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Kai Ebel: Abseits der PS-Pisten

Da fliegt man sechsundzwanzig Stunden durch die Welt, um am Ende doch viel mehr Vertrautes vorzufinden
als beispielsweise in Asien. Eine gesunde Mischung aus Tradition (britisch) und Moderne (»amerikanische«
Wolkenkratzer rund um den Yarra River) lassen Melbourne westlich und somit heimatlich erscheinen …
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In der australischen Drei-Millionen-Metropole bietet sich dem Besucher eine reichhaltige Auswahl an Freizeitmöglichkeiten. Insbesondere alle denkbaren Wassersportarten lassen sich hier betreiben, vor allem an und in der Port-Phillip-Bucht. Da man dem Drang, beim Schwimmen und Segeln an die eigene Leistungsgrenze zu gehen, auch anderswo nachgeben kann, soll es bei diesem Hinweis bleiben …
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Die südlichste Millionenstadt der Welt hat kein eigentliches Zentrum, aber eine Downtown und zahlreiche ethnische Viertel, die auch anspruchsvolle Gaumen auf das köstlichste kulinarisch verwöhnen. Mitten in der an Manhattan erinnernden Downtown erstreckt sich die »Chinatown« über vier Straßenblöcke an der Little Bourke Street. Vom preisgekrönten Gourmet-Chinesen (›Mask of China‹, ›Flower Drum‹) bis zum Ruck-Zuck-Imbiß tut sich hier eine selten anzutreffende Bandbreite auf. Egal, für was sich der Besucher auch entscheidet: Für jeden gelingt ein perfektes Mahl. In Melbournes »Chinatown« sind übrigens die besten Chinesen von ganz Australien anzutreffen.
An einem Rennwochenende ist es beinahe unmöglich, einen Tisch in der ›Flower Drum‹ zu ergattern. Dem, der es geschafft hat, möchte ich auf jeden Fall ›Lemon Chicken‹ und ›Scallops‹ empfehlen; letzteres sind dicke, münzförmige Muscheln aus Tasmanien. Interessant und für uns in Europa eher fremd ist die unterschiedliche Handhabung der Lokale, wenn es um Getränke geht: Es gibt »Fully licensed«-Restaurants, die über jegliche alkoholische Getränke verfügen, und sogenannte »BYO«-Lokale (bring your own). Dort darf der Gast seine eigenen Getränke mitbringen, die er vorzugsweise in einem der zahlreichen »Bottle-Shops« erstanden hat.
Als weiteres Viertel sei »Little Italy« genannt: Es versprüht in der Lygoon Street mediterranes Flair. Trattorien, Pizzerien und dergleichen liegen hier in lärmiger, aber gemütlicher Nachbarschaft; sie bieten vor allem Pasta und Pizza-Gerichte aller Art an. Eines der besten Eßlokale in »Little Italy« ist aber erstaunlicherweise ein thailändisches Restaurant, ›Lemongrass‹, das längst zum Geheimtip unter den Touristen avanciert ist.
Das einzige, was in dieser Nachbarschaft fehlt, ist das Meer. Das wiederum umspielt den Stadtteil St. Kilda, bequem von Downtown mit der Straßenbahn in fünfzehn Minuten zu erreichen. In kalifornischer Beach-Atmosphäre lassen sich hier spektakuläre Sonnenuntergänge genießen. Ob im ›Donovans‹ oder im ›Stokehouse‹ – in Strandnähe gelingt nicht nur der Fisch (Red Snapper, bei uns Rotbarsch), sondern auch das Fleisch geht geschmacklich einwandfrei über die Zunge und verwöhnt den Gaumen. Apropos Fleisch: Ein Must in Melbourne ist ›Vlado’s‹, das älteste und wohl auch beste Steakhouse der Stadt. Lediglich der gemeine Vegetarier wird hier nicht sein Glück finden. Denn es gibt als Vorspeise Fleisch, als Hauptspeise Fleisch und als Nachspeise nochmals Fleisch, dazu allenfalls Brot und Krautsalat. Der Ungar Vlado steht höchstpersönlich in der Küche und läßt sich bei der Arbeit zuschauen. Fenster gibt es im dem beengten Lokal amerikanischen Zuschnitts übrigens nicht.
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Wie in jeder Metropole der Welt gibt es auch auf dem fünften Kontinent auf der einen Seite eine sehr schicke Downtown – gilt für Lokale und auch für die Designer-Shopping-Meile der Collins Street – und auf der anderen Seite ein Szeneviertel, in diesem Fall das Grunge-Viertel Fitzroy, in dem namentlich auf der Brunswick Street das pralle Leben stattfindet. Vom Libanesen bis zum Griechen kann man sich hier durchprobieren, wobei man sich nicht über die Nachbarschaft des einen oder anderen Punkers oder Barfußläufers wundern sollte. Indes winken hier günstige Schnäppchen unbekannter Designer. Eine gesunde Mischung der beiden Stilrichtungen findet man übrigens auf der Chapel Street, wo der Kaffee am besten schmeckt.
Ach ja, es gibt sie natürlich auch noch, die gute australische Küche mit Aborigines-Tradition. Zu den Klassikern gehören Grabs (Würmer), Emu-Salat, Känguruh und Krokodil.
Ich habe übrigens alles schon probiert  – und lebe immer noch … w
Good on you
Ihr
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