
... und unter Branchensympathie versteht man dementsprechend, wenn Vertreter dieser Unternehmen einen Weg gefunden haben, sich trotz der eigenen Mitbewerberschaft untereinander sympathisch, respektvoll, höflich oder sogar freundschaftlich zu begegnen.
Natürlich wird man nicht müde, die eigenen der nah verwandten Substitute als führend, einzigartig – dementsprechend eigentlich nicht substituierbar – darzustellen und so auf die eine oder andere Art mit mehr oder weniger Geschick und Gespür für die Regeln des allgemeinen, also branchenübergeordneten Umgangs für sich und seine Produkte Werbung zu machen. Dazu gehören klassischerweise die Alleinstellungsmerkmale der angeführten Produkte, Qualitätsstandards, noch lebende oder schon von uns gegangene Testimonials, jede Menge Mythen und Anekdoten, je länger die Historie des Unternehmens, desto besser. Let´s all come together and steal each other’s Songs, fabulierten Willie Nelson und Johnny Cash einst.
Gerade in der Tabakbranche, um die es auf diesen Seiten natürlich geht, und deren Branchensympathie oft in Frage gestellt wird und wurde, sind diese weichen Fakten tragende Säulen der Kommunikation, weniger die Vehemenz der Aussagen als die Geduld der Empfänger ist oft herauszustellen.
Umso harmonischer klingt – bis auf einige Vabanquen, die hier wissentlich nicht übersteuert werden sollen – der Chor der Gerechten, gemeinsam gepeinigt, auferstanden aus der Asche der Gesetzmäßigkeiten, krisengeschunden und missverstanden, gemeinsam an einem Strang, sanft in ähnliche Richtungen. Selten wird ein schwarzes Schaf an den Pranger gestellt, jährlich irren wenige Versprengte umher und angeblich habe der eine oder andere schon das, von der Außenwelt abgeschnittene, Hochalpendorf verlassen und die Branche gewechselt..., sagt man.
Branchenriesen, die mal an der Regeluhr drehen, lösen dann und wann kleine Erdstöße aus, Zwergen verwechseln sich selbst mit den Schatten, die sie werfen, und alle rasseln mit den ähnlichen Waffen, um sich dann doch leben zu lassen. Produktive Unruhe geht von den Jungen und Bunten aus, steril – stählerne Apathie von den Arrivierten und weise Ruhe wird ausgestrahlt von denen, die das Geschäft schon länger betreiben. Man merkt, dass die Möglichkeit, einen Moment zu sinnieren, während man an einer Cigarre oder Pfeife zieht, wahrgenommen wird, manche Antwort fällt dementsprechend verträglich aus, fragen kann man ja mal.
Das Cigarrenhaus Schuster in Bünde, DER Cigarrenstadt Deutschlands, im weichgezeichneten, hemdsärmligen Ostwestfalen, hat von allem etwas, die Tradition des 100-jährigen Bestehens, die jugendliche Generation des Nachwuchses, Qualität, die Kompetenz beweist, und die vielen, vielen Storys dazu, dahinter und darum. In dieser unaufgeregten Art hat die Firma Schuster mit Senior Philipp Schuster an erster Stelle ihr eigenes Testimonial, für gute Cigarren und für Branchensympathie.
Cigar Clan lud ein zum Tasting auf der Inter-tabac und unter dem Arbeitstitel »Neues und alte Bekannte« kamen fast alle Geladenen, zumindest aus der Tabakbranche, die Entscheider der anderen Cigarrenmagazine fehlten vorwiegend entschuldigt. Wir finden sie trotzdem sympathisch.
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