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Zirzensisches am Saint Lawrence River

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Es gibt Orte, die im Winter aufblühen, und Städte, die ihre Attraktivität vornehmlich aus dem Sommer und der Sonne schöpfen. Bei Kanada denkt der geneigte Vielflieger wohl nicht selten an verschneite Berge und traumhafte Abfahrten im Pulverschnee. Grundsätzlich ist das schon okay, aber fragen Sie mal die Quebecois, die Einwohner der frankokanadischen Provinz Quebec, in der sich die Millionenmetropole Montreal befindet. Jene französisch sprechenden Menschen feiern den kurzen Sommer ausgiebig und verstecken sich im kalten, dunklen Winter in geschlossenen Räumen. Kein Wunder bei Temperaturen, die mitunter bei minus 40 Grad Celsius liegen.

Genau für diese Verhaltensweise ist die Stadt am Saint Lawrence River konzipiert. Das gesamte Zentrum ist quasi unterkellert – für das Shopping-Erlebnis im Untergeschoß. Ein Stadtbummel auf offener Straße wäre im kanadischen Winter eine echte Mutprobe. Treffend heißt der Bereich, der allerdings auch im Sommer geöffnet ist, ›Montreal Underworld‹.
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Stimmung pur
Apropos Sommer: In der knapp dreimonatigen »Hitzephase« ist in der Stadt eine Stimmung wie sonst nur am Rosenmontag in Köln. Tägliche After Work Partys und Feierlichkeiten beinahe rund um die Uhr. Deswegen zunächst einmal die besten Feiertips für den Frühnachmittag, die sich vor allem während der ›Formel 1‹-Zeit bewährt haben. Da wäre zum einen das ›Newtown‹ auf der Crescent Street, vergleichbar mit der Bourbon Street in New Orleans. Auf drei Stockwerken plus Dachterrasse vereinen sich Cocktailbar, Disco und Restaurant zu einem wahren Entertainmentkomplex der Oberklasse – kein Wunder, der Besitzer ist der ehemalige ›Formel 1‹-Fahrer Jacques
Villeneuve. Eine Alternative für den Freund der freien Sicht bietet das ›737‹ am Place Ville-Marie 1. Auf dem Dach des Wolkenkratzers sorgt die am höchsten gelegene After Work Party für einen unglaublichen Blick über Montreal und seine Umgebung. Schöne Sonnenuntergänge sind inklusive, wobei die Nahrung eher flüssig ist.

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Kulinarisches und Kaufwertes
Wohl kaum irgendwo anders kann man allerdings im Anschluß das Hungergefühl so vielfältig bekämpfen wie in Montreal, dem Austragungsort der ›Olympischen Spiele‹ von 1976. Zwangsläufig führt der kulinarische Weg in einer frankophilen Metropole zur französischen Küche. Das ›Alexandre‹ in der Innenstadt oder der ›Hunting and Fishing Club‹ in der pittoresken Altstadt bieten europäisches Flair, das ansonsten in der nord­amerikanischen Welt eher selten anzutreffen ist. Wer indes volle Teller liebt, der muß eines der angesagten Steakhäuser aufsuchen. Das ›Queue de Cheval‹ auf dem Boulevard René Lévesque möchte ich sowohl wegen des Ambientes als auch wegen der Fleischqualität empfehlen. Ein typischeres Steakhouse ist dagegen das ›Moishes‹ auf dem Boulevard Saint Laurent. Diese Location befindet sich genau zwischen Little Italy und der derzeitigen In-Meile, wo sich das ›Mediterraneo‹ und das ›Buonanotte‹ befinden. Beim letzteren bitte unbedingt vorbeischauen, denn sehen und gesehen werden ist nirgendwo so interessant wie in diesem Ristorante. Lokale und internationale Größen sind hier inklusive wie sonst nur im hippen ›Cavalli Café‹ in der Innenstadt oder im ›Rosalie‹, das in denselben italienischen Händen liegt wie das ›Buonanotte‹. Die längste Schlange – also bitte vorher zum Essen einen Tisch buchen – bildet sich dann so ab Mitternacht vor dem ›Time Supper Club‹, wo die besten DJs der Stadt auflegen.
Wer dann am nächsten Morgen nicht allzu verkatert aufwacht, der sollte sich genug Zeit zum Shoppen nehmen. Nicht nur die Malls ›Simons‹ oder ›Ogilvy‹ bieten Top-Designer-Ware. Auf der Hauptstraße, der Rue Sainte-Catherine, findet man die angesagtesten Schuhe und die hippesten Jeans. Lassen Sie sich bei Ihrer Einkaufstour allerdings nicht von den zahlreichen grellen Neonlichtern irritieren, denn die weisen auf Table Dance Bars hin, die in Montreal traditionell zahlreich und auch schon tagsüber geöffnet sind. Suchen Sie zur Mittagszeit lieber den Chinesen ›Mr. Ma‹ auf. Am Corner of Cathcart and Mansfield bringt er kantonesische Abwechslung auf den Tisch.
Da die ganze Stadt zur Sommerzeit wie ein gigantischer Zirkus in malerischer Umgebung anmutet, darf auch ein abschließender Besuch des ›Cirque du Soleil‹ nicht fehlen. Immerhin hat zu Fuß des Mont Royal (schöne Aussicht) der wohl verrückteste Zirkus der Welt seine Wurzeln und seine Heimat.

Artistische Grüße
Ihr Kai Ebel
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