![]() |

|
![]() |
|
Cigarren und Wein auf der Terrasse
2008 TERRAZAS DE LOS
ANDES RESERVA
TORRONTÉS
MENDOZA, ARGENTINIEN

Dieser Wein, hergestellt aus einer autochthonen Rebsorte Argentiniens, die im Mendoza auf 1 800 Metern über dem Meeresspiegel wächst, ist ohne jeden Einsatz von Holzfässern vinifiziert und sicher der leichteste Wein in der Verkostung. Er liegt hellgelb mit grünlichen Reflexen im Glas und duftet muscadetartig, würzig und floral nach Orangenblüten und exotischen Früchten. Am Gaumen präsentiert er sich mineralisch frisch und ätherisch saftig, ein großartiger Sommerwein mit Wiedererkennungswert und Aha-Effekt.
2008 CLOUDY BAY,
SAUVIGNON BLANC MARLBOROUGH, NEUSEELAND

Der Urvater des frischen Übersee-Sauvignon-Blancs aus dem Weingebiet im Nordosten der Südinsel wird jedes Jahr aus den besten Ergebnissen aus knapp 60 Einzellagen verschnitten und überzeugt inzwischen seit Dekaden mit jedem Jahrgang. Strohgelb mit hellgrünen Reflexen liegt er brillant im Glas, duftet nach Gras, Brennnessel und heller Frucht, ein sehr eleganter Eindruck. Am Gaumen Stachelbeere, Grapefruit und Limette, stringent, schlank, mineralisch, frisch und lebendig mit langer Präsenz. Ein anregender Sommerwein, ein Kunstwerk aus dem Edelstahltank.
2007 LUNGAROTTI,
TORRE DE GIANO, VIGNA IL PINO UMBRIEN, ITALIEN

Dieser eindrucksvolle umbrische Weißwein wird zu 70 % Trebbiano und 30 % Grechetto erzeugt, der Ausbau erfolgt zu 30 % in jungen Barriquefässern, der Rest im Edelstahltank. Danach reift der Wein ein weiteres halbes Jahr in der Flasche.
Ein mittleres, goldiges Gelb im Glas strahlt Wärme aus, der Wein duftet nach Holz und Vanille, süßlich, delikat. Am Gaumen ein breiter Auftritt, auch hier Vanille und Bittertöne, dazu Melone und Zitrusfrüchte, es bleibt ein langer, breiter Nachhall. Unbedingt dekantieren und je nach Geschmack Temperatur nehmen lassen!
2008 FATTORIA LE PUPILLE, ROSA MATI
MAREMMA, ITALIEN

Einen hochwertigen Rosé zu produzieren war der Herzenswunsch von Elisabetta Gepetti, der Patronin des Vorreiterweinguts in der küstentoskanischen Maremma.
Er wird aus 50 % Sangiovese und 50 % Syrah erzeugt und temperaturkontrolliert in Edelstahltanks vinifiziert. Er glüht kräftig roséfarben im Glas und duftet nach Erd-, Him- und ein wenig nach Brombeeren. Am Gaumen überzeugt der Wein durch Struktur und Kraft, verhaltene Bitternoten und diese fast quietschige Frucht: ein Ausnahmerosé. Der Nachhall ist nicht überlang, es bleibt Frische am Gaumen.
An diesen Wein muss Lee Hazlewood gedacht haben...
2005 MASSERIA LI VELI, PEZZO MORGANA
SALICE SALENTINO, ITALIEN

Ein süditalienischer Negroamaro, der nach temperaturkontrollierter Tankvergärung ein Jahr in neuen Barriquefässern liegt und danach sechs Monate in der Flasche nachreift. Er liegt karmesinrot im Glas, ein heller Rand deutet Reifenoten an, der Wein riecht nach dunkler Frucht, Leder und Wald.
Am Gaumen vollmundig, präsent und erdig, er steht schön im Alter, hat noch eine lebendige Säure und eine süßliche Frucht, ein sehr schöner Vertreter dieser Art von Weinen, die sich spätestens beim Grillabend als Sommerwein legitimieren.
2006 CAPE MENTELLE,
CABERNET MERLOT MARGARET RIVER, AUSTRALIEN

Außer Cabernet Sauvignon und Merlot findet man noch kleine Anteile von Cabernet Franc sowie Petit Verdot in diesem Wein, also eine klassische Bordeauxcuvée aus einer klimatisch gemäßigten Überseeregion mit 15 Monaten Barriquefasslagerung. Tiefe violettrote Farbe, lebendige Reflexe und ein cabernettypischer Duft nach Paprika und Cassis. Am Gaumen straff, schöne Gerbstoffe und eine volle Frucht. Der Nachhall ist von agiler Säure geprägt, lange und präsent. In diesem charakterstarken Wein treffen Tugenden aus der alten und der neuen Welt zusammen.
ALONSO MENENDEZ NO. 20
Brasilien

Format: Corona
Länge: 138 mm
Ringmaß: 43 (17,1 mm)
Deckblatt: Brasil (Mata Fina)
Umblatt: Brasil
Einlage: Brasil
Stärke: 1
Aroma: 1
Rauchdauer: ca. ¾ Std.
Einzelpreise: D: € 2,90 CH: sfr 5,00
Ein früher Sommerabend mit einer Brasilcigarre, die Sonne sinkt und die Luft bewegt sich, wie der gesamte Rest des Tages nur noch langsam, traumhaft, wenn die Cigarre so gut gemacht ist wie diese Alonso Menendez. Das schwarze Mata-Fina-Deckblatt ist leicht adrig, sehr ölig und hat kleine Sonnenflecken. Die Cigarre ist sehr gut verarbeitet, erscheint am Brandende weicher als am Kopf und duftet nach Erde, Stall und Leder, deutlich, aber nicht wild. Der kalte Zug erinnert an einen gesamten Bauernhof. Angezündet schmeckt die Cigarre schnell süffig und der weiche Rauch liegt schwer, aber nicht aufdringlich in der Luft. Der sehr gute Zug und der fabelhafte Abbrand tun das ihre zum erfreulichen Rauchverlauf, die Cigarre brennt sehr gerade ab und die hellgraue Asche fällt spät, kontrolliert und grobkörnig. Im ersten Drittel erwartete man fast mehr von der Cigarre, man gewöhnt sich aber schnell an diesen weichen Rauch, der seine süßlichen Komponenten erst langsam gegen Mitte des ohnehin sehr stringenten Rauchverlaufs auspackt. Die zweite Hälfte der Cigarre erscheint tiefer, bitterer, nachdenklicher, man wünscht sich ein Glas Wasser, einen süßen Kaffee oder ein Stück Schokolade dazu. Allerdings lässt sie durch ihre Leichtigkeit, ja Vergänglichkeit am Gaumen immer noch viel sensorischen Platz für die Weine, die es der Cigarre danken.
 |
2008 Los Terrazas, Reserva TorrontÉs
Brasil liegt vorne. Die Cigarre nimmt die Erfrischung wahr, setzt sich aber durch, Zitrusnoten am Anfang etwas störend, später schöner.
|
 |
2008 Cloudy Bay Sauvignon Blanc
Süßsauer. Die Schlankheit des Weins macht es der Cigarre nicht leicht, Säure steht im Raum. Nicht immer schön.
|
 |
2007 Lungarotti, Vigna Il Pino
Temperaturfrage. Hier braucht der Wein Temperatur und Luft, dann ist die Kombination klasse, schmelzig und rund. |
 |
2008 Fattoria Le Pupille Rosa Mati
Fruchtbombe. Dieser Wein überzeugt hier durch Lebendigkeit, Frucht und Fülle, die die Cigarre gerne aufnimmt. |
 |
2005 Masseria Li Veli, Pezzo Morgana
Reif und edel. Die eingebundenen Tannine und die reife Frucht passen grandios zu den weichen süffigen Brasilnoten. Favorite! |
 |
2006 Cape Mentelle, Cabernet Merlot
Anfangsschwierigkeiten. Die präsenten Tannine machen es der Cigarre zu Beginn schwer, später viel besser.
|
DIPLOMATICOS NO. 1
Cuba (Februar 2003)

Format: Cervantes
Länge: 165 mm
Ringmaß: 42 (16,7 mm)
Deckblatt: Cuba
Umblatt: Cuba
Einlage: Cuba
Stärke: 2
Aroma:3
Rauchdauer: ca. ¾ Std.
Einzelpreise: D: € 9,00 CH: sfr 10,80
Die Cigarren der 1966 eingeführten Zweit-, Unter- oder Parallelmarke von Montecristo decken sich in den noch verbliebenen Formaten mit denen der großen Marke mit den drei Klingen, sensorische Ähnlichkeiten werden immer wieder festgestellt, sind aber Ansichtssache. Die Diplomaticos sind leichte Cigarren, reifen schnell und gut und sind weitläufig viel zu wenig beachtet.
Die fünf Jahre gereifte No. 1 im eleganten Lonsdaleformat hat ein feines Coloradodeckblatt mit rotem Touch und schönem Glanz. Gute Verarbeitung, box-pressed, ein schönes Stück. Die Cigarre duftet verhalten würzig und nach Holz. Der kalte Zug schmeckt angenehm nach reifem Tabak.
Der erste Zug schmeckt laubig, die weiteren erdig und früh cubatypisch, ohne fordernd zu werden, die Raumnote ist vorerst noch verhalten. Die Nachhaltigkeit des Rauchs am Gaumen ist mittellang, andere Aromen, zum Beispiel vom Wein, kommen immer noch an. Der Zugwiderstand ist vernünftig spürbar, die Diplomaticos brennt kreisrund ab, die Asche dreht sich ein wenig ein, ist wellig, grauschwarz und fällt früh. Nach einem sehr cremigen, weichen ersten Drittel setzt cubanische Komplexität ein, nie überwältigend, sozusagen als Reminder. Nach der Hälfte wird die Cigarre noch einmal ein wenig leichter, um im Endspurt ewig lange und sehr rund und saftig bis hinter den Cigarrenring rauchbar und sehr schmackhaft zu brillieren. Die schönen Kutschen auf den gelben Kisten sollten wieder ein bisschen mehr in den Fokus der Cigarrenfreunde rollen...
 |
2008 Los Terrazas, Reserva TorrontÉs
Fruchtig frisch. Die Fruchtnoten des Weins und die Cremigkeit der Cigarre passen hervorragend, später reguliert die Frische des Weins!
|
 |
2008 Cloudy Bay Sauvignon Blanc
Erst im zweiten Drittel. Zu Beginn ist der Sauvignon zu schlank, später derselbe Effekt wie beim Torrontés.
|
 |
2007 Lungarotti, Vigna Il Pino
Anders gut. Nicht so frisch wie die ersten beiden, die Fruchtstärke bringt´s, manchmal stört allerdings die Säure.
|
 |
2008 Fattoria Le Pupille Rosa Mati
Bonbon. Hier wird der Rosé zum Sahnebonbon und die Cigarre verliebt sich in die Süße, hinreißend, heliotrop!
|
 |
2005 Masseria Li Veli, Pezzo Morgana
Klassisch. Schön, wenn sie endlich mal wirklich zusammenpassen, der Rotwein und die Cubanerin. |
 |
2006 Cape Mentelle, Cabernet Merlot
Rauchig. Auch hier stehen die Tannine ein wenig im Weg, allerdings schön rauchig am Gaumen, noch ein bis zwei Jahre lagern, beide!
|
LA AURORA 1495 BELICOSO
Dominikanische Republik

Format: Piramide
Länge: 156 mm
Ringmaß: 52 (20,6 mm)
Deckblatt: Cameroon
Umblatt: Dominikanische Republik
Einlage: Dominikanische Republik
Stärke: 3
Aroma: 4
Rauchdauer: ca. ¾ Std.
Einzelpreise: D: € 8,00 CH: sfr 12,80
Als Christoph Kolumbus 1495 auf der Insel Hispaniola, der heutigen Dominikanischen Republik, die Stadt Santiago de los Caballeros gründete, legte er den Grundstein für eine der heutigen Cigarrenmetropolen, daran soll diese Serie Cigarren der Traditionsmarke erinnern. Die Belicoso im Piramidesformat trägt ein dunkles, raues Cameroondeckblatt, von dem ein saftiger Tabakgeruch ausgeht, Einlage und Umblatt stammen aus der Dominikanischen Republik und duften mit. Die Cigarre ist fest gerollt und sehr gut verarbeitet. Die ersten Züge versprechen viel Vergnügen, eine deutliche Raumnote, Unterholz und Leder und ein sehr aromatischer Eindruck am Gaumen, erdig, stallig, wild.
Der Zug ist perfekt, das große Ringmaß sorgt für eine Menge Rauch, während weder Abbrand noch Asche Sorgen bereiten. Grau, ein wenig bräunlich fällt die Asche spät, weich und leicht körnig.
Das erste Drittel fängt auf hohem Niveau an, schon jetzt Bitternoten, gut eingebunden in eine volle männliche Grundaromatik. Nicht belastend, sondern einfach ein kräftiger Einstieg. Im weiteren Verlauf stabilisiert sich der erste Eindruck, eine schöne stringente Steigerung ermöglicht es, die Cigarre entspannt zu genießen und die Gedanken schweifen zu lassen, in Richtung Wein, denn auch wenn der erste satte Eindruck Bedenken bereitet, verhält sich die La Aurora sehr empfänglich gegenüber den feinen Tropfen.
Das Ende kommt auf Höhe des Cigarrenrings, schnell und schmerzlos, eine wirklich gute, schmackhafte Cigarre wird abgelegt.
 |
2008 Los Terrazas, Reserva TorrontÉs
Süße entsteht. Anfangs unrund, lässt der Rauch am Gaumen Süße entstehen, die der Kombination gut steht.
|
 |
2008 Cloudy Bay Sauvignon Blanc
Bittersüß. Auch hier das Phänomen der auftauchenden Süße, die die Bitternoten konterkariert.
|
 |
2007 Lungarotti, Vigna Il Pino
Noch eine Temperaturfrage. Jetzt muss der Wein wieder auf´s Eis, sonst wirkt die Kombination plump.
|
 |
2008 Fattoria Le Pupille Rosa Mati
Surprise. Mit diesem Upfront-Peng-Erlebnis macht Rosa Mati, süß und frisch, den Hattrick komplett.
|
 |
2005 Masseria Li Veli, Pezzo Morgana
Schokoladig. Alles passt zusammen: süß, bitter, saftig und weich. Zum dritten Mal volle Punktzahl!
|
 |
2006 Cape Mentelle, Cabernet Merlot
Wirkt reifer. Die Cigarre lässt den Wein reifer erscheinen, eine schöne Kombination für Rotwein- und Cigarrenfreunde.
|
|
|