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Kunst und Kreativität

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Lasse Skovgaard, zunächst einmal vielen Dank dafür, daß Sie sich die Zeit für ein kurzes Interview genommen haben. Ich möchte auch direkt damit beginnen. Meine erste Frage:
Wo leben und arbeiten Sie?
Bis vor kurzem lebte ich in Praesto im südlichen Teil von Zealand. Dort habe ich die Werkstatt meines Vaters [Benni Jørgensen] mitbenutzt. Aber seit Januar 2008 lebe ich in Aarhus, weil ich dort Werkstatt und Räumlichkeiten von Teddy Knudsen nutzen kann.
Wie kam es dazu, daß Sie Pfeifenmacher geworden sind?
Da mein Vater Pfeifenmacher ist, wuchs ich zwangsläufig mit vielen Pfeifen auf, und so entwickelte ich schon als kleiner Junge ein großes Interesse an der Kunst des Pfeifenmachens.
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Wann haben Sie damit begonnen, Pfeifen herzustellen?
Meine ersten Pfeifen, mit denen ich zufrieden war, habe ich mit siebzehn Jahren gemacht. Erste Erfahrungen mit der Herstellung eigener Pfeifen sammelte ich jedoch schon einige Jahre davor. Seit 2003 verdiene ich meinen Lebensunterhalt mit der Herstellung von Pfeifen.
Was fasziniert Sie am meisten an dieser Tätigkeit?
Am meisten fasziniert mich an der Pfeifenherstellung, daß man nahezu frei ist, jede Art von Pfeife zu schaffen, die einem vorschwebt. Man kann wirklich sein künstlerisches Talent entfalten und ausleben. Nur eine Grenze gibt es dabei: Die Pfeife muß funktional sein – und sie muß handwerklich so gearbeitet sein, daß sie den größtmöglichen Rauchgenuß erlaubt.
Was zählt zu den größten Enttäuschungen beim Pfeifenmachen?
Eine der für mich größten Enttäuschungen ist das Loslassen. Wenn ich eine wirklich außerordentlich schöne und besondere Pfeife geschaffen habe, die einige Tage Arbeit gekostet hat, dann fällt es mir sehr schwer, sie abzugeben, zu verkaufen. Und häufig weiß ich nicht, bei wem dieses besondere Exemplar ihr neues Zuhause findet. Aber letztendlich lebe ich ja davon, Pfeifen zu verkaufen.
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Haben Sie Lieblingsformen?
Meine Lieblingsformen sind ›Freehand Shapes‹, bei denen man, wie ich zuvor schon angedeutet habe, sein künstlerisches, krea­tives Talent entfalten kann.
Was ist Ihre erfolgreichste Pfeifenform?
Tatsächlich fällt es mir schwer zu sagen, was meine erfolgreichste Form ist. Von meinen ›Freehand Bent Brandys‹ und den ›Dublins‹ habe ich jedoch sehr viele hergestellt und auch verkaufen können.
Haben Sie für Ihre Pfeifen ein Grading-System?
Ja, bei den sandgestrahlten Pfeifen sowie bei den glatten Modellen habe ich ein Grading von eins bis drei, und für die High-Grade-Modelle benutze ich einen Stempel, der einen Löwen zeigt.
Wer ist Ihr größtes Vorbild als Pfeifenmacher?
Am Anfang war ich natürlich stark durch meinen Vater inspiriert, aber nun denke ich, daß mich Teddy Knudsens Werk am meisten beeinflußt. Aber ich habe auch großen Respekt vor der Arbeit anderer Pfeifenmacher.
In welchem Land sind Sie bisher am erfolgreichsten?
Ich denke, daß ich bisher die meisten Pfeifen in die USA verkauft habe, aber der Ferne Osten und Europa haben von den Stückzahlen die USA nun nahezu erreicht und entwickeln sich bestens.
Was sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus, beziehungsweise, was wünschen Sie sich?
Ich möchte auf dem deutschen Pfeifenmarkt bekannter werden, denn wenn ich es schaffe, in Deutschland gut Fuß zu fassen, werde ich meine meisten Pfeifen wohl in Eu­-ropa verkaufen können. Außerdem würde ich dann sehr gerne alle Geschäfte und Partner in Deutschland, die meine Pfeifen anbieten, auch einmal persönlich besuchen.
Rauchen Sie selbst auch Pfeife? Wenn ja: Haben Sie eine Lieblingsform, auch einen Lieblingstabak?
Ja, ich rauche immer wieder mal sehr gerne eine Pfeife zur Entspannung und für den Genuß. Es wäre ja auch etwas seltsam, Pfeifenmacher zu sein und selbst nicht zu wissen, wie es ist, eine Pfeife zu rauchen. Meine Lieblingsformen sind eine ›Straight Billiard‹ und eine ›Freehand Bent Brandy‹. Als Tabak bevorzuge ich momentan ›Sweet Dublin‹ von ›Orlik‹.
Lasse Skovgaard, haben Sie vielen Dank für das Gespräch. Vor allem wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei Ihren Plänen in bezug auf den deutschen Pfeifenmarkt. w
Joachim Westermann, leidenschaftlicher
Pfeifenraucher, ist Mitbegründer des in Bochum ansässigen ›Pfeifenkollegiums‹
(www.pfeifenkollegium.de), zu dessen Vorstand er auch gehört. Der gelernte Buchhändler, heute leitender Angestellter in einem führenden deutschen Software-Unternehmen, engagiert sich darüber hinaus bei mehreren Webseiten, welche die Pfeife und das Pfeifenrauchen zum Thema haben, und ist Mitglied des ›Pipe Club of London‹, dem führenden Pfeifenclub in Großbritannien.

 
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