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Quintessenz von fünfzehn Jahren:
Überfluß der Sinneseindrücke
Cerveza Cubanero
Bucanero Cervezeria, Holguín, Kuba

Wer schon einmal auf Kuba war, kennt das dort sehr beliebte ›Bucanero‹-Bier, die kräftige Alternative zum eher leichten, frischen ›Cristal‹. In Europa angekommen, ist das ›Bucanero‹ (aus markenrechtlichen Gründen) zum ›Cubanero‹ geworden. Dieses klassische Lagerbier, untergärig und kräftig, wird aus einem Gemisch verschiedener Gerstensorten sowie aus Hopfen und Zuckerrohr (!) gebraut, was dem Bier einen unverwechselbaren deftig-herben, zudem etwas süßlichen Geschmack verleiht.
Schon die goldgelbe saftige Farbe weckt im durstigen Genießer die Vorfreude auf eine kalte Erfrischung. Allerdings begnügt man sich, was den optischen Eindruck angeht, doch meistens mit der kleinen, dunklen »Longneck«-Flasche, verziert mit den kalten Kondensationstropfen und dem farbenfrohen Piratenetikett.
Karibische Biere werden klassisch aus der Flasche getrunken. Eiskalt sollte dieses Bier seinen aromatischen Geschmack am Gaumen entfalten; die erfrischende Komponente wird durch eine sanft prickelnde Kohlensäure unterstützt. Der lange, malzige Nachhall macht dieses Bier, das seinen Weg in Europa noch vor sich hat, zu einem Freund der Cigarre. Was auf Kuba schmeckt, kann in deutschen Sommern nicht fehl am Platz sein.
Mojito

In Deutschlands Strandbars und beim heimischen Barbecue verzeichnet dieser Sommer-Cocktail schon seit geraumer Zeit Erfolge. Zubereitet wird er aus weißem Rum, Limetten, frischer Minze, braunem Zucker, Crushed Ice und Soda. In einem ›Mojito‹ ist alles zu finden, was auf Kuba auch in früheren, härteren Zeiten zur Verfügung stand – und er ist leicht gemacht, sofern man ein paar Regeln beachtet.
Die Minze und die Limetten müssen frisch sein und saftig, wobei man die Limetten ruhig ein wenig auf der Tischplatte andrückt, damit sie ihren Saft besser freigeben. Mit ein wenig Crushed Ice und dem Rohrzucker (nach Gusto) direkt im dickwandigen Glas stößeln; nicht zu heftig, damit die bitteren Öle nicht aus der Limettenschale austreten. Dann Eis bis zum Rand des Glases geben und mit dem weißen Rum großzügig auffüllen. Ein Spritzer Soda ist Ansichtssache, macht den Cocktail aber noch belebender.
Der ›Mojito‹ hat alles, was ein karibischer Cocktail braucht: Süße, frische Säure und einen ätherischen Touch, dazu viel Alkohol und ein exquisites, kühles Zusammenspiel. Kubanisches Flair mit und ohne Cigarre!
Havana Club 7 AÑos
Kubanischer Rum
(40 % Vol.)

Als pur zu genießender Rum wahrscheinlich mit das Beste, was einem auf Kuba zur Cigarre passieren kann – zumindest im attraktiven Preis-Genuß-Verhältnis. Zwar gibt es in unseren Gefilden unter der exorbitanten Auswahl von Rums inzwischen Verführungen, die mehr Süße oder noch spannendere Aromen präsentieren als dieser Klassiker, doch die eindeutige Erinnerung an die Gischt am Malecón, das Salz auf den Lippen und lange, schwül-warme Nächte in Havanna ereilt den kubaphilen Aficionado schon bei vier Zentilitern »Siete Años«.
Leicht verwischte, an Colorado Maduro erinnernde Schlieren am Glasrand wecken Assoziationen an ein gereiftes Deckblatt. Das sehr schöne Farbspiel läßt sich am besten beim Sonnenuntergang genießen. Eine deutliche Vanillenote, unterlegt von Gewürzen, getrockneten Früchten und etwas Lebkuchen, macht schon beim Riechen Lust auf den ersten Schluck, der dann ehrlich und breit, leicht süßlich und nicht zu opulent, jedoch mit fulminantem Nachhall die Zeit für einen Moment stehen läßt.
Auf Kuba immer zu haben, sollte dieser »Cuban Classic« auch hier bei keinem Sonnenuntergang zu weit entfernt sein, vor allem, wenn die Cigarrenstunde naht.
Montecristo
№ 4

Format: Mareva (Petit Corona)
Länge: 129 mm
Ringmaß: 42 (16,7 mm)
Deckblatt: Kuba
Umblatt: Kuba
Einlage: Kuba
Stärke: 3
Rauchdauer: ca. ½ Std.
Einzelpreise:
D: € 7,30
CH: sfr 8,40
Die kleine Schwester der ›Corona‹, die ebenso klassische ›Mareva‹, hat viele Vertreterinnen unter den bekannten kubanischen Marken: Ob die ›Cohiba Siglo II‹ oder die ›Partagás Mille Fleur‹ – viele der beliebtesten Cigarren sind ›Marevas‹. So auch die »Monte 4«, die meistverkaufte kubanische Cigarre überhaupt. Seit Dekaden hat sie weltweit unzähligen Aficionados Verläßlichkeit und Genuß beschert.
Das glänzende Colorado-Maduro-Deckblatt erinnert an frisch geschmolzenes Karamel, das Umblatt schimmert durch das feine Deckblatt, die Rollung ist bestechend gut, die Cigarre erscheint nur mäßig boxpressed. Im Geruch fast unauffällig, bestätigt der deftige, kalte Zug mit feinem salzigen Geschmack auf der Lippe den sehr guten ersten Eindruck. Von Beginn an ist die Cigarre nach dem Anzünden präsent, transportiert einen erdigen, vollen Geschmack mit einer leichten Süße und ist am Gaumen früh bereit.
Im Raum erscheint die »Monte 4« kubatypisch präsent, aber nicht aufdringlich.
Perfekter Zug und gerader Abbrand unterstützen diese grandiose Kubanerin geschmacklich, und eine schöne dunkle Asche, die spät fällt, erhöht noch den optischen Reiz. Über das zweite und dritte Drittel geschieht eine untypische, aber sehr angenehme, stringente Steigerung mit weicher Bitterkeit bis hin zu lebendiger Schärfe, ehe sich die Cigarre sehr spät verabschiedet. Eine tolle Havanna für jeden Moment, sicher auch gut geeignet, um im Sommer draußen eine schöne halbe Stunde zu verbringen.
Punch
Churchill

Format: Julieta № 2 (Churchill)
Länge: 178 mm
Ringmaß: 47 (18,7 mm)
Deckblatt: Kuba
Umblatt: Kuba
Einlage: Kuba
Stärke: 2
Rauchdauer: ca. 1 Std.
Einzelpreise:
D: € 12,50
CH: sfr 17,20
Die klassischsten ›Churchills‹ aus Kuba sind sicher die von ›Romeo y Julieta‹, dann die ›Sir Winston‹ von ›H. Upmann‹ und die ›Espléndidos‹ von ›Cohiba‹. Gut, wenn da mal eine Kiste ›Punch‹ stehenbleibt. Zehn Jahre sind eine schöne Reifezeit für eine großkalibrige Havanna, wobei sich gerade eine ›Punch‹ wunderbar für die Reifelagerung eignet.
Das Deckblatt im typischen Colorado ist seidig, die Cigarre sehr gleichmäßig verarbeitet, ist ansprechend und hat einen antiken Touch. Die ›Punch Churchill‹ duftet nach altem Tabak und schon vor langer Zeit verarbeitetem Holz, und so fällt im kalten Zug deutlich die Reife auf. Spätestens jetzt kommt Vorfreude auf. Nach dem Anzünden schnell präsent am Gaumen, gibt sie sich verhalten. Elegante Würze, feine Bitterkeit, schön ausbalancierte Aromen. Die Cigarre ist nicht stark, eher fein, aber sehr nachhaltig. Sie überzeugt mit einem sehr guten Zug, der wiederum mit deutlichem Widerstand daherkommt, aber viel Rauch entwickelt. Diese ›Churchill‹ brennt bei einem leicht verdrehten Kegel regelmäßig ab, während sich die Asche gelblich-grau und körnig zeigt.
Wenn das erste Drittel ein langsames Erwachen ist, kommt noch vor der Hälfte des Rauchverlaufs Komplexität auf, die faszinierend cremig-weich und antik, aber dennoch lebendig und vollmundig ist. Der weitere Verlauf ist ein Beispiel für Stringenz ohne Aussetzer mit einem grandiosen Finale. Diese Cigarre ist bewußt zu genießen.
Partagas
Serie D № 4

Format: Robusto (Robusto)
Länge: 124 mm
Ringmaß: 50 (19,8 mm)
Deckblatt: Kuba
Umblatt: Kuba
Einlage: Kuba
Stärke: 2½
Rauchdauer: ca. ½ Std.
Einzelpreise:
D: € 8,70
CH: sfr 12,40
›Robustos‹ waren schon immer Cigarrenklassiker – die ›Serie D № 4‹ mit dem bekannten roten Cigarrenring von ›Partagás‹ steht neben der ›Robusto‹ von ›Cohiba‹, der ›Epicure № 2‹ von ›Hoyo de Monterrey‹ und der ›Specially Selected‹ von ›Ramón Allones‹ ganz oben auf der Gunstliste der Genußraucher habanophiler Pretiosen. Zu Recht. Auch wenn sich der Geschmack dieser Cigarre über die Jahrzehnte von »sehr kräftig« bis hin zu »mittelstark« geändert hat, ist ihre Beliebtheit ungebrochen.
Ein Deckblatt in mittlerem Colorado und mit samtigem Touch. Die Cigarre verströmt verhalten Ernsthaftigkeit, wirkt ein wenig süßlich, aber würzig. Erdige Anklänge im kalten Zug. Angezündet schnell vollmundig, ohne überwältigend zu wirken. Keine Schärfeausbrecher im ersten Drittel.
Der Zug ist sehr leicht, und der Raucher muß sich zügeln. Dann besticht die Cigarre aber mit einem hervorragenden Abbrand und einer wunderschön gemaserten grauweißen Asche, die fest sitzt und lange hält. Im Rauchverlauf bestätigt sich der erste Eindruck einer qualitativ grandiosen und sensorisch einwandfreien ›Robusto‹. Ab der Hälfte gibt es eine deutliche Steigerung, ehe auch Schärfe aufkommt, die sich im bittersüßen Umfeld aber sehr gut eingliedert. Von jetzt an erlebt der Raucher eine in sich sehr ausgewogene Cigarre. Kurz vor dem Ablegen erfährt sie noch einen weiteren Schub in Richtung Vollmundigkeit. Auch diese Cigarre ist im Sommer für den gepflegten »Outdoor Smoke« wärmstens zu empfehlen, bleibt aber nach wie vor ein Klassiker für jede Gelegenheit.
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