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Meine Annahmen für 2008

I● Trotz der Turbulenzen zu Beginn dieses Jahres wird 2008 noch ein gutes Börsenjahr, in dem Aktien neue historische Höchststände erreichen. Wertpapiere sind, gemessen am Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV), immer noch »billig«, weil die Unternehmensgewinne meistens mit den steigenden Kursen Schritt gehalten haben. In einem fortgeschrittenen Börsenzyklus – wie wir ihn Anfang 2008 erleben – verhilft ein steigendes KGV den Aktien zu zusätzlichem Auftrieb (Multiplikator der Unternehmensgewinne). Auch die riesigen, anlagesuchenden Kapitalbeträge der »Staatsfonds« in Asien und in den ›OPEC‹-Ländern sowie sinkende Zinsen werden die Kurse antreiben.
● Große, wachstumsstarke Titel (»Blue Chips«) schneiden besser ab als die von mittleren und kleineren Unternehmen – und auch besser als die sogenannten »Value-Aktien«.
● Die Kursschwankungen sind größer als in den letzten Jahren – und sie werden die Nerven der Anleger immer wieder strapazieren.
● Die kurzfristigen Zinsen fallen, die langfristigen steigen. Anlagen in kurzlaufenden Anleihen sind daher wenig attraktiv, während Anlagen in »Langläufern« sogar riskant sind. Für Aktien stellen Festverzinsliche keine Konkurrenz dar.
● Die Vereinigten Staaten durchlaufen im ersten Halbjahr eine konjunkturelle Schwächephase; das Wachstum in Europa schwächt sich ebenfalls ab. Die Weltwirtschaft wächst langsamer als erwartet.
● Die Börsen der Schwellenländer (»Emerging Markets«) übertrumpfen ein weiteres Mal die der Industrieländer. Aber weil das spekulative Fieber steigt, nehmen die Risiken zu. An den Aktienmärkten in China und Indien hat sich eine Blase gebildet. Dennoch ist eine Anlage in den »Emerging Markets« langfristig empfehlenswert. Um Länderrisiken zu begrenzen, sollte diese Anlage breit gestreut sein, am besten mittels eines globalen Fonds.
● Der Ölpreis wird am Jahresende tiefer als am Beginn stehen. Die Preise von Industriemetallen gehen zurück, bleiben aber auf einem relativ hohen Niveau. Dagegen steigen die Preise von Agrarprodukten, besonders von denjenigen, die mittlerweile auch bei der Energiegewinnung Verwendung finden.
● Die Inflation kehrt zurück. Ein Vorbote ist der steigende Goldpreis. Der Anschein der Deflation war trügerisch und nur temporär: Mit der Globalisierung kamen auch Millionen neuer, billiger Arbeitskräfte auf die Weltmärkte. Sie übten einen deflatorischen Druck auf die Güterpreise und die Löhne in den Industrieländern aus. Jetzt läßt dieser Druck wegen steigender Exportpreise nach, weil auch in China und Indien die Löhne wie auch die Währungen steigen und sich die Rohstoffpreise – besonders der Ölpreis – enorm verteuert haben.
● Der US-Dollar steigt gegenüber dem Euro und fällt gegenüber den Währungen der asiatischen Schwellenländer einschließlich des chinesischen Yuans.
● Die Abgeltungssteuer wird im Laufe des Jahres so manchen deutschen Anleger zum Kauf von Aktien bzw. Aktienfonds veranlassen, weil Kursgewinne aus Aktienverkäufen in Zukunft nur dann steuerfrei bleiben, wenn der Kauf vor dem 1. Januar 2009 getätigt worden ist.
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