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Hecho a mano en Alemania

Cigarrenherstellung von Hand. In Deutschland bis Anfang der fünfziger Jahre gang und gäbe, heute ausgestorben. Nicht ganz. Ein jahrhundertealtes Handwerk erlebt hierzulande seine Renaissance …

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Gleich um die Ecke …
Wer neugierig ist und sehen will, wie eine Cigarre von Hand gerollt wird, der kann sich etwas Wesentliches ersparen: den langen Flug in die Karibik, der sich, falls er denn mit der ›Iberia‹ den Atlantik überquert, mitunter recht beschwerlich gestalten kann. Praktisch »gleich um die Ecke«, in Köln, auf der (sich endlos ziehenden) Venloer Straße 213 bis 215, gibt es eine Cigarrenmanufaktur, und die kann der Interessierte jeden Dienstag zwischen vierzehn und neunzehn Uhr aufsuchen und besichtigen, kann dabei zuschauen, wie die flinken Hände der Torcedoras aus den verschiedenen Tabakblättern für Einlage, Umblatt und Deckblatt gut schmeckende Cigarren drehen.
›La Galana‹ heißt diese Manufaktur, in der ausschließlich Longfiller hergestellt werden, und geführt wird sie von Yoleivis Fernández, einer Kubanerin. Die Produktionsleiterin hat mehrere Jahre in der Fábrica ›Quintero‹ gearbeitet, und während dieser Zeit hat sie die Auszeichnung mit dem Prädikat ›Mano Agil‹ erworben – was nicht jeder bzw. jede von sich behaupten kann, denn eine »besonders hohe Produktionsschnelligkeit bei maximaler Qualität« ist auch auf Kuba nicht Alltag in den Cigarrenmanufakturen. Mehr als zehn Jahre, genauer seit 1995, lebt Yoleivis Fernández schon in Deutschland, wo sie zunächst als freiberufliche Cigarrendreherin auf nationalen und internationalen Veranstaltungen ihren Lebensunterhalt verdiente.
Daß sie jetzt nicht mehr soviel reisen muß … daran sind Annette Meisl und Cem Türkantos schuld. Das deutsch-türkische Ehepaar, seit knapp eineinhalb Jahrzehnten Inhaber der international tätigen Künstleragentur ›La Gala‹, veranstaltet weltweite Tourneen süd-
europäischer und lateinamerikanischer Bands und realisiert kubanische Nächte sowie ausgefallene Tabak-Events für Unternehmen in Deutschland. Da lag es schon sehr nahe, mit der Gründung einer Cigarrenmanufaktur die Verbindung von Genuß und Kultur herzustellen. Sehr beliebt ist inzwischen der ›Club del Tabaco‹, bei dem die Torcedoras von ›La Galana‹ auf Veranstaltungen Cigarren rollen und Gästen die Cigarrenproduktion erläutern. Mittlerweile ist das zweijährige Bestehen der Manufaktur gefeiert worden. Dabei soll es nicht bleiben, denn das ›La Galana‹-Team blickt in eine gute Zukunft.
Zu diesen positiven Aussichten haben vor allem die Cigarren beigetragen, die bei denjenigen, die bisher die ›La Galanas‹ geraucht haben, mehr als nur ein zufriedenes Nicken ausgelöst haben. Die Cigarren: Das sind Longfiller, deren Tabake vornehmlich aus dem allseits bekannten und angesehenen nicaraguanischen Anbaugebiet Jalapa stammen. Heraus kommen dabei Cigarren, die in der Qualität überzeugen und durch ihre leicht würzige Note ansprechen.
Inzwischen hat sich die Kunst aus Köln herumgesprochen, und so gibt es nicht wenige Auftraggeber, die sich bei ›La Galana‹ ihre ganz persönlichen Cigarren mit individuell gestalteten Bauchbinden bestellen, die dann als »Private Labels« den Besitzer wechseln.


Text: Dieter H. Wirtz

 
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