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Mit Neuheiten von den Frühjahrsmessen in Genf und Basel
Keine Privatsache
Seit seiner Gründung spielt Cartier im Richemont Konzern eine wesentliche Rolle, heute als wichtigste Marke, bedeutendster Umsatzträger und als Spezialist für Schmuck- und Schmuckuhren. Das könnte sich in naher Zukunft ändern. Denn auf der uhrmacherischen Seite passiert einiges, was sich in der stetig wachsenden Collection Privée äußert, in der das Pariser Weltunternehmen alle Eigenproduktionen zusammengefasst hat. Mit dem Kauf der Manufaktur Roger Dubuis in Genf erwarb sich Richemont Entwicklungspotential für Cartier, und schließlich wurde die Entwicklungsmannschaft in den Cartier-Uhrenateliers von La Chaux-de-Fonds erheblich aufgestockt. Entwicklungsleiterin Carole Forestier führt ein 18-köpfiges Team und zeichnet maßgeblich für eine der wohl wichtigsten Messeneuheiten von Cartier verantwortlich.
Die Rede ist von der Santos 100 Squelette, die in Genf erstmals dem geneigten Publikum präsentiert wird. Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Skelett-Uhr, bei der die Platinen eines vorhandenen Uhrwerks im Rahmen des technisch Möglichen ausgesägt werden. »Wir wollten eine zeitgemäße Skelettuhr schaffen«, gibt Carole Forestier zu Protokoll und berichtet, dass die Entwicklung genau anders herum lief. Zuerst wurde die Form der skelettierten Platinen festgelegt, dann auf dieser Basis das Uhrwerk konstruiert. Die Platinen bestehen im Wesentlichen aus zwei quadratischen Rahmen, die mit gradlinig gezeichneten römischen Ziffern zusammengehalten werden. Die Platinen ersetzen so das Zifferblatt und sorgen für weitgehende Transparenz des Uhrwerks. Eingebaut ist das wirklich schicke Handaufzugwerk in ein mit 46,5 x 54,9 mm üppig dimensionierten Palladium-Gehäuse, dessen Design alle Elemente einer Santos 100 aufweist – vom massigen Grundkörper über die mit acht Schrauben befestigte Lünette bis zur achteckigen Krone. Investieren müssen Interessenten dafür runde 36 000 €. (mh)
Reise-Regulator

Jedes Jahr ein neues Uhrwerk. Das hat sich Montblanc nach dem Kauf der alten Uhrenmarke Minerva zur Aufgabe gemacht. Minerva ist in der Schweizer Kleinstadt Villeret beheimatet und wurde 1858 gegründet, weshalb die Produkte aus dieser Fertigungsstätte als Villeret 1858 bezeichnet werden. Die Kollektion Villeret 1858 wird 2009 nun um ein Stück ergänzt, das es in sich hat: Der Grand Chrononographe Régulateur bietet einen Chronographen mit Eindrücker-Bedienung, Zeitanzeige in Regulatorform, die Anzeige einer zweiten Zonenzeit inklusive Tag-Nacht-Anzeige sowie eine Gangreserveanzeige mit Aufzugszonenindikation. Dementsprechend viel ist auf dem Zifferblatt los, was für den Betrachter auf den ersten Blick verwirrend wirkt. Einfach mal schnell die Zeit ablesen geht nicht, der Besitzer der sehr klassisch gestalteten Uhr muss sich schon konzentrieren. Aber darauf kommt es bei dieser Uhr nicht an, sie wird wegen der ziemlich einzigartigen Kombination von Komplikationen gekauft. Die Kombination eines Ein-Drücker-Chronographen mit einer zweiten Zonenzeit liefert eine sehr praktische Ergänzung für Menschen, die auf Reisen sind. Die Bedienung ist denkbar einfach: Per Drücker wird der skelettierte Zeiger in Stundenschritten weitergeschaltet, während der gebläute Zeiger darunter auf der Heimatzeit bleibt. Die Uhr wird nach der Villeret-Formel 1-8-58 limitiert, also ein Exemplar in Platin (110 000 €), 8 in Weißgold (70 000 €), und 58 in Rotgold (65 000 €). (mh)
Ganz schön schräg

Wer kann, der kann. Vacheron Constantin pflegt sein Image als älteste ununterbrochen produzierende Uhrenmanufaktur – nicht zuletzt durch die Kollektion Les Historiques (siehe auch Cigar Clan 1/09). In diesem Rahmen wählen die Genfer aus ihrem Schatz an historischen Uhren besondere Stücke aus und nehmen diese als Vorbilder für moderne Zeitmesser in limitierter Auflage. Nachdem vergangenes Jahr das Chonomètre Royal 1907 eine Neuauflage erlebte, stellt Vacheron Constantin 2009 nun die Historiques American 1921 vor. Dabei handelt es sich um eine im Wortsinne schräge Uhr, denn sowohl Krone als auch Zifferblatt sind nicht in der gewohnten Position. Die 12 ist genau unterhalb der Krone positioniert, Letztere jedoch findet sich in der oberen Ecke des kissenförmigen Gehäuses – wahlweise in der linken oder der rechten. So ist das Zifferblatt um einen Achtelkreis verdreht, und die Zeit wird in der Diagonalen abgelesen. Das wirkt im normalen Leben ziemlich extravagant, weshalb das Original bei den amerikanischen Dandys in den Roaring Twentys große Sympathie fand. Wenn jener Dandy jedoch die Hand am Steuer seines Sportwagens hat, dann steht die Zeitanzeige tatsächlich halbwegs gerade. Mithin darf die Vacheron also als eine der ersten Autofahreruhren gelten. Dem historischen Vorbild entsprechend sind auf dem sandgestrahlten Zifferblatt geschwungene arabische Ziffern und eine Schienenminuterie aufgemalt, über denen schwarz oxidierte Breguet-Goldzeiger kreisen. Angetrieben wird die Historiques American 1921 vom neuen Manufakturkaliber 4400. Das 2,8 mm hohe Handaufzugwerk ist – noblesse oblige – mit der Genfer Punze ausgezeichnet. Der extravagante Zeitmesser im 40-mm-Roségoldgehäuse soll rund 20 000 € kosten. So gilt nicht nur für den Hersteller, sondern auch für den Kunden: Wer kann, der kann. (mh)
Sport-Flieger
Sinn Spezialuhren aus Frankfurt am Main erweitert seine beliebte Sportuhren-Reihe 900 um ein weiteres attraktives Modell. Der neue Chronograph 900 Flieger ist dem Namen nach zwar für Piloten gedacht, eignet sich aber auch als alltagstaugliche Sportuhr für Bodenständige. Ein kratzfestes, in einem Spezialverfahren (Tegimentierung) gehärtetes, Edelstahlgehäuse, ebenfalls kratzfestes Saphirglas und Wasserdichtheit bis 200 Meter machen die neue Sinn zu einem sehr robusten Begleiter. Ein schwarz galvanisiertes Zifferblatt sorgt für einen gewissen Schick und großzügig mit Leuchtmasse belegte Zeiger und Indexe für beste Ablesbarkeit bei Tag und Nacht. Geliefert wird sie wahlweise mit einem Kalbsleder- oder einen Edelstahlband. Die 900 Flieger ist von Mai an für 2 100 € (mit Lederband) zu haben. (mh)
Es geht weiter
Die Freunde der guten deutschen Armbanduhr können aufatmen. Das in finanzielle Schieflage geratene Traditionsunternehmen Junghans ist gerettet. Der Frankfurter Insolvenzverwalter Dr. Georg Bernsau verkaufte den Schwarzwälder Uhrenhersteller, der bis dahin zum Egana-Goldpfeil-Konzern gehörte, an einen deutschen Investor. Das Sagen bei der Junghans Uhren GmbH mit Sitz in Schramberg hat seit Februar der Unternehmer Dr. Hans-Jochem Steim, Ehrenbürger der Stadt Schramberg. Für Junghans-Geschäftsführer Werner Wicklein ein Grund zur Freude: Als eines der wenigen Unternehmen der Branche bleibt Junghans in deutscher Hand und kann seine ungebrochene Tradition in Schramberg fortführen. Junghans wurde 1861 in Schramberg gegründet und will 2001-sein 150-jähriges Bestehen feiern. (mh)
Nicht (nur) zum Tauchen

Titan ist bei den Herstellern exquisiter Uhren wieder stark im Kommen. Die Manufaktur Ulysse Nardin aus Le Locle hat das leichte, widerstandsfähige Material für die Neuheit Maxi Marine Diver Titanium auf Hochglanz poliert und kombiniert es mit einem Taucherdrehring aus Roségold. Ein wellenförmiges Muster auf dem Zifferblatt und dem Kautschukband signalisieren dem Träger die Nähe zum Wasser. Doch zum Tauchen ist das edle Stück, das auch über eine Datums- und Gangreserveanzeige verfügt, im Grunde zu schade. (mh)
Timemaster im Härtetest

Mit publikumswirksamen Härtetests will der Münchner Uhrenhersteller Chronoswiss die Robustheit seiner Sportuhr Timemaster demonstrieren. Am Arm des Einhandseglers Norbert Sedlacek beweist sich die robuste Uhr gerade bei der wahrscheinlich härtesten Segelregatta der Welt, der Vendée Globe: Die Teilnehmer umrunden einmal den Erdball, jeder völlig alleine auf sich gestellt und ohne Zwischenstopp. An Bord von Sedlaceks Rennyacht Nauticsport-Kapsch ist der Timemaster seit dem Start am 9. November auf hoher See unterwegs und hat sich bisher bewährt – selbst bei Windstärke fünf und Wellen von zehn Meter Höhe. Ganz andere Belastungen musste die Uhr bei der »Fulda Challenge« im kanadischen Yukon aushalten. Am Arm der einstigen Bob- und Rodel-Championissima Susi Erdmann hielt die Uhr den Widrigkeiten des arktischen Zehnkampfs stand, der unter anderem ein Hundeschlitten-Rennen, einen 15-Kilometer-Lauf nahe des Polarkreises sowie Wettbewerbe mit Skidoo und Quad enthielt – das alles bei Temperaturen zwischen plus zehn und minus 40 Grad. (mh)
Erschwinglicher Luxus

Seit fünf Jahren zählt Frédérique Constant zum Kreis der Schweizer Uhrenhersteller, die ihre Uhren selbst entwickeln und produzieren. Zu Beginn des Jahres stellt Frédérique Constant seine neueste Innovation vor – die Maxime Manufaktur Automatik. Das brandneue FC-700-Kaliber mit Datum und 42 Stunden Gangreserve soll erneut die führende Position der Marke in den Bereichen technisches Know-how und Uhrwerkproduktion im erschwinglichen Luxus-Segments unter Beweis stellen.
Auf Basis des markentypischen, konsequent fortgeführten Designs wurde ein Gehäuse mit 42 mm Durchmesser entwickelt, das gerade Linien mit abgerundeten Flächen in klassischem Stil verbindet. Es ist mit einem See-through Gehäuseboden ausgestattet und sowohl in einer gebürsteten Edelstahl, als auch mit Roségoldlünette erhältlich. Die Kombination von matten und glänzenden Gehäuseteilen, das bei allen Varianten versilberte Guilloché-Zifferblatt sowie das Armband aus Krokodilleder machen die Modelle zu einer Kollektion klassischer, jedoch zeitgemäßer Uhrenkreationen in schlichtem, aber elegantem Stil.
Bei den Zifferblättern kann unter von Hand aufgesetzten, römischen oder arabischen Indexen gewählt werden, das Datum wird in allen Varianten bei sechs Uhr angezeigt.
Die Edelstahlausführung liegt bei 1 950 € die Version mit Roségoldlünette bei 2 750 €. (hh)
Die Uhr zum Rennen

Alpina Genève engagiert sich in diesem Jahr als offizieller Zeitnehmer des 12-Stunden-Rennens von Sebring, dem legendären Langstreckenrennen, das vom 18. bis 21. März 2009 und damit zum 57. Mal auf dem Sebring International Raceway in Florida, USA, ausgetragen wurde. Aus diesem Anlass stellt die Schweizer Manufaktur Alpina, Hersteller hochwertiger Sportuhren, mit der Alpina Extreme 12 Hours of Sebring eine limitierte Sonderedition vor.
Große Rennfahrerlegenden sind bereits in Sebring angetreten: Mario Andretti, A.J. Foyt, Dan Gurney, Stirling Moss, Juan Manuel Fangio, Phil Hill, Briggs Cunningham, Jacky Ickx, Lake Underwood und Dutzende weiterer internationaler Helden des Motorsports. Stets mit Rennautos der Weltbekanntesten Hersteller wie Ferrari, Porsche, Jaguar, Maserati, Aston Martin und Audi. Aber auch Prominenz aus dem Film- und Showbusiness war hier bereits am Start: Steve McQueen, James Brolin, Gene Hackman, Craig T. Nelson, Paul Newman und Patrick Dempsey sind nur einige der Prominenten, die Sebring bereits gefahren sind.
Die Uhr mit einem Gehäusedurchmesser von 48 mm vereint die Markenphilosophie von Alpina mit den Anforderungen, die ein Rennfahrer an seinen Zeitmesser stellt: höchste Genauigkeit, extrem gute Ablesbarkeit, Stoßsicherheit, Robustheit und Zuverlässigkeit. Die Uhr besteht aus geschwärztem Stahl und Kautschuk. Das Zifferblatt mit klar gestalteten Indices ist – inspiriert vom Asphalt der Rennstrecke – mattschwarz gehalten. Besonderer Blickfang ist die auffällige, in Rot ausgeführte 12. Dieses Designdetail steht als Synonym für die zwölf aufregenden und anstrengenden Stunden des Rennklassikers.
Im Innern gibt ein handgefertigtes Schweizer Automatikwerk den Weg der Zeit vor und sorgt auch für eine Datumsanzeige. Die mechanische Maschine mit der schwarzen Alpina-Signatur auf dem Rotor ist durch den gläsernen Gehäuseboden sichtbar. Sowohl hier als auch auf der Vorderseite kommt Saphirglas zum Einsatz.
Die weltweit auf 257 Stück limitierte Auflage der Uhr sollte dazu beitragen, sie bereits vor ihrer Einführung zu einem wertvollen, aber mit 1 850 € erschwinglichen Sammlerstück zu machen. (hh)
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