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Solo für zwei

Was macht jemand, der ein gutgehendes Cigarrengeschäft in hervorragender Verkaufslage betreibt, zahlreiche Gastronomiebetriebe mit Tabakpretiosen versorgt, dazu noch das dort tätige Servicepersonal mit der Kunst eines Cigarren-Sommeliers vertraut macht, bei gesellschaftlichen Events, beispielsweise hochkarätig besetzten Golfturnieren, Premium-Cigarren anbietet, ein absolutes Top-Hotel der internationalen Spitzenklasse dahingehend berät, wie eine Cigarren-Lounge mit begehbarem Klimaraum zu gestalten und mit erstklassiger Ware auszustatten ist, diese Ware auch noch liefert – was macht also jemand, der mehr als ausgelastet zu sein scheint? Ganz einfach: Er macht noch ein zweites Cigarrengeschäft auf …
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Dabei handelt es sich beim zweiten Standbein – oder ist es das dritte, vierte? – nicht um irgendein Geschäft, sondern um eine ›Casa del Habano‹. Hiervon gibt es gerade einmal um die hundertdreißig. Weltweit. Die in der kubanischen Tabakindustrie Verantwortlichen achten schon sehr genau darauf, wen sie einen ihrer »Flagship Stores« betreiben lassen. Besagte »Flaggschiffe« werden gestaltet nach den strikten Vorgaben des kubanischen Herstellers, der ›Habanos S.A.‹ – und als Franchise-Partner auserwählt zu werden, ist nicht einfach, gilt als Ehre und Verpflichtung zugleich, denn in solch einer ›Casa del Habano‹ darf der Havanna-Liebhaber nur Bestes erwarten: Neben einem umfangreichen Sortiment, das auch Spezialitäten umfaßt, kann der Kunde auf eine optimale Beratung und einen erstklassigen Service vertrauen. Das alles soll in großzügiger und exklusiver Atmosphäre geschehen.
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Direkt an der ›Kö‹
Die ›Casa del Habano‹, die man von der Grünstraße aus betritt, »großzügig« zu nennen, wäre ein wenig übertrieben. Inklusive Klimaraum ist sie gerade einmal 75 Quadratmeter groß. Gleichwohl vermittelt sie weltmännische Gediegenheit mit ihren in Bordeaux gehaltenen Ledersesseln, mit der Bar, die ausgesuchte Whiskys, Rums und Cognacs bereithält, und mit ihren wenigen, stilsicher gewählten Bildern, welche die Eleganz dieses Raucherrefugiums unterstreichen.
Die Grünstraße ist eine kurze Stichstraße der noblen Königsallee, Düsseldorfs Einkaufsprachtmeile, und der Betreiber ist Muhammet Genc, 1973 in der westlichen Türkei geboren und schon früh mit seinen Eltern nach Deutschland übergesiedelt. So haben sie es ihm erzählt, denn an diesen Ortswechsel mit den großen Auswirkungen für die Familie – solch ein Schritt erfolgt immer nach einer Entscheidung, die für das weitere Leben als elementar zu bezeichnen ist – kann er sich nun gar nicht erinnern. Kein Wunder, denn zu diesem Zeitpunkt war er gerade einmal zwei Monate alt.
Im Ruhrgebiet angekommen, arbeitet sein Vater fortan unter Tage. Diesen Arbeitsweg möchte Muhammet Genc nicht gehen, sondern etwas machen, was mit Kreativität zu tun hat. Nach der ›Mittleren Reife‹ beginnt er eine Ausbildung zum Möbeltischler. An diesem Beruf liebt er zum einen das Haptische, das Arbeiten mit einem »lebendigen« Werkstoff, zum anderen das Gestalten mit diesem Material. Irgendwann entwirft und schreinert er seinen ersten Humidor, denn nachdem er mit achtzehn seine erste Cigarre geraucht hat – »Es war, glaube ich, eine ›Partagás Mille Fleurs‹, also direkt eine Havanna« –, läßt ihn das Thema »Edle Rauchwaren« nicht mehr los.
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Aus Leidenschaft wird Passion
Muhammet Genc empfindet es immer wieder als ärgerlich: Wenn er in einem Café zu einem Espresso oder nach dem Essen in einem Restaurant eine Cigarre bestellt, dann wird ihm in der Regel etwas angeboten, das zwar wie eine gute Cigarre aussieht, aber nicht wie eine solche schmeckt. Meist sind die Cigarren schlecht oder überhaupt nicht im Humidor gelagert, und nachdem er diese unangenehme Erfahrungen oft genug machen mußte, bietet er den jeweiligen Café- oder Restaurantbesitzern seine Hilfe an: Er nimmt Kontakt zu der damals noch recht jungen Import- und Vertriebsgesellschaft ›5thAvenue‹ auf, und die Waldshuter erklären sich bereit, ihn bei seinem Vorhaben zu unterstützen, indem sie ihn mit Havannas beliefern und auch die entsprechenden Gastrohumidore bereitstellen. Bald betreut Muhammet Genc eine ganze Reihe von Cafés, Lokalen und Restaurants, und als es immer mehr werden, gibt er seinen Beruf als Möbeltischler auf und wird in Sachen Cigarren Dienstleister für etliche Gastronomiebetriebe. Dann, einige Jahre später, bietet man ihm ein Ladenlokal im Komplex der extravaganten ›Kö Galerie‹ an. Muhammet Genc wird »seßhaft«.
Im September 2001 eröffnet er das elegant-gediegene Ladenlokal ›Selected Cigars‹. Der Name ist Programm: Hier werden nur absolute Premium-Cigarren angeboten, und zwar beileibe nicht nur Havannas, sondern auch solche aus Provenienzen, die für weitere erstklassige Cigarren stehen – und so ist Muhammet Genc recht bald auch Depositär der Top-Marke ›Davidoff‹. Gleichwohl ist er bis heute für seine Kunden an der »Gastrofront« da. Schließlich hat damit alles begonnen …

Kontaktdaten
Selected Cigars, Königsallee 60c
(Eingang Grünstraße), 40212 Düsseldorf
Telephon: +49 (211) 868-16-81
www.selected-cigars.de
La Casa del Habano, Königsallee 60c
(Eingang Grünstraße), 40212 Düsseldorf
Telephon: +49 (211) 868-16-90
www.la-casa-del-habano-duesseldorf.de


Text: Dieter H. Wirtz

 
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