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Das Basler Läckerli

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Als mein Onkel nach dem Krieg nach England reiste, betrachtete der britische Zöllner versonnen seinen Paß und sagte: »Ah, Basel. I know: Basler Läckerli.« Schon damals war die süße Leckerei eine Legende. Das ›Basler Läckerli‹ gehört zu Basel wie die ›Sachertorte‹ zu Wien. In Deutschland kursiert auch die Schreibweise »Baseler Leckerli«, aber so würde es ein echter Basler nie schreiben. Jedes Läckerli ist ein Leckerli – aber nicht jedes Leckerli ein Läckerli!

›Basler Läckerli‹ sind ein rechteckiges, lebkuchenartiges Gebäck, das unter anderem aus Weizenmehl, Honig, kandierten Früchten und Nüssen besteht. Wenn der flache Teig gebacken und noch warm ist, wird er mit einer Zuckerglasur überpinselt … was dem Gebäck sein unverkennbares meliertes Aussehen gibt.

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Eine lange Geschichte
Bis ins Spätmittelalter reicht sie zurück, die Geschichte des ›Basler Läckerlis‹. Die Lebkuchenmacher gehörten seit der Mitte des 14. Jahrhunderts zur »Herrenzunft zu Safran«, nicht etwa zur »Bäckerzunft«. Ihr Handwerk fiel unter den Begriff der »Krämerei«. Die Krämer hatten Lebkuchen von den Märkten in Straßburg, Nürnberg und Memmingen nach Basel gebracht und damit wohl auch das Wissen um die Herstellung. Während des ›Konzils von Basel‹ (1431–1449) suchte man für die rund dreihundert versammelten Kirchenfürsten einen kleinen Imbiß. Da man den damals üblichen Lebkuchen als zu bescheiden ansah, wurden die »Lebkücher« angewiesen, eine edlere Variante zu kreieren. Das war die Geburtsstunde des ›Basler Läckerlis‹. Der Ausdruck selbst taucht aber erst 1720 in den Basler Akten und Ratsbüchern auf.
Dagegen findet sich schon 1660 in der Stadt der Begriff des »Zuckerbäckers«. Dem neuen Beruf wurde außer der Zubereitung von kandierten Früchten und Konfekt, von Hypokras (Gewürzwein) und Likören auch die Herstellung von Läckerli zugewiesen. 1716 erklärte dann der Basler Rat das Zuckerbäckergewerbe zu einer freien Kunst. Das führte dazu, daß sich auch Söhne bedeutender Basler Geschlechter – den Bachofens, den Bischofs, den Burckhardts – dem Handwerk des Zuckerbäckers zuwandten.

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Das Läckerli-Huus
Als im Jahre 1903 der junge Konditor und Confiseur André Klein aus dem Berner Oberland nach Amerika aufbrach, machte er in Basel Zwischenhalt. Dort suchte Leopold Mosetter gerade einen engagierten Geschäftspartner für seine Confiserie. Und so blieb Klein in Basel. Schon ein Jahr später war André Klein Alleinbesitzer. Das ›Läckerli-Huus‹ war geboren. Der Betrieb spezialisierte sich auf die Herstellung der unvergleichlichen ›Basler Läckerli‹, stellte aber auch andere Köstlichkeiten her. Dank umsichtiger Geschäftspolitik meisterte das ›Läckerli-Huus‹ die Wirtschaftskrise und die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Und weil die Belegschaft solidarisch zusammenstand, verkraftete man sogar eine schwere Brandkatastrophe, die 1945 das ganze Fabrika­tionsgebäude samt Bäckerei und Confiserie zerstörte. Schließlich, 1973, bezog das ›Läckerli-Huus‹ sein heutiges Stammdomizil in der Basler Gerbergasse 57. Das »Haus zu den drei Bären und der Ell’«, in dem der sympathische Laden untergebracht ist, ist übrigens 1291 erstmals bezeugt.
Heute gibt es das ›Läckerli-Huus‹ in sieben Schweizer Städten. Seit 2007 wird das Traditionshaus von der Unternehmerin Miriam Blocher geleitet, einer Lebensmittel-Ingenieurin. Die Fabrik liegt in der Gemeinde Münchenstein im Kanton Basel-Landschaft. Das ›Läckerli-Huus‹ hat für seine altüberlieferten Rezepte strenge Qualitätskriterien. Hinter den Köstlichkeiten stehen aber nicht nur größte Sachkenntnis, sondern auch Herz und Leidenschaft. Neben dem klassischen ›Läckerli‹ gibt es auch ›Läckerli au chocolat‹, ›Zitronenläckerli‹ und ›Piccolo-Läckerli‹. Sie alle sind in unterschiedlichsten, phantasievollen Verpackungen zu haben. Legendär ist die mit Läckerli gefüllte »Trommel«. Beliebt sind auch die ›Chocolat-Waffeln‹, die ›Basler Pfefferkuchen‹, die ›Baselbieter Rahmtäfeli‹ (Sahnebonbons) und das ›Gelée Russe‹. Auf der Webseite www.laeckerli-huus.ch kann man nicht nur alle Köstlichkeiten betrachten und bestellen, sondern auch im umfangreichen Pressespiegel stöbern. Also viel Spaß und guten Appetit!

Text: Thomas Brunnschweiler

 
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