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Santo Domingo Die Ameisen und der Aufbruch in die Neue Welt
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Man kennt die Dominikanische Republik als Tabakprovenienz und weiß, dass sie für Touristen, die sich einen Urlaub in der Karibik leisten wollen, überaus anziehend ist. Doch was tut und tat sich eigentlich auf der einen Seite einer der ehemaligen Westindischen Inseln, deren andere heute Haiti genannt wird? Begeben wir uns auf die Großen Antillen, zu denen die Insel gehört, und werfen einen Blick in die frühere Neue Welt.
Die Neue Welt, das war für Christoph Kolumbus und seine Zeitgenossen der für die Europäer noch unbekannte Teil der Erde. Und wenn die Eroberer auf bisher unentdecktes Land stießen, betrachteten sie die Menschen, auf die sie trafen, als unterentwickelt und rückständig. Daher mutet der Begriff Neu etwas seltsam an, bezeichnet man damit doch normalerweise etwas, das moderner und fortgeschrittener ist als das Alte. Aber vielleicht verdiente diese so genannte Neue Welt diesen Begriff tatsächlich, denn wie wir heute wissen, waren die Menschen und ihre Kulturen in vielen Bereichen bereits enorm weit entwickelt. Doch das wussten die Europäer damals nicht. Die Neue Welt zu Zeiten von Christoph Kolumbus war für sie lediglich neu im Sinne von bisher noch nicht bekannt, erforscht und vor allem erobert.
Abgesehen von Europa und Asien, das man damals als Indien bezeichnete, war für die Menschen des ausgehenden Mittelalters die übrige Welt Terra incognita. Christoph Kolumbus jedenfalls suchte einen Seeweg nach Indien. Der Landweg war durch das Eindringen der Osmanen in die Länder des östlichen Mittelmeerraumes weitgehend versperrt oder zumindest äußerst lebensgefährlich geworden und eignete sich nicht mehr dazu, wertvolle Güter zu transportieren, ohne ihrer auf dem Weg nach Hause durch einen feindlichen Überfall verlustig zu gehen. Einen Weg um die afrikanische Südostküste hatten Portugiesen schon einige Jahrzehnte zuvor zu entdecken versucht und dabei Teile der afrikanischen Küste erkundet, jedoch keinen befahrbaren Weg gefunden.
Kolumbus hatte allerdings die Schriften Aristoteles’ genauestens studiert, der behauptete, man könne den Ozean zwischen den Säulen des Herakles, womit er Gibraltar meinte, und Asien innerhalb weniger Tage durchqueren. Kolumbus war nicht der einzige Anhänger dieser Theorie, auch andere Gelehrte schlossen sich dieser Ansicht an. Kolumbus machte sich also auf die Suche und stieß, wie allgemein bekannt ist, im Dienste der spanischen Krone im August 1492 in See.
Hätten sie damals schon mehr über das Land, auf das sie stießen, und dessen Bewohner gewusst, wären sie vielleicht anders zu Werke gegangen. Doch die Eroberer interessierten nur die sichtbaren Reichtümer, wie beispielsweise das Gold, mit dem die Eingeborenen bei der Begrüßung der Neuankömmlinge geschmückt waren.
Mit anderen Ressourcen gingen sie wenig zimperlich um und richteten enorme, irreparable Schäden an. Wenn man bedenkt, dass bei der Entdeckung Hispaniolas, wie man die Insel nannte, die heute aus Haiti und Dominikanischer Republik besteht, schätzungsweise etwa eine Million Ureinwohner auf der Insel lebten, waren wenige Jahre später, verursacht durch Seuchen, Raubzüge und Sklaverei, nur noch 60 000 Menschen übrig, Tendenz abnehmend. Letzten Endes überlebte keiner von ihnen.
Doch begeben wir uns auf eine Zeitreise. Man schreibt das Jahr 1492. Christoph Kolumbus ist seit August unterwegs nach Indien, wie man ganz Asien damals nennt. Die Reise verlief schon bisher nicht ohne Komplikationen, bereits jetzt ist man zeitlich in Verzug. Dann, endlich, Anfang Oktober sichtet Kolumbus erstmals Land, eine kleine Insel, von der man heute nicht mehr genau sagen kann, welche es war. Auf der Weiterfahrt entdeckt er Kuba und strandet wenig später, am 25. Dezember 1492, mit seinem Flaggschiff, der Santa Maria, auf einer Insel, die er La Isla Española, die spanische Insel, nennt. Den später verwendeten Namen Hispaniola (Kleinspanien) haben sich wohl die Engländer ausgedacht, um sich auf die Art über die Spanier und ihre Eroberung lustig zu machen. Erst im 17. Jahrhundert teilte man die Insel geopolitisch in die zwei Teile, deren einer die noch heute existierende Dominikanische Republik ist, die – hätte es die Ameisen nicht gegeben – vielleicht anders heißen würde, und Haiti. Doch dazu später.

Die erste spanische Kolonie in Amerika
Bleiben wir erst einmal in der Zeit der spanischen Entdeckungs- und Eroberungszüge. Wir erinnern uns, dass das Eroberungsgeschäft zu dieser Zeit noch ziemlich fest in den Händen der Spanier lag. Das sollte sich später ändern, doch erst einmal mischten bei diesen Unternehmungen nur die Portugiesen ein wenig mit, auch sie auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch nicht abzusehen, dass die Spanier diesen Wettlauf am Ende verlieren würden.
Kurz vor seiner Rückkehr nach Europa gründete Christoph Kolumbus die erste Siedlung auf Hispaniola. Seine finanziellen Ziele für eine erste Entdeckungsreise, von denen er insgesamt vier absolvierte, waren erfüllt. Schließlich gingen Seefahrer damals nicht aus Jux und Dollerei auf Reisen, sondern standen in der Regel unter enormem Druck. Neben allen Unwägbarkeiten und Gefahren, die eine solche Reise mit sich brachte, waren sie immer auf der Suche nach immensen Reichtümern, nicht nur, um die Forderungen der Kreditgeber der Reise zu bedienen, sondern auch, um selbst zu Vermögen zu gelangen.
Aus den Überresten des gestrandeten Segelschiffes Santa Maria errichtete Kolumbus mit Hilfe der ihm damals wohlgesonnenen Ureinwohner, der Arawak, ein kleines Fort an der Nordküste der Insel, indem er 40 Mann der Schiffsbesatzung zurückließ. Es blieb ihm nichts anderes übrig, da er durch den Verlust seines Flaggschiffes auf den beiden verbliebenen Karavellen nicht genügend Platz für alle hatte. Höchstwahrscheinlich blieben einige von ihnen auch nicht freiwillig da. Die Insel war damals schließlich noch nicht das ersehnte Ferienparadies, wie wir es heute kennen. Kolumbus nannte das Fort La Navidad, zu deutsch Weihnacht, vielleicht weil er am 25. Dezember auf der Insel gelandet war. La Navidad war gleichzeitig die erste spanische Kolonie in Amerika und Kolumbus später Gouverneur und Vizekönig der Insel.
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Doch La Navidad existierte nicht lange. Als Kolumbus im November 1493 auf die Insel zurückkehrte, war das Fort zerstört und die Besatzung tot oder vertrieben, wobei vermutet wird, dass sich die zurückgelassenen Besatzungsmitglieder stritten, sich gegenseitig das Leben zur Hölle machten, sich auf der Insel verstreuten und am Ende – durch wen auch immer – getötet wurden. Für Kolumbus ein tragischer Verlust.
Nachdem eine erste Besiedlung fehlgeschlagen war, gründete Kolumbus eine weitere Siedlung, die Stadt La Isabela, benannt nach der spanischen Königin Isabella I., die zeitlebens eine Förderin des Genuesers gewesen war. Immer noch an der Nordküste, jedoch etwas weiter östlich gelegen, sollte diese planmäßig angelegte Siedlung ein deutlich sichtbares Zeichen der Anwesenheit der spanischen Eroberer und damit ihrer Eigentümer sein. Doch auch hier tauchten immer wieder neue Probleme auf. Die Nahrungsmittel waren ständig knapp, es kam häufig zu Auseinandersetzungen mit den Ureinwohnern und auch unter den Siedlern gab es massiven Widerstand gegen Kolumbus, der von den Spaniern als gebürtiger Genuese kritisch als Ausländer betrachtet wurde.
Als Kolumbus von einem kurzen Abstecher nach Kuba zurückkam, in deren Verlauf er Puerto Rico und Jamaica entdeckte, fand er La Isabela in verwüstetem Zustand vor. Er machte die Ureinwohner dafür verantwortlich und rächte sich grausam an ihnen, ließ viele töten und schickte alle, derer er habhaft werden konnte, als Sklaven nach Europa, was ihm allerdings vom spanischen Königspaar verübelt wurde, die die Ureinwohner schon als zukünftige Christen betrachteten.
Da die klimatischen Bedingungen im Süden der Insel günstiger und die Goldvorräte reichhaltiger zu sein schienen, entschloss man sich, La Isabela aufzugeben und – da kein Schiff auf der Insel verblieben war – die Insel auf dem Landweg zu durchqueren und im Süden, an der Mündung des Río Ozama ins Karibische Meer, eine neue Siedlung namens La Nueva Isabela zu gründen. Dies tat Bartolomeo Kolumbus, der zehn Jahre jüngere Bruder Christophs, 1498 und bewies dabei ein etwas besseres Händchen in der Wahl des Standortes als sein Bruder. So dachte man jedenfalls zunächst. Denn obwohl sich die Stadt zu Anfang recht gut entwickelte, sollte der Standort wiederum nicht ideal sein. 1502 zerstörte ein Hurrikan die Stadt. Eine darauf folgende Ameisenplage zwang den damaligen Statthalter Nicolás de Ovando, die Stadt aufzugeben und sie am Westufer des Flusses neu zu gründen. Er nannte sie Santo Domingo. Vielleicht war er ja zu der Einsicht gelangt, dass Königstreue auf der einen Seite sehr wichtig, auf der anderen Seite der Name der Monarchin der Stadt jedoch kein Glück gebracht hatte. Da die Spanier ihre Missionen gern nach Heiligen der katholischen Kirche benannten, versprach sich der Statthalter vom Heiligen Dominikus, dem Begründer des Dominikanerordens, wahrscheinlich mehr Unterstützung. Und so heißt die Stadt auch heute noch Santo Domingo de Guzmán, wie der bürgerliche Name des später Heiliggesprochenen lautete.
Diese neu gegründete und nach den Plänen einer Idealstadt mit rechtwinkligen Straßen und einem Hauptplatz in der Mitte gebaute Stadt entsprach den Vorstellungen der Städtebauer der Renaissance. Einmal diese Perfektion entwickelt, wurde Santo Domingo vorbildhaft für viele andere Kolonialstädte Amerikas. Ihrer Hauptstadt verdankt die heutige Dominikanische Republik übrigens ihren Namen. Wären die Ameisen nicht gewesen, würde sie heute vielleicht ganz anders heißen.
Die Goldminen Hispaniolas lieferten reiche Ausbeute, aber darüber hinaus waren die spanischen Kolonialherren an einer weiteren Ausbeutung der Insel inte­ressiert. Von den Bahamas wurden Zuckerrohrpflanzen auf die Insel gebracht große Plantagen angelegt. Da die Zahl der Indios immer stärker abnahm, holte man schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts erst Eingeborene von den Bahamas, die aber ebenso schnell an Seuchen zugrunde gingen, und später schwarze Sklaven aus Afrika. Bis Ende des 16. Jahrhunderts waren sämtliche indigenen Völker der Insel weitgehend ausgerottet. Es halten sich zwar noch immer Gerüchte, dass die Nachkommen einer kleinen Anzahl Indios auch heute noch nördlich Santo Domingos in den Wäldern leben, doch handelt es sich dabei wohl eher um eine Legende.

Franzosen und Engländer auf dem Vormarsch
Ende des 16. Jahrhunderts drängten Briten und Franzosen zunehmend auf die Weltmeere. Die legendären Geschichten über die Piraten auf der Isle of Tortuga, der Schildkröteninsel, dienen auch heutigen Schatzsuchern als Ausgangspunkt bei der Suche nach vergrabenen Kostbarkeiten.
Auf der Insel gebliebene, mehrheitlich französische Freibeuter versuchten als Pflanzer erst an der Nordküste, später im Westteil der Insel zu siedeln. Frankreich unterstützte diese Siedler durch die Gründung einer französischen Kolonie. Obwohl Spanien 1668 diese Kolonie noch zerstören konnte, waren die Spanier 1697 durch die eigene allgemein geschwächte Position als Weltmacht im Frieden von Rijswijk gezwungen, den Westteil der Insel, Saint Domingue genannt, an Frankreich abzutreten.
Dieser Westteil entspricht in großen Teilen dem heutigen Haiti, dessen Name auf die Ursprungsbezeichnung der Indios für die gesamte Insel, Ayti, zurückzuführen ist.
Nach Saint Domingue wurden durch die Franzosen eine Unmenge an Sklaven zur Erledigung der Arbeiten auf den Plantagen verbracht, so dass diese am Ende 90 % der Bevölkerung ausmachten. Im Gegensatz dazu blieb im spanischen Teil der Insel der Anteil der Sklaven immer sehr gering. Im französischen Westteil der Insel florierte die Wirtschaft. Zeitweilig war Haiti oder Saint Domingue, wie sie damals noch hieß, die reichste Kolonie Frankreichs und brachte hohe Erträge.
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Doch es kam in den folgenden Jahren vor allem im Westteil der Insel zu heftigen Auseinandersetzungen, angefangen beim Aufstand der Sklaven, der 1793 die Abschaffung der Sklaverei brachte und in weiteren sehr blutigen Kämpfen mit der Unabhängigkeit Haitis endete. Nun nicht mehr der Kontrolle und Steuerung der Franzosen unterworfen, verfiel die einstmals blühende Wirtschaft des Landes. Auseinandersetzungen zwischen den Schwarzen und den Mulatten prägten die weitere Entwicklung des Landes. Waren sich beide Gruppen in der Ablehnung der Franzosen einig gewesen, betrachteten sie sich gegenseitig oft als erbitterte Feinde.
Santo Domingo, wie damals der gesamte östliche Teil der Insel genannt wurde, gelangte nach einigen Jahren französischer Oberhoheit 1808 wieder in spanische Hand, ob nun, wie die einen behaupten, durch Eroberung durch die Spanier, oder wie andere sagen, durch das Aufbegehren ehemaliger spanischer Einwanderer, die von britischen Truppen unterstützt wurden. Obwohl beide Staaten, Haiti auf der einen und Santo Domingo auf der anderen, durch einen undurchdringlichen Landstrich voneinander getrennt sind, erlangte Santo Domingo erst 1844 seine Unabhängigkeit von Haiti und gleichzeitig von der spanischen Krone und trägt seitdem den Namen Dominikanische Republik.
Doch bis zur endgültigen Unabhängigkeit war es noch ein weiter Weg, wirft man einen Blick auf die weitere Entwicklung bis in die Gegenwart. Einerseits kamen die Spanier wieder, unter deren Schutz sich die Dominikanische Republik 1861 begab, um Angriffe der Haitianer abzuwehren. Die Eigenstaatlichkeit erlangten sie zwar wenige Jahre später wieder, doch einer kurzen, instabilen Demokratie folgten Jahre der Diktatur, die nach dem Tod des Diktators in chaotische Zustände mündete, die ab 1916 wiederum zu einer Militärintervention durch die USA führten. Aber auch dies brachte langfristig keine Stabilität. Stattdessen erlebte das Land 1964 einen Bürgerkrieg, der wieder mit einer Militärintervention durch die Organisation amerikanischer Staaten einherging und erst 1966 endete. Seitdem ist das Land politisch einigermaßen zur Ruhe gekommen.
Die Hauptstadt Santo Domingo an der Südküste der Insel ist heute eine Großstadt mit rund zwei Millionen Einwohnern. Jedes Jahr kommen Tausende Touristen ins Land, um das karibische Klima zu genießen.

Die Schätze der Piraten
Doch was hat die Dominikanische Republik neben Tabak, der im Cibao-Tal, in den Anbaugebieten um Moca, Bonao und La Vega gedeiht, und aus dem relativ milde Cigarren hergestellt werden, und dem Tourismus noch zu bieten? Offenbar träumen nicht nur kleine Jungen davon, vergrabene Schätze unermesslichen Wertes zu finden. Und so sind die Insel, die Landstriche entlang der Küsten und auch die vorgelagerten kleinen Inseln ein Paradies für all jene, die den Kindheitstraum vom Goldschatz noch nicht aufgegeben haben. Und offensichtlich hat die Insel in dieser Hinsicht einiges zu bieten.
Denn immer wieder ist von sagenhaften, von den Piraten vergrabenen Schätzen die Rede. Die Bucht von Luperón gilt als einer der weltweit wichtigsten und sichersten natürlichen Häfen, weshalb auch Kolumbus zuerst an der Nordküste landete. Ob hier auch die Piraten anlegten und in der Nähe ihre Schätze auf ewig dem Land anvertrauten?
Legendär ist die Schildkröteninsel, die Isle of Tortuga. Vor allem ab 1640 war die Insel fester Anlaufpunkt von Piraten und Umschlagplatz für Schmuggelgut und Beute der gekaperten Schiffe. Angeblich haben die Piraten von Tortuga, oder die Brüder der Küste, wie sie sich selbst nannten, das Bild eines Freibeuters wie wir es uns heute machen, nachhaltig geprägt. Als verwegene Kerle mit Augenklappe, Holzbein und Kopftuch stellen wir uns auch jetzt noch den klassischen Piraten vor.
Berühmt geworden ist ebenso Roberto Cofresi, besser bekannt als El Pirata Cofresi, der, als gebürtiger Puertoricaner, auf einer kleinen Insel vor der Dominikanischen Republik, Mona Island, sein Hauptquartier hatte und Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Meeren sein Unwesen trieb. Seine sagenumwobenen Goldvorräte sind niemals gefunden worden.

Manche Schatzsucher geben sich aber auch mit kleineren Schätzen zufrieden. Angeblich existieren nämlich noch die Vermögen, die Privatleute aufgrund unsicherer oder nicht vorhandener Banken in ihren Gärten oder an anderen Stellen vergruben. Das Wissen über die jeweils rich­tige Stelle nehmen sie oft mit ins Grab.
Nun besagt aber der Volksglaube, dass ein Toter nicht in Frieden ruhen kann, wenn er zu Lebzeiten einen Schatz vergraben hat, der noch nicht gefunden wurde. Er geistert dann so lange herum, bis irgendwer diesen Schatz hebt und ihn damit erlöst. So kommt es angeblich immer wieder vor, dass Menschen im Traum Besuch von Toten haben, die sogar genauestens Auskunft über den Ort des Verstecks geben und ihren Schatz quasi verschenken.
Auch für den, der gern in ferne Länder reist und Wunder erleben möchte, hat die Dominikanische Republik etwas zu bieten. Am so genannten Polo Magnetico nämlich, im Südwesten der Dominikanischen Republik, gibt es eine Stelle, an der Autos angeblich allein aufgrund natür­licher magnetischer Einwirkung bergauf rollen. Obwohl physikalisch unmöglich, wirkt es auf den Betrachter ganz offensichtlich so. Es handelt sich jedoch nachweislich um eine optische Täuschung. Messungen ergaben, dass sich die Fahrzeuge nicht bewegen. Nett anzusehen ist es wahrscheinlich trotzdem.


Von Maria Primo

 
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