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Johannes-Passion


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Genau das war auf der Anlage des ›Golf Clubs Würzburg‹ zu erleben. Am 21. Juni dieses Jahres fand dort im Rahmen des ›Würzburger Mozartfestes‹ ein Abend mit Werken des großen Komponisten statt. Die rund zweihundertfünfzig Anhänger der klassischen Musik, welche an diesem Tag den Weg zur Giebelstädter Steige gefunden hatten, waren begeistert von den dargebotenen Arien und den Duetten aus Figaros Hochzeit und der
Zauberflöte – und vom eindrucksvollen Ambiente des »Konzertsaals im Grünen«.
Rockkonzerte in einer Fußballarena sind mittlerweile Normalität, aber ein Mozart-Abend auf dem Rasen einer Golfanlage ist in der Tat nicht alltäglich. Interessant ist es allemal. Offenbar agieren im ›Golf Club Würzburg‹ Personen, die gerne eingetretene Pfade verlassen und nach Wegen suchen, wie ein einst – und mitunter heute noch – als elitär geltender Sport mitsamt seinem Umfeld auch breiten gesellschaftlichen Schichten zugänglich gemacht werden kann. Golf zum Anfassen sozusagen. Zu solch einer Philosophie paßt es auch, daß beispielsweise das Restaurant im Clubgebäude nicht nur den golfenden Mitgliedern zugänglich ist, sondern daß hier ein jeder Speisen und Getränke bestellen kann. Rudi May, Unternehmer, Initiator und Präsident des Clubs, sieht den ›Golf Club Würzburg‹ denn auch als eine Institution, die in das kulturelle Schaffen des Gemeinwesens eingebunden ist – und die somit auch eine gesellschaftspolitische Verantwortung innerhalb der altehrwürdigen Universitätsstadt am Main hat.
Der Sport mit den vielen Schlägern und den kleinen Bällen kommt auf der Anlage des ›Golf Clubs Würzburg‹ natürlich nicht zu kurz, wird durchaus ernsthaft – und gerne betrieben. Denn auf dieser wunderbaren Anlage, entworfen von dem bekannten Golfplatzarchitekten Karl F. Grohs, kann es eigentlich nur Spaß machen, den abgeschlagenen Bällen hinterherzuschauen. Auf dem ehemaligen Ackerland erstrecken sich über ein Areal von mehr als 55 Hektar achtzehn völlig verschiedene, attraktive Spielbahnen, eingebettet in den natürlichen Landschaftsverlauf des abwechslungsreichen Geländes, wobei unter anderem eine Schlucht, die der Ball überwinden muß, sowie drei angelegte Teiche zu den Herausforderungen gehören, die ein Golfer zu meistern hat.



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Am Anfang war nur die Idee
Bis hier eine der schönsten Golfanlagen Deutschlands entstehen konnte, war es ein langer Weg. Den Anfang markiert die Gründung des ›Golf Clubs Würzburg‹ 1984 durch Rudi May. Damit war jedoch lediglich der erste kleine Schritt zur Umsetzung einer Idee getan, denn eine Anlage gab es noch nicht. Es sollten mehr als fünf Jahre vergehen, ehe überhaupt ein Grundstücksvertrag mit der Stadt Würzburg geschlossen wurde, was schließlich im Februar 1990 geschah. Ein weiteres halbes Jahr ging ins Land, ehe eine Baugenehmigung für die Driving-Range erteilt wurde, und … und … und … Schließlich, im April 1994, wurde mit dem Bau der 9-Loch-Anlage begonnen, die dann im September desselben Jahres ihrer Bestimmung übergeben werden konnte. Davor wie danach gab es zahlreiche spannende Momente. Immerhin mußten die Landschaftsgestalter Tausende von Kubikmetern Erde bewegen – insgesamt waren es 110.000 für die 18-Loch-Anlage, die dann 2002 eröffnet wurde, also knapp zwanzig Jahre nach der Gründung des Clubs. Auch ein Wünschelrutengänger wurde engagiert. Die Arbeit des Mannes aus dem sauerländischen Ennepetal wurde von großen Hoffnungen begleitet – und sie war von Erfolg gekrönt. Heute versorgen zwei 120 Meter tiefe Brunnen die Fairways, Grüns und Abschläge computergesteuert mit Wasser. Das ist nicht nur gut für die Anlage, sondern auch in anderer Hinsicht wertvoll: Der Club ist nicht von der öffentlichen Wasserversorgung abhängig – und eine Wasserversorgung ist für eine Golfanlage mit rund fünfhundert Bäumen und etwa viertausend Sträuchern in einer der regenärmsten Regionen Deutschlands sozusagen »überlebensnotwendig«.
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Die anderen Wege
Wie gesagt, es sind die nicht alltäglichen Ansätze und Überlegungen, die Rudi May, unterstützt von Vizepräsident Bernhard May, seinem Sohn, und Clubmanager Alexander Sälzler, Mitgliedern wie Freunden des Clubs unterbreitet – und die das Clubleben wie auch das nähere Umfeld so interessant machen. Sind bestimmte Einrichtungen, wie etwa ein Seniorentag, auch in anderen Clubs durchaus keine Seltenheit, so darf hingegen lange nach einem Golfclub gesucht werden, der eine Koopera­tion mit mehreren Schulen eingegangen ist, die es Jugendlichen ermöglicht, regelmäßig Trainingseinheiten auf der Anlage zu absolvieren. Das ist Nachwuchsarbeit im besten Sinne, denn nicht wenige, die hier »schnuppern«, finden Gefallen an diesem Sport und wollen ihn – hoch oben über den Dächern der Stadt – nach Ende der Schulzeit weiterhin betreiben. Das ist gewiß einer der Gründe, warum das Durchschnittsalter der sechshundert Mitglieder des ›Golf Clubs Würzburg‹, darunter ein Drittel Frauen, mit siebenundvierzig Jahren erstaunlich niedrig ist.
»Über den Dächern der Stadt«. Diese Beschreibung impliziert keineswegs »vor den Toren der Stadt«, wie das auf den weitaus überwiegenden Teil der Golfgelände in Deutschland zutrifft. Somit ist auch das nicht alltäglich: Die Anlage des Clubs liegt innerhalb der Stadtgrenzen – und wer hier spielt, dem liegt Würzburg zu Füßen, der blickt zudem auf die eindrucksvolle Silhouette der ›Festung Marienburg‹, deren älteste noch erhaltene Teile über tausend Jahre alt sind. Einen Blick auf dieses trutzig-majestätische Bauwerk werfen auch hin und wieder Spieler aus Großbritannien, die hier ihre Bälle über die Fairways schlagen. Sie kommen von der Ostküste Schottlands, aus der Gegend um Dundee, einer der Partnerstädte der Unterfrankenmetropole. Da St. Andrews ganz in der Nähe von Dundee liegt und als Geburtsort des Golfsports gilt, lag es nahe, auch zwischen den Clubs der beiden bedeutenden Universitätsstädte – die ›University of St Andrews‹ ist eine der Eliteuniversitäten des Vereinigten Königreichs – eine Partnerschaft einzugehen … und so begrüßt der 1754 gegründete ›Royal and Ancient Golf Club of St Andrews‹ auf seinem ›Old Course‹ des öfteren Gäste aus Würzburg, während Verantwortliche und Mitglieder der Anlage an der Giebelstädter Steige erfreut sind, wenn sich bei ihnen Besuch aus dem Mekka des Golfsports ankündigt.
Auf diese Partnerschaft ist Rudi May, zusammen mit seinen engsten Vertrauten, besonders stolz. Doch auch sonst braucht er sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Seine Idee von einem Golfplatz in Würzburg – in die er bisher, ohne auch nur einen Cent öffentlicher Unterstützung, kräftig investiert hat – ist nicht nur Wirklichkeit geworden, sondern mittlerweile fester und anerkannter Bestandteil des sportlichen und kulturellen Lebens in Unterfranken.

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Daten, Fakten, Wissenswertes
Oktober 1984: Gründung ›Golf Club Würzburg‹ durch Rudi May
September 1994: Eröffnung der 9-Loch-Anlage
Juni 1997: Eröffnung des Clubhauses mit Umkleide- und Caddyräumen, Golf Shop und Ristorante
September 2002: Eröffnung der 18-Loch-Anlage
Januar 2006: Auszeichnung ›4 Sterne Superior Golfanlage‹
(als einer der ersten Golfplätze in Deutschland)
Januar 2006: Mitglied der Qualitäts- und Wertegemeinschaft ›Leading Golf Courses of Germany‹ (bisher nur rund 30 von über 700 Golfсlubs in Deutschland)
Januar 2007: ›IAC‹-Mitgliedschaft (›International Associated Clubs‹)
Größe der Anlage: 56 Hektar
Besonderheit der Anlage: Da das Gebiet um Würzburg zu den regenärmsten in Deutschland gehört, wurden beim Anlegen der Greens texanische Gräser verwendet
Präsident: Rudi May
Vizepräsidenten: Bernhard May, Peter Razisberger, Erwin Rödle
Clubmanager: Alexander Sälzler

Golf Club Würzburg e.V.: Am Golfplatz 2, 97084 Würzburg
Telephon: +49 (931) 678-90, Telefax: 678-80
www.golfclub-wuerzburg.de, info@golfclub-wuerzburg.de



 
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