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Schwebende Automobilgeschichte
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Wenn man via Google Earth auf den Zuffenhausener Porscheplatz schaut, erkennt man in der derzeitigen Version noch eine riesige Baustelle. Kräne, Stahlrohre, Baugewirr. Offensichtlich waren die Google-Fotografen seit Dezember 2008 nicht mehr über Stuttgart.

Es regnet. Kein Sonnenschein bringt die wunderbare, teils glänzende Fassade des neuen Porsche-Prunkbaus zum Strahlen. Dies passt zur Stimmung des Tages, als ich standesgemäß mit einem Cayenne beim neuen Dorado aller Fans der Zuffenhausener Sportwagenmarke ankomme. Es ist der Tag, an dem Wendelin Wiedeking den Machtkampf mit Ferdinand Piëch verliert und seinen Mitarbeitern in einer bewegenden Betriebsversammlung auf Wiedersehen sagt. Man kann die Fassungslosigkeit greifen, spürt sie bei den Arbeitern, die gegenüber aus dem Werktor kommen. Das Ende einer Ära, die nicht nur unter Wiedeking Automobilgeschichte verkörpert hat. Doch hinein ins Museum und weg mit den trostlosen Gedanken. Schließlich wird in dem Bau ein Mythos celebriert.
Dieser Mythos ruht auf nur wenigen Säulen, die nach Entwürfen des Wiener Architekturbüros Delugan Meissl in den schwäbischen Boden gerammt wurden und die Konstruktion schwebend erscheinen lassen. Aber wie gesagt, Freunde dieser zu den bekanntesten Marken gehörenden Automobilgeschichte kommen sicherlich wegen der Autos.
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Die Historie beginnt, und das ist sicherlich in Zeiten der Diskussion um verbrauchsarme Autos besonders interessant, im Jahre 1900 mit dem elektrischen Radnabenantrieb im Lohner-Porsche, mit dem Ferdinand Porsche mehr als 100 Jahre Vorsprung bewies. Natürlich ist der Käfer zu sehen – immerhin 21,5 Millionen Mal wurde er gebaut. Unter den gut 80 gezeigten Autos finden sich alle Legenden der Zuffenhausener Autoschmiede. Die meisten kennt man sicherlich von der Straße oder von der Rennstrecke. Einige werden mitunter heute noch für Oldtimerschauen oder gar Rennen benutzt. Also wundern Sie sich nicht, wenn da nicht – wie in Museen üblich – alles blitzt und blinkt. Es gibt aber auch ungewöhnliche Modelle. Etwa eines, das eher wie ein Dacia oder Ähnliches ausschaut und für den chinesischen Markt gedacht war. Oder die Studie Panamerican, mit Reißverschlussdach, ebenso ungewöhnlich wie der Traum vermutlich jedes Autobahnpolizisten: der 911er Carrera Coupé als Polizeiauto. Bis hin zum deutlich langsameren, dafür aber mit ebensolchem Kultfaktor versehenen Traktor. Wer fährt schon mit einem gewöhnlichen Trecker übers Feld…
Übrigens ist das Museum in der Tat nicht nur Museum. Wie bereits erwähnt, sind die meisten Exponate hin und wieder noch unterwegs. Ganz unten wird noch richtig gearbeitet. Dort können Besitzer historischer Modelle ihre Schätzchen warten bzw. aufarbeiten lassen. Gut zwei bis drei Stunden sollten Sie für die Porsche-Zeitreise einplanen. Zwischendurch vielleicht ein kleiner Boxenstopp im gleichnamigen Museumsrestaurant bis zum Zieleinlauf im Restaurant Christophorus, von wo man in die Ausstellung und über das Werksgelände schauen kann. Hoffentlich noch lange…
Info:

Porsche Museum
Porscheplatz
70435 Stuttgart
Geöffnet:
Dienstag bis Sonntag 9 bis 18 Uhr

Eintritt: 8 €, ermäßigt 4 €



Von Isabella Chapman

 
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