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Die Marke des Machers
Zinngeschirr und Cognac – nicht unbedingt zwei Dinge, die man mit Whisky verbindet. Doch genau dieses findet seinen Widerschein in einem der besten
Bourbon-Whiskys.

Am Anfang stand das Feuer. An sich nichts Ungewöhnliches für einen Whisky. Handelt es sich doch laut Lexikon um ein »aus vergorenem Getreide gebranntes (destilliertes), alkoholisches Getränk«. Bei dem Feuer, das schlussendlich Maker’s Mark entstehen ließ, brannte indes zuerst ein Stück Papier. Doch der Reihe nach.
1840 begann T. W. Samuels im Lagerhaus seiner Familie, eine Brennerei einzurichten. Damit war der Startschuss für die nun älteste Bourbon-Destillerie gelegt. Ein kleines Dorf in Kentucky, das späterhin die gesamte Welt mit dem Wasser des Lebens beliefern sollte, wurde zum Hauptquartier der Familie Samuels.
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Die Siedler in den Saloons tranken reichlich, das Geschäft blühte und mit dem geheimen Familienrezept der Samuels hatte man wohl den richtigen Geschmack getroffen. Das ging so bis 1920. Die Prohibition bescherte herbe Einschnitte, die Destillerie wurde geschlossen. Und auch nach dem Ende des Alkoholbanns 1934 dauerte es noch einmal bis 1943, bis sich wiederum ein Samuels entschloss, die Tradition der Familie fortzuführen. Jedoch ganz untraditionell. Hier kommt erwähntes Feuer zum Brennen. Bill Samuels sr. beschloss, eine neue ausgezeichnete Bourbon-Sorte zu kreieren. Das Familienrezept ging in Flammen auf. Hauptsächlich aus lokalen Getreidesorten, Mais und Malzgerste gemischt mit Winterweizen – bisher war es Roggen-Korn –, kreierte er seine neue Rezeptur. Bis das Rezept jedoch perfekt war, glich die Brennerei eher einer Backstube. »Mein Vater begann Maker’s Mark zu kreieren, indem er Brot backte. Viel, viel Brot«, erinnerte sich später Samuels jr. an das Jahr 1951. Das passende Wasser – für den Whisky vielleicht eine der wichtigsten Ingredienzien – floss im Norden Kentuckys aus Kalksteinquellen und war/ist durch seine Eisenfreiheit besonders geschmacksneutral. Dieses gute Wasser sorgte übrigens dafür, dass in der Zeit des Amerikanischen Bürgerkrieges (1861–1865) fast 250 Destillen in der Gegend ihren Whisky brannten. Heute sind es freilich nicht mehr so viele. Doch das Wasser ist immer noch wichtig. »Vater
glaubte, dass das Wasser das Lebensblut von gutem Whisky sei«, so Bill Samuels jr.
So. Das Rezept war also fertig, fehlte noch die unverwechselbare Flasche. Da Samuels’ Ehefrau Marge Zinngefäße sammelte und bei diesen immer besonders auf die Marke des Machers achtete, entstand Maker’s Mark. Der Wachsverschluss wiederum rührt von ihrer zweiten Sammelleidenschaft her – Cognac-Flaschen. Diese wurden oft genau so mit Wachs verschlossen. 38 Flaschen in der Minute schaffte Marge mit heißem Wachs zu verschließen. Wie oft sie sich dabei selbst verbrannte, ist nicht überliefert. Heute jedoch würde ihre Methode kaum noch praktikabel sein. Immerhin 400 Flaschen pro Minute werden heutzutage gefertigt.
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1958 kam dann endlich die erste Flasche Maker’s Mark auf den Markt. Damals zum stolzen Preis von sieben Dollar. Damals kostete die durchschnittliche Flasche Whisky drei Dollar. So spielte die erste Werbekampagne mit diesem Preis. »It tastes expensive«, war da zu lesen. Mit den Jahren eroberte dieser teure Geschmack nicht nur die Bars der Welt und die Gläser der Bourbon-Freunde, auch in so mancher Küche hielt Maker’s Mark Einzug. Es gibt gebackene Bohnen mit Maker’s Mark, Bourbon-Butter, er verfeinert Schokoladensauce oder wird als Marinade für Steaks genutzt. Dies sind nur wenige Beispiele.
Und auch wenn die Marke Maker’s Mark erst seit nun 51 Jahren exis­tiert – sie ist bereits Tradition. Immerhin ist die Brennerei in Loretto/Kentucky eine National Historic Landmark und jährlich kommen Tausende, nicht nur um zu kosten, sondern vielleicht auch, um ein Stück Handwerk und alte Zeit zu erleben. Wem das zu weit ist: Ein wenig davon gibt beim Whiskyhändler um die Ecke. w
www.makersmark.com

 
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