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Der Brandy mit dem Stier
VETERANO, SOLERA

Dieser bekannte Brandy reift mindestens sechs Monate im Solerasystem, bevor er abgefüllt wird. Er ist aus keiner spanischen Bodega wegzudenken und präsentiert sich pur ebenso gut wie im klassischen Carachillo, einem schwarzen Kaffee mit Brandy und Zitrone. Er hat eine goldbraune Färbung und duftet sehr angenehm und lebendig nach Kastanie, Bitterorangen, Mandeln und Rosinen. Der Geschmack ist klassisch, ehrlich mit samtiger Konsistenz und herber Süße, weniger Trockenfrüchte am Gaumen als in der Nase, es fällt eine lebendige Schärfe auf, trotz sanften 36 % Vol. Insgesamt ein ausgeglichenes, aromatisches Erlebnis, der Nachhall ist nicht überlang, aber wohlig präsent, sanftmütig. Schon ohne Cigarre ein ausgewogener Brand mit tendenziell klassischer Grundnote
RESERVA DEL TORO,
SOLERA RESERVA

Zum 50. Geburtstag des Osborne-Stiers kreierten die Verantwortlichen in El Puerto de Santa Maria einen Brandy, der an dieses Wahrzeichen erinnern sollte: den Reserva del Toro, der vier Jahre unter anderem in Oloroso-Sherryfässern gelagert wird. Kupferbraune Farbe und ein deutlicher Karamellton in der Nase, der rumartig anmutet und einen sehr ausgewogenen Brand ankündigt. Am Gaumen fast opulente Süße und cremige Textur, leichte Röstaromen flankieren nur, setzen sich aber kaum durch. Der Nachhall bringt ein paar Gewürztöne hervor, wenig neues, keine Differenzierung mehr möglich. Der Brand ist so ausgewogen, dass er fast konstruiert wirkt. Ohne Cigarre zwar dicht und komplex, allerdings wenig individuell, der Reserva del Toro spricht eher den zarten Gaumen an.
103 ETIQUETA NEGRA,
SOLERA RESERVA

Der 103 Etiqueta Blanca fasziniert in Cocktails wie Limon Claro, Fresco oder 103 Sour, man erkennt schon an der Namensgebung die eher helle Aromatik. Der dunkle Bruder reift nicht nur, wie für Brandys mit dem Attribut Solera Reserva vorgesehen zwölf, sondern 24 Monate in der Solera. Er schimmert bernsteinfarben im Glas und duftet im ersten Moment weniger komplex als der Veterano, dafür hinreißend nach Meeresluft, etwas weinig und nach reifem Holz.
Am Gaumen tritt der 103er recht raß auf, allerdings mit einer schönen kartathischen, maskulinen Süße und einem hellen Nachhall. Dieser Nachhall ist geprägt von einer fast ätherischen Frische und einer vergänglichen Süße. Es bleibt ein ehrlicher beständiger Brandygeschmack, wie man sich es vorstellt. Ohne Cigarre ein Klassiker, dem man öfter eine Chance geben sollte.
CONDE DE OSBORNE, SOLERA GRAN RESERVA

Der Conde de Osborne wird in einer Kristallflasche und in der limitierten Dalí-Flasche angeboten, die der Künstler für das Haus Osborne einst schuf. Das Flaggschiff des Hauses Osborne lagert nicht weniger als zehn Jahre in der Solera und in Fässern, in denen vorher mindestens ebenso lange der süße Pedro-Ximenes-Wein lagerte. Er ist mahagonifarben und dicht, geprägt vom Charakter des Meeres, dessen Winde diese, in den Lagerhallen von El Puerto de Santa Maria, jahrein, jahraus streicheln. Schon in der Nase fällt überreife Würzigkeit auf, Rosinen und Pflaumen, am Gaumen wiederholt sich dieser Eindruck, dabei kommen eine ölige Konsistenz und eine raffinierte Eleganz dazu. Langer wandernder Nachhall mit ausgewogenem und interessantem Finish. Schon ohne Cigarre ein wunderbarer Digestif zum Träumen und Abschalten, aber warum eigentlich ohne Cigarre?
DIPLOMATICOS
NO. 1
Cuba (Juni 2003)

Format: Cervantes
L 165 mm Ø16.7 mm
Rg 42
Deckblatt: Cuba
Umblatt: Cuba
Einlage: Cuba
Stärke: 3
Aroma: 2
Rauchdauer: 1 Stunde
D: € 7,70
CH: sfr 10,80
Dass sich diese Cigarre auf der Liste der auslaufenden Vitolas befindet, spricht für den Geschäftssinn der cubanischen Hersteller, jedoch leider nicht für Pflege von alten Traditionen. Zwar sind weder Format noch Marke dieser Cigarre ein Publikumsrenner, der Auftritt ist auch keineswegs modern und auch nicht elitär und die Preise sind sehr moderat, es handelt sich aber durchaus um eine sehr gute Cigarre, die leider seit Jahren unterschätzt wird. Gerüchte, die Cigarren der Marke Diplomaticos bestünden aus denselben Tabaken wie die große Schwesternmarke Montecristo, erwiesen sich nicht als richtig, die Deckblätter sind lange nicht so hochwertig und sie reifen erfahrungsgemäß schneller. So auch diese schöne Diplomaticos No. 1 aus dem Jahr 2003. Die Kiste hatte zwar ein paar verknallte Ausfälle, aber die vielen rauchbaren Cigarren konnten überzeugen. Helle, stumpfe Deckblätter mit samtiger Textur, die Exemplare leicht box-pressed. Die kalten Cigarren duften nach reifem Tabak und heller Erde, der kalte Zug sagt noch wenig aus, nur die Vorfreude auf eine ehrliche, wahrscheinlich milde Cigarre.
Angezündet schlängelt sich der Rauch verhalten in den Raum, am Gaumen ist der Rauch cremig und schnell präsent, das lange, elegante Format hat keine Schwierigkeiten mit der Temperatur. Mit den ersten Zügen schleicht sich Würze ins Gesamtbild, leicht pfeffrig und mit einer leichten, herbstlichen Trockenblumenaromatik. Der Zug ist fast durchgängig sehr gut, gewollter Widerstand vorhanden, der Abbrand am Anfang leicht schräg mit Lippe, später gerade. Regenwurmartige Wülste bei schwarzgrauer Asche mit leicht schrägem Kegel und spätem Fall. Sandige Asche. Die Diplomaticos legt eine so stringente Steigerung hin, dass eine Dritteleinteilung nicht unbedingt möglich ist. Vor allem die leicht waldigen und semiantiken Tabaknoten bestimmen die Grundaromatik, eingerahmt von vermehrter Würze und wenig cremiger Süße.
Eine faszinierend schöne Cigarre, die mit vielen Begleitern leben kann.
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Veterano
Alt und jung. Schon eine Diskrepanz zwischen dem frischen Brandy und der reifen Cigarre, die Süße versöhnt.
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103 Etiqueta Negra
Erfrischung. Hier passt die lebendige Erfrischung sehr gut zum mittelalten Tabak, runde Würze und lange Nachhaltigkeit.
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Reserva Del Toro
Gerade gut. Diese Kombination ist sehr ausgewogen, so ausgewogen, dass die Spannung fehlt. Ohne nachzudenken gut. |
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Conde De Osborne
Einer regiert. Dieses Paar ist Matchwinner mit der Auflage, dass man immer »auf den Brandy« rauchen muss, also erst trinken, dann rauchen!
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FLOR DE SELVA
BAROCCO 1989 MADURO
Honduras

Format: Campaña
L 130 mm Ø20.6 mm
Rg 52
Deckblatt: Honduras (Maduro)
Umblatt: Honduras
Einlage: Honduras, Nicaragua
Stärke: 2
Aroma: 3
Rauchdauer: 45 Minuten
D: € 7,80
CH: n.V.
Dass an einer Lady wie Maya Selva die Wiedervereinigung nicht spurlos vorübergehen konnte, war eigentlich klar. Dass sie im Herbst 1989 mit dem Auto nach Berlin fuhr, sieht ihr ähnlich, aber dass sie zur 20-Jahr-Feier eine limitierte Cigarre diesem Anlass widmet, hat die Aficionados weltweit überrascht. Und noch dazu eine Cigarre im Maduro-Look, wobei sich doch bisher alle Flor-de-Selva-Cigarren im hellen Kleid so wohl (an)gefühlt haben.
Die Textur der dunklen Barocco ist trocken-ledrig, der Duft erinnert an alte dunkle Möbel, reife Ledersessel und ein wenig an Dörrobst. Der kalte Zug spricht dieselbe Sprache, ein paar Bittertöne mehr, aber weniger staubig.
Angezündet setzt sich die Barocco schnell durch, im Raum und auch am Gaumen. Tiefe Noten, langer Nachhall und wenig Schärfe ergeben ein schönes Gesamterlebnis. Der Zug ist fantastisch, die Cigarre ist superleicht zu rauchen, auch das passt zu dieser Sonderedition. Der Abbrand ist überwiegend gerade. Der Kegel ist massiv, minimal verschlankt das Abbild der Cigarre, die silbergraue Asche konterkariert optisch sehr schön die dunkle Pretiose. Die Asche ist leicht sandig und sehr stabil.
Das erste Drittel ist der Eintritt in einen schönen Rauchverlauf, das zweite Drittel lebt von der komplexer werdenden, vollmundigen Aromatik mit Tabakwürze, dunkler, feinbitterer Fruchtigkeit und dem ständigen Gedanken an Schokolade. Das letzte Drittel ist wirklich ein Finale, spannend, weil die Cigarre sehr lange rauchbar bleibt. Sensorisch wenig Neues, nur das sehr schöne Gehabte mit zuletzt zügiger Intensivierung. Passt gut zu süßem Kaffee, rotem Wein oder... spanischem Brandy.
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Veterano
Peppt. Beide erfahren einen kleinen Aufschwung und passen von Würze und Frucht gut zusammen. Die Cigarre übernimmt die dunklen, der Brand die hellen Aromen.
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103 Etiqueta Negra
Erfrischung. Hier passt die lebendige Erfrischung sehr gut zum mittelalten Tabak, runde Würze und lange Nachhaltigkeit.
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Reserva Del Toro
Langweilig. Übertriebene cremige Karamellnoten braucht diese Cigarre nicht.
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Conde De Osborne
Spät, aber sehr gut. Auch hier dominiert der Brandy das Spiel der Aromen, die 100 Punkte kommen erst zum Ende hin. Trotzdem nicht meiden, machen.
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ROCKY PATEL
DECADE ROBUSTO
Honduras

Neues vom Qualitätsfanatiker, Controlfreak, Womanizer, Partykönig, Superstar und Politiker Rocky Patel? Nicht wirklich, die Cigarren der Marke Decade sind in Amerika schon seit längerem erhältlich und wurden auch hierzulande schon vor über zwei Jahren vorgestellt. Damals waren dann wegen der großen Nachfrage westlich des großen Wassers leider keine Mengen für Europa mehr verfügbar. Jetzt schon, gottlob. Zwar sind uns weiterhin Informationen über Einlage und Umblatt vorenthalten, aber wenigstens können wir die Cigarren mit dem schönen, seidigen auffallend dunklen Ecuador-Decker jetzt auch hier rauchen. Die Cigarre ist mittelfest gerollt und überzeugt optisch durchaus.
Die Robusto riecht nach Stall, Erde und Leder. Der kalte Zug ist angenehm, schmeckt ein wenig lehmig.
Angezündet ist die Cigarre sofort sehr aromatisch, satter Tabakrauch mit vorerst wenig Würze und kaum neuen Nuancen. Im Raum ist der Rauch sehr angenehm greifbar. Der Zug ist perfekt und die Cigarre brennt auffallend gerade ab. Es entsteht ein leicht flusiger Zylinder aus hellgrauer, spät fallender Asche.
Im ersten Drittel steht der Tabak solitär, ein wenig erdige Töne und leichte Würze stehen der Cigarre sehr gut, die erste Steigerung erfolgt früh im zweiten Drittel und wird wohlwollend aufgenommen, Bitterschokolade, dunkle Fruchtaromen und etwas Schärfe. Die Komplexität erhöht sich im letzten Drittel weiter, die Cigarre bricht aber sensorisch nie aus und lässt sich fast ewig rauchen. Eine tolle Robusto mit Rotweineigenschaften und nachmittäglicher Kaffeeaffinität.
Format: Robusto
L 125 mm Ø19.8 mm
Rg 50
Deckblatt: Ecuador
Umblatt: keine Informationen
Einlage: keine Informationen
Stärke: 2
Aroma: 3
Rauchdauer: ca. ¾ Std.
D: € 9,40
CH: n.V.
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Veterano
Samtige Milde. Die Cigarre nimmt dem Brand ein wenig den Elan, passt gut, aber nicht von vorne bis hinten.
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103 Etiqueta Negra
Amour amorphe. Hier steht die Eleganz des Brandes der Cigarre nicht im Weg, sondern spielt mit ihr, die Süße verführt, die Kraft steht. Fast der Gewinner.
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Reserva Del Toro
Fragwürdig. Auch dieser Cigarre tut der Reserva del Toro keinen wirklichen Gefallen, nicht ärgerlich, aber auch nicht überzeugend.
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Conde De Osborne
Exzellent. Wo Kraft ist, ist auch Würze, wo Eleganz ist, sind auch Hingucker, wo dieser Brand ist, sollte auch diese Cigarre sein.
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OLIVA SERIE V
DOUBLE ROBUSTO
Nicaragua

Auch diese Cigarre war schon mal auf dem Markt, sogar auf dem deutschen, der neue Anlauf soll die Olivas in alle Geschäfte und Regale bringen, das ist nicht nur Wunsch des neuen Markeninhabers, sondern sicher auch der aller Aficionados, die diese Schmuckstücke von Cigarren geraucht haben.
Die Double Robusto liegt sehr majestätisch in der Hand, viel Tabak wiegt auch viel. Das dunkle Deckblatt erinnert an glänzende Schokolade mit 70 % Kakaoanteil und riecht auch ein wenig so. Dazu kommen ein leicht animalischer Duft und nicht ganz trockenes Heu. Ein grundweg schöner Duft, auch die Verarbeitung ist sehr gut und der kalte Zug nicht nur von gutem Widerstand, sondern auch von einer vollaromatischen Vorschau auf das, was da kommen soll, geprägt. Angezündet behauptet sich der Rauch im Raum, füllt ihn, ohne sich aufzudrängen. Am Gaumen erst sehr mild, schon bei den ersten Zügen nimmt die Sensorik allerdings Fahrt auf. Die Cigarre zieht perfekt und brennt trotz des großen Ringmaßes von Beginn an sehr stringent ab. Die Asche steht sehr kompakt, grau meliert in einem geraden Kegel. Sie fällt spät und bleibt auch im Aschenbecher schön fest.
Die ersten milden Züge werden voller und auch eine wohldosierte Schärfe taucht auf, die im gesamten Rauchverlauf die Sensorik begleitet, ohne jemals überdosiert zu wirken. Schon während des ersten Drittels ist klar: großes Gaumenkino. Allerdings packt die Cigarre auch Kraft aus, die Aficionados zwar schätzen, Einsteiger aber erst nach dem Frühstück zur Oliva greifen lassen sollte.
Das zweite Drittel erlebt einen weiteren Quantensprung. Satte, volle Rachschwaden landen am Gaumen, geprägt von erdigen und maskulinen Tönen. Ein wenig Fruchtigkeit dabei schadet nicht. Voluminöses Finale ohne sensorische Stampede, klasse! Nicht nur Brandy, sondern alle anderen fassgereiften Spirituosen dazu probieren!
Format: Double Robusto
L 127 mm Ø 20.6 mm
Rg 52
Deckblatt: Habano Sun Grown
Umblatt: Nicaragua
Einlage: Jalapa Valley Ligero
Stärke: 4
Aroma: 4
Rauchdauer: 1 Stunde
D: € 6,90
CH: sfr 12,80
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Veterano
Harmony at Sea. Süßliche Noten mit leicht salzigem Touch lassen an eine Kreuzfahrt in der Karibik denken.
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103 Etiqueta Negra
Saltimbocca. Springt in den Mund. Beide tanzen am Gaumen. Beste Kombi auf der lebendigen Seite.
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Reserva Del Toro
Eloquent. Die Süße verhandelt anständig mit den erdigen Aromen der Cigarre. Achtungserfolg.
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Conde De Osborne
Pralle Perfektion. Da prallen zwei Giganten mit weichem Kern aufeinander. Keine Schlacht, sondern eine freundschaftliche Einheit voller Kraft und Dynamik. Powerkombi par excellence.
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