![]() |
 |
![]() |
|
Degustation Flüssiges Gold im Glas
»Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gib ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Süße in den schweren Wein.«
Rainer Maria Rilke
Die Süßweine
2001ER SÄMLING TROCKENBEERENAUSLESE
Angerhof Tschida, Illmitz

Der Familienbetrieb ist in Illmitz beheimatet, im Herzen des Seewinkels, Teil des ›Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel‹. Fast die gesamte Ernte wird zur Produktion von Beeren- und Trockenbeerenauslesen sowie von Schilf- und Eisweinen verarbeitet. Die Weine werden ausnahmslos schonend ausgebaut, mit kühler, langsamer Gärung im Stahltank oder in Barrique-Fässern. Exotische Fruchtaromen mit einem schönen Süß-Säure-Spiel prägen diesen goldgelben Wein.
2001ER WELSCHRIESLING TROCKENBEERENAUSLESE
Weingut Günther Schönberger, Mörbisch am See

Quereinsteiger Günther Schönberger, der in seiner musikalischen Vergangenheit als Saxophonist der ›Ersten Allgemeinen Verunsicherung‹ die »Neue Deutsche Welle« mitprägte, ist von einem hohen Qualitätsanspruch besessen und baut konsequent biodynamisch an. So erfolgen beispielsweise die Arbeiten im Weingarten und im Keller unter Beachtung der jeweiligen Mondphasen. Die ›2001er Trockenbeerenauslese‹ verbindet intensive Frucht mit feinen Röstaromen und einem hinreißenden Säurespiel.
2003ER ›THE RED ONE‹, SCHILFWEIN
Gerhard Nekowitsch, Illmitz

Die Spezialität des Hauses ist der ›Schilfwein‹. Nur gesunde, vollreife Trauben werden im Herbst auf Schilfstroh gelagert. Durch die lange Trocknung wird den Trauben auf natürliche Weise Flüssigkeit entzogen. Erst nach einer Lagerung von mindestens drei Monaten werden die rosinenartigen Trauben auf schonendste Weise gepreßt.Dieser ungewöhnlichste und auch süßeste Wein der Verkostung präsentiert sich rubinrot, mit feiner Röstaromatik, wunderbarem Säurespiel und einem ewig währenden Abgang.
2005ER CHARDONNAY AUSLESE
Kollwentz Römerhof, Grosshöflein

Seit nachweislich 1775 ist die Familie Kollwentz in Großhöflein ansässig. Mittlerweile wächst auf dem ›Römerhof‹ der Familie Kollwentz die achte Generation von Winzern heran. Die ›2005er Chardonnay Auslese‹ trägt Anklänge an kandierte Orangen und Mandarinen in sich. Neben seinem Potential fallen die wohltuend balancierte Säure und eine sehr gute Länge im Abgang auf.
2005ER MUSKAT OTTONEL EISWEIN
Weingut Haider, Neusiedl am See

Das spezielle Mikroklima rund um den Neusiedler See ist seit jeher der Erzeugung von hochwertigen Prädikatsweinen mehr als förderlich. Dieser Wein war der Sieger des diesjährigen ›Burgenländischen Prädikatswein Forums‹ in der Kategorie ›Eis-, Schilf- und Strohweine‹. Der ›2005er Muskat Ottonel Eiswein‹ hat ein brillantes exotisches Aroma, macht durch feine Muskatnuancen neugierig und überzeugt durch eine sensationelle Struktur.
C.A.O. Criollo La Mancha
Nicaragua

Format: Grand Corona
Länge: 143 mm
Ringmaß: 46 (18,3 mm)
Deckblatt: Nicaragua (Criollo 1998)
Umblatt: Nicaragua
Einlage: Nicaragua
Stärke: 3
Rauchdauer: ca. 1 Std.
Einzelpreise:
D: € 8,20
CH: sfr 11,50
Diese ›Grand Corona‹ erscheint durch ihr feines coloradofarbenes Deckblatt schlanker, als sie in Wirklichkeit ist. Elegant wirkt sie auch durch den gezwirbelten »Pig’s Tail«, die gute Verarbeitung und die feste Rollung. Der deutliche Geruch nach Kaffee, Leder und Holz wird durch eine hellere, florale Note unterstrichen.
Die ersten Züge stellen sich überraschend harsch dar; eine staubige Note ist nicht zu leugnen. Allerdings gewinnt die Cigarre aufgrund der guten Verarbeitung und des angenehmen Ringmaßes schnell an Stabilität, wodurch die Geschmäcker runder, weicher und in der Tat voller werden. Die anfangs kaum vorhandene Nachhaltigkeit wird noch im ersten Drittel zu einer satten Präsenz, die ihr gerade die süßen Weine danken. Darüber hinaus stellt sich die Cigarre als deutlich nikotinlastig heraus, was versierten Rauchern als Tüpfelchen auf dem i erscheinen dürfte. Nach einem zögerlichen Start eine Cigarre, die richtig Spaß macht …
Auch Abbrand und Aschebildung sind über den Rauchverlauf hinweg ein wahres Vergnügen; das Auge raucht schließlich mit. Mehr als ein Verkoster entfernte den antik aufgemachten Cigarrenring, um das Finale ganz auskosten zu können.
Hoyo De MonterreyHoyo Du Gourmet
Kuba (Mai 2003)

Format: Slim Panatela (Palma)
Länge: 170 mm
Ringmaß: 33 (13,1 mm)
Deckblatt: Kuba
Umblatt: Kuba
Einlage: Kuba
Stärke: 2
Rauchdauer: ca. ¾ Std.
Einzelpreise:
D: € 6,90
CH: sfr 8,80
25er Kabinettkisten eines klassischen kubanischen Formats sind fast immer eine Augenweide. Auch hier. Das goldene Seidenband umschlingt die coloradofarbenen Cigarren, die einen leicht stalligen, aber auch floralen Duft verströmen. Das lange, elegante Format liegt schön in der Hand. Die gute Verarbeitung der Cigarre läßt das leicht rauhe Deckblatt schnell vergessen.
Der Zug ist, formattypisch, nicht unkompliziert, gewinnt aber mit der Temperatur und offeriert früh eine Palette an Aromen: Sandelholz mit feiner Süße, Laub mit leichten Waldaromen und eine fruchtig-florale Mischung, die erst später richtig präsent wird.
Diese schon leicht gereifte Cigarre macht deutlich, was lange, schlanke Cigarren bieten können. Man muß mit ihnen »sprechen«; dann sind sie reich an Antworten. Vor allem die langsame, aber konstante Steigerung der Würzigkeit, die parallel mit den erwähnten Anklängen an Früchte und Blumen geht, macht die ›Hoyo du Gourmet‹ zu einem sehr guten Begleiter von Getränken, die zarte und süße Aromen tragen.
Besonders schön auch die Entwicklung der Asche, die sich, zebraartig, leicht gebogen auf den Glutkegel setzt.
La Aurora
Bristol Especiales
Dominikanische Republik

Format: Toro
Länge: 160 mm
Ringmaß: 52 (20,6 mm)
Deckblatt: Cameroon
Umblatt: Dominikanische Republik
Einlage: Dominikanische Republik
Stärke: 3
Rauchdauer: ca. 1 Std.
Einzelpreise:
D: € 4,40
CH: sfr 6,20
Hier kommt im Colorado Maduro des aus Kamerun stammenden Deckblatts eine sauber verarbeitete Cigarre mit ordentlichem Ringmaß, die sich sehen lassen kann. Es sei ausnahmsweise einmal der günstige Preis hervorgehoben.
Die ›Bristol Especiales‹ duftet nach jungem Holz, das in einem alten Stall gestapelt ist. Bipolar, aber sehr angenehm. Die leichte ätherische Note verwirrt ein wenig.
Die ersten Züge erweisen sich als recht ausgewogen, aber die Cigarre weiß, wohin sie will. Auszumachen sind leichte Kaffeenoten, die an ›Ristretto‹ erinnern, und auch ein paar bittere Unterholzaromen, welche anfangs noch zurückhaltend erscheinen. Im Rauchverlauf wird die Cigarre gleichmäßig voller und schärfer, mit wenig Cremigkeit und kaum Süße. Als Partner sind Süßweine hier sicher grundsätzlich eine gute Wahl.
Der Abbrand verläuft gerade und unkompliziert. Für versierte Raucher ist der Zug ein wenig zu leicht. Verhalten die Temperaturentwicklung, was dem Geschmacksbild zugute kommt. Die Form der Asche ist leicht gefächert, die Farbe ein antikes Grau.
Im letzen Drittel gerät die Cigarre ab und an in Gefahr, aus der Balance zu geraten. Der Raucher jedoch, der Contenance bewahrt, hat lange an ihr Vergnügen.
|
|