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Tequila
Sierra Antiguo
(40 % Vol.)

Die bekannte Marke mit dem Hut stellt sich in neuem Licht vor: Nur aus selektionierten Agaven und im Eichenholz gereift.
Dieser Tequila aus 100 % Agave leuchtet kupfergolden im Glas und verströmt eine opulente, fruchtige Vanille-Nase. Am Gaumen überraschend rassig. Der Nachhall breit und stabil, während die Alkoholschärfe im Finish bleibt.
Der Brand ist eher überraschend süß und präsent als elegant.
Sierra Milenario Extra-AÑejo
(41,5 % Vol.)

Das neue Flaggschiff der bekannten Marke Sierra wird fast vier Jahre im Eichenholz gelagert. Zuckercouleur wird nur für die Farbgebung benutzt.
Die Farbe ist tiefrotgolden, der Brand liegt schwer im Glas. Der Duft erinnert an Karamell und Vanille, daneben subtile Frucht.
Am Gaumen tauchen reife Orangentöne und süße nussige Momente auf. Auch dieser Brand schwingt fast verwirrend zwischen langer tiefer Süße und präsenter Schärfe hin und her.
JosÉ Cuervo 1800 AÑejo
(38 % Vol.)

Mexicos größter Produzent vermählt bei diesem fassgereiften Tequila drei verschiedene Brände mit durchschnittlichen Lagerzeiten von 18 Monaten.
Klares Gold liegt im Glas, fein nach exotischer Frucht, Bourbonvanille und Marzipan duftend. Am Gaumen taucht eine leichte blumige Süße auf, die sich angenehm gegen rauchige, fast torfige Noten stellt. Hier eine homogener Nachhall, lang und ausgewogen. Ein sehr interessanter Brand, der exemplarisch für die neue Tequilabewegung stehen dürfte.
Don Julio AÑejo
(38 % Vol.)

Die Destillerie Don Julio wurde von Julio González Estrada gegründet und existiert seit 1942. Der Brand lagert zwischen 24 und 36 Monaten in Eichenfässern. Die Farbe ist überraschend hell, der Duft sehr intensiv, fruchtig mit einem Anklang von Schokolade, cognacartig? Der Geschmack überzeugt durch feine leichte Aromen eher elegant statt überbordend. Der Nachhall bringt sehr natürliche Süße zum Vorschein, voller Geschmack, der nur langsam vergeht.
Herradura AÑejo
(40 % Vol.)

Die Añejo-Version von Herradura hält mit 25 Monaten Fasslagerung ein, was der Reposado schon versprochen hatte: mehr Tiefgang und Fülle bei gleicher Raffinesse. Etwas tiefere Farbe und im Duft erinnern Weinbrandnoten an Bekanntes. Am Gaumen wieder wohl balanciert und mit einer schönen satten Frucht, die an Birne und Apfel erinnert. Langer Nachhall mit wenig Schärfe.
Wirkt seriös, erwachsen...
Herradura Reposado
(40 % Vol.)

Das Hufeisen prangt als Glücksbringer auf dem Etikett der Herradura Tequilas. Die Qualitätsstufe Reposado verlangt mindestens zwei Monate Fassreife, Herradura bringt es auf ganze elf Monate. Gelbgold im Glas verströmt der eindrucksvolle Brand eine ganze Bandbreite an Aromen: Gras und Blumen, ein wenig Zimt und feine Vanille. Der Geschmack ist ausgewogen mit alkoholischer Finesse, die im Nachhall vergeht. Ein Touch Süße bleibt bestehen. Schöner kleiner Bruder.
Carlos ToraÑo V-Linie
Maestro

Format: Corona
Länge: 150 mm
Ringmaß: 45 (17,9 mm)
Deckblatt: Dominikanische Republik ( Corojo)
Umblatt: Dominikanische Republik (Olor)
Einlage: Dominikanische Republik, Nicaragua
Stärke:3
Rauchdauer: ca. 1 Std.
Einzelpreise: D: € 11,00 CH: sfr 18,00
Die Marke Baron Ullmann steht für ausgewogene, satte dominikanische Cigarren, die hervorragend verarbeitet sind und ein interessantes Geschmacksbild bieten. So auch die Kleinste aus der Familie Baron von Ullmann und Señor Francisco Diaz Suarez. Das Deckblatt saftig, dunkles Colorado, feine Blattadern. Ein voller, fruchtiger Tabakduft im kalten Zustand weckt Vorfreude und Erwartungshaltung. Der kalte Zug ist kaum staubig, und angezündet wirkt der Rauch schon bei den ersten Zügen schnell ein wenig süß am Gaumen. Der Nachhall ist anfangs noch nicht exorbitant lang, das ändert sich später. Der Zug ist gut bis sehr gut, der Abbrand minimal gewellt. Der Aschekegel ist stabil und gerade, überraschenderweise die Asche recht dunkelbraun und sehr fest.
Das erste Drittel ist von Milde und grasig-fruchtigen Aromen geprägt, hier lässt die Cigarre auch sanfte Begleiter zu, der Rauch wird schnell warm und liegt sehr angenehm am Gaumen. Später im Rauchverlauf findet eine stringente Steigerung statt, die sich nicht unbedingt an die Drei-Drittel-Einteilung hält.
Nach der Hälfte kommen auch Raucher, die Würze und Kraft suchen, auf ihre Kosten. Es kommt ein schönes Würze-Süße-Spiel auf, das nach einem Begleiter in Form einer Spirituose verlangt. Ein gemächlicher Raucher kann die Corona von Baron Ullmann bis weit nach dem Cigarrenring genießen.
Ein tolles dominikanisches Erlebnis mit Tiefgang und vielfältigen Möglichkeiten.
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Sierra Antiguo
Dominate Agave: Die Cigarre wird von dem Tequila dominiert, aber sie lässt es sich gerne gefallen. Ein paar Tabakaromen bleiben auf der Strecke.
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Sierra Milenario Extra-AÑejo
Corona hilft: Noch mehr Süße und wenig
Eleganz im Brand, da hilft die Cigarre und arbeitet sich ein... Nette Kombination. |
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JosÉ Cuervo 1800 AÑejo
Gleichauf. Die beiden sind Face to Face. Auch wenn die Agave den Tabak nicht immer küsst, vertragen die beiden sich sehr gut. |
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Don Julio AÑejo
Schwer aber nicht unmöglich. Allein die Finesse der Cigarre lässt den Tequila bestehen, der einfach zu filigran für kräftige Begleiter zu sein scheint. |
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Herradura Reposado
Celebrate Youth. Jugendlicher Tequila sucht elegante Dame zum Spaziergang im karibischen Mondschein... Passt ganz gut. |
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Herradura AÑejo
Rundherum gut. Dieser Mondscheinspaziergang wird von Mandolinen und Schaumkrönchen begleitet und gipfelt in einer ekstatischen Umarmung... |
La Gloria Cubana
Madaille D´or No. 1
Cuba März 2001

Format: Delicado
Länge: 185 mm
Ringmaß: 36 (14,3 mm)
Deckblatt: Kuba
Umblatt: Kuba
Einlage: Kuba
Stärke: 2
Rauchdauer: ca. 1 ½ Std.
Einzelpreise: D: € 8,00 CH: sfr 11,10
Altes Cuba... Revisado 2005... perfekt gelagert und ein Format, dessen schlanke Eleganz und gleichmäßige Gelassenheit seinesgleichen sucht.
Das Deckblatt ist dunkel und pergamentartig, das Umblatt und seine raue Struktur sind darunter erkennbar, trotzdem ist die Oberfläche glatt und glänzend. Die Kiste und die einzelnen Cigarren duften verhalten antik, Leder, altes Holz, keine Stallaromen oder wabernd-wilde animalische Noten, trotzdem auffallend schön und zivilisiert. Der kalte Zug erscheint überraschend jugendlich, frisch. Diese Cigarre will genossen werden, und das behutsame Anzünden ist der erste Schritt. Die ersten Züge bleiben dennoch (oder gerade deswegen?) unscheinbar bis geheimnisvoll. Danach erst entwickelt sich ein wohlbekannter Geschmack, wie ein Déjà-vu.
Der Zug ist nicht unkompliziert, Format, Alter und Produktionszeitpunkt zollen ihm Tribut. Trotzdem sind alle Exemplare aus der Kiste rauchbar – mit Contenance! Der Abbrand scheint die ewige Welle zu sein, aber die kleine, bei ablandigem Wind. Die Asche dreht sich spiralesk, bis sie recht spät fällt, schwarz-grau und feinsandig, fast körnig.
Die einzelnen Drittel sind lang und für rauchverwöhnte Genießer nicht unkompliziert. Die Medaille D´Or No.1 geht leicht aus und brennt sehr langsam ab. Nach der Hälfte erfolgt ein sensorischer Quantensprung, aus der kühlen Reife in würzige Präsenz, und wer bis dahin verstanden hat, um was es bei dieser Cigarre geht, hat noch einmal genauso lange ein noch intensiveres Vergnügen. Man kann mit einer Träne im Knopfloch einen Rest von weniger als einer Fingernagellänge ablegen.
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Sierra Antiguo
Waffenlos: Zu süß, zu braun, zu plump,
ihm kann die Cigarre nichts entgegensetzen.
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Sierra Milenario Extra-AÑejo
Wehrlos: Am Gaumen besteht nur der braune, karamellige Brand. |
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JosÉ Cuervo 1800 AÑejo
Ernsthaft. Diese Kombination kann man ernsthaft in Erwägung ziehen. Subtil und reif gesellt sich gerne. |
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Don Julio AÑejo
Go for it. Die cognacartige Frische und die antiken Tabakaromen ergänzen sich ganz
trefflich. Vielleicht irgendwann ein Klassiker? |
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Herradura Reposado
Auch nicht schlecht... Mehr Körper als Don Julio, aber fast seine Eleganz. Trotzdem fehlt etwas für die volle Punktzahl. |
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Herradura AÑejo
Volle Punktzahl. Die Reifenoten und die trotzdem fruchtige Lebendigkeit räumen hier ab, sehr empfehlenswert. |
Santa Clara 1830
Bolero
Mexico

Format: Corona Grande
Länge: 161 mm
Ringmaß: 40 (15,9 mm)
Deckblatt: Mexico (Colorado & Maduro)
Umblatt: Mexico
Einlage: Mexico
Stärke: 3½
Rauchdauer: ca. 1 ½ Std.
Einzelpreise: D: € 3,80 CH: sfr 9,05
Cigarre oder Cebra, pardon Zebra? Warum man ein gestreiftes Deckblatt wählt, bleibt wohl tief in der Psyche des Entscheiders verborgen. Aber in der Vielfalt der mexicanischen Cigarren, die inzwischen auf dem Markt sind, hat anscheinend die Optik die ausschlaggebendere Wirkung als Erfahrungswerte oder Expertisen. So weit, so gut.
Das Deckblatt ist das eine, der Duft das andere. Wie ein Stück gebleichtes Holz, das in der Biegung des Rio Grande liegt. Halb vergangen, halb stockig... Jetzt bloß keine Mundharmonika!
Der kalte Zug ist vergleichbar, allerdings zugänglicher, er stimmt versöhnlich.
Die ersten Züge verweigern die klare Aussage, bis leicht süßliche Würze aufkommt, die überraschenderweise gut in die Stimmung passt. Der Zug ist hervorragend, fast zu leicht. Und auch wenn die Asche früh fällt, geben Abbrand, Kegel und Konsistenz ein schönes Bild ab, zumal die Sensorik weiterhin zufriedenstellend ist.
Im Rauchverlauf wird die Cigarre milder und entwickelt viele Aromen, die auch in den verschiedenen Tequilas zu finden sind, bis hin zu zimtigen und vanilligen Anklängen, wohl getarnt hinter nussiger Würze und röschen Tabakaromen.
Die Bolero bis zum Ende zu rauchen ist möglich, wenn man sie im letzten Drittel nicht nötigt und ihr Zeit für´s Finale lässt. Dann passt sie auch zu den eleganteren Tequilas, während die eindimensionaleren eher im ersten Drittel punkten.
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Sierra Antiguo
Sanfte Reparatur. Die Cigarre braucht einen guten Freund, um im ersten Drittel zu bestehen. Sierra Antiguo hilft.
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Sierra Milenario Extra-AÑejo
Viel hilft viel. Mehr Süße, mehr Schmelz. Anfangs noch besser, dafür im Finale plump. |
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JosÉ Cuervo 1800 AÑejo
Gimme Love. Zug um Zug nähern die beiden sich an, manchmal ein toller Dialog, ab und zu Gestammel, vor allem im Mittelteil gut. |
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Don Julio AÑejo
Missverständnis. Die Cigarre ist zu sehr »Mexico«, der Tequila zu wenig. Füße auf die Gleise und ein Nickerchen halten! |
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Herradura Reposado
Ausgewogen. Vor allem zum Finale passen die beiden ganz gut zusammen, Würze und Schmelz, Nuss und Vanille, ein wenig alkoholisch, aber sonst klasse. |
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Herradura AÑejo
Wunderbar. Jetzt kommt Ausgewogenheit auf die Tanzfläche der Sensorik. Der Tequila ist reif, die Cigarre wird immer schöner. Sundown, Música! |
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