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Die Portweine
Delaforce His Eminence Choice Tawny Port
10 Years Old
(20% Vol.)

Tawny Ports reifen die meiste Zeit, in der sie gelagert werden, im Holzfass und sind daher oxidativ ausgebaut. Der zehn Jahre alte Delaforce liegt kupferrot und hell durchsichtig im Glas und spricht durch seine feinen Aromen von Sauerkirsche und Rosinen an. Mandeln, Erdbeerkonfitüre und Trockenfrüchte gesellen sich am Gaumen dazu.
Der Tawny ist reif und weich, trotzdem mit lebendiger Alkoholität gesegnet und trinkbereit. Ein mittellanger Nachhall und die Möglichkeit, die geöffnete Flasche über längere Zeit aufzubewahren, macht ihn zum geeigneten glasweisen Begleiter für Aperitifsituationen oder zu einer feinen Cigarre.
Delaforce Late Bottled
Vintage 2001
(20% Vol.)

LBVs, also Late Bottled Vintage Ports bleiben, wie der Name schon sagt, noch im Fass, nachdem die hochwertigeren Vintage Ports schon in die Flasche gebracht wurden, durchschnittlich sieben Jahre. Der 2001er Delaforce ist farblich beeindruckend: tiefrot mit bräunlichem Einschlag. Die Nase hat eine Fülle roter Beeren und leichtes Leder und Schokolade sehr offen. Am Gaumen ebenso zugänglich und voll, gut eingebundene Tannine und eine saftige Fruchtstruktur. Der Nachhall ist schön, warm und mittellang. Zur Cigarre ein Klassiker und nicht nur preislich, sondern auch sensorisch eine sehr gute Alternative zu den großen Vintages.
Delaforce Vintage 2000
(21% Vol.)

Vintage Ports reifen nur zwei Jahre im Fass und lagern weiter in der Flasche. Manchmal hunderte von Jahren. 2000 war am Rio Duoro ein gutes Jahr, allerdings mit wenig Ertrag. Trotzdem haben wohl alle Häuser einen Vintage Port abgefüllt. Der 2000er Vintage von Delaforce ist farblich tiefrot, in der Mitte des Glases fast schwarz und riecht intensiv nach Leder, Tabak, Holz und Rauch. Gute Vorzeichen. Am Gaumen ist der Port überraschend zugänglich und lebendig, der Nachhall ist lang und zuckersüß.
Diesen Vintage kann man schon jetzt genießen, es lohnt sich aber sicher, ein paar Flaschen liegen zu lassen und die schönen antiken Aromen abzuwarten.
Davidoff
4000

Format: Robusto
Länge: 125 mm
Ringmaß: 50 (19,8 mm)
Deckblatt: Connecticut Maduro Broadleaf
Umblatt: Dominikanische Republik (Olor)
Einlage: Dominikanische Republik, (Piloto Cubano)
Stärke: 3½
Rauchdauer: ca. 1 knappe Std.
Einzelpreise: D: € 8,00CH: sfr 15,50
Die Marke des Gastgebers Konstantin Loskutnikov war beim Portweintasting mit der sehr dunklen Robusto Rolando aus der Maduro-Reihe der dominikanischen Bossner-Cigarren vertreten. Ein sehr schönes dunkles Deckblatt und eine perfekte Verarbeitung lassen sofort auf einen gelungenen Genussmoment hoffen. Die Cigarre riecht würzig und ist trotzdem floral geprägt, auch der kalte Zug ist nicht überbordend, eher nussig und verträglich.
Angezündet verströmt die Robusto Rolando einen gehaltvollen Raumduft, am Gaumen ist sie wieder nussig und würzig, anfangs etwas rau, aber nicht kratzig.
Der Zug ist vertretbar fest und gibt eine schöne Menge Rauch. Die Cigarre brennt kompakt ab und der Kegel der Asche ist kompakt und fest. Die Asche färbt sich von außen nach innen von Schwarz bis Hellgrau. Die Asche selbst ist körnig und fest. Im ersten Drittel ist die Cigarre zwar schon früh präsent, sie definiert sich aber noch eher mild und wächst mit der Temperatur auch sensorisch. Über den Rauchverlauf bleibt die Cigarre in Aroma und Fülle recht konstant, obwohl ein deutlicher Quantensprung im zweiten Drittel zu verzeichnen ist. Das dunkle Deckblatt suggeriert deutlich mehr Power, als die Cigarre bietet, sie bleibt im oberen Mittel. Diese Cigarre verträgt viele Begleiter und Situationen, schon ein Glas Wasser kann hervorragend kombinieren.
Tolle Cigarre mit vielen tollen Brüdern und Schwestern...
Flor De Copan
Toro
Cuba März 2001

Format: Toro
Länge: 15 0 mm
Ringmaß: 49 (19,5 mm)
Deckblatt: Connecticut Ecuador
Umblatt: Honduras
Einlage: Honduras, Nicaragua
Stärke: 2½
Rauchdauer: ca. 1 ½ Std.
Einzelpreise: D: € 4,50 CH: sfr 7,00
Während in letzter Zeit die neueren Linien, die dunkle Maduro und die saftige Linea Puro, dieser Cigarrenmarke aus Honduras immer mehr in den Fokus der Genießer treten, stand die Kompatibilität der sehr milden, klassischen Flor de Copan mit dem hellen Ecuador-Decker zu den Portweinen im Mittelpunkt. Vorweg genommen: Da geht einiges gut!
Das angesprochene Deckblatt ist fein und ebenmäßig, die Verarbeitung einwandfrei, der Duft der Cigarre ist eher verhalten, in sich gekehrt. Die Cigarre will behutsam angezündet werden, nach dem Toasten greift der Tabak förmlich nach der Flamme. Das Aroma im Raum ist durchgängig verhalten, eine leichte Brise Tabakduft. Am Gaumen trifft die Cigarre schnell ins Schwarze, cremiger, weicher Raum, dem das Ringmaß gut steht und der schnell warm erscheint. Die Geschmacksrichtung leicht malzig, wenig Wucht, Eleganz, helle Hölzer und eine feine, fast blumige Süße.
Der Zug ist sehr leicht, man wünschte sich fast ein mehr Widerstand. Trotzdem brennt die Cigarre gerade ab und bildet einen ordentlich haltbaren stabilen Kegel aus grau-schwarzer Asche. Diese Asche ist feinstaubig und kaum körnig.
Während des zweiten Drittels erlebt die Cigarre eine leichte Steigerung der Aromenvielfalt, allerdings hat das mit einem Ausbruch an Komplexität wenig zu tun. Diese Leichtigkeit lässt Platz für andere Aromen der begleitenden Getränke, wird aber auch manchmal überrumpelt. Kurz vor dem Ablegen kommt fast überraschend noch eine würzige Note auf, die aber dann in Kratzigkeit umschlägt. Trotz des holprigen Endes eine großartige Cigarre, der Hinweis auf den überzeugenden Preis sei hier erlaubt.
Toscano
Il Moro

Format: Corona Grande
Länge: 155 mm
Ringmaß: 42 (16,7 mm)
Deckblatt: Cuba
Umblatt: Cuba
Einlage: Cuba
Stärke: 3
Rauchdauer: ca. 1 ½ Std.
Einzelpreise: D: € 8,50 CH: sfr 12,40
Wieder einmal ein Schmankerl für Freunde gereifter Cigarren. Die Marke Punch eignet sich nicht nur hervorragend für den Reifungsprozess, die antiken Aromen kommen auch schnell durch. Wenn so eine Cigarre dann auch noch aus einer 50er Cabinetkiste kommt und – wie früher üblich – keinen Cigarrenring trägt, ist das Glück des havannophilen Genießers fast schon komplett. Nussbraun schimmert das Deckblatt irgendwo zwischen Colorado und Colorado Maduro. Die Cigarre riecht fast jünger, als sie ist, noch sind Primäraromen vorhanden. Ob das wirklich ein verschwitztes Lederwams ist, sei dahingestellt. Die Verarbeitung ist ansprechend, einige Cigarren wirken sehr fest gerollt, aber alle sind sehr gut rauchbar. Der kalte Zug deutet schon auf Reife hin, erst sehr leicht, nach einigen Zügen kommt etwas schokoladige Süße auf. Angezündet wirkt die Cigarre im Raum bestechend elegant, am Gaumen subtil, vielschichtig. Die Cigarre brennt bei gutem Zug sehr gerade ab, der Kegel windet sich ein wenig, die Asche ist in raupenartige Glieder aufgeteilt, fast schwarz und fällt früh. Die Konsistenz entspricht der bekannten cubanischen Feinsandigkeit.
Die Cigarre lässt sich, was den Geschmack angeht, archetypisch in drei Drittel einteilen. Anfangs verhalten, elegant, ein wenig waldige Weite mit süßlich-antiker Anmut, im zweiten Drittel kommt Würze auf, die Süße stabilisiert und die Temperatur des Rauches sorgt für die schöne Cremigkeit. Das letzte Drittel ist das gesteigerte Abbild des zweiten, großartig und ewig rauchbar, man legt weinend einen Zentimeter warmen Tabak in den Aschenbecher.
Die Cigarre kann noch zehn Jahre lagern, ob sie sich weiter steigert wird Cigar Clan anhand der verbleibenden Exemplare kommentieren.
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