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Al-Andalus lädt ein

»Andalusien: Das Land, über das das Los entschied …« ist eine der vielen Deutungen eines uralten Namens für eine noch ältere Region im Südwesten des heutigen Spanien, im Mittelalter »Al-Andalus« genannt und damals der muslimisch beherrschte Teil der südlichen Iberischen Halbinsel. Zu dieser Zeit haben dort Moslems und Christen, Juden und das damals weitverbreitete fahrende Volk der Sinti und Roma friedlich zusammengelebt und den Landstrich zu einer kulturellen Blütezeit geführt. Noch heute zeugen Bauten wie die ›Mezquita‹ in Córdoba, die ›Alhambra‹ in Granada und die ›Giralda‹ in Sevilla von einer Pracht und Schaffenskraft, wie sie nur wenige Regionen auf dieser Welt erleben durften.
»Hispania Baetica« nannten die Römer das heutige Andalusien nach dem großen, die Landschaft beherrschenden Fluß »Betis«, dem die Araber später den wunderschönen Namen »Guadalquivir« gaben. So heißt er noch heute. Als die Römer im 5. Jahrhundert das Land an die Westgoten verloren, teilten die Eroberer die Regionen unter sich auf. Das geschah nach dem Losprinzip. So bekam die Gegend den Namen »land-a-hlauts« oder »landalos«.
Die Mauren, die 711 die Meerenge von Gibraltar überwanden und vorübergehend fast die ganze Halbinsel besetzten, übernahmen diese Bezeichnung leicht verändert: »Al-Andalus«. Erst 1492, im letzten Zug der Reconquista durch die »Katholischen Könige« (»Los Reyes Católicos«) Ferdinand II. von Aragon und Isabella I. von Kastilien, wurde Andalusien für das Christentum zurückerobert – um, wie zuvor schon das übrige Spanien, angestachelt durch die Lehre der »Reinheit des Blutes« und die Macht der Inquisition, den dunklen Tiefen mittelalterlichen Denkens und Tuns anheimzufallen.
Heute ist Andalusien noch immer geprägt von seiner Geschichte, aber auch von seinem Klima, seiner Kultur – ein Land voller Gegensätze und ein Land voller hinreißender Intensität: Der traditionelle Stierkampf, die Corrida, mit seiner grausamen Faszination polarisiert, die architektonischen Wunder der Vergangenheit und die wabernde Existenz der Gegenwart verwirren den Besucher, der sich aus der sengenden Hitze in die kühlen Refugien der ehemaligen Moscheen, in die Kathedralen und die schattigen Patios und dunklen Bodegas flüchtet, wo die Verdunstungskühle aus dem Boden um die Knöchel aufsteigt. Diese Gegensätze und diese Intensität geben Andalusien und vor allem seinen Bewohnern die ihnen eigene Lebenslust und die Liebe zur Kulinarik und zum Genuß.
Die Küche ist geprägt von kalten Suppen und eingelegten Tapas, von Meeresfrüchten und Desserts – Salziges, Scharfes und Süßes gehen hier eine unverwechselbare Symbiose ein. Die Getränke schmecken ähnlich intensiv: Die ›Palomino‹-Traube, auch »Lístan de Jerez« genannt, eignet sich zwar kaum für die eigentliche Trinkweinbereitung, doch um so besser präsentiert sie sich in den mannigfachen Spielarten der Sherry-Produktion. Ob als trockener, hellgelber, knackiger ›Fino‹, ob als subtil-salziger, strohgelber ›Manzanilla‹, beide als Aperitif genossen oder als erfrischende und belebende Begleiter kalter Vorspeisen, ob als ›Amontillado‹ oder ›Oloroso‹ in den verschiedensten Varianten von oxidativ-trocken bis cremig-süß oder als reinsortige Dessertweine aus den Nebenrebsorten ›Moscatel‹ und ›Pedro Ximénes‹ – Sherry beherrscht als Getränk die gesamte Region.
Zu dieser Region gehört auch das »Sherry-Dreieck« – ein Begriff, der im folgenden des öfteren zu lesen ist. Er bezieht sich auf ein Anbaugebiet, das zwischen den drei Städten El Puerto de Santa María, Jerez de la Frontera und Sanlúcar de Barrameda liegt. Nur Weine, die aus diesem Städtedreieck stammen, dürfen den Namen »Sherry« tragen.
Was der Sherry zum Essen oder zum Dessert danach ist, ist der Brandy zum Kaffee oder zur Cigarre (mehr zum ›Brandy de Jerez‹ ab Seite 88). Beide Getränke gehören zum Stolz der Andalusier, sind alkoholische Aushängeschilder einer ganzen Region, und so nimmt es nicht wunder, daß sie strengen Auflagen und Herstellungskriterien unterliegen.
Die gesamte Bandbreite dieser andalusischen Getränke nahm sich das Cigar Clan-Verkostungsteam vor, das nach langer Hauptstadt-Abstinenz wieder einmal in Berlin zur Degustation einlud, und zwar in altbekannter Manier in einem jungen, aufstrebenden Viertel. Ein kleines, sehr gut sortiertes Cigarrengeschäft in der Ackerstraße, gelegen im schicken nördlichen Teil von Berlin-Mitte, hatte sein Hinterzimmer reserviert. ›Krøhan & Bress‹ wird mit Leidenschaft geführt, begleitet von individueller und kompetenter Beratung. In angenehmer Atmosphäre bietet hier Geschäftsführer Uwe Theilig dem anspruchsvollen Kunden ein besonderes Einkaufserlebnis. Über dreihundert Cigarrenformate, erlesene Accessoires und zahlreiche Humidore lassen das Herz eines jeden Connaisseurs höher schlagen. Die Lounge im hinteren Bereich ist für Veranstaltungen bis circa dreißig Personen buchbar. Mit von der Partie war wie so oft Adam Dittrich, Spirituosenfachmann und Sensoriker, dem Cigar Clan seit vielen Ausgaben das Vertrauen schenkt, wenn es um faßgereifte Spezialitäten geht. Die große Andalusien-Verkostung konnte beginnen …

Der Aperitif

Osborne Sherry
Fino Quinta


Der ›Fino Quinta‹ aus dem Hause ›Osborne‹ wurde vom Guia Penin, dem anerkanntesten spanischen Weinführer, als einer der drei besten Sherrys bewertet sowie mit der Goldmedaille ›Concours Mondial de Bruxelles‹ ausgezeichnet. Mit seinem leichten, feinholzigen Aroma ist er gekühlt ein wunderbarer »Before-Dinner-Drink« und ein schöner Begleiter zu kalten Vorspeisen wie Fisch und Schalentieren.
Diese Art von Sherry eignet sich, sensorisch gesehen, nicht als Cigarrenbegleiter. Aber er diente dem Verkostungsteam an dem lauen Sommerabend als hinreißender Apero – und als Einstimmung auf die restlichen Getränke und den thematischen Ausflug ins »Sherry-Dreieck«.

Vinicola Hidalgo
Sherry Amontillado, Viejo Pastrana


Hidalgo, abgeleitet von »hijo de algo«, »Sohn von jemandem« – so wird seit dem Spätmittelalter ein Mitglied des niederen spanischen Adels genannt. Die Familie mit dem Nachnamen Hidalgo, von der hier die Rede ist, kam ursprünglich aus dem Norden des Landes und ließ sich im 18. Jahrhundert im Süden nieder, als König Karl III. für eine verstärkte Siedlungstätigkeit in Andalusien warb. Im Jahre 1792 übernahm dann José Pantaleón Hidalgo eine Sherry-Handlung von seinem Schwiegervater, und seit dieser Zeit wird die Bodega von den Hidalgos geführt.
Der ›Amontillado‹ war ursprünglich ein ›Fino‹, der dann eine Oxidationsphase durchlaufen hat. Der universellste unter den Sherry-Typen hat eine bernsteingelbe Farbe mit pikantem und zartem Aroma, das an Haselnüsse erinnert. Geschmacklich ist er von einer präsenten Säure geprägt, die den hefigen Grundton konterkariert und den Sherry recht lebendig erscheinen läßt

Osborne
Sherry 10RF, Oloroso


Schon 1772 von dem Engländer Thomas Osborne Mann gegründet, ist ›Osborne‹ heute eines der ältesten Brandy-, Sherry-, Wein- und Handelshäuser überhaupt. Allein im »Sherry-Dreieck« bearbeitet man über 200 Hektar Anbauflächen und verfügt somit über genügend »Grundwein«, um das Imperium zu versorgen. Die Produktionsanlagen liegen in El Puerto de Santa María bei Cádiz.
›RF‹ steht für ›Reserva Familiar‹. Dieser oxidativ ausgebaute Sherry wird mit süßem ›Moscatel‹ sowie mit ›Pedro Ximénes‹ veredelt und erstrahlt im Glas in leuchtendem Rotbraun. Der Geruch überzeugt mit voller Frucht und leicht firnigem, metallischem Touch. Hierzu paßt der mit typischer Beerensüße geschwängerte, trotzdem angenehm schlanke Geschmack hervorragend.

Bodegas Toro albalÁ
1971 Pedro XimÉnes, Gran Reserva

b
Die ›Bodegas Toro Albalá‹, 1844 gegründet, liegen bei der uralten Stadt Córdoba, also außerhalb des klassischen »Sherry-Dreiecks«. Entgegen den üblichen Gepflogenheiten baut man hier die wunderbaren Süßweine aus der ›Pedro Ximénes‹-Traube jahrgangsrein aus. Die Weine werden in Holzfässern, die teilweise noch aus den zurückliegenden dreißiger Jahren stammen, über Jahrzehnte gelagert. So reduzieren sie sich auf natürliche Art und Weise zu ihrer sirupartigen Konsistenz.
Undurchsichtig im Glas und mit Brombeere, Holunder und Wacholder in der Nase, ist man nicht überrascht von der tiefen, saftigen Süße des ›1971ers‹, die sich auf die Zunge legt. Die restpräsente Säure sorgt allerdings für ein Geschmackserlebnis abseits jeden plumpen Eindrucks.

Osborne
Brandy 103, Solera

b
»El Toro«, der schwarze Stier, steht in Andalusien für Kraft, Stärke und Stolz. Deshalb wählte ihn die Familie Osborne 1957 als ihr Markenzeichen, und so steht er – inzwischen ein Symbol für ganz Spanien – nunmehr seit fünfzig Jahren in beeindruckender Größe an den Fernstraßen des iberischen Königreichs.
Der ›103er‹ erscheint in zartem Goldgelb mit leichten Vanilletönen in der Nase, ausgewogen zwischen blumig und feinwürzig. Geschmacklich nicht zu dicht und mit zurückhaltender Mandelsüße, eignet sich dieser Brandy-Klassiker nicht nur hervorragend für Mixgetränke, sondern auch pur oder als Begleiter zu schwarz getrunkenem Kaffee.

Fernando de Castilla
Brandy de Jerez, Solera Reserva

b
Der Durchbruch der Bodega ›Fernando de Castilla‹ nahm mit dem Jahr 1999 seinen Anfang, als der Ästhet und Qualitätsfanatiker Jan Pettersen diesen wunderschönen Betrieb übernahm. Mittlerweile macht die kleine Bodega im Herzen von Jerez de la Frontera nicht nur durch ihre Qualität, sondern auch mit der Gestaltung ihres gesamten Markenauftritts weltweit spektakuläre Schlagzeilen.
Leuchtende Bernsteinoptik und ein von Minzzweigen gestreichelter Buttertoffee- und Rosinenkuchenduft leiten das Geschmackserlebnis ein, das in einer samtweichen und sehr eleganten Klimax gipfelt.


Aliados
Corona De Luxe Honduras


Format: Grand Corona
Länge: 165 mm
Ringmaß: 46 (18,3 mm)
Deckblatt: Ecuador (Corojo)
Umblatt: Ecuador
Einlage: Nicaragua, Dominikanische Republik
Stärke: 3
Rauchdauer: ca. 1 Std.
Einzelpreise:
D: € 4,40
CH: Auf Anfrage

Eine honduranische Cigarre ohne ein honduranisches Tabakblatt? Eine Seltenheit? Nicht so, wenn das gute Stück aus der Produktion von Rolando Reyes stammt, einem der bekanntesten Exil-Kubaner auf dem mittelamerikanischen Festland. Der ehemalige Roller, der auf Kuba in mehreren führenden Cigarrenfabriken gearbeitet hat, ist und bleibt ein von Qualität und Ausdruck geprägter Produzent (nachzulesen unter anderem in der Cigar Clan-Ausgabe № 1–2/2007, Seite 60).
Das mahagonifarbene Deckblatt strahlt von Beginn an Wertigkeit aus. Die Rollung ist so stark von Oberflächenspannung geprägt, daß die Struktur des Umblatts deutlich zu erkennen ist. Trotz großzügig aufgezogener Perilla, jener Kappe am Cigarrenkopf, läßt die ›Corona Extra‹ hinsichtlich ihrer Verarbeitung absolut nichts zu wünschen übrig.
Ein intensiver Duft nach Leder, Malz und Schokolade geht von der Cigarre aus und signalisiert sofort subtile Kraft. Der Zug ist durchweg angenehm, allerdings, exemplarbedingt, unterschiedlich. Die Cigarre brennt einwandfrei ab und läßt dem Raucher die Gelegenheit, sich mit Situation und Umwelt zu befassen. Schließlich: Die auffallend helle Asche ist von fester Konsistenz.
Die ersten Züge sind samtig, leicht süßlich und strahlen eine Ahnung von Komplexität aus. Schon im frühen zweiten Drittel kommt deutlich Würze auf, schön abgefedert von einer satten Süße und den maskulinen Aromen von schwerer Erde und Unterholz. Die Asche sitzt wie eine leicht verdrehte Spirale und zeugt weiterhin von der extrem engen Deckblattwicklung. Im Finale scheint die Cigarre abzuflachen. Aber sie kippt nicht. Sie vergeht …

b Vinicola Hidalgo Sherry Amontillado
Stacheldraht. So schön der antike ›Amontillado‹ auch ist – als Cigarrenbegleiter stört hier die Säure. Schade …
b
Osborne Sherry 10RF, Oloroso
Uninteressant. Zwei schöne Produkte lassen sich kaum aufeinander ein. Trotz passender Grundkomponenten passiert hier nichts Außergewöhnliches.

b


Bodegas Toro AlbalÁ 1971 Pedro XimÉnes
Si, Compadre! Die Würze und Tiefe der Cigarre verbinden sich sehr attraktiv mit dem sirupsüßen Sherry. Das Wechselspiel spendiert die Eleganz.

b
Osborne Brandy 103, Solera
Nervös, aber lecker … Nach etwas schwierigem Beginn verbinden sich die Frische des nur kurz im Faß gereiften Brandys und die malzige Intensität der Cigarre. Für Genießer, die zuhören …
b
Fernando de Castilla Brandy de Jerez
Klassisch kombiniert. In der Empfehlungssituation die sichere Bank. Alle wichtigen Komponenten harmonieren. Was ein wenig fehlt, ist der Kick des Besonderen.




Davidoff Primeros
Dominikanische Republik


Format: Small Panatela
Länge: 104 mm
Ringmaß: 33 (13,1 mm)
Deckblatt: Ecuador (Connecticut Seed)
Umblatt: Dominikanische Republik (San Vicente)
Einlage: Dominikanische Republik (San Vicente, Piloto Cubano, Dominican Olor)
Stärke: 1,5
Rauchdauer: ca. ¼ Std.
Einzelpreise:
D: € 3,50
CH: sfr 4,80

Diese Cigarre ist die erste Cigarre mit Shortfiller-Einlage, die jemals bei einer Cigar Clan-Degustation berücksichtigt worden ist – und das zu Recht, ist die Einlage doch identisch mit der Mischung der ›№ 2‹, des All-Time-Klassikers aus dem Hause ›Davidoff‹.
Im kleinen Format mit sehr ansprechendem Deckblatt und gewohnt guter Verarbeitung fällt allein der bröselige Anschnitt auf, der Longfiller-Rauchern ungewohnt erscheint. Der Duft wiederum ist angenehm und geradezu typisch: Es riecht nach hellem Tabak. Hinzu kommt eine leicht grasige Note.
Fast überraschend ist ein präsenter Zugwiderstand, der die Cigarre wertiger erscheinen läßt. Der Abbrand ist minimal ungleichmäßig, während die Asche, die relativ früh abfällt (kein Wunder bei einem Shortfiller), in einem antiken Grau marmoriert. Trotzdem liegt die ›Primeros‹ kompakt in der Hand wie auch im Aschenbecher.
Der erste Eindruck gefällt mit blumiger Leichtigkeit und cremiger Eleganz. Schon nach den ersten Zügen paart sich auf der Zunge feinwürzige Schärfe mit leichter Säure. Ab diesem Moment tut der Cigarre ein Begleiter gut. Im weiteren Rauchverlauf überzeugt die kleine, preiswerte Alternative durch eine allmählich fortschreitende Entwicklung der vorhandenen Noten. Sofern sich der Raucher zügelt, läßt sich die ›Primeros‹ nonchalant bis zum Ende genießen. Keine Revolution, auch nicht vergleichbar mit der ›№ 2‹ (wie auch?), aber durchaus ein netter Genuß für ein rauchiges Intermezzo.

b Vinicola Hidalgo Sherry Amontillado
Situativ gesehen … durchaus passend. Eine kleine Apero-Cigarre mit einem leicht gekühlten ›Amontillado‹ im Sonnenuntergang – das sollte funktionieren. Leider doppelt sich das Säurespiel teilweise unangenehm.
b
Osborne Sherry 10RF, Oloroso
Aussagelos. Man könnte meinen, eine leichte Süße würde sehr gut passen, aber leider heben sich die Geschmäcker komplett auf. Positiv: Keine Mißtöne …

b


Bodegas Toro AlbalÁ 1971 Pedro XimÉnes
Süße Dominanz. Hier dominiert die Süße und legt sich über den zarten Rauch, der diesen Vorgang ohne Gegenwehr geschehen läßt. Das Ganze macht erst Spaß, wenn man nach dem Trinken an der Cigarre zieht. Dann wird’s aber richtig schön …

b
Osborne Brandy 103, Solera
Alive and kickin’. Der Brandy geht mit der Cigarre eine sehr lebendige Liaison ein. Feine Süße entsteht und umspielt die Würze auf florale, erfrischende Art und Weise.
b
Fernando de Castilla Brandy de Jerez
Fast ein Volltreffer. Obwohl sich hier Süße und alkoholische Frische gut ergänzen, klappt die Vereinigung mit der ›Primeros‹ nur im Ansatz. Sehr schön, aber eben nicht perfekt.





San Pedro Sula Cetros
Honduras


Format: Long Corona
Länge: 150 mm
Ringmaß: 42 (16,7 mm)
Deckblatt: Ecuador (Connecticut Seed)
Umblatt: Nicaragua (San Vicente)
Einlage: Honduras, Nicaragua
Stärke: 2
Rauchdauer: ca. 1 Std.
Einzelpreise:
D: € 3,80
CH: Auf Anfrage

Das Deckblatt der ›San Pedro Sula Cetros‹ – die Cigarren werden in einer der ältesten Manufakturen von Honduras gefertigt – strahlt Eleganz und gute Verarbeitung aus. Glatt und geschmeidig. Weniger auffällig ist der Geruch, der außer hellem Holz und Heu nicht unbedingt viel Aussagekraft hat. Trotzdem insgesamt ein positiver erster Eindruck.
Leichter, nicht zu leichter Zug prägt die ersten Minuten dieser Cigarre, während der Abbrand erst etwas schnell erscheint, sich dann reguliert und vornehmlich gerade bleibt. Die Asche entwickelt sich zu einem schönen, geraden, festen Kegel, der, in sich kompakt, lange auf der Glut sitzt, bis er kontrolliert fällt.
Schon bei den ersten Zügen findet der Genießer fast überraschend eine feine Süße vor, die der Cigarre sehr gut steht. Dazu paßt ein leicht holziger, aber samtiger, schöner Nachhall – wie gemacht dafür, fein strukturierte Geschmäcker parallel zuzulassen.
Im Rauchverlauf bleibt die süßliche Note bestehen. Insgesamt erscheint die Cigarre voller und intensiver, ohne ihre Eleganz zu verlieren. Im Gegenteil: Einzelne Aromen von Fruchtigkeit, blumigem Körper und vegetabilem Eindruck lassen sich erkennen. Diese Empfindung steigert sich und bleibt lange vorherrschend. Im letzten Drittel kommt definitiv Schärfe auf. Zunächst erträglich, wird sie final zu hitzig und zwingt zu widerwilligem Ablegen. Diese Cigarre ist ein Erlebnis für Raucher, die vielschichtige, aber leichte, feine Cigarren mögen.

b
Vinicola Hidalgo Sherry Amontillado
Unruhig-unverträglich. Eigentlich könnte die nussige Note passen. Leider steht einem guten Geschmackserlebnis die Säure im Weg.
b
Osborne Sherry 10RF, Oloroso
Nußknackersuite. Verspielte Eleganz … Ballettartige Verneigungen voreinander. Man respektiert sich, läßt sich zu und vereinigt sich.

b


Bodegas Toro AlbalÁ 1971 Pedro XimÉnes
Süße Balance! Der ›PX‹ führt, keine Frage, mit fester Hand. Die Cigarre ergänzt perfekt die tiefen, dunklen Aromen, erfrischt und erheitert. Die beste Kombination.

b
Osborne Brandy 103, Solera
Anfangs sehr gut. Zu Beginn ist die Kombination perfekt. Später läßt die Vielschichtigkeit der Cigarre den Brandy mit seiner Alkoholität recht »zickig« erscheinen.
b
Fernando de Castilla Brandy de Jerez
Schönster Waffenstillstand. Anfangs seltsamerweise ein Kampf. Fast unverständlich ringen die beiden um die sensorische Vorherrschaft, um sich zum Ende des ersten Drittels friedlich zu ergänzen und dann erstaunlich gut zu harmonieren..

 

 
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