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Ein Treffpunkt für Genießer
Zugetragen hat sich die Geschichte vor langer Zeit … An einem Abend des Jahres 1827 gelang es dem Dichter Wilhelm Hauff, der oft in Bremen weilte, in einem der kleineren Säle des ›Ratskellers‹ die Nacht zu verbringen, umgeben von etlichen Krügen und Flaschen guten Weins. Nach weiteren weinseligen Tagen und Nächten war er von dem Bacchustrunk wohl so angetan, daß er nicht umhin konnte, sich von der Muse küssen zu lassen, und solcherart inspiriert, brachte er die Novelle Phantasien im Bremer Ratskeller zu Papier. Ein anderer Künstler, der Maler Max Slevogt, war von dieser Novelle – der bekanntesten deutschsprachigen Weinnovelle – derart angeregt, daß auch er, vermutlich ebenfalls unter Einfluß eines guten Tropfens und somit im Zustand der erhöhten Lebensfreude, nicht umhin konnte, seiner Arbeitslust nachzugeben, und so einige humorvolle Fresken schuf, die noch heute die Wände des ›Hauffkellers‹ schmücken.
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Eine Sammlung von unschätzbarem Wert
Es gäbe noch vieles zu erzählen über den ›Hauffkeller‹, auch ›Hauffsaal‹ genannt, über den ›Ratskeller‹ allemal, doch soll er nicht Hauptgegenstand unserer Ausführungen sein. Nur soviel: Der ›Ratskeller‹ – und damit ist nicht der Gastronomiebetrieb gemeint, sondern der Weinkeller – ist einer der größten seiner Art in Europa. Eine weitere Besonderheit: In den weitverzweigten Gewölben mit Gängen, die sich insgesamt über eine Länge von zweieinhalb Kilometern erstrecken, lagern ausschließlich deutsche Weißweine absoluter Spitzenlagen, darunter in der ›Schatzkammer‹ allein über hundert verschiedene Trockenbeerenauslesen allererster Güte. Eine Sammlung von unschätzbarem Wert. »Aushängeschild« des ›Ratskellers‹ ist aber nicht irgendein edler Tropfen, sondern war und ist der Kellermeister. Seiner Zunge und seinem Geschick in der Weinauswahl ist der hervorragende Ruf zu verdanken, den der ›Ratskeller‹ weltweit besitzt. So gehört selbstverständlich auch der jetzige Kellermeister, gehört Karl-Josef Krötz, ein gebürtiger Moselaner, zu den herausragenden Persönlichkeiten seines Fachs. Seit nahezu zwei Dezennien ist er der Herr über das sechshundert Jahre alte Gewölbe unter dem Bremer Rathaus.

Das Rathaus. Von 1405 bis 1408 erbaut, gehört es wie die ›Rolandstatue‹ zum Weltkulturerbe der ›Unesco‹ – und ist das einzige Rathaus, das in diese Liste der Weltorganisation aufgenommen worden ist. Hinter Rathaus und Dom erstreckt sich mit dem ›Domshof‹ ein riesiger Platz – und es tut sich eine Weitläufigkeit auf, wie sie in dieser Ausdehnung nur noch selten auf unserem Kontinent anzutreffen ist. Selbst bei tiefen Wolken und nebeldurchzogener Luft bekommt man hier eine Ahnung davon, wie sich einstmals das freie Denken und Handeln in einer Stadt entwickelte, die den Schritt zur »Freien Hansestadt« gemacht hat.

Zu diesem Ensemble prachtvoller historischer Gebäude gehört auch der direkt gegenüber dem mächtigen Dom gelegene ›Börsenhof‹. Auch er ein Gemäuer mit Tradition und Geschichte: Seit 1862 ging es hier mitunter hoch her, denn in diesem Jahr nahm die ›Wertpapierbörse‹ der Hansestadt Bremen ihre Tätigkeit auf. Hier gingen von nun an Kaufleute ein fand den Weg in den ›Börsenhof‹. Ob exakt einhundertneununddreißig Jahre später ebenfalls der eine oder andere Glücksritter den Weg in das geschichtsträchtige Gebäude fand, ist nicht überliefert. Wohl aber, daß ehrbare hanseatische Kaufleute darunter waren, als in diesen altehrwürdigen Mauern im August 2001 die ›Havanna Lounge Bremen‹ erstmals für ihre Mitglieder geöffnet hatte.

Zurückhaltende Eleganz
In der ›Havanna Lounge Bremen‹ herrscht eine wohltuende Atmosphäre, eine der angenehm-gehobenen Art. Alles ist gediegen, keineswegs überladen – und entspricht somit dem Selbstverständnis, das hier, im Norden der Republik, vorherrscht: Zurückhaltende Eleganz trifft eher das Wesen des Hanseaten als glamouröse Effekthascherei. Blickfang der Lounge-Räume sind vor allem die Arkadengänge und Säulen im neugotischen Stil, die dem Ganzen etwas Erhabenes geben, gleichwohl jedoch keineswegs einengend wirken, sondern genügend Raum für Mitglieder und Gäste lassen – Raum, der dazu einlädt, sich ungezwungen zu bewegen und zu begegnen.

Tatsächlich begegnet man sich in der ›Havanna Lounge Bremen‹ auf verschiedenen Ebenen. Da treffen sich zum einen Geschäftspartner und -freunde oder solche, die es noch werden wollen – schließlich ist der Austausch von geschäftlichen Interessen, der in einem angenehmen Ambiente stattfindet, allemal Unterredungen vorzuziehen, die beispielsweise in einem nüchternen Konferenzraum vonstatten gehen. Zum anderen kommen Mitglieder zusammen, um sich einfach nur zu unterhalten und einen gesellig-genußvollen Abend miteinander zu verbringen. Hierzu – gemeint ist der Genuß – gehören bekanntlich ein guter Tropfen, ein hervorragendes Essen, eine feine Cigarre und, je nach Lust und Laune, ein hochgeistiges Getränk, das dafür gedacht ist, den Abend wohlfeil abzurunden.
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Genußvolle Höhepunkte
Für all das ist bestens gesorgt in der ›Havanna Lounge Bremen‹: Mehr als zweihundert Positionen finden sich auf der Weinkarte (Schwerpunkt: ›Bordeaux‹), etwa genauso viele auf der Cigarrenkarte (Schwerpunkte: ›Davidoff‹ und ›Habanos‹), während mehr als hundert Digestifs bereitgehalten werden, wovon allein über vierzig Whisk(e)ys die Wahl der richtigen »Abrundung« zur (angenehmen) Qual machen. Bliebe noch das hervorragende Essen. Es gibt zwar eine (kleine) Speisenkarte, doch die wird in der Regel nicht verlangt. Nicht deshalb, weil das Essen so gut wie keine geschmacklichen Höhepunkte verspräche, sondern weil der Koch stets mit kulinarischen Überraschungen aufwartet, auf die sich die Gäste nur zu gerne einlassen.

Der Koch. Das ist Jürgen Petrick. Den gebürtigen Hamelner zog es schon früh in den Süden Europas, nach Frankreich, Portugal und Spanien. Dort arbeitete er in der Sterne-Gastronomie mit vielen Spitzenköchen zusammen, unter anderem mit Eckart Witzigmann. Auf zwei Jahre belief sich beispielsweise sein Engagement im berühmten ›Juan Carlos I‹ (Barcelona), wo zu seinen Gästen viele Prominente aus Politik und Wirtschaft zählten, so etwa Namensgeber Juan Carlos I. von Spanien höchstselbst und der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Auch im ›Cás Puers‹ auf Mallorca fand man ihn an der Seite von Eckart Witzigmann. Zuletzt war er dann Chef de Cuisine in der mallorquinischen Witzigmann-Gastronomie ›Cás Xorc‹, ehe er von der ›Havanna Lounge Bremen‹ als Küchenchef engagiert wurde. Hier setzt Jürgen Petrick, der mit seinem Team höchsten Wert auf Qualität und Kreation der Speisen legt, vor allem mit seinen zahlreichen Gänsestopfleber- Variationen kulinarische Ausrufezeichen.

Engagiert hat ihn Olaf Janotta. Dem Geschäftsführer der ›Havanna Lounge Bremen‹ war und ist es wichtig, mehr zu bieten als einen stilvollen Rahmen für Begegnungen von Clubmitgliedern und deren Gästen, also nicht allein geschäftlichen Interessen zu genügen: »Unsere ›Havanna Lounge‹ ist zwar ein Wirtschafts- und Gesellschaftsclub, aber bei uns wird auch und gerade der Genuß sehr intensiv gepflegt. Wir bieten den Mitgliedern eine hochwertige Rückzugsmöglichkeit. Zudem haben die Mitglieder Gelegenheit, in unseren Konferenzräumen Seminare, Verkaufsveranstaltungen und ähnliches durchzuführen. Alle Räume und technischen Ausstattungen sind für unsere Clubmitglieder und für die Mitglieder des ›IAC‹ gebührenfrei nutzbar. « Und weiter: »Bei uns ist Dünkel ein Fremdwort. In unserer Lounge sollen sich Mitglieder und Gäste wohlfühlen. Mein Team und ich versuchen daher, durch Angebot und Service diesem Anspruch gerecht zu werden. Ich denke, das ist uns bisher gut gelungen – was nicht zuletzt daran festzumachen ist, daß unter den Mitgliedern schon etliche Freundschaften entstanden sind.«

Das alles – und noch mehr – ist nur dann wirklich umzusetzen, wenn ein Serviceteam bereitsteht, das engagiert ist und individuell auf die Belange der Gäste eingeht. Wer einmal das Vergnügen gehabt hat, von Marion Martin und ihren Mitarbeiterinnen beraten und bedient zu werden, der vergißt für einige Stunden das Schlagwort von der »Servicewüste Deutschland« …


Text: Dieter H. Wirtz

 
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