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DAS ABC DES SCHNELLEN GENUSSES ODER THE FAST AND THE FURIOUS
Genuss hat mit Ruhe zu tun, Entspannung und Entschleunigung. In unserer von Hektik und Stress bestimmten Zeit bleiben uns einfach zu wenige Zeitfenster, um abzuschalten und meditativ sensorisch zu werden. Der Alltag will nur langsam vom Genussmenschen abtropfen, der endlich sein Refugium gefunden hat, in dem er sich in aller Ruhe eine Auszeit nehmen kann.
Mein Ledersessel, mein Cognac, meine Cigarre. Bigger, longer, slower, sloooow.
Kann Genuss auch schnell sein, können wir noch in der Beschleunigung den Alltag ausblenden und rasant genussvoll sein? Der rasende Genießer am Rande der Erträglichkeitsgrenze der Fliehkraft oder die Kunst blitzschneller Reflexion eines schönen Augenblicks? Cigar Clan hat seinen Degustationsleiter auf Reisen geschickt, zum Formel 1-Rennwochenende an den Nürburgring. Eine Reihe von Momentaufnahmen eines turbulenten Genusswochenendes zwischen fliegenden Fäusten, rasenden Boliden und sieben Päckchen Cigarillos.

Samstag 12.00 Uhr
Flughafen Köln/Bonn

Es ist Samstag und ich bin schon lange nicht mehr so unruhig geflogen, das war kein Schläfchen zwischen Snack und Kaffee, das war keine Siesta, es war ein reines Totstellen. Kein Augenkontakt mit der Stewardess – sinnlos, kein nettes Zunicken mit dem Platznachbarn – ich habe in vier Jahren Fitnessstudio niemanden kennengelernt, absichtlich, obwohl ich regelmäßig da war, was soll das Getue dann im Flugzeug? Luftlöcher, Landen, raus und Schlangestehen. Wo sind die Cigar Clan Roll-Ups? Sperrgepäck, Bulk Luggage, whatever. Den Typen kenn’ ich, der raucht in der Berliner Casa, grüßen? Nein, denk’ an den Fitnessclub, nix wie raus hier. Warum bin ich bei dem ganzen Stress eigentlich nicht sauer? Nicht genervt? Egal, weitermachen. Wahrscheinlich freue ich mich auf das Wochenende. Warum? Könnte schon in der Hängematte liegen und gemütlich Don Quijote lesen, mit einer Sancho Panza im Mund, natürlich mit der Sancho von Sancho Panza. Nö, jetzt ist erst mal Geschwindigkeit angesagt. Mietwagen, Upgade, doch, bitte, Presseausweis hilft, noch immer nicht genervt zurück zur Tiefgarage, zurück? Warum zurück, sonst geh’ ich immer weiter, war München, anyway. Auto auf 0151. Rein und los, Huppel, Schranke, Kreisel, Landstraße, Pannenbucht. Und jetzt ein Cigarillo, eine Griffiños: Schöne Blechdose, strahlend weiß, helles Deckblatt, vorne und hinten verjüngt, duftet fein, Tabak, Holz und Holz und Tabak. Ok.
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Angezündet ein Vergnügen, ich bin fast versucht zu inhalieren, das ist lange her und kommt nicht in die Tüte, der Rauch ist aromatisch und ein wenig würzig. Der kleine Tabakfreund knistert, flüstert und erzählt mir etwas von einem aufregenden Wochenende in der Eifel. Der Rauch passt gut zur frischen Luft und dem leichten Duft der Straße – nicht Abgase – eine warme Straße riecht auch. Der Cigarillo brennt schnell, ich bin bei der Hälfte, wird schärfer, raßer, weicher, heißer, noch drei Züge zwei, einer, na gut noch einer und in die feuchte Hecke geschnipst. Wie früher, nur 100 % Tabak. Hallo Mietwagen.

Samstag 16.00 Uhr
Anfahrt Nürburgring

Schönes Hotel, eingecheckt, besser gesagt den Koffer auf’s Bett gepfeffert, und rein in den Anzug, runter in die Lobby und sofort Katja Behnke und Onno Seyler von Bentley Cigars über den Weg gelaufen. Schneller Espresso und los.
Nix vergessen? In eleganten Kurven durch die Eifel, links sind Bäume rechts sind Bäume und dazwischen Zwischenräume, so ein Quatsch. Ankunft, Trubel, Hubschrauber, Bitte weiterfahren! Danke! Vier Runden durch den Kreisel, noch vier Runden wo sind die VIP-Parkplätze? Alles frei, wenn man reinkommt...
In der Party-Location herrscht Betriebsamkeit, Biertheken, Kaffee­tresen, Whiskystand und Cocktailbar, Wasser hier und Stromanschluss da, Roll-Up hierhin und Roll-Up dahin, und natürlich gleich wieder zurück. Die Bentley Boys sind auch schon da. Mechaniker de luxe. Lustige Stimmung, trotzdem alles professionell.
Noch ein Whiskystand, bedrohlich nahe, später sicher wichtig. Wir sind angekommen, jetzt noch akkreditieren, das läuft hier andersrum, erst rein, dann anmelden, ok. Foto, doch kein Ausweis, jeder darf überallhin, bestens, jetzt ist alles klar. Zeit für ein Cigarillo mit den Bentley Boys. Ich schmeiße eine Runde Hofnar Brasil.
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Lustiges Bild auf der bunten Pappschachtel, da sind wir uns einig. Eher ein Wickel als ein Cigarillo, tiefbraun, fast schwarz, riecht lecker, die Jungs sind skeptisch. Keine Angst, die sieht nur so aus. Erster Zug, Aroma breit am Gaumen angekommen, weich und süffig.
Knistert nicht, dampft vor sich hin, der Kaffeemann macht uns einen Espresso, jeder sollte immer das tun, was er am Besten kann. Halber Cigarillo ist geraucht, Würze und Schärfe am Gaumen, männlich und großartig zum süßen Kaffee. Später ablegen als gedacht. Vielen Dank, weitermachen!

Samstag 22.00 Uhr
Der Weltmeisterschaftsfight

Alles strömt in die Halle, manche wackeln jetzt schon, freuen wir uns mal auf die Afterfight-Party. Da ist Niki Lauda, dort Michael Schumacher, jede Menge Security und Ordner, wilde Stimmung. Lieber gute Stehplätze, als schlechte Sitzplätze, Einmarsch der Gladiatoren, einer so, der andere ein wenig aufwendiger, Weltmeister gehen eben vor. Getue am Ring, Tipps von rechts, der Typ kennt sich aus und Fragen von links, der nicht, da kenn’ ich mich aus, mal sehen. Bier vom studentischen Aushilfskellner mit Systemgastronomiezapfrucksack, das geht wenigstens schnell. Die Hymnen. Der Kampf ist hässlich, der Gegner auch, lässt den Weltmeister nicht gut aussehen und der sieht doch so gerne gut aus.
Kopfstoß, Ermahnung, Kopfstoß, Runde aus. Und noch mal: Kopfstoß, Ermahnung, Kopfstoß, Runde aus. Lieber was rauchen, was passt?
Zum Kampf darf es was Bodenständiges sein. Guantanamera, okay Cuba für’s Volk. Gitarrensaiten auf der Pappschachtel, Cuba – ich komme wieder.
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Heller Tabak, riecht lecker, nicht viel anders als die Cigarren, markentypisch nennt man das. Der Zug fällt kaum auf, der Rauch ist ehrlich, würzig und rau. Felix Sturm macht ein paar Treffer, der Herausforderer im Rückwärtsgang, Kopf runter, saved by the bell. Ich zieh’ noch mal, während der Aficionado rechts von mir verzweifelt. Ich tu’ so, als würde ich ihn verstehen. Stummel am Boden austreten, das darf man hier, glaube ich.
Wütendes Finale im Ring, der Kampf ist aus, der Sieger steht fest. Alle einverstanden? Sieht nicht so aus...

Sonntag 2.00 Uhr
Afterfight-Party

Hier geht’s zur Sache, alle haben was zu sagen, einer hört gar nicht auf, Cigarillos und Cigarren umsonst? Her damit! Stopp, Statement abgeben gewünscht. Wie war der Kampf? Welcher Rauch schmeckt besser? Das kann ich nicht beurteilen, doch können Sie! Der schmeckt besser. Danke, geht doch.
Das schnellste Tasting der Welt! Der Barkeeper kommt kaum mehr mit, beim Whisky ist schon Selbstbedienung, Trubel rechts, da kommt Poldi, welcher, na der Fußballspieler, Show goes on. Der Bentley in der Smoker’s Area ist aber auch zu schön. Kann ich einen Cigarillo haben? Klar!
Der Bentley Boy ist voll in Action, die Menschen werden hübscher, haben sie jetzt erst die Frauen reingelassen oder bin ich schon angetrunken? Kann nicht sein, der Wein ist nicht zu trinken. Jetzt rauch’ ich mal eine.
Hier muss es Bentley sein, der Cigarillo kommt aus einer stilvollen Blechschachtel, edles British Racing Green, feinstes Sumatra mit ein wenig Brasil, nettes Format für ein Cigarillo, leicht verjüngtes Ende, vorn anzünden leicht gemacht. Cremiger Rauch, Backen voll, sehr fein.
Ich drehe mich vom Stand weg, jetzt bin ich dran, soviel Zeit wird ja wohl sein, auch an diesem Wochenende. Ich bediene mich am Whiskystand, einfacher Scotch, ehrliche Sponsorware. Schmeckt gut zum Cigarillo, der wird jetzt kräftiger aber nicht kratzig, ich gehe einen halben Schritt zurück und blase den Rauch in Richtung Menge, klasse Party.... wo die herkommt sind ja noch mehr, schliesslich haben weder Bentley Cigars noch Bentley Cars Kosten und Mühen gescheut hier aus dem Nichts eine noble Smoker´s Lounge zu errichten, vom Edelholzhumidor bis hin zur Luxuskarosse. Da kommen Mola Adebisi und Oliver Pocher.

Sonntag 4.00 Uhr
Afterfight-Party

So spät schon, Time flies, die Promiparade ist vorbei, die Sportler schlafen schon, die andern feiern, tanzen, trinken und rauchen. Wir sind nicht müde. Felix Sturm war da, sein Gegner nicht, wie hieß der andere Gast mit den beiden Veilchen? Egal, zu viele, viel zu viele. Die Musik ist Klasse, die Menschen werden immer bunter, die Cigarren und Cigarillos sind begehrt, na logisch. Schön, dass man hier rauchen darf. Boxkampf, Party, Rauchverbot, na bitte...
Immer mehr bekannte Gesichter, je bekannter, umso netter sind sie, Surprise, Surprise. Wie bitte? Na gut, nicht alle...
René Weller kommt und sagt was zum Kampf, na, wenn der es sagt, ich verpasse ihm ein Cigarillo. Hoffentlich verpasst er mir keine. Der schöne René, Idol meiner Jugend, netter Mensch denke ich.
Jetzt ist Cohiba-Zeit, finde ich. Gelbe Schachtel mit dem typischen Karo, dunkler Cigarillo, riecht gut, klein aber fein. Ob da wirklich nur Cohiba-Reste drin sind? Mir gerade ziemlich gleichgültig, angezündet kommt volles Cuba-Aroma, passt gut zu der Partyluft aus Schweiß, Adrenalin und Alkohol. Noch ein Espresso hilft, aufmerksam zu bleiben, der Cigarillo brennt. Alle haben was zu sagen, zu Cohiba weiß jeder was. Es ist viel Unsinn dabei, aber es ist mitten in der Nacht, wir sind höflich, man weiß hier ja nie, wer boxen kann. Onno Seyler gibt den Zauberer und Katja ist ganz die Gastgeberin. Sollen wir mal den Prosecco probieren, lieber nicht. Rum wäre jetzt angesagt, aber diese Party kennt keinen Rum, leider.
Auch Cohiba geht mal zur Neige und die beste Party kippt. Langsam Freakshow, der Rollgriff droht. Der Kaffeemann ist weg, die Whiskyflaschen auch. Eine Runde durch die Halle, die letzen Cigarillos verteilen, die Tänzer sind unsicher auf den Beinen, sie wissen es aber nicht. Wir packen ein, ab ins Hotel, im Tiefflug zurück durch die Eifel.

Sonntag 14.30 Uhr
Zurück am Nürburgring

Lautstärke hat verschiedene Dimensionen, heute Morgen wäre mir fast der Kopf geplatzt, als Onno sein Ei geköpft hat und jetzt fliegen die Boliden an uns vorbei. Sebastian Vettel oder Marc Webber, Heimspiel oder erster Sieg ever. Spannend, allerdings sehe ich nur schnelle Autos, so wie gestern die schnellen Fäuste. Angeblich war Rubens Barrichello nach dem Start vorne und Webber bekam dafür eine Strafe, als wäre man nicht schon gestraft genug, wenn man schon in der ersten Runde überholt wird. Was ist eigentlich eine Drive-Through-Strafe ? Muss ich unbedingt googeln, darf ich nicht vergessen. Jetzt ist Marc Webber wieder vorne. Hamiltons Auto ist hin, der hat keine Chance mehr, schade, den kenn’ sogar ich, sympathisch, Typ junger Obama, na heute kann er mal nicht. Kimi Räikkönen ist irgendwann raus, Unfall. Es passieren relativ wenig Unfälle, soweit wir sehen können, wünscht sich auch keiner.
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Beim Boxen gestern wäre durch ein K.o. alles klar gewesen, so haben wir die halbe Nacht diskutiert, aber alle bis auf einen können beim Rennen nicht rausfliegen. Ein scharfer Duft liegt in der Luft, es ist warm, aber nicht heiß. Ich mache mir ein Davidoff-Cigarillo an, weiße Schachtel, edle Schrift und ein heller schlanker Tabakstängel. Der Rauch ist erst mal ein wenig trocken, dann wird er weich und angenehm. Passt gut zum Wetter und zur Situation aber nicht zum alkoholfreien Bier, Kaffee mit Milch, bitte. Die Autos brettern weiter an uns vorbei, man kann sich kaum unterhalten, aber man kann sich Cigarillos anbieten, nett, so sind wir eben. Der Cigarillo brennt schnell und sauber ab, jetzt noch ein Zug und ausgemacht. Das Rennen dauert ja noch eine Weile.
Marc Webber rettet seinen Sieg durch die karierte Fahne, ich muss los, die Siegerehrung sehe ich mir heute Abend im Fernsehen an... Hallo Mietwagen, Hallo Eifel, Hallo Gegenverkehr nach dem Rennen, na prima!

Sonntag 23.30
Auf dem Balkon in Berlin Mitte

Heil durch den Wald gekommen, manche trennen Rennstrecke und Landstraße ungern, ich bleibe unbeeindruckt, die grüne Hölle härtet ab.
Just in Time am Flughafen. Tschüss Mietwagen und Hallo Gewusel! Roll-Ups nicht vergessen. Check-in, Security. Kollegen am Flughafen, Sie auch hier? Ja, in der Tat. Raucherecken ignoriert und als Letzter an Bord, war auch schon mal schlimmer Letzter zu sein, über mein Tempo kann sich doch eigentlich keiner beschweren, die letzten Tage zumindest, Kaffee nein danke, Snack ist keiner, also auch nein danke, ich suche nach weiteren Meinungen zum Kampf, die Presse ist voll, aber keiner ist sich sicher. Bonn hoch, Berlin runter, Taxi ab nach Mitte, der Fahrer fährt immer geradeaus. Kurz vor Charlottenburg sage ich ihm, noch mal, dass ich nach Mitte will, er erschrickt, hat mich vergessen, au weia, hartes Wochenende gehabt? Wem sagen Sie das. Endlich biegen wir in die Friedrichstraße ein.
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Auf dem Balkon zünde ich mir eine Nat’s an. Nat Sherman aus New York, da geht jetzt die Sonne unter, auch schön, nettes Blechschächtelchen, leckerer Duft nach hellem Tabak und ein gut gemachter Cigarillo, hinsetzen ist auch schön, Blick auf die hellen Wolken am dunklen Himmel. Weicher Rauch mit Würze, ab der Mitte deutlich kräftiger. Ich rauche die Nat’s zu Ende und freue mich auf eine ruhige Woche.


 
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