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Forever Young

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Klassiker: Ein rechteckiger, kantiger Klotz aus grob gebürstetem Edelstahl mit quadratischem Zifferblatt, gestalterisch die absolute Antithese zum horologischen Establishment dieser Zeit

1969 gelang Heuer die Quadratur des Kreises. Erfolgreiche Chronographen waren zu dieser Zeit rund, filigran, dezent und mit der Hand aufzuziehen. Die Heuer Monaco war anders. Ein rechteckiger, kantiger Klotz aus grob gebürstetem Edelstahl mit quadratischem Zifferblatt, gestalterisch die absolute Antithese zum horologischen Establishment dieser Zeit. Für Jack W. Heuer, damals Chef der Firma Heuer, war der Erfolg dieser eigensinnigen Uhr keineswegs vorgezeichnet: »Bei der Lancierung der Monaco waren wir ein wenig besorgt wegen ihres provokativen Designs. Da sie aber Teil eines Trios war, kauften die meisten unserer Einzelhändler alle drei Modelle und verhalfen ihr so zu einem guten Start.« Wahrscheinlich war es aber genau dieser laute Auftritt, der den Erfolg der Monaco ausmachte und ihr den Weg an die Handgelenke zahlreicher Rennfahrer ebnete.
Zum Beispiel an das von Jo Siffert, den Heuer als Werbepartner unter Vertrag genommen hatte. Als solcher durfte sich der Schweizer Porsche-Pilot aus der Heuer-Kollektion Uhren aussuchen und zeigte sich fortan in den Fahrerlagern dieser Welt gerne mit einer Monaco. Das registrierte auch der Schauspieler und Rennfahrer Steve McQueen, der Siffert für seinen Rennfahrerfilm Le Mans zum Vorbild erhob. McQueen spielte Siffert, lenkte den 600 PS starken Gulf-Porsche 917 K, trug eine Monaco mit blauem Zifferblatt und machte damit den Chronographen zur Kult-Uhr.
Jack W. Heuer erinnert sich: »Die Monaco war nicht nur auffällig, sondern auch technisch enorm aufwendig gemacht.« In der Tat: Das Uhrwerk ist in einem speziellen Container untergebracht, der von unten in das eigentliche Gehäuse gegen das Plexiglas und die dazwischenliegende Dichtung gepresst wird. Vier Federstifte sorgen für sicheren Halt. So durfte sich die Monaco rühmen, die weltweit erste rechteckige Uhr im wasserdichten Gehäuse zu sein.
Auch antriebsseitig war sie ihrer Zeit eine Nasenlänge voraus: In der Monaco kam erstmals das Chronomatic-Uhrwerk zum Einsatz, das erste automatische Chronographen-Kaliber der Welt mit Mikrorotor. Das intern Kaliber 11 genannte Uhrwerk war eine Gemeinschaftsproduktion der Uhrenmarken Breitling, Hamilton-Büren und Heuer. Es bestand aus einem Basiswerk und einem aufgesetzten Chronographen-Modul, das von Dubois-Dépraz entwickelt wurde. Die Kraftübertragung zwischen Uhrwerk (Sekundenrad) und Stoppwerk (Chronozentrumsrad) übernimmt ein Schwingtrieb, eine Erfindung von Firmengründer Edouard Heuer, die bereits 1887 patentiert wurde. Die Modulkonstruktion bedingte, dass die Aufzugwelle mit der Krone zur 9-Uhr-Position hinrückte. Die beiden Chronographen-Drücker blieben aber auf der rechten Gehäuseseite. Für Jack W. Heuer war dies auch ein marketingtechnischer Glücksfall: »Das signalisierte dem Kunden, dass er die Uhr nicht mehr aufzuziehen brauchte und die Stoppfunktion im Vordergrund steht.« Heuer verrät auch, warum der mondäne Küstenort an der Côte d’Azur als Namenspate gewählt wurde: »Wir wollten mit dem Namen eine elegante, anspruchsvolle Zielgruppe ansprechen – Menschen, die man häufig an Orten wie Monte Carlo antrifft, was in jenen Grace-Kelly-Jahren sehr im Trend lag.«
Eine beeindruckende Vorgeschichte, weshalb sich der Schweizer Sportuhrenspezialist, der inzwischen unter TAG Heuer firmiert, 1998 zu einer Neuauflage des legendären Klassikers entschloss. Allerdings eher als Interpretation des Klassikers, denn als Kopie des Originals. Statt der Containerkonstruktion wählte TAG Heuer ein klassisches zweiteiliges Gehäuse mit einem vierfach verschraubten Stahlboden. Die Linien des Gehäuses wurden ebenfalls überarbeitet, das ehemals derb gebürstete Stahlgehäuse wurde fein satiniert und poliert. Auch Zifferblatt und Zeiger der Uhr erfuhren eine dezente Überarbeitung, der Gesamtcharakter der Uhr jedoch bleibt erhalten.
Inzwischen baut Heuer wenigstens ein halbes Dutzend Varianten der modernen Monaco. Beständiger Beliebtheit erfreut sich die unlimitierte Edition Steve McQueen mit blauem Zifferblatt (mit Krokolederband 3 100 €, mit Stahlband 3 200 €). Aber auch die Vintage Edition mit Gulf-Logo auf dem Zifferblatt, die in einer limitierten Auflage von 4 000 Exemplaren gebaut wird (3 200 €), verkauft sich nach Aussage von TAG Heuer sehr gut. Die Vorgängerserie (4 000 Exemplare) mit weißem Zifferblatt und Gulf-Streifen, aber ohne Gulf-Logo war innerhalb eines Jahres ausverkauft. Die mit dem TAG-Heuer-Logo geschmückte Krone bei all diesen Uhren entspricht zwar der des Originalmodells, befindet sich aber auf der falschen (rechten) Seite.
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Da musste TAG Heuer zum 40. Geburtstag des Erfolgsmodells natürlich Abhilfe schaffen. Unter dem – ziemlich langen – Namen »Monaco 40 Year Re-Edition« präsentierten die Schweizer Sportuhrenspezialisten wieder eine Monaco mit der Krone auf der linken Seite. Zunächst erscheint sie in einer auf 1 000 Exemplare limitierten Jubiläums­edition – natürlich mit blauem Zifferblatt. Dem Anlass entsprechend wird sie in einer eleganten Schatulle ausgeliefert, die neben dem traditionellen, gelochten Kalbslederband auch ein Krokolederband sowie einen exklusiven McQueen-Bildband enthält. Das Komplettpaket wird 6 200 € kosten und mit hoher Wahrscheinlichkeit ein beliebtes Sammlerstück werden. Sicher ist schon heute: Steve McQueen würde sie auch tragen. w

 
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