
Die Cigarrenmarke Camacho und ihre Produzenten spielen eine wichtige Rolle in der Geschichte der Cigarre. Gegründet wurde die Marke 1961 von Simon Camacho in Miami.
In diesem Jahr eröffnete der Exilcubaner eine Fabrik in Miami und begann mit der Herstellung von Cigarren mit Tabak zentralamerikanischer Provenienz. Bald genoss seine Marke auch außerhalb der USA einen guten Ruf, beispielsweise beim legendären britischen Kriegspremier Winston Churchill, nach dem Camacho eines ihrer Formate benannt hatte.
Auch Señor Generoso Eiroa und seine Familie hatten bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert auf Cuba Tabak angebaut. Als Folge der Castro-Revolution von 1959 und der darauffolgenden Verstaatlichung der Pflanzungen mussten Eiroas Witwe und seine drei Söhne ohne einen Cent in der Tasche das Land verlassen und ließen sich in Tampa, Florida, nieder. Der jüngste Sohn, Julio, heuerte bei der US-Army an und war in einer Truppe von Exilcubanern auch am missglückten Invasionsversuch in der Schweinebucht beteiligt. Während sein Bruder Generoso jr. Projekte in Nicaragua verfolgte, reiste Julio 1963 im Auftrag des Tabakhändlers Angel Oliva nach Honduras, wo er im Rahmen eines Regierungsprojekts den Grundstein für die heutigen ausgedehnten Tabakplantagen der Familie Eiroa legte. Nach einem Jahr Zusammenarbeit mit der Familie Oliva machte er sich selbstständig – eine Entscheidung, die die Geschichte des Tabakanbaus in Honduras verändern sollte. Er erwarb eine Regierungsplantage nach der anderen, und dank geschäftlicher Partnerschaften mit Unternehmungen wie Bering Cigars und US Tobacco war Eiroa bereits 1972 der weltweit größte Anbauer von Candela-Tabaken, den Tabaken für die früher sehr beliebten grünen Deckblätter.
In den 1980er Jahren kehrte Eiroa in die USA zurück und begann 1987 mit dem Aufbau von Caribe Imported Cigars in Miami. Das Unternehmen stellte mit Baccarat und National Brand zwei beliebte Cigarrenmarken her. Später kamen eine so genannte Cafeteria-Cigarre namens Don Felo, die zum Preis von 20 Cent verkauft wurde, und 1992 die La Fontana dazu. Die Produktion belief sich in jener Zeit auf zwei bis drei Millionen Stück im Jahr und erhöhte sich im darauffolgenden Cigarrenboom der 1990er Jahre massiv. 1995 übernahm die Familie Eiroa Camacho Cigars und verlegte gleichzeitig die Tabakproduktion für diese Marke von Nicaragua nach Honduras.
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