Thymian, den Duft von Sand und Steinen, die nach dem heißen Sonnentag glühten, und vielleicht auch Staub, den der Abendtau niedergeschlagen hatte. An einen warmen Findling gelehnt, saß ich stundenlang am Abhang, schmauchte genußvoll meine Pfeife und erfreute mich an dem Ausblick, der Stille und dem blendendhellen Sternenhimmel …

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Es ist lange her. Als ich den ›A&C Petersen Premier Cru‹ zum ersten Mal probierte, begeisterte ich mich gerade für naturbelassene Mischungen. Auf der Suche nach neuen Eindrücken lenkte ich irgendwann meine Aufmerksamkeit auf die unauffällige beige Dose mit dem roten Band, weil ich sie einmal auf einem Photo gesehen hatte, das einen berühmten Pfeifenmacher zeigte. Ich dachte damals, daß ein solch großer Meister wohl kaum schlechten Tabak rauchen würde und daß dies eine gute Empfehlung sei. Zunächst ließ mich der Tabak vor Begeisterung nicht gerade hochspringen, aber nach einigen Pfeifen wurde er durchaus interessant.

Der ›Premier Cru‹ hat etwas Intrigantes an sich. Er zeigt sich jedes Mal von einer neuen Seite – was mir sehr imponiert. Der hohe Anteil orientalischer Tabake macht die Mischung interessant. Diese Tabake sind Bestandteil vieler populärer Mischungen, aber bei den englischen Mischungen hindert mich der Latakia daran, sie herauszuschmecken, und bei den dänischen die Aromatisierung. Gemäß der Herstellerdeklaration handelt es sich beim ›Premier Cru‹ um eine klassische Tabakmischung. Auf dem Etikett steht: »Dieser Tabak wurde von Hand aus ausgesuchten Sorten gemischt, die auf den berühmtesten Plantagen der Welt angebaut wurden. Wir verwenden Virginia-Tabak aus der Gegend von Old Belt, orientalische Sorten aus Griechenland, der Türkei und Zypern und fügen der Mischung einen geringen Teil Perique von den bekannten Plantagen Louisianas hinzu. Eine angenehme Mischung mit ausgewogenem Bouquet.« Das unauffällige, gleichwohl edle Etikett ist im Stil guter Weinetiketten gehalten, trägt die Unterschriften der Firmengründer, drei Goldmedaillen und eine individuelle Nummer. Die frisch geöffnete Dose verströmt ein ruhiges, zurückhaltendes Tabakaroma: Der Geruch von gutem Virginia, der stark an Heu erinnert, offenbart zarte Frucht- und Schokoladentöne sowie Noten von gerösteten Nüssen. Der Tabak hat eine angenehm lebendige Farbe: relativ hell, mit goldenen und dunkelbraunen, fast schwarzen Einsprengseln, offenbar vom Perique und den Orientalen.

Die Schnittbreite ist Flake. Erstaunlich ist die Qualität der Mischung: Aus den Tabakblättern wurden die feinsten Äderchen entfernt. Nichts Überflüssiges, nur ausgesuchter Tabak. Zum Rauchen des ›Premier Cru‹ bevorzuge ich eine Pfeife mittlerer Größe. Da es sich bei dieser Mischung um eine qualitativ hochwertige handelt, empfiehlt es sich, sie in einer klassischen Pfeife ohne Filter zu rauchen. Da die Flakes nicht sehr breit sind, läßt sich der Tabak gut stopfen. Ein bis zwei Streichhölzer genügen, um die Pfeife in Brand zu setzen, und bereits nach wenigen Minuten wird man mit dicken Schwaden herben Rauchs belohnt. Der Tabak gewinnt an Stärke, entfaltet seinen ruhigen, edlen, ausgeglichenen Charakter mit einem breiten Spektrum an Nuancen. Die natürliche Süße des Virginia harmoniert hervorragend mit den Nußtönen der Orientalen, läßt deren leichte, angenehme Herbheit zum Vorschein kommen, die an den Geschmack unreifer Walnüsse erinnert. Der richtige Anteil Perique verleiht der Mischung eine zart pfeffrige Würze, sorgt für Perfektion. Mir gefällt das leichte Zwicken, begleitet von dem beschwingt-zurückhaltenden Aroma. Der ›Premier Cru‹ brennt gleichmäßig und langsam – und entfaltet sich vollständig nach dem ersten Drittel der Stopfung. Bei der Wahl des richtigen Rauchtempos hält der Genuß bis zum Ende an.

Die Mischung ist vortrefflich ausgewogen und frei von »scharfen Ecken«. Sie verbrennt vollständig zu hellgrauer Asche. Im Raum hinterläßt sie den wohltuend neutralen Geruch von edlem Tabak. Da der Tabak von mittlerer Stärke ist, rauche ich ihn gerne im Sommer, am liebsten zu Hause an einem stillen, ruhigen Abend bei warmem Sommerregen. Meines Erachtens ist die Mischung ›Premier Cru‹ ein herausragendes Beispiel für Qualität ohne Kompromisse, obwohl er nicht zu den populären Tabakmischungen gehört, da hochwertige Orienttabake heutzutage leider eine große Seltenheit geworden sind. Dieser Tabak ist für all diejenigen eine Empfehlung, die Wert auf natürlichen Tabakgenuß legen. Da die Mischung einfach in der Anwendung ist, eignet sie sich sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Raucher. Erhältlich ist der Tabak in Dänemark. Wie viele andere seltene und interessante Mischungen aus dem Land zwischen Nord- und Ostsee wird er in erster Linie für den dortigen Binnenmarkt hergestellt.


Text: Dmitrij Nasarenko

 
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