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Automobiles ... aufgerollt

Porsche Boxster/Boxster S
KLEINER DURST
Sizilien und Porsche – wie passt denn das zusammen? Klischeehaft denkend müsste doch auf der südlichsten italienischen Insel jeder Sportwagen aus Zuffenhausen sofort in einer gut versteckten Garage verschwinden und frisch umgefärbt wieder herauskommen. Ist aber nicht so. Denn die einflussreichen Familien aus Palermo und Umgebung sind große Porsche-Fans. Und das hängt mit der Targa Florio zusammen. Porsche holte dort insgesamt elf Gesamtsiege und ist damit die erfolgreichste Marke bei dem sizilianischen Straßenrennen.
Was für eine perfekte Kulisse um den neuen Boxster vorzustellen. Der preiswerteste Porsche der aktuellen Produktion, die Basisversion kostet ab 46 142 €, hat viele Neuerungen unter der Blechhaut. Die wichtigste Verbesserung haben die Boxermotoren bekommen. Mehr PS bei deutlich geringerem Kraftstoffverbrauch. Der 2,9-Liter-Motor hat jetzt 255 PS (plus 10 PS) und der 3,4-Liter-Motor des Boxster S verfügt jetzt über 310 PS (plus 15 PS) mit Direkteinspritzung, wie beim großen 911er. Das Fünfgang-Schaltgetriebe wurde gegen eins mit sechs Gängen ausgetauscht. Das optionale Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) hat sogar sieben Gänge. Neu ist auch das Lichtpaket mit Bi-Xenon-Scheinwerfern. Auf Wunsch auch mit LED-Tagfahrlicht. Die Rückleuchten sind serienmäßig mit LED bestückt.
Und wie fährt sich der Einstiegs-Porsche? Dank des Mittelmotors und der konsequenten Leichtbauweise ist der Fahrspaß sehr groß. Und der Verbrauch sehr klein. Mit PDK verbraucht der Boxster nur 8,9 Liter Super plus auf 100 Kilometer. Handgeschaltet sind es drei Zehntelchen mehr: 9,2 Liter. Die 55 mehr-PS im Boxster S kann ich nur empfehlen. Die Dynamik und der Sound sind einfach herrlich. Der Verbrauch ist nur unwesendlich höher: 9,6 Liter, beziehungsweise 9,2 Liter mit PDK. Zur Felgenschonung sollte man die zahlreichen Schlaglöcher der sizilianischen Landstraßen geschickt umfahren, obwohl das sportliche Fahrwerk, dass zusätzlich auch viel Komfort bietet, die Schläge souverän meistert.
Mercedes-Benz SLR McLaren Roadster 722 S
Letzte Ausfahrt
Ich befinde mich gerade im nasskalten Taunus vor einem Kloster. Mein schwarzes iPhone klingelt. Der freundliche Anrufer fragt, ob ich Interesse hätte einen Mercedes-Benz SLR McLaren zu fahren. Den letzten Roadster 722 S, der nur 150 Mal hergestellt wurde. Diese Frage ließ mich kurz verstummen vor himmlischer Freude, aber ich blieb cool, bejahte natürlich auch gleich. Innerlich ging die Sonne auf, ein Autotester-Traum wurde wahr. Denn dieser Open-Air-Supersportwagen ist der automobile Superlativ per se. Komplett handgefertigt in der englischen Formel-1-Schmiede McLaren in Woking, 50 Kilometer südwestlich von London. Die Bezeichnung 722 S kommt von der Startnummer 722 der britischen Rennfahrerlegende Sir Stirling Moss auf dem Mercedes-Benz 300 SLR bei der Mille Miglia 1955. Zu Ehren von Mr. Moss hat Mercedes auch noch die finale SLR-Sonderserie auflegen lassen. Der cigarrenförmige Speedster »SLR Stirling Moss« wird allerdings noch seltener. Nur 75 Exemplare werden jetzt davon gebaut – zum Preis von 892 500 €. Dagegen ist der Roadster 722 S mit 517 650 € ein echtes Schnäppchen.
Aber allein schon die technischen Daten sorgen für ein Dauergrinsen, wenn man ihn denn fahren darf: unter der ewig langen Motorhaube steckt ein 5,5-Liter-V8-Kompressortriebwerk mit 650 PS und 820 Newtonmeter Drehmoment. Das reicht für den standardisierten Sprint auf Tempo 100 in nur 3,7 Sekunden. 200 km/h werden nach 10,6 Sekunden erreicht. Schluss mit dem brachialen Vortrieb ist erst bei 335 Stundenkilometer – ein absoluter Bestwert für Serien-Roadster. Aber wo lässt sich der ultimative Carbon-Bolide am besten testen? Die Entscheidung fällt schnell, der Highend-Roadster muss im Tiefflug nach Sylt katapultiert werden. Bis der Auspuff glüht und die Keramikbremsscheiben Rennsporttemperatur erreicht haben. Und jetzt das unglaubliche: lässt die Straßenverkehrsordnung den offenen SLR zügelfrei Galoppieren, kann man das fast zugfrei auch ohne Dach locker bis zu 250 km/h. Darüber wird es etwas zügig. Also Deckel drauf. Das ist halbautomatisch in rund zehn Sekunden geschehen. Die voll versenkbare Stoffhaube in Carbon-Optik hält dann bis zur Höchstgeschwindigkeit. Und das auch ohne den aufblähenden Ballooning-Effekt.
Nach der entspannenden Autozugfahrt über den Berliner Hindenburgdamm gibt’s für den 722 S auch gleich anerkennende Daumen-hoch-Gesten. Aber nicht von den unzähligen Bentley-GT- oder 911er-Fahrern, sondern von der langbärtigen Harley-Davidson-Gang mit ihren chromblitzenden Maschinen. Keep racing!

MINI John Cooper Works Cabrio
Power-Turbine
So ein Mini ist schon eine feine Sache. Er ist ein kleiner, aber sehr feiner City-Flitzer, der sich aber auch bei Überlandfahrten nicht zu verstecken braucht. Und der Ex-Brite ist schwer IN, gilt sogar als Lifestyle-Ikone. Nach der Übernahme von BMW im Jahr 2000 ist der knuffige Fronttriebler ein Bayer geworden. Und das Kartfeeling des Ur-Mini (1959 – 2000) ist glücklicherweise erhalten geblieben. Wer beim Mini das ultimative Kartfeeling erleben will, greift zu den John-Cooper-Works-Versionen. Nach dem Mini John Cooper Works und dem Mini John Cooper Works Clubman hat Mini auf dem Genfer Automobilsolon nun auch das Cabrio präsentiert - für besonders sportliches Oben-ohne-Fahren. Der 1.6-Liter-Vierzylinder leistet saftige 211 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 260 Newtonmetern. Das lässt sich aber mit dem Overboost kurzzeitig auf 280 Newtonmeter hochpowern. In nur 6,9 Sekunden erreicht der offene Mini-Racer Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 235 km/h. Ein besonderes Schmankerl ist die serienmäßige Sport-Taste. Sie verschärft das Ansprechverhalten von Gaspedal und Lenkung. Damit der Freiluft-Zweitürer auch wieder rechtzeitig zum Stehen kommt, hat der John Cooper Works leistungsstärkere Bremsen an Bord. Außerdem sind exklusive 17-Zoll-Leichtmetallfelgen montiert. Das elektro-hydraulische Stoffverdeck öffnet in 15 Sekunden. In der gleichen Zeit schließt es auch wieder – bei einsetzendem Regen zum Glück auch noch bei Tempo 30. Für den Showeffekt vor der Eisdiele sorgt die Funkfernbedienung im Zündschlüssel, mit der sich das Dach ebenfalls öffnen lässt. Und was ist mit dem Kofferraum? Bei geöffnetem Verdeck fasst der Mini noch bis zu 170 Liter Gepäck. Das reicht locker für einen Wochenendtrip. Und der Verbrauch? Der liegt durchschnittlich bei 7,1 Litern. Für 31 350 € gibt die offene Renn-Semmel von Mini.

BMW Z4 Roadster
Edler Open-Air-Spaß
Die Sonne scheint wolkenlos. Es sind 22 Grad im Schatten, aber es gibt keinen. Zwei Golfplätze erstrecken ihr herrliches Grün direkt vor unserer Nase. Hier, direkt an der spanischen Küste bei Benidorm. Mein Freund Ralf (Handycap 34,2) und ich (Hcp. 14,9) wollen aber ausnahmsweise nicht den kleinen weißen Ball abschlagen, denn wir halten den Schlüssel für den nagelneuen BMW Z4 Roadster in der Hand.
Schon von außen begeistert uns die Neuauflage des offenen Bayern. Und der steht gleich dutzendfach vor dem Messegelände von Alicante, gleich am Airport. Schön aufgereiht, wie auf einer Perlenschnur. Übrigens ist dies der erste Roadster von BMW mit versenkbarem Hardtop. Somit ersetzt er die beiden Vorgängermodelle Z4 Roadster und Z4 Coupé. Aus zwei mach eins – sehr schlau die Ingenieure von BMW. Da das Wetter ja wie eingangs beschrieben perfekt ist, öffnen wir auch gleich das zweiteilige Aluminium-Dach. Mit einem leisen Surren verschwindet es in faszinierender Weise unter dem Heckdeckel. In 20 Sekunden und vollautomatisch. In gleicher Zeit kann man das Dach auch wieder schließen, aber daran denken wir nicht im geringsten. Denn wir schützen uns vor einem sonst garantierten Sonnenbrand – mit Lichtschutzfaktor 25.
Schon beim Drücken des Startknopfs merken wir, dass unter der Haube die Topversion werkelt. Ein sattes Wrummm-bumm-bumm kommt aus den Auspufftöpfen. sDrive35i heißt das Modell mit 306 Twin-Turbo-PS zum Preis von 47 450 €. Viel kommt bei diesem Preis wohl nicht mehr dazu, denn die Liste für Sonderausstattungen ist nicht so lang. Für die Leser des Cigar Clans kommt aber in jedem Fall das Raucherpaket mit Ascher, Anzünder und klappbarer Dekorblende dazu. Zum Preis von 30 €.
Der Sound des 3-Liter-Sechszylinders ist beeindruckend, vor allem beim schnellen befahren der kurvenreichen Bergstrecke im spanischen Hinterland. Empfehlenswert ist das Sport-Automatic-Getriebe mit Doppelkupplung. Die sieben Gänge lassen sich auch am Sport-Lederlenkrad mit Schaltwippen einlegen. Ein ganz besonderer Spaß. Wer nicht ganz so viel Power braucht kann auch den Z4 sDrive23i mit 204 PS (35 900 €) oder den sDrive30i mit 258 PS (42 900 €) nehmen. Und der neue Roadster ist jetzt durch und durch ein echter Bayer. Alle Z4 werden ab sofort nicht mehr im US-amerikanischen BMW-Werk Spartanburg produziert, sondern erblicken ausschließlich in Regensburg den weiß-blauen Himmel.
TEXT: FALK VON RIED
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