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Degustation Flüssiges Gold im Glas

Riesling ist spannend. Die Diva unter den Rebsorten beschert den Winzern schon im Weinberg so manche Überraschung, sei sie nun lieb- oder unliebsam. Auch im Keller ist die Vinifizierung der Rebsorte, die in deutschen Weingebieten hinsichtlich Anbaufläche und Produktionsmenge, Produzenten und Qualität von keiner anderen Traube übertroffen wird, meist keine unkomplizierte Gesellin.
Und erst im Glas angekommen, ist Riesling nicht nur ein Speisebegleiter erster Güte für vielerlei Gerichte – vom gebratenen Saibling bis zum geschmorten Ochsenschwanz – sondern auch der wohl facettenreichste Wein, der überhaupt angebaut wird. Solitär genossen, also als Terrassenwein oder als Aperitif oder einfach zur zwanglosen Runde mit Freunden, kann der Riesling so viele Situationen bereichern wie sonst kaum ein Getränk. Neben den unterschiedlichen Ausbaustufen von ›trocken‹ über ›feinherb‹ und ›restsüß‹ bis ›lieblich‹ besitzt der Riesling außerdem das Potential zu reifen, wie es kaum ein anderer Weißwein vermag.
Cigarre ist entspannend. Schon vor dem ersten Zug setzt es ein, das tiefe Gefühl von Wohlbehagen. Man streichelt das Deckblatt, riecht den Tabak und viele begleitende Aromen. Ein kurzer, kräftiger Schnitt oder ein einfühlsames, vorsichtiges Bohren am Cigarrenkopf, das Brandende »toasten« – und dann … angezündet. Wenige Momente im Leben eines Connaisseurs gehen so bedächtig vonstatten wie das Entflammen einer guten Cigarre. Dieses Ritual ist allenfalls vergleichbar mit der innigen Pflege eines Oldtimers oder dem sorgsamen Öffnen einer alten Flasche Rotwein.

Süß soll er sein
Nahezu allen Teilnehmern der Degustation fiel es schwer, an die Entstehung einer Harmonie zu glauben. Konnten sie zueinander finden, die goldenen Diven von Rhein und Mosel und die braunen Halbgöttinnen aus der Karibik?
»Was nebeneinander liegt, muß nicht verheiratet sein …« So lautet ein alter Spruch aus der Küche. Dennoch passen Produkte oft besonders gut zusammen, wenn sie aus derselben Region stammen. Calvados und Camembert oder trockener Sherry und Meeresfrüchte oder junger Ziegenkäse und Sancerre sind nur einige Kombinationsbeispiele. Und jetzt Riesling und Cigarre? Um es vorwegzunehmen: Die Kombination kann genial harmonieren, wenn der Wein nur die notwendige Süße hat, damit er in der Lage ist, die würzigen Aspekte der Cigarre zu umschmeicheln, um darüber hinaus, kühl und erfrischend, die Geschmacksknospen für jeden neuen Zug an der Cigarre zu beleben.
Jawohl, süß soll er sein. Auch wenn seit Dekaden geschmäht, weil das Wörtchen »trocken« die wichtigste Information auf dem Flaschen­etikett zu sein schien, haben sie wieder Mut zur Süße, die deutschen Winzer. An Mosel, Saar und Ruwer hat das durchaus Tradition, aber auch im Rheingau, in Rheinhessen und in der Pfalz leuchten vermehrt feinherbe und halbtrockene Sternschnuppen auf, und wir Genießer danken es ihnen von Herzen.
Bevor das in der Folge dokumentierte Ergebnis aber feststand, überwog ein Ausdruck der Skepsis in den Gesichtern der Verkoster, die ebenso zahlreich wie erlesen nach Baden-Baden gekommen waren, wo Cigar Clan auf Einladung von Frank Marrenbach, Geschäftsführender Direktor des ›Brenner’s Park-Hotel & Spa‹, zur großen Riesling-Cigarren-Verkostung gebeten hatte. Angeführt wurde das Degustationsteam von zwei exzellenten (und anerkannten) Vertretern ihres Fachs …
Da ist zunächst der Chefsommelier des ›Brenner’s‹ zu nennen. Tätig seit nahezu drei Dezennien im Grand-Hotel an der Oos, verblüfft er seine Gäste immer wieder mit ausgesuchten Tropfen. Karl-Heinz Schopf, der in einigen Prüfungskommissionen Jahr für Jahr das Wissen zahlreicher Auszubildenden testet, hat seine ganz eigene Philosophie, wenn es um Wein geht. Zwar liegen im Keller des ›Brenner’s‹ neben ausgewiesenen Spitzengewächsen auch große (und teure) Bordeaux-Weine und solche aus Burgund, doch vermag der erfahrene Sommelier die Gäste immer wieder mit hervorragenden Tropfen aus der nahen (Ortenau) und der weiteren Umgebung (Kaiserstuhl, Markgräfler Land) zu überraschen. Karl-Heinz Schopf: »Wir liegen hier mitten in der Ortenau, einem Untergebiet von Baden. Hier sind siebzig Prozent der Anbauflächen mit Riesling bestockt, und so spielt denn diese Rebe in unserem Keller eine dominante Rolle … Ich kenne viele der Winzer in unserer Region persönlich, kenne ihre unterschiedlichen Lagen und weiß genau, wie jeder einzelne seinen Wein im Keller ausbaut – und kann so auch dem Baden-Badener Gast manch neues und überraschendes Genußerlebnis vermitteln.«
Unterstützung erhielt Karl-Heinz Schopf aus der Spree-Metropole, und zwar von einem der besten Riesling-Experten des Landes, von Hendrik Canis, dem ›Berliner Sommelier des Jahres 2004‹. Seine heutige Profession war nicht von Beginn an vorgezeichnet, denn Hendrik Canis absolvierte in jungen Jahren erst einmal eine Schauspielausbildung. Seine gastronomischen Lehrjahre folgten im Berliner ›Steigenberger‹, seinerzeit eines der ersten Häuser am Platz. Die Liebe zur Seefahrt und die Neugierde – nach wie vor eine seiner schönsten Schwächen – machten einen »Kreuzfahrer« aus ihm: Hendrik Canis arbeitete als Barchef auf der ›MS Arkona‹, später als Sommelier auf dem Flaggschiff der ›Peter Deilmann Reederei‹, der ›MS Deutschland‹, bevor ihn Josef Viehhauser und Kolja Kleeberg für das Berliner Sternerestaurant ›VAU‹ anwerben konnten. Hier liegen die Wurzeln seines heutigen Bekanntheitsgrads. Eigene Cuvées und Kooperationen mit namhaften Winzern folgten. Nach einer kurzen, intensiven Zeit an den Steilhängen der Mosel engagiert sich der unermüdliche Weinfreak momentan in der ›Weinbar Rutz‹ in Berlin.
Von solch ausgewiesenem Fachwissen begleitet, konnte eigentlich nichts schiefgehen, als am 12. April mehr als zwanzig Teilnehmer – soviel wie noch nie bei einer Cigar Clan-Degustation – ausgiebig Weine und Cigarren verkosteten. Veranstaltungsort war die ›Kleine Orangerie‹ des ›Brenner’s Park-Hotel & Spa‹, die einen anspruchsvollen Rahmen für die Diven und Halbgöttinnen abgab.

Große Welt: Das ›Brenner’s‹
Wer knapp vom ›Brenner’s‹ spricht, der meint das nicht despektierlich, sondern verwendet einen stehenden Begriff, denn jenes Kürzel benennt eine der ersten Adressen des weltweiten Hotel- und Gastronomiebetriebs. Das ›Brenner’s Park-Hotel & Spa‹ ist eine Institution. Bei einem solchen Haus ist es müßig, das Ambiente der Bar, der Restaurants und Veranstaltungsräume, der Zimmer und Suiten zu beschreiben. Wäre das Interieur nicht vom Feinsten und wären die technischen Einrichtungen nicht auf dem neuesten Stand, dann hätte das ›Brenner’s‹ nicht den Ruf, den es sich in mehr als hundertdreißig Jahren seines Bestehens erworben hat.
Bedeutend interessanter ist die Philosophie, die hinter all dem steht. Sie geht zurück auf Camille Brenner, der das ›Stephanienbad‹, so der damalige Hotelname, 1882 von seinem Vater übernommen und es bis zur Jahrhundertwende zum modernsten, komfortabelsten und luxuriösesten Hotel Deutschlands gemacht hat. Mit dem neuen Hausherrn begann die eigentliche Erfolgs­geschichte des ›Brenner’s‹.
Für den weltmännisch auftretenden Camille Brenner wird es eine Selbstverständlichkeit gewesen sein, in Baden-Baden so illustre Gäste wie die Großfürstin Olga von Rußland oder Dom Pedro, den Kaiser von Brasilien, oder den deutschen Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck in seinem Haus zu begrüßen und ihnen angemessen zu begegnen: ehrerbietig, mit dem notwendigen Respekt, dabei jedoch nicht devot, sondern souverän und selbstbewußt – und das in des Wortes wahrer Bedeutung: seines Selbst (seiner Stellung) durchaus bewußt.
Solch eine Balance zu finden, zu verinnerlichen und tagtäglich zu leben mag für jemanden wie Camille Brenner kein Problem gewesen sein. Doch solch eine Haltung seinem Personal zu vermitteln – das dürfte sich äußerst diffizil gestaltet haben. Camille Brenner hat jene Aufgabe gemeistert, und so ist noch heute diese Haltung in dem Hotelkomplex an der Oos spürbar.
Ein Grand-Hotel wie das ›Brenner’s‹ hat sich den Veränderungen einer sich ständig neu definierenden Zeit zu stellen und sich an den damit verbundenen Wünschen seiner Gäste nicht nur zu orientieren, sondern kommende Bedürfnisse vorauszusehen. Handlungen und Entscheidungen danach auszurichten und dabei nicht abzugleiten in Dekadenz vermittelnde Zurschaustellung von Prunk und Protz – das gleicht einem Drahtseilakt. Da andererseits Stillstand Rückschritt bedeutet, bleibt nur ein begrenzter Gestaltungsspielraum, innerhalb dessen gleichwohl große Sprünge angedacht, angegangen und getan werden können. Dazu bedarf es allerdings eines Kontinuums, das es ermöglicht, kreatives Denken an einer konservativen Grundeinstellung festzumachen (wobei »konservativ« nichts anderes als »bewahrend« meint).
Sein Handeln in diesem Sinne auszurichten ist eine Kunst. Eine Kunst ist es auch, Mitarbeiter auf diesem Weg mitzunehmen und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihren Vorstellungen Raum geben können, sie also zu ermuntern, ihre Kreativität zuzulassen und zu definieren, dabei immer jedoch darauf zu achten, die Grenzen des zu Bewahrenden nicht zu überschreiten …
Frank Marrenbach, der das ›Brenner’s Park-Hotel & Spa‹ seit Oktober 2000 leitet, scheint diese Kunst zu beherrschen. Der gebürtige Rheinländer kann »nur« Anstöße geben, muß letztendlich auch »nur« Entscheidungen vertreten, aber das, was »dazwischenliegt«, können in erster Linie »nur« seine Mitarbeiter erarbeiten. Schließlich sind sie es vornehmlich, die tagtäglich »vor Ort« jene eventuellen kleinen Unzulänglichkeiten spüren, die zu Problemen führen können und die es abzustellen gilt.
Waren es in früheren Zeiten die Ideen, so sind heute die »Innovationen« der unentbehrliche Treibstoff für das Bestehen und das Fortkommen bzw. die Weiterentwicklung eines Grand-Hotels. Den »Schmierstoff« für den Motor, der das ›Brenner’s‹ rundlaufen läßt, liefern nicht zuletzt die Anregungen der zweihundertdreißig Mitarbeiter, die im Hotel an der Oos beschäftigt sind. Darum weiß Frank Marrenbach, und deshalb finden seine Mitarbeiter stets ein offenes Ohr bei ihm.
Im Oktober 2004 wurde er vom Gault Millau zum ›Hotelier des Jahres‹ gekürt. Die Begründung: »Er liftete eine Altersschönheit zu einem Hotel mit jugendfrischem Charme, engagiert sich für große Küche und für klare Strukturen in der Wellness-Mode.« Und was meint der so Geehrte dazu? Er sieht diesen Titel in der Hauptsache als einen Verdienst seiner Mitarbeiter. Wie es scheint, haben sie die ›Vier-M-Formel‹, die Frank Marrenbach von seinem Vater adaptiert hat, auch zu der ihrigen gemacht. Sie lautet: »Man muß Menschen mögen.«

Die Riesling-Weine

2006ER RÜDESHEIMER MAGDALENENKREUZ SPÄTLESE
Weingut Josef Leitz, Rheingau


Lebenslustig und leicht komponiert, erlebt man beim Genuß dieses Rieslings Rüdesheim von seiner verspieltesten Seite. Wer die Beschreibung »süffig« mag – auf diesen Wein trifft sie ausnahmslos zu. Dank der Präsenz von fruchtigen Aprikosen und reifen Birnen schmeckt man den Sommer in Reinkultur.
Johannes Leitz, dessen Weingut mittlerweile 26 Hektar umfaßt, prägt zur Zeit wie kein anderer das Anbaugebiet Rheingau. Auf Schieferverwitterung und Taunus-Quarzit baut er edelsüße und trockene Rieslinge aus, die das Prädikat »allererstes & allergrößtes Gewächs« verdienen.

2005ER KLINGELBERGER RIESLING SLOSS STAUFENBERG SPÄTLESE TROCKEN
Weingut Markgraf von Baden, Ortenau (Baden)


Adel verpflichtet! Seit weit über zweihundert Jahren bauen die Markgrafen von Baden Riesling an, und Großherzog Carl Friedrich von Baden war der erste, der diese Rebe, die an der Ortenau »Klingelberger« genannt wird, reinsortig anpflanzte. Direkt unterhalb der Burg­anlage zu Staufenberg wachsen an einem Steilhang Rieslinge, die auf den Granitverwitterungsböden ausgezeichnete Voraussetzungen finden.
Beeindruckend in seinem dezenten Geschmack nach Zitrus- und Pfirsichfrüchten, überzeugt der klartönige, mineralische Kraftprotz durch eine stimmige Säurestruktur.

2005ER RIESLING TERRASSEN
Markus Schneider, Pfalz


Gibt es etwas, das dieser Mann nicht kann? Der »Rakete des deutschen Weinbaus« aus Ellerstadt bei Bad Dürkheim gelingt scheinbar alles. Rotweine, die jedes Jahr aufs neue verblüffen, mineralische Sorten weißen Burgunders, ja sogar Sauvignon Blanc und Port… nein … Likörweine gehören zum Besten, was die Pfalz zu bieten hat.
Der auf einer ehemaligen Gletscher­insel (fossiler Kalkmergel) wachsende kräftige, trockene Riesling besticht, einzigartig für diese Region, durch eine geradlinige Opulenz.

2005ER RIESLING WESTHOFENER MOORSTEIN AUSLESE
Weingut Wittmann, Rheinhessen

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»Satt« dürfte das erste sein, was dem Kenner einfällt, wenn er diesen Riesling von der Vorzeigelage Rheinhessens probieren darf. Auf seinem biodynamischen Weingut in Westhofen, umgeben vom schönsten Weingutsgarten Deutschlands, baut Philipp Wittmann neben den zu Deutschlands Spitze gehörenden trockenen großen Gewächsen geniale edelsüße Rieslinge aus.
Ein voller Fruchtkorb aus dem In- und Ausland mit kompaktem, nie langweiligem Körper, einer lebendigen Säure und vor allem der Leichtigkeit einer Wolke im Sommer … so eindrucksvoll kann Riesling schmecken.


2004ER TRITTENHEIMER APOTHEKE SPÄTLESE
Ansgar Clüsserath, Mosel

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Wenn man wissen will, wie Blauschiefer schmeckt … nirgendwo auf der Welt wachsen Weine mit einer vergleichbaren Mineralik. Riesling heißt Mosel und umgekehrt. Zum »Terroir«, das einen großen Wein ausmacht, zählt neben Boden, Klima und anderen Gegebenheiten immer mehr die Persönlichkeit des Winzers.
Eva Clüsserath gehört zu den ehrgeizigsten und spannendsten jungen Moselanerinnen dieses Berufsstands. Ein duftiger Pfirsich steigt in die Nase und eröffnet ein lang andauerndes Feuerwerk von knackiger Moselsäure und saftiger Struktur am Gaumen.



Davidoff № 2
Dominikanische Republik


Format: Panatela
Länge: 152 mm
Ringmaß: 38 (15,1 mm)
Deckblatt: Ecuador (Connecticut Seed)
Umblatt: Dominikanische Republik (San Vicente)
Einlage: Dominikanische Republik (San Vicente, Piloto Cubano, Dominican Olor)
Stärke: 2,5
Rauchdauer: ca. ½ Std.
Einzelpreise:
D: € 14,–
CH: sfr 17,–

Die ›Davidoff № 2‹ fällt durch ihr feines, ebenmäßiges und kaum geädertes Colorado-Claro-Deckblatt sofort als sehr stilvolle, elegante Cigarre ins Auge. Sie duftet verhalten nach Kakao und hellem Holz. Alle tieferen Aromen bleiben aus. Die Verarbeitung ist gewohnt perfekt.
Von Beginn an eine typische Tagescigarre, die mit Cremigkeit und sehr weichem Rauch kokettiert. Der sehr gute Zug ermöglicht einen unkomplizierten Rauchgenuß, der durch das ausgewogene Geschmacks­erlebnis nicht langweilig wird, sondern gerade für eine Verkostungssituation wie geschaffen ist.
Im zweiten Drittel erfährt die Cigarre eine deutliche Steigerung. Ehrliche Tabaknoten tauchen auf, die Süße steigert sich, und ein Tick Schärfe rundet das Ganze ab. Langsam wird eine zurückhaltende Bitterkeit spürbar, aber sie tut der ›Davidoff № 2‹ keinen Abbruch, denn die Cigarre läßt sich in dieser Harmonie über den Ring hinaus genießen.
Auch Abbrand und Asche präsentieren sich in gewohnter ›Davidoff‹-Manier: ohne jede Komplikation, fast wie zum Rauchen nebenbei … oder eben mit besonders feinen Begleitern.

1
2006er Riesling Rüdesheimer Magdalenenkreuz Spätlese
Herb-süße Helix. Eigenständigkeit von Wein und Cigarre bleiben erhalten. Harmonie statt Vermählung. Jene Konstellation ist für dieses Paar ideal.


b
2005er Klingelberger Riesling Schloss Staufenberg Spätlese Trocken
Spätes Glück. Die Erwartungen werden erst während der zweiten Hälfte der Cigarre annähernd erfüllt. Nie unangenehm, aber es fehlt … die Restsüße.

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2005er Riesling Terrassen
Zu trocken! Der Superpfälzer verliert deutlich mit dem Rauch der Cigarre. Die Säure büßt an Brillanz ein. Lieber beides solitär genießen.

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2005er RieslingWesthofener Moorstein Auslese
Wo der Hammer hängt … Zu Beginn ist der Wein deutlich zu süß. Erst mit der entwickelten Temperatur der Cigarre tut sich der Himmel auf. Letztendlich bleibt die ›Davidoff‹ der dominante Part in dieser Liaison.

b
2004er Riesling Trittenheimer Apotheke Spätese
Volltreffer mit Ansage. Die typische Mosel-Nase gibt der Kombination den ernsthaften Kick. Hier passiert die Verschmelzung, die sich der Sommelier wünscht.




Casa de Torres Edition Especiales Corona
Nicaragua


Format: Corona
Länge: 140 mm
Ringmaß: 42 (16,7 mm)
Deckblatt: Costa Rica
Umblatt: Nicaragua (Piloto Cubano)
Einlage: Nicaragua (Piloto Cubano)
Stärke: 2
Rauchdauer: ca. ¾ Std.
Einzelpreise:
D: € 3,90
CH: Auf Anfrage

Deutlich dunklere Deckblätter, als bei dieser Marke gewohnt, implizieren Kraft und Wucht. Eine regelmäßige Rollung und die seidig glänzende Textur lassen auf eine handwerklich sehr gut gemachte Cigarre schließen. Neben dem deutlich würzig-nussigen Geruch fällt im ersten Augenblick vor allem auf, daß diese Corona ein echter Augenschmaus ist.
Der Zug ist angenehm leicht, und dem Format entsprechend, wird die Cigarre schnell warm. Das ist auch gut so, denn auf diese Weise wird eine ordentliche Portion Rauch mit deutlicher Würze weicher und viel angenehmer. Diese Entwicklung wird dadurch unterstützt und sogar noch gesteigert, daß sich die ›Casa de Torres‹ nach den ersten Zügen fast ein wenig reguliert und dadurch milder erscheint. Es entsteht eine selten erreichte Ausgewogenheit, die während des Rauchverlaufs vom Ende des ersten bis zum Beginn des dritten Drittels bestehen bleibt. Es reihen sich feine Bitterkeit, vollmundige Gewürzaromen, kräftige
Tabaknoten und eine leichte, süße Komponente wunderbar aneinander.
Die ›Corona‹ brennt einwandfrei ab und verglüht in einem kompakten, grau-weißen Zylinder, der spät fällt. Zum Ende des Vergnügens hin hinkt die Süße ein wenig hinterher – gut, wenn dann ein Glas Riesling in Reichweite steht …

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2006er Riesling Rüdesheimer Magdalenenkreuz Spätlese
Läßt die Cigarre lachen. Die Süße dient als gutes Fundament für eine recht ausdrucksstarke Cigarre. Kühle und Säure erfrischen. Feine Kombination, die nicht nur als Apero interessant ist.

b 2005er Klingelberger Riesling Schloss Staufenberg Spätlese Trocken
Das Tor zum Hades … schmeckt metallisch. Der trockene Riesling zur fein-bitteren Cigarre – eine Kombination, die man sich für den allerletzten Tag aufheben sollte.

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2005er Riesling Terrassen
Löschwasser. Erst im letzten Drittel wirkt der Riesling erfrischend. Zuvor doppeln sich auch hier Bittertöne. Außerdem fehlt erneut die Süße. Schade.

b


2005er RieslingWesthofener Moorstein Auslese
Ewige Frucht. Die volle Süße mit den exotischen Früchten und die angenehme Kühle ergänzen die kräftigere Tabaknote hervorragend und erzeugen einen langen, wunderbaren Dialog.

b
2004er Riesling Trittenheimer Apotheke Spätese
Trifft ins Herz. Viele unerwartete Aromen tauchen auf. Kakao und Karamel überraschen. Immer wieder veredelt die Mineralik das Duett. Nicht einfach, aber einfach gigantisch.





Trinidad Fundadores
Kuba (August 2005)


Format: Laguito № 1 Especiales (Giant Corona)
Länge: 192 mm
Ringmaß: 40 (15,9 mm)
Deckblatt: Kuba
Umblatt: Kuba
Einlage: Kuba
Stärke: 1,5
Rauchdauer: ca. 1 ½ Std.
Einzelpreise:
D: € 20,–
CH: sfr 31,–

Unbestritten eine der besten Havannas – mit einer Einschränkung: Die ›Trinidad Fundadores‹ ist eine Cigarre für versierte Raucher. Das cognacfarbene Colorado-Deckblatt weist, wie so oft, die bekannten Sonnenflecken am Brandende auf. Sehr gute Verarbeitung sowie ein schöner Auftritt mit dem gezwirbelten »Pig’s Tail« und dem goldenen Cigarrenring.
Grundsätzlich gebe man der ›Trinidad Fundadores‹ Zeit. Auch empfiehlt es sich, diese Cigarre ein bis zwei Stunden vor dem Genuß aus dem Humidor zu nehmen, denn nur eine nicht zu starke Feuchte garantiert bei dieser Cigarre das volle Raucherlebnis.
Es geht ein leicht pfeffriger Duft von dieser Havanna aus, begleitet von Heu, Leder und einem torfigen Touch. Schon von Beginn an sind, neben einer sanft-salzigen Mineralik, voller Rauch und nussige Noten präsent, kombiniert mit deutlicher Würze. Das Ganze erinnert an die Atmosphäre geladener Gewitterluft. Wie jede gute Kubanerin zeichnet sich die ›Fundadores‹ durch ihre lineare Steigerung aus, wobei die Bandbreite an Aromen schier unerschöpflich zu sein scheint – ein Wechselspiel zwischen eleganter Kraft, feiner Würze und pfeffriger Süße. Rauchbar je nach Tagesform, ist sie ein Begleiter bis zum Cigarrenring, selten weiter.

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2006er Riesling Rüdesheimer Magdalenenkreuz Spätlese
Fast immer top. Klarer Treffer. Leider weiß man nicht bei jedem Zug, ob er wieder genau ins Schwarze getroffen hat. Die Süße und die Würze lieben sich, und die Frische braucht die ›Fundadores‹ unbedingt. Im Mittelteil ein paar »leere Momente«.

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2005er Klingelberger Riesling Schloss Staufenberg Spätlese Trocken
Was lange währt … wird endlich gut. Der Klingelberger ist voll und exotisch genug, um bei der Cigarre zu punkten. Nicht die allerbeste Kombination, aber geschmacklich durchaus beachtlich und ein Versuch wert.
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2005er Riesling Terrassen
Spätes Glück. Anfangs dominiert die Rieslingsäure. Danach ergibt sich eine kernige, limettenartige, fruchtsüße Kombination. Sommerlich, aber ernsthaft.

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2005er RieslingWesthofener Moorstein Auslese
Wunderbar wandelbar. Wein und Cigarre verändern sich von einem angenehmen konträren Wechselspiel über reine Harmonie zu einem starken Gegensatz im Finish. Grundsätzlich sehr zu empfehlen.

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2004er Riesling Trittenheimer Apotheke Spätese
Hattrick! Schon die petrolische Nase paßt zu dieser Cigarre für Erwachsene. Mineralität, Süße und Würzigkeit paaren sich zu einer Kombination, die in Speyer wie in Santiago de Cuba einfach nur erlesen schmeckt …

 

 
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