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Bacchus meets Havanna

Da ist zum einen das Bremer Rathaus zu nennen mit seiner ›Rolandstatue‹, das in diesem Jahr sein sechshundertjähriges Bestehen feiert, denn man schrieb das Jahr 1408, als dieser steinerne Ausdruck selbstbewußten Bürgertums nach dreijähriger Bauzeit seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Erste Notiz am Rande: Gebäude und Statue gehören zum Weltkulturerbe der ›Unesco‹. Zweite Notiz: Das Bremer Rathaus ist bislang das einzige Rathaus, das in diese Liste der Weltorganisation aufgenommen worden ist.
Noch nicht einmal einen Steinwurf entfernt erstreckt sich ein weiteres altehrwürdiges Gemäuer. Im ›Börsenhof‹ wird allerdings nicht mehr mit Wertpapieren gehandelt, wie das weiland 1882 erstmals der Fall gewesen ist, als die ›Wert­papierbörse‹ der Hansestadt Bremen ihre Pforten vornehmlich für ehrbare Kaufleute öffnete, wohl aber nicht verhindern konnte, daß hier, im Schatten des gegenüberliegenden mächtigen Doms, Spekulanten und Geschäftemacher ihr Glück versuchten – und manchmal auch höchstselbst die Weichen für ihr Unglück stellten. Das ist lange her. Heute treffen sich in der ehemaligen ›Wertpapierbörse‹ distinguierte Herren, Kaufleute, Steuerberater, Unternehmer, alles Connaisseure, die gegen ein gutes Essen, einen hervorragenden Tropfen und eine ausgesuchte Cigarre nichts einzuwenden haben. Sie begegnen sich in der ›Havanna Lounge‹, die hier seit 2001 hanseatische Gediegenheit und vortreffliche Genußkultur wohltuend miteinander verbindet, dabei des öfteren ihre Mitglieder zu ganz besonderen Anlässen einlädt.
So auch an einem Donnerstagabend Anfang März, als sechs Weine aus dem Bestand des ›Bremer Ratskellers‹ und drei Havannas zu verkosten waren. Dieser ›Bremer Ratskeller‹ gehört weltweit zu den bedeutendsten Weinkellern überhaupt – und er wartet mit einer Besonderheit auf: In den weitverzweigten Gewölben mit Gängen, die sich insgesamt über eine Länge von zweieinhalb Kilometern erstrecken, lagern ausschließlich deutsche Weine absoluter Spitzenlagen.
Um einiges kleiner, dafür aber nicht minder bedeutend, jedenfalls für die in der Hansestadt lebenden Anhänger des gehobenen blauen Dunstes, ist das ›House of Smoke‹. Womit wir beim dritten Eckpfeiler des eingangs erwähnten Dreiecks wären. Dirk Quade hält seit Jahren in einem der kleinen Häuser des »Schnoor« all das bereit, was Pfeifen- und Cigarrenraucher so schätzen. Darunter, als ›Habanos Specialist‹, natürlich auch zahlreiche Pretiosen aus dem Mutterland der Cigarre, und so nimmt es nicht wunder, daß er die ›Havanna Lounge‹ mit diesen und anderen braunen Schönheiten vortrefflich versorgt.
Dieses einzigartige architektonische Dreieck ist also nicht nur von der bautechnischen Historie her einmalig, sondern wartet auch mit einer Genußkultur auf, die in solch einer Konstellation höchst selten anzutreffen ist. Den geschmacklichen Symbiosen stand an diesem Abend also nichts mehr im Wege …


2003er Münsterer Kapellenberg
Riesling Spätlese, Trocken
Weingut Albert Graffe, Nahe


Das Weingut ›Altes Zollhaus‹ am unteren Lauf der Nahe wird schon in der vierten Generation von der Familie Graffe geführt. Früher ein Landwirtschaftsbetrieb mit Neben­erwerbsweinanbau, wird heute auf immerhin acht Hektar Qualitätswein angebaut und als Flaschenwein vermarktet.
Der ›2003er Münsterer Kapellenberg‹ liegt hellgelb im Glas, wobei schwere Tropfen schlanke »Kirchenfenster« zeichnen. Die ›Riesling‹-Typizität springt förmlich in die Nase: feine Exotik, leichte Vanille und erste Edelfirnanzeichen. Am Gaumen trumpft sofort die Süße auf. Der geringe Alkoholgehalt von 9 Volumprozenten steht dem Wein sehr gut. Exotische Frische und ein insgesamt ausgewogener Körper helfen zu verdrängen, daß ihm ein wenig an Säurespiel, sprich Finesse fehlt. Damit steht er im Ausnahmejahr 2003 nicht alleine da – eiskalt trinken hilft! Eine runde, schöne Spätlese, restsüß-klassisch, wie es Cigarrenraucher lieben.

2005er Hebsacker Lichtenberg
Spätburgunder, Großes Gewächs, Barrique
Weingut Jürgen Ellwanger, Württemberg


Das ›Weingut Ellwanger‹ ist alteingesessen im Remstal im Württembergischen – und es ist Teil einer Revolution, die Anfang der neunziger Jahre die gesamte dortige Weinregion erschütterte. In der ›Hades-Bewegung‹ begann eine Gruppierung von Winzern, ihre Weine – was bis dahin verpönt war – in Barrique-Fässern auszubauen. Die Bezeichnung ›Hades‹, in der griechischen Mythologie der Ort der Toten, in dem sich auch das »Höllenfeuer« befand, setzt sich übrigens aus den Anfangsbuchstaben der Gründungsmitglieder zusammen, wobei das »E« für »Ellwanger« steht.
Im Glas ein typisches Burgunderrot, lebendig, mit rubinroten Reflexen und einem hellen Rand. Der Wein verströmt eine breite Palette von Aromen: Kirschen, Johannisbeeren und süßliche Vanille, aber auch Tabak, Leder und Kakao sind auszumachen. Am Gaumen bestätigt sich der Duft. Beeren und männliche Nuancen verschmelzen und bleiben bestehen. Der Wein ist eine Granate. Für Freunde des ›Pinot Noir‹ eine deutsche Antwort auf das klassische Burgund – und für solche kräftiger Weine ein Türöffner zu dieser Rebsorte.


2003er Volkacher Karthäuser
Weißer Burgunder, Großes Gewächs
Weingut Juliusspital, Franken


Der ›Volkacher Karthäuser‹ ist neben dem ›Würzburger Stein‹, der ›Inneren Leiste‹ und dem ›Eschendorfer Lump‹ die bekannteste fränkische Weinlage, für manchen Liebhaber gar die beste. Das Würzburger ›Juliusspital‹ mit seiner über vier Jahrhunderte langen Tradition ist das Vorzeigeweingut der Region, dessen Credo es ist, durch Innovation die Qualität der Weine ständig zu verbessern.
Das ›2003er Große Gewächs‹ liegt klar und goldgelb im Glas und versorgt den Genießer mit vollem, dichtem, gelbfruchtigem Bouquet, das von vanilligen und buttrigen Einschlägen geprägt ist. Der Geschmack ist sehr breit, vereinigt heimische und exotische Frucht und bringt einen nussigen Ton mit ins sensorische Spiel. Ein trockener Wein mit einem saftigen Kreuz. Schmelz und Säure bescheren einen sehr langen, überwältigenden Nachhall. Der Wein verlangt große Gläser und blüht mit jedem Grad Temperatur noch mehr auf.

2003er Jodokus
Qba, Trocken, Barrique
Weingut Drautz-Able, Württemberg

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Das Weingut, bereits im Jahre 1496 am Heilbronner Stadtrand von Jodokus Drautz gegründet, liegt in der Gemeinde Heilbronn im deutschen Weinanbaugebiet Württemberg. Vergleichsweise neuen Datums ist der Doppelname des Weinguts. ›Drautz-Able‹ geht zurück auf die Heirat von Christel Drautz und Martin Able, ebenfalls Sproß einer alten Heilbronner Weingärtnerfamilie, im Jahre 1960. Heute sind Christel Able und ihr Bruder Richard Drautz gemeinsame Geschäftsführer.
Auch das ›Weingut Drautz-Able‹ ist Gründungsmitglied der ›Hades-Bewegung‹. Der ›2003er Jodokus‹, eine Cuvée aus je 40 Prozent ›Cabernet Sauvignon‹ und ›Cabernet Dorio‹, 15 Prozent Dornfelder sowie etwas ›Regent‹ und ›Merlot‹, ist dreißig Monate in neuen Barrique-Fässern gereift. Ein stark rauchiger Duft nach Schattenmorellen und gemischten Beeren mit gerösteten Grundtönen steigt in die Nase. Am Gaumen recht barriquebetont, treten deutliche Reifetöne hervor. Wirkt insgesamt etwas kurz. Röstaromen, verhaltene Frucht, pflanzliche Töne, Schokolade und merklicher Alkohol. Durchschnittlicher Nachhall. Ein eher nachdenklicher Wein, dem man von Jahrgang und Assemblage wohl mehr zugetraut hätte.

2005er Essinger Osterberg
Muskateller Eiswein
Weingut Winfried Frey & Söhne, Pfalz

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Das traditionelle Weingut ›Winfried Frey & Söhne‹, geführt von Peter und Jürgen Frey, besitzt einen guten Ruf als Spezialist für edelsüße Weine. Es liegt an der südlichen Pfälzer Weinstraße in Essingen und erzeugt vor allem in letzter Zeit immer hochwertigere Weine. Gleich fünf Beerenauslesen wurden bei der diesjährigen ›Grand Prix Degustation‹ in Hamburg ausgezeichnet.
Der Wein, tiefgolden im Glas, wiegt sich elegant und bricht in klaren Reflexen. Er verströmt einen etwas flüchtigen, hefewürzigen und reifen, fast rosinigen Duft. Am Gaumen exotische Früchte, dazu etwas Süße und ein leicht zitroniger Geschmack. Nachhaltigkeit und Substanz könnten noch ausgeprägter sein. Eine gut strukturierte Säure trägt das Geschmackserlebnis. Im Nachhall ein wenig dropsig, schön, lang … und zuckersüß.

1997er essinger Roßberg
Chardonnay Beerenauslese, Barrique
Weingut Winfried Frey & Söhne, Pfalz

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Man sollte schon ein Süßwein-Spezialist sein, um eine Beerenauslese aus reinem Chardonnay im Barrique auszubauen. Die Brüder Frey wagen es regelmäßig und werden dafür mit Auszeichnungen und breitem Lob in der Fachpresse belohnt. Belohnt wird auch der Genießer, der sich eines der kleinen Fläschchen leistet.
Hell goldgelb mit orangefarbenen Reflexen schimmert der Wein im Glas, fast versonnen und zurückhaltend. Nähert er sich mit der Nase, strömt ein wahrer Aromenstrauß auf den Weinfreund ein: würziger Waldhonig, Banane und Marzipan, getragen von einer leichten, frischen Grasigkeit. Im Mund entfalten sich diese Aromen zu einer tiefen, schmelzigen Marmeladigkeit, und die helle Mineralität ist zwar spürbar, wirkt aber nicht aufgesetzt. Der Nachhall ist lang, und noch länger bleibt die Süße auf der Zunge. Ein Dessertwein für alle hellfruchtigen Nachspeisen – und ein süßer Akzent zu jedem belebenden Anlaß.




Bolívar Edicíon
Regionales Colosales
Exclusivo Alemania

Format: Colosales(Toro)
Länge: 155 mm
Ringmaß: 50 (19,8 mm)
Deckblatt: Kuba
Umblatt: Kuba
Einlage: Kuba
Stärke: 3
Rauchdauer: ca. 1 Std.
Einzelpreise:
D: € 14,–
CH: Auf Anfrage

Immer tiefer greifen sie in die Trick- und Schatzkisten, die kubanischen Cigarrenproduzenten, wenn es um die neuen ›Ediciones Regionales‹ geht. Bei diesen Cigarren ist der Name Programm: Für kubanische Verhältnisse ist die ›Colosales‹ eine Cigarre mit enormen Ausmaßen, wirkt aber nicht überdimensioniert. Von diesen ›Bolívars‹ wurden zwölfhundert klassische 50er Cabinet-Kisten hergestellt. Glücklich, wer eine hat.
Die Cigarre liegt mittelschwer in der Hand und überzeugt schon optisch in traditionellem Colorado mit leicht mattem, aber sehr schönem Deckblatt. Sie riecht bemerkenswert ausgewogen nach reifem Tabak, Salz und Meer. Die ersten Züge sind schon so, wie sie sein sollen: Nicht übermächtig, versprechen sie leise, was die Cigarre später hält.
Der Zug hat einen angenehmen Widerstand. Fast gerade der Abbrand, leicht schräg und sehr dunkel der Aschekegel, in sich aber stabil aufrichtend. Das erste Drittel im Rauchverlauf dieser Cigarre bleibt positiv verhalten. Langsam kommt Wärme in den großzügigen Rauch, der die ersten Aromen trägt: waldig und weit, wenig animalisch, aber sehr kubatypisch. Um die Mitte des Rauchverlaufs offenbart sich in großen Schritten das Potential der ›Colosales‹: Sie wird wuchtiger, ohne auszubrechen. Würzigkeit und Süße kommen auf. Diese Steigerung wird nur noch vom Finale übertroffen: Die süßlichen Nuancen werden von Kraft und Grandezza überholt.
Eine Cigarre, die ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat und trotzdem schon jetzt ein unvergeßliches Erlebnis beschert.

1
2003er Münsterer Kapellenberg
Feine Schmeichelei. Mal wieder ein reines Plädoyer für ›Riesling‹ und kubanische Cigarren. Von vorn bis hinten passend. Grandios schmiegt sich die helle, süße Kühle an den männlichen Rauch.


b
2003er Volkacher Karthäuser
Aussagelos. Der breite Körper des Weins und die Säure verstehen sich nicht mit der Cigarre. Über die meiste Zeit des Rauchverlaufs unharmonisch, selten erträglich, mitunter einfach »leer«.


b
2005er Hebsacker Lichtenberg
Heavy Metal. Die maskulinen Aromen in beiden Partnern doppeln sich ohne die ausgleichenden angenehmen Gegenparts. Daher hauptsächlich metallisch. Kaum überzeugend. Leider.
b 2003er Jodokus
No way. Auch dieser Wein macht die ›Colosales‹ nicht zur Rotwein-Cigarre. Es gibt zu wenig sanfte Aromen, die den Weg für ein harmonisches Miteinander bereiten könnten.
b 2005er Essinger Osterberg
Erhebend. Die Sonne geht auf. Eine grandiose Kombination. Die Frische und die Eleganz des Weins sowie die Contenance der Cigarre generieren einen großartigen Genußmoment.
b 1997er essinger Roßberg
Zuviel des Guten. Was beim Eiswein funktioniert, wird hier von zuviel Süße überlagert. Ohne ein rettendes Glas Wasser nicht uneingeschränkt empfehlenswert.




H. Upmann
Magnum 46

Format: Corona Gorda (Grand Corona)
Länge: 143 mm
Ringmaß: 46 (18,3 mm)
Deckblatt:Kuba
Umblatt: Kuba
Einlage: Kuba
Stärke: 3
Rauchdauer: ca. ¾ Std.
Einzelpreise:
D: € 9,30
CH: sfr 12,60

Angesichts der vielen neuen Formate und Editionen vergessen wir oft die guten, alten Cigarrenklassiker. Die ›Magnum 46‹ ist eine von ihnen, die auch in jungen Jahren sehr überzeugt und sich aus alten Kisten noch liebenswerter präsentiert. Bei dieser Degustation wurde eine relativ junge 25er Cabinet-Kiste geöffnet, die einen verheißungsvollen Duft nach Holz, Leder und Dickicht verströmte. Die Cigarren hatten durchgängig ein mittelbraunes, fast rötliches Deckblatt und waren überzeugend verarbeitet. Im ersten Aroma kamen deutlich herbstliche Erdtöne und Kaffee zur Geltung. Die Cigarre lud förmlich ein …
Die ersten Züge verbleiben ähnlich dem Duft: Kaffee, eher Mokka, und nussig-waldige Töne werden vom noch kalten Rauch getragen. Der Zug ist leicht und gut, ja großzügig. Dementsprechend gleichmäßig sind Abbrand und Form des sehr schön mittelgrau gemaserten Aschekegels. Die stabile Asche fällt spät.
Im ersten Drittel besticht die ›Magnum 46‹ durch Ausgewogenheit und Harmonie. Alle Aromen bleiben leicht, zeigen sich verhalten. Bestimmen feine Süße und zarte Bitterkeit den Rauch weiterhin, kommen Würze und Schärfe erst im zweiten Drittel auf. Potenziert entwickelt sich die Cigarre weiter. Von Temperament kann man erst im Finale sprechen. Die Cigarre macht es dem Aficionado leicht, vielleicht ein wenig zu leicht, um sie bis zum warmen, weichen Finale zu rauchen.
Eine großartige Cigarre, um nachmittags ein gutes Buch im Sonnenschatten zu lesen und ein kaltes Glas restsüßen Weißweins zu genießen.

1
2003er Münsterer Kapellenberg
Immer wieder ›Riesling‹ … Die Kombination von Rauch und Süße harmoniert. Der Rauch spielt die erste Geige, und die Honignote konterkariert. Klasse!


b
2003er Volkacher Karthäuser
Unharmonisch. Auch hier wird die strenge Säure adstringierend und unharmonisch. Im Nachhall allerdings etwas versöhnlicher.


b
2005er Hebsacker Lichtenberg
Hardcore. Der Wein wirkt mit dem Rauch deutlich unzugänglicher und härter. Wer rauhe Aromatik mag, wird zufrieden sein, für die Mehrheit jedoch eine eher fragliche Kombination.
b 2003er Jodokus
Finden sich wieder. Der weniger robuste Wein nähert sich der Cigarre nach anfänglichen Schwierigkeiten relativ schnell. Die meisten Aromen bestehen.
b 2005er Essinger Osterberg
Kriminell: Karamel. Verboten gute Kombina­tion, in welcher der Rauch dem Wein noch eine weitere, karamelige Note verpaßt. Großartig.
b 1997er essinger Roßberg
Exotik. Auch hier deutliche Karamelentwicklung vor einem etwas aufgesetzten Hintergrund von unnatürlicher, ferner Süße. Ein bißchen zuviel des Guten …





Vegas Robaina
Unicos


Format: Hermoso № 4 Robusto
Länge: 127 mm
Ringmaß: 48 (19,1 mm)
Deckblatt: Kuba
Umblatt: Kuba
Einlage: Kuba
Stärke: 3
Rauchdauer: ca. ½ Std.
Einzelpreise:
D: € 9,70
CH: sfr 11,20

Sieben Jahre sind keine zu lange Reifezeit für eine handfeste kubanische Cigarre mit ordentlichem Ringmaß, und so ist schon am Aussehen sowie am Duft die Reife der Cigarre zu erkennen.
Das Deckblatt hält ein, was der große alte Mann der Cigarre verspricht: Colorado Maduro mit öligem Glanz und wenig erkennbaren Adern. Die ›Famosos‹ duftet nach altem Holz und Kaffee, nach Erde und Laub. Die Verarbeitung ist sehr schön gelungen. Zug, Abbrand und Rauchentwicklung sind ebenfalls einwandfrei, und ein dunkler Aschekegel präsentiert sich spiralesk mit weißen Einlagerungen – nicht besonders stabil, aber schön.
Der Rauchverlauf beginnt mit einer trockenen Zunge. Wer die Cigarre sorgfältig getoastet hat, erfährt bei den ersten Zügen deutlich zugänglichere Momente als der gierige Raucher. Hier hilft schon der erste Schluck ›Riesling‹. Danach öffnet sich die reife ›Robusto‹, und eine Menge typischer »Robaina-Aromen« offenbaren sich: Unterholz, Erde und Leder, immer dabei eine feine Restsüße und, relativ früh, eine pfeffrige Schärfe.
Die ›Famosos‹ läßt sich bei gleichbleibend ausgewogenem Geschmacksbild lange rauchen. Vor allem passionierte Habanophile schätzen den gereiften klassischen Geschmack der roten Erde von Pinar del Río. Wer gereifte Cigarren pflegt, wird sich die Situation, in der er sie zu rauchen beabsichtigt, immer gut überlegen. Zu lange nachdenken schadet jedoch dem Gesamterlebnis, denn manchmal ist die Cigarre allein Anlaß genug.

1
2003er Münsterer Kapellenberg
Verloren. Die beiden neutralisieren sich, denn die Süße legt sich über die ausgewogene Cigarre. Leider fehlt hier die Lebendigkeit.


b
2003er Volkacher Karthäuser
Gerangel. Mal nimmt der Wein sich die Aufmerksamkeit, mal drängelt sich die Cigarre nach vorne. Dabei wird niemand verletzt, aber es macht auch nicht wirklich Spaß.


b
2005er Hebsacker Lichtenberg
Red Wine Lover. Der Wein wirkt mit der Cigarre noch tiefer, schokoladiger und würziger. Die süßlichen Komponenten des Weins unterstützen die Cigarre.
b 2003er Jodokus
Cigar’s Best Friend. Die Cigarre gibt dem Wein mehr Tiefgang und Fülle. Erstaunliche Kombination. Einwandfrei!
b 2005er Essinger Osterberg
Süße Flut. Die Süße des Weins überdeckt zu Beginn die feinen Cigarrenaromen. Später setzt sich die reife Kubanerin besser durch.
b 1997er essinger Roßberg
Süßer Untergang. Die noch kräftigere Beerenauslese tilgt anfangs fast die komplette Aromenpalette der Cigarre. Erst sehr spät kann sie mithalten. Immerhin keine Mißtöne.

 

 
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