home Home > Cigar Clan 2/2008 > Rückblicke und Ausblicke
News Cigar Clan-Inhalt Tastings Abo Kontakt Media-Information & AGBs Where to find


 




Das Jahr 2008 hat begonnen – da ist es Zeit, das alte Jahr noch mal Revue passieren zu lassen. Doch was bringt das neue? Das fragen sich um diese Zeit auch immer wieder zahlreiche Anleger. Eines sei schon vorweggesagt: Es wird abwechslungsreich und
spannend …
b

Das Jahr 2007 fing verheißungsvoll an. Nach einem kurzen Einbruch des ›DAX‹ Anfang März ging es steil nach oben, bis Mitte Juli mit 8106 Punkten sogar der Höchststand aus dem Jahre 2000 überboten wurde. Auch einige andere Aktienmärkte, wie etwa der ›Dow Jones‹, erreichten neue Höchststände. Dann wiederum erklomm der Euro mit einem Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem US-Dollar bis fast an die 1,50er-Marke ein Allzeithoch. Desgleichen geschah mit dem Ölpreis, der sich der 100-Dollar-Marke näherte. Auch viele weitere Rohstoffpreise haben langjährige Trends nach oben durchbrochen.
Doch im Juli, mit dem Ausbruch der US-Subprime-Finanzkrise, fand die trügerische Ruhe an den Finanzmärkten ein jähes Ende. Die Volatilität stieg drastisch an, und die Börsen gingen auf Talfahrt. Danach fuhren die Börsen eine Weile Achterbahn. Dazu gehörte auch der ›DAX‹, der sich aber erholte und schließlich besser dastand als alle anderen Hauptmärkte. Betrachtet man allerdings das Innenleben des ›DAX‹, dann fällt einem vor allem eines auf: Es war nur etwa eine Handvoll Aktien, die den Index im wesentlichen in die Höhe getrieben hat, während mehr als ein Drittel der Werte, auf das Gesamtjahr bezogen, sogar ein Minus aufweisen.
Das noch junge Jahr 2008 zeigt ein schwieriges Szenario: Die Finanzwirtschaft wird – besonders in den USA – weiter mit der Subprime-Krise zu kämpfen haben. Für die Weltwirtschaft stellt sich die Frage, ob die USA in eine Rezession rutschen werden und welche Folgen das für den Rest der Welt haben wird. Eine Studie der ›OECD‹ kommt zu dem Ergebnis, daß die potentiellen Hypothekenverluste
200 bis 300 Milliarden US-Dollar betragen könnten. Bis dato haben US-Bankaktien bereits 300 Milliarden US-Dollar an Wert verloren – sie haben den »Worst case« praktisch vorweggenommen.
Zweifellos wird die Subprime-Krise im ersten, möglicherweise noch im zweiten Quartal anhalten. Die Kreditvergabe der Banken wird einerseits durch die Schrumpfung des Eigenkapitals und andererseits durch ihr restriktiveres Verhalten zurückgehen. Doch die meisten Unternehmen haben dank der hohen Gewinne der letzten Jahre Liquiditätspolster angelegt, die sie teilweise zum Rückkauf eigener Aktien verwenden.
Die Kreditnachfrage wird daher nicht sehr stark sein, um so weniger, wenn, wie erwartet, das US-Wachstum in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2008 zurückgehen wird. Überdies hat die US-Regierung Ende letzten Jahres einen Rettungsplan beschlossen, der vorsieht, die von Zwangsversteigerungen bedrohten Hausbesitzer zu unterstützen: Zinsen für bestimmte Hypothekendarlehen sollen für einige Jahre auf niedrigem Niveau eingefroren werden. Wohlgemerkt: 2008 ist in den Vereinigten Staaten ein Wahljahr, und Wahlen werden nicht über außenpolitische Fragen entschieden, sondern über ausreichend gefüllte Brieftaschen der Bürger. Daher wird die US-Regierung in nächster Zeit auch die Staatsausgaben erhöhen, um just am Wahltag mit einer bestmöglichen Konjunktur dazustehen. Hinzu kommt, daß die US-Notenbank ›Fed‹ seit September in drei Schritten die Leitzinsen um einen Prozentpunkt auf 4,25 Prozent gesenkt hat. Das stimuliert die Wirtschaft und mildert die Zinslast vieler Immobilienbesitzer. Zudem wird der billige Dollar zu einer Steigerung der US-Exporte führen. In der Summe bedeutet das: Die USA werden weder in eine Rezession treiben noch gar die Weltwirtschaft aus der Bahn werfen. Wohl aber gibt es Zeichen, die auf eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums hindeuten.
Wir befinden uns 2008 im siebten Jahr eines weltweiten Aufschwungs – ein Aufschwung, der so lange währt wie noch nie einer zuvor. Ein etwas schwächeres Wachstum wird die Nachfrage nach Öl und Rohstoffen vermindern – mit der Folge, daß die Preise zurückgehen, um so mehr, als, besonders beim Ölpreis, ein nicht unbeträchtlicher Teil spekulativer Natur sein wird.
Der US-Dollar könnte 2008 ein Comeback feiern. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Die Exporte steigen, die Markttechnik ist positiv, und das Leistungsbilanzdefizit verringert sich. Gemessen an der Kaufkraft ist der Dollar gegenüber dem Euro um 10 bis 15 Prozent zu billig. Ein weiteres Argument liefert noch der sogenannte »Titelseiten-Indikator«, wonach ein Trend, sei es bei Aktien oder bei Devisen, stets dann kurz vor der Wende steht, wenn er auf wichtigen Titelseiten thematisiert wird – und der US-Dollar war Ende des Jahres 2007 Titelthema einiger führender Printmedien, so etwa Spiegel, Handelsblatt und Economist.
Mit Anleihen wird wahrscheinlich auch im neuen Jahr nicht viel zu verdienen sein, weil Inflation und Realverzinsung tendenziell steigen.
Alles in allem sind die Voraussetzungen günstig, daß das Jahr 2008 ein mäßig gutes Börsenjahr wird. Dafür sprechen eine solide Weltkonjunktur mit etwas langsamerer Gangart, eine Entspannung an den überspekulierten Finanz- und Rohstoffmärkten, gesunde Unternehmensbilanzen und ein relativ freundliches Zinsklima.
Die Schwellenländerbörsen werden dank ihrer noch immer relativ günstigen Bewertung und ihrer größeren Ertragsaussichten erneut die Hauptbörsen übertrumpfen. Die kommende Abgeltungssteuer könnte in Deutschland so manchen Anleger dazu bewegen, mehr Geld in Aktien oder Aktienfonds zu investieren, weil die realisierten Gewinne dieser Investments von der Steuer befreit bleiben. Denn wenn’s ans Steuersparen geht, sind wir Deutschen ja nicht zu übertreffen …

 
Media Clan Group GmbH | Cigar Clan | Knesebeckstraße 50 | 10719 Berlin
Tel.: +49 (30) 886 75 585 | Fax: +49 (30) 886 75 586 | Email: info@cigarclan.de